Afghanistan

Msane

Well-Known Member
Die Bundesregierung hat beschlossen Afghanistan die Hilfsgelder zu streichen um Druck auf die Taliban auszuüben.

In einer Situation wo die Taliban entscheiden wer zum Flughafen darf und wer nicht, den Kampf ansagen ist, wie soll man sagen, nicht besonders klug.

Es unterstreicht die völlige Inkompetenz unser Regierung.


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Bintje

Well-Known Member
Die Bundesregierung hat beschlossen Afghanistan die Hilfsgelder zu streichen um Druck auf die Taliban auszuüben.

In einer Situation wo die Taliban entscheiden wer zum Flughafen darf und wer nicht, den Kampf ansagen ist, wie soll man sagen, nicht besonders klug.

Es unterstreicht die völlige Inkompetenz unser Regierung.


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Nach außen macht es sich aber gut, lässt sich in fetten Lettern als markige Handlungsfähigkeit bei "Blöd" verkaufen. *Sarkasmus off*

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sommersonne

Well-Known Member
Ob das die Taliban ärgert? Mit Geld aus dem Westen haben sie vielleicht sowieso nicht gerechnet. Außerdem, man kann bestimmt die Rauschgiftproduktion erhöhen und mehr blaue Steine abbauen.
 

Msane

Well-Known Member
Die Taliban haben angekündigt, dass schon bald Mädchenschulen wieder den Betrieb aufnehmen sollen, ebenso sollen Frauen die Ämter bekleidet haben
zurück an ihren Arbeitsplatz kommen.
Ob die das ernst meinen? Naja, wir werden sehen.

Jedenfalls, wenn die deutschen Hilfsgelder in solche Projekte fließen, wäre ich ganz klar dafür das fortzuführen, sowas kann für das Land nur positiv sein.

Aber mit markigen Ankündigungen, dass man Afghanistan jetzt das Geld streicht, verbauen unsere Politiker gerade die Wege zur zukünftigen Regierung Afghanistans.


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Bintje

Well-Known Member
Ob das die Taliban ärgert? Mit Geld aus dem Westen haben sie vielleicht sowieso nicht gerechnet.
Doch, haben sie mit Sicherheit. Trump hat dafür gesorgt, dass Taliban-Gründer Mullah Abdul Ghani Baradar aus einem pakistanischen Gefängnis freikam und ihn nach einem Telefonat mit ihm zu einem geradezu famosen Kerl erklärt.

"2010 wurde Baradar in Pakistan verhaftet. 2018 wurde er auf Druck der USA freigelassen und nach Katar überführt. Dort steht Baradar dem politischen Büro der Taliban vor, für das er im Februar 2020 die Unterzeichnung des unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump verhandelte Abkommens von Doha verantwortete."

https://www.fr.de/politik/taliban-a...-krieg-mudschaheddin-islamisten-90923873.html

Die Taliban haben angekündigt, dass schon bald Mädchenschulen wieder den Betrieb aufnehmen sollen, ebenso sollen Frauen die Ämter bekleidet haben
zurück an ihren Arbeitsplatz kommen.
Ob die das ernst meinen? Naja, wir werden sehen.

Jedenfalls, wenn die deutschen Hilfsgelder in solche Projekte fließen, wäre ich ganz klar dafür das fortzuführen, sowas kann für das Land nur positiv sein.

Aber mit markigen Ankündigungen, dass man Afghanistan jetzt das Geld streicht, verbauen unsere Politiker gerade die Wege zur zukünftigen Regierung Afghanistans.
Ganz interessanter Text von 2018, der die Annahme transportiert, die Taliban hätten dazugelernt.


Aber genau das darf man bezweifeln. Vermutlich greifen sie momentan noch nicht so erbarmungslos durch wie später, wenn die Weltöffentlichkeit nicht mehr so genau hinschaut. Und wer sollte das dann noch tun? Ausländische Journalisten?
Die werden keine Arbeitsmöglichkeiten mehr haben abgesehen von erwünschter PR. So wie die inländischen.
Und westliche Staaten inklusive Deutschland dürften eher Nothilfen in Exklaven von geflüchteten Afghanen in der Region pumpen - sofern es ihren wirtschaftlichen Interessen nicht entgegensteht. In letztgenanntem Fall würden sie sich mit den Taliban vermutlich schneller arrangieren als geglaubt.

Um Humanismus geht es bei solchen Dingen zuletzt, immer zuletzt.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Ganz interessanter Text von 2018, der die Annahme transportiert, die Taliban hätten dazugelernt.

Darin auch, was ich irgendwo einstreute:
Besonders hart trifft es den weiblichen Teil der Bevölkerung. Mädchen dürfen weder Kindergärten noch Schulen noch Universitäten besuchen, Frauen ist es verboten zu arbeiten. Afghaninnen dürfen sich nicht von männlichen Ärzten behandeln lassen – da jedoch kaum noch Ärztinnen praktizieren dürfen, gibt es praktisch keine Gesundheitsversorgung mehr für Frauen. Eine von 90 Frauen stirbt während dieser Jahre bei der Geburt eines Kindes.
Und das hat nichts zu tun mit „wir sollten denen nicht unsere westlichen Werte überstülpen“, Kulturimperialismus-Gegnerschaft. Ich halte diesen Moment auch nicht für traditionell irgendwie gewachsen. Das ist eine Ideologie-Reißbrettkonstruktion. Genauso wie das Musikverbot. Man mag Musik ideoligisieren wollen. Klar, gottesdienstliche Musik tat das schon immer; Richard Wagner. Aber gänzlich verbieten? Das ist keine Tradition, das ist Konstrukt.

Auch das Argument hatte ich gebracht – Mehr Hypothese, Versuch, ich weiß es auch nicht:
Ihren Guerilla-Krieg finanzieren sie in grossen Teilen durch den Rauschgifthandel. Die Taliban schöpfen Geld ab, indem sie Drogenhändlern Schutzgelder und Steuern abpressen. Das Geld aus dem Opiumanbau macht laut Analytikern über 60 Prozent des Budgets der Taliban aus.
Legalisiert Heroin, kontrollierte Abgab wie in Großbritannien Ende der 60er, und sehr viel Mist ist ausgetrocknet. Legalisiert wenigstens Marihuana, dann haben viele Bauern eine Ausweichmöglichkeit.
 
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Mendelssohn

Well-Known Member
Jede Verschwörungstheorie, die mehr im Sinneswandel unter Trump sehen will als die Abkehr vom Internationalismus und Hinkehr zum Isolationalismus – warum sollen sie immer den Kopf hinhalten für failed state shithole countries? – wird auch erklären müssen, warum die Amis auch raus sind aus Syrien. Ich sehe da keinen anderen Zusammenhang.
Die Amis sind nie nach Syrien reingegangen, was auch nicht nötig war, weil der Iran keinerlei syrischen Expansionsdrang geduldet hätte, und der Iran den Syrern militärisch überlegen ist. Nach Afghanistan sind die Amerikaner vor allem reingegangen, um den Einfluss Pakistans zu begrenzen. Warum sie das nun anders gesehen haben - Maas spricht ja vom Versagen der Dienste - weiß ich nicht. Vielleicht wurden Falschinformationen, z. B. über die militärische Zurückhaltung der Taliban, glaubwürdig vermittelt. Vielleicht war man aber auch einfach am Ende mit seinem Latein, wenn zwanzig Jahre nach Schulöffnung ein Großteil der Bevölkerung immer noch den geistlichen Ortsvorstehern hinterherweint und die alte Ordnung wiederhaben will.
Mit einem geordneten Rückzug hat das alles natürlich nichts zu tun, wenn als erstes der Kapitän (USA) und dann die Mannschaft (Alliierte u. afghanische Regierung) von Bord gehen und zuletzt die Passagiere dem Ersaufen preisgegeben werden. Dass es so kommen würde, wusste jeder, angeblich mit Ausnahme der Dienste, was ich nicht glauben kann.
Fakt ist, dass sich nun Pakistan und der Iran als erste mit den neuen Machtverhältnissen in Afghanistan auseinandersetzen müssen und damit gut beschäftigt sein dürften. Am Ende wird man den Iranern vielleicht noch atomare Waffen zugestehen, um den Taliban den Weg nach Westen abzuschneiden.
 
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Alubehütet

Well-Known Member
Die Taliban haben angekündigt, dass schon bald Mädchenschulen wieder den Betrieb aufnehmen sollen
Was wird da gelehrt? Kriegen sie da die Mittlere Reife als Grundstock für eine Krankenschwester- oder gar Schreinerlehre? Oder wird ihnen da Koran, Sittenlehre, Nähen und Hauswirtschaft beigebracht? Im Wesentlichen, was etwas anders meine Mutter in der katholischen Volksschule lernte, lange, aber kein Mittelalter her.
 

EnRetard

Well-Known Member
Was wird da gelehrt? Kriegen sie da die Mittlere Reife als Grundstock für eine Krankenschwester- oder gar Schreinerlehre? Oder wird ihnen da Koran, Sittenlehre, Nähen und Hauswirtschaft beigebracht? Im Wesentlichen, was etwas anders meine Mutter in der katholischen Volksschule lernte, lange, aber kein Mittelalter her.
Gehorchen und den Mund halten
 
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