Afghanistan

Alubehütet

Well-Known Member
Weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, in irgendeinem eurer Links. Man hofft wohl, daß die Taliban immerhin nicht expansionistisch drauf seien, eigentlich nie waren. 9/11, das waren ja nicht die paschtunischen Taliban, sondern die “arabischen Afghanen”, die bei ihnen Gastrecht genossen ob ihrer historischen Verdienste im Kampf gegen die Sowjetunion, die heute auch keiner mehr hat.

Wobei das nicht bedeutet, daß sie sich an neumodischen Staatsgrenzen hielten. Sie wollen Autonomie auch für traditionell paschtunische Provinzen in Pakistan (Autonomie=Scharia) und sind dafür auch bereit, Terror auszuüben. Aber das bliebe das Problem Pakistans, so hofft man. – Der Islamismus der Taliban ist ja sehr verbunden mit Traditionalismus, mit durchaus vorislamischen. Das Steinzeit-Patriarchat findet nicht nur sein Erbe im Islam, sondern mindestens genauso bei den Urindoeuropäern, Stichwort Witwenverbrennung, Stichwort Recht, die Ehefrau zu vergewaltigen in der BRD bis 1997.

Ist natürlich die Frage, wie weit sich der IS doch dort einnistet, was er den Taliban zu bieten hätte. Aber wenn die Taliban sie wie alle anderen diesmal zurückwiesen, hätten sie wohl gute Chancen, in Ruhe gelassen zu werden.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
So schnell … ich wollte vorgestern noch posten, warum versucht man nicht, wenigstens Kabul und Umgebung zu halten als Enklave für die Binnenflüchtlinge. Sicher. Manchmal geht alles sehr schnell.
Nicht, dass der pakistanische Geheimdienst und seine Verbindung zum globalen Opiummarkt irgendetwas mit dem Blitzkrieg der Taliban zu tun hätte, den die Amerikaner aus noch nicht ganz ersichtlichen Gründen zugelassen, ja sogar provoziert haben! Die Idee könnte sein, dass nun die Verursacher und andere ungeliebte Anrainer des Konflikts sich mit den Folgen eines tendenziell mittelalterlichen Islamismus in der modernen Welt auseinandersetzen müssen. Eine letzte Kontrolle verbleibt ja immer über den Devisenmarkt. Den interessieren Operettenbilder weniger.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Es ist eine Gemengelage unterschiedlicher Interessen.
Was Pakistan, Russland, China, die Türkei und Indien antreibt, haben mehrere Autoren unlängst für die "Zeit" notiert.

Dann eben mit den Islamisten

Mit dem Abzug der USA verschiebt sich die Macht in Afghanistan zugunsten der Taliban. Andere Staaten wollen da nun mitreden – zum Beispiel Indien, China und die Türkei.

Von Hasnain Kazim, Maxim Kireev, Steffen Richter, Michael Thumann und Jan Roß

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Seit einiger Zeit, also seit ungefähr zehn Jahren, geht das Gerücht um, dass die Taliban gemäßigt seien im Vergleich zum arabischen IS, weshalb dieser Slogan: Dann eben mit den Taliban/Islamisten! herausgegeben wurde. Dies auch unter Zustimmung der afghanischen Regierung, die sich jetzt aus dem Staub gemacht hat und nicht einmal als Verhandlungspartner der Taliban zur Verfügung steht.
Och, da gibt es ersichtliche Gründe. Ein alter Mythos, hier britisch inszeniert.

Die amerikanische Außenpolitik schwankt immer zwischen Internationalismus aka Imperialismus und Isolationismus.
Du lenkst von der zentralen Frage ab, wodurch der Blitzkrieg der Taliban möglich wurde. Warum haben die Amerikaner ihn zugelassen im Wissen um die Finanziers, die am Ende, so deute ich die Amerikaner, aber nicht zu den Kriegsgewinnlern gehören sollen? Das Kapital will offensichtlich eine andere Richtung nehmen.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Du lenkst von der zentralen Frage ab, wodurch der Blitzkrieg der Taliban möglich wurde. Warum haben die Amerikaner ihn zugelassen
Jede Verschwörungstheorie, die mehr im Sinneswandel unter Trump sehen will als die Abkehr vom Internationalismus und Hinkehr zum Isolationalismus – warum sollen sie immer den Kopf hinhalten für failed state shithole countries? – wird auch erklären müssen, warum die Amis auch raus sind aus Syrien. Ich sehe da keinen anderen Zusammenhang.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Ich hatte darauf eigentlich für dieses Jahr keinen Bock mehr. Aber ich muß Armin Laschet doch noch einmal loben für seine Haltung zur Flüchtlingsfrage. Die ist nicht laut, aber richtig :)

Ist-Stand ist der hier:

+ nicht für die deutsche Entwicklungshilfe oder andere Organisationen tätig war (gilt der Bundesregierung offenbar als „Gedöns“).
(mein persönliches Highlight)


Armin heute so:

Wo ich schon dabei bin, das gilt auch für seinen Katholiban, dem Chefeinflüsterer Leminski. Ultrarechtsaußen. Aber Flüchtlingshilfe ist Caritas, christliche Nächstenliebe, Der barmherzige Samariter. Nicht verhandelbare Essenz des Christentums. Da hat er sich bei vielen in der Rechtsunion mit unbeliebt gemacht. Die Linie auch vom Kölner Erzbischof Woelki.
 
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