Aleviten sind sauer

AW: Aleviten sind sauer

@cafedelsol,

Du sagst, das DIE Sunniten eigenverschuldet ein schlechtes Image haben und im gleichen Zuge erwähnst Du, daß DIE Aleviten verträglich sind. Stimmt, habe noch nie alevitische extremisten gesehen du etwa?
Dies ist für mich undifferenziert, da Du mir als Jemanden, der Deine Gedanken nicht kennt, dies nicht begründest. Doch ich erwähnte vorher sowieso auch danach das die aleviten von sunniten schon verfolgt wurden ( du kannst ja nachlesen warum) und das man sie jetzt nicht mit den sunniten in einen topf werfen sollte
Wie kommst Du darauf, bei einem Thema zu "Aleviten sind sauer" die Sunniten mit zu thematisieren? Wo ist die Verbindung? Verstehst Du jetzt, was ich nicht verstanden habe?
Eigentlich gehts auch nur um die aleviten
Auf der anderen Seite habe ich mich noch nie mit finanzieller Unterstützung seitens des deutschens Staates von Religionsgemeinschaften auseinander gesetzt. Woher beziehst Du Deine Fakten? Würde dies gerne nachlesen.
Wieso fragst du da mal nicht in der stadt nach wo du lebst, ihr habt bestimmt auch religiöse vereine...

Lieben Gruss Erna


hoffe ich konnte dir helfen
 
AW: Aleviten sind sauer

Das Problem der Aleviten ist leicht erklärbar und hat seinen Ursprung in der Vergangenheit.

Früher waren die Aleviten nicht gern gesehen und um sie schlecht zu machen, haben leider manche Sunniten behauptet, dass die Aleviten Inzest betreiben würden. Dieses Vorurteil hielt sich sehr sehr lange. Durch den Film wurde es nun wieder aufgewühlt und selbst wenn es Zufall war, so ist es meiner Meinung nach verständlich, dass man darauf sensibel reagiert.

Ob man nun so weit gehen muss und Anzeigen aufgibt ist Ansichtssache, aber zur Entschädigung eine ausführliche Reportage über das Alevitentum und eine Entschuldigung halte ich für eine gerechte Forderung.
 
AW: Aleviten sind sauer

Ein sehr interessantes Thema.
Ich hoffe, ihr diskutiert weiterhin so kultiviert darüber. Ich werde versuchen, es zu verfolgen.

Mir war es bisher nie so klar, was da unterschwellig so alles gärt. In einigen Threads gab es zwar hier und da mal einige Sticheleien - aber nie etwas konkretes.
 
AW: Aleviten sind sauer

Ich kann das schon verstehen, habe den Tatort zwar nicht gesehen, aber im Allgemeinen finde ich es nachvollziehbar. Der Vergleich mit Deutschen, die in Filmen sonst was machen, hinkt: wir leben in Deutschland, die meisten Leute sind Deutsche, die meisten Darsteller sind Deutsche und, und, und. Jeder kann also einordnen, dass der Vergewaltiger, Mörder, etc nicht das gesamte deutsche Volk repräsentiert, sondern lediglich eine Einzelperson ist. Aber wie oft kommen Aleviten in deutschen Fernsehproduktionen vor? Nicht gerade wöchentlich, und wenn dann so eine Geschichte aufgetischt wird, schürt das schon Vorurteile, nicht unbedingt nur ggü Aleviten direkt (dafür differenzieren die meisten Leute nicht genug), sondern allgemein gegenüber DEN Muslimen und DEN Türken.
Wie viele Leute argumentieren damit, dass sie das aber im Fernsehen gesehen haben ("Sowas passiert bei Türken immer, ich hab das selbst im Fernsehen gesehen")?
Daher denke ich, dass allgemein die Darstellung von Migranten im Fernsehen überdacht werden muss und sie nicht immer nur als Kriminelle, Fundamentalisten oder ungebildete Ghettobewohner, sondern vor allem als "ganz normale" Bürger dargestellt werden müssen.

Edit: Den Vorschlag, der von Cafedelsol (wenn ich mich richtig erinnere) kam, einfach mal eine Art Themenabend zu machen, wo die alevitische Kultur in allen Facetten und mit geschichtlichem Hintergrund gezeigt wird, finde ich übrigens sehr gut, wobei ich wie gesagt denke, dass am allerwichtigsten die Darstellung in den normalen Sendungen zählt, denn wie viele Leute schalten gezielt den Tatort ein und wie viele einen Themenabend über Aleviten?
 
AW: Aleviten sind sauer

Die "ältere" Generation :mrgreen: kennt vielleicht die MAOAM-Werbung...
Darin fragt der Schiedsrichter die Zuschauer :
"Wollt ihr Elfmeterschießen ?" Antwort : "Neiiiiinnnn".
"Wollt ihr Verlängerung ?" Antwort :" Neiiinnnn".
"Was wollt ihr dann ???" Alle Zuschauer : "MAOAM,MAOAM..."

Ich habe mich die Tage mit Deutschen, und somit dem Alevitischen fremden, unterhalten. Bei denjenigen, die den Tatort gesehen hatten, blieb nach dem Tatort zum Thema Aleviten im Gedächtnis, daß a) die Frauen kein Kopftuch trugen, b) sie sehr gut Deutsch sprachen und natürlich c) der Spruch, daß bei Aleviten Mann und Frau gleich sind.

Fazit : Ein rundum positives Bild.
Die Brücke zu Inzest hatte natürlich keiner geschlagen. Wie denn auch ?

Ich frage mich wirklich, was die Alevitische Gemeinde so sehr in Aufruhr brachte.
Ich glaube überhaupt nicht, daß die Autorin auch nur im Geringsten daran dachte, Inzest mit Aleviten unter einen Hut bringen zu wollen.
 
AW: Aleviten sind sauer

ich möchte nicht böse klingen , aber aleviten kriegen nicht mal 1/5 von der
finanziellen förderung, die die sunniten vom deutschen staat erhalten.
es gibt so viele moscheen in deutschland, aber für ein normales alevitisches gebetshaus (sprich ein raum bzw. ein saal) hilfe zu leisten, sieht der deutsche staat nicht ein. statt dessen werden teilweise (mit betonung auf teilweise) extremisten, slamisten gefördert, die deutschland als zwischenstopp nutzen diese menschen haben in deutschland studiert.

ich bin sicher nicht dagegen, wenn sunnitische gemeinden und vereine gefördert werden, aber wenn diese dann noch explizit versuchen und aleviten immer ein beinchen zu stellen (hier bei uns in der nähe bat man den bürgermeister um hilfe und unterstützung für einen alevitischen verein, die hilfe wurde verwehrt, weil (das stimmt jetzt) gewisse sunniten das nicht wollten und den Verein dem bürgermeister als satanistenähnliche gruppierungen präsentiert haben. sowas ist nicht fair.
vor allem finde ich es nicht in ordnung von deutschen, dass Aleviten direkt als fundis abgestempelt werden, die den lieben langen über den cihad reden, zumal sie ja einer sehr, sehr, sehr friedliebenden religion angehören (aleviten)....
klingt vielleicht gemein, aber solche anschläge etc. gehen meistens immer von "strenggläubigen" islamisten aus, wobei gerade doch immer darauf gepocht wird, dass der islam so friedlich ist...ich merke da oftmals herzlich wenig von.menschen umbringen, die verschiedene ansichten haben- sowas kann man nicht mehr tolerieren...und ich finde es unter jeder würde, sich dann noch hinter dem islam zu verstecken...solche menschen snd für mich keine moslems....

ich habe in der geschichte der aleviten, von deren seite, noch nie über einen
grausamen, gewaltsamen vorfall gelesen....dass sie menschen verbrennen, umbringen, weil er anders denkt, dass wir ihm die kehle und sämtliche finger
durchschneiden...sowas gibt es bei ihnen nicht. UND WIRD ES HOFFENTLICH NIEMALS GEBEN.
Sie haben immer versucht nicht mit gewalt anzukämpfen, leider wurden sie immer unterdrückt...
als ich so manche kommentare von deutschen gelesen habe die letzten tage, war ich wirklich schockiert, weil ich wieder mit der wahrheit konfrontiert wurde...Manwerden hier "geduldet" solange man nicht rebellisch wird.
wir sollen froh sein, wir wären hier nur gäste...und wenn es uns nicht passt, sollen
wir in den iran zurück (????)wie traurig...wir sollen nicht übertreiben, es gäbe presse-und meinungsfreiheit und nur weil eine randgruppe aufmuckt, werden die deutschen medien nicht nachgeben oder auf uns hören...wo wären wir denn hier...etc.
des weiteren habe ich so begriffe wie "kamel-und ziegentreiber", "geht zurück ins mittelalter, wenn es euch nicht passt, ein paar türken weniger stören hier nicht"...usw.

Zugegeben, ich bin ausgeflippt!!!
dann hab ich mich gefragt "mensch, du bist hier aufgewachsen, fühlst dich teilweise sogar manchmal deutsch, denkst oft deutsch...in der türkei bist du deutschländer, hier bist du ausländer und zählst als primat, der den ganzen tag an einen cihad denkt...dann kommt dazu, dass du von deinem eigenen volk diskriminiert wirst.

echt schnauze voll


Hallo cafedelsol,

Ich kenne viele Türken/Moslems. Der zum Teil bis heute bestehende historisch religiöse Konflikt zwischen den Aleviten und Sunniten ist mir bekannt. Die Aleviten werden von vielen ihrer Glaubensbrüder nicht als vollwertige Moslems betrachtet. Die Bandbreite dieser Einschätzung reicht von teilweise bis gänzlich unislamisch.

Ich meine das nicht wertend, wenn ich sage, mir persönlich stehen die Aleviten vordergründig zunächt einmal näher, als Sunniten oder Schiiten, da sie weniger orthodox auftreten und mehr Betonung auf die Werte der individuellen Freiheit, der gegenseitigen Toleranz sowie der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau legen. Vereinfacht folgt daraus für mich, dass der Unterschied zwischen alevitischen Moslems und westlichen Christen/Atheisten idR geringer ausfällt, als dies bei Sunniten/Schiiten der Fall ist.

Vor diesem Hintergrund habe ich grosses Verständnis für Deine Frustration und Deine Worte haben mich bewegt. Ich habe Deine postings in diesem thread aufmerksam gelesen. An Deiner Stelle würde ich wahrscheinlich ähnlich empfinden und kann nur hoffen, dass ich dann immer noch so um Sachlichkeit bemüht wäre, wie Du es bist.
Gleichwohl vertrete ich den Standpunkt, dass die öffentliche Reaktion der alevitischen Gemeinde falsch ist, weil sie sich an den falschen Adressaten richtet.
Weder der Vorwurf der Volksverhetzung gegen den Fernsehsender noch die damit begründeten angekündigten gerichtlichen Klagen oder die Demonstration in Köln richten sich an den zutreffenden Ansprechpartner, nämlich die Sunniten in Deutschland bzw. (mittelbar) auch diejenigen im Ausland, insbesondere in der Türkei, wo den Aleviten im Laufe der Geschichte bis heute immer wieder Unrecht wiederfahren ist.
Die Vorstellung, es gebe nun Sunniten in Deutschland, die den Tatort dazu missbrauchen, eigene Vorurteile zu bestätigen, die Öffentlichkeit irrezuführen, um die eigene Stellung gegenüber den Glaubenskonkurrenten weiter zu verbessern, halte ich für abwegig.
Diese Annahme wäre aber andererseits auch kein ausreichender Grund, um gegen den Tatort oder den Sender ins Feld zu ziehen. Der Gegner wäre nach wie von der Falsche!
Soweit es den Aleviten darüberhinaus um die Aufklärung der Deutschen über das Alevitentum in Deutschland, seine Rolle im islamischen Glauben oder seine Stellung in der islamischen Welt geht, ist es der Sache nicht gerade förderlich, einen deutschen Kriminalfilm dafür als Aufhänger zu nehmen.
Ich habe grosse Achtung vor Eurem Engagement (stellvertretend Du und Selvi Boylum). Ihr habt alles Recht der Welt dazu und wenn ihr demonstrieren wollt, dann habe ich, wie gesagt, grosses Verständnis dafür- aber ich glaube nicht, dass ihr damit etwas erreicht.
Die aufgeschlossenen wohlwollenden und gebildeten Sunniten oder Deutschen werden sich mit Sicherheit nicht von der Täterrolle eines Aleviten in einem Tatort leiten lassen.

Aber was ist mit den Anderen? Jenen Deutschen, deren Verhältnis zu ihren muslimischen Mitbürgern auf die Vorurteile beschränkt ist, die sie mangels persönlicher Erfahrungen mit ihnen über sie haben?
Oder jenen, die an sich neutral sind, die aber kaum Kontakt zur türkischen Gemeinde haben und den Unterschied nicht kennen, der zwischen Aleviten und Sunniten besteht? Was ist mit den Sunniten, die sich ihre Meinung über die Aleviten schon längst gebildet haben?
Wie wird schliesslich die Reaktion der Öffentlichkeit und in den Medien ausfallen
und wie wird sich diese Reaktion letztlich auf die Situation der alevitischen Gemeinde in Deutschland auswirken.

Cafedelsol, kennst Du das Gefühl, das Gute und Richtige zu wollen, aber Du wirst nicht verstanden oder die Worte werden Dir im Munde herumgedreht? Genau das, fürchte ich, wird dabei herauskommen.

Der Stein des Anstosses ist ein fiktiver Inzestvorwurf, der grundsätzlich jeden Menschen treffen könnte. Wird hierüber öffentlich protestiert, um die Ungerechtigkeit sunnitischer Vorurteile anzuprangern,

werden die unwissenden u/o böswilligen Sunniten argumentieren:
"Ja, ja, getroffene Hunde bellen"!
"Die Aleviten nutzen antislamische Resentiments in Deutschland, um sich als bessere Moslems zu präsentieren und ihre Position zu stärken".

werden die unwissenden u/o böswilligen Deutschen sagen:
"Jetzt dürfen wir nicht einmal mehr einen Tatort drehen, wenn der Täter ein Moslem ist"!
"Sollen sie doch mal öffentlich protestieren, wenn islamische Fundamentalisten einen Terroranschlag begangen haben, anstatt uns für etwas anzugreifen, was andere ihnen vorwerfen".

Und schliesslich werden die unwissenden u/o böswilligen Aleviten sagen:
"Zum ersten mal werden wir öffentlich wahrgenommen und es kommt nichts dabei heraus, aber was können wir von den Deutschen schon erwarten."
"Die Deutschen sind uns ebenso schlecht gesonnen wie die Sunniten!"


In der Hoffnung, dass ich mich irre
VG
 
AW: Aleviten sind sauer

@pit63 : Den Nagel aber so richtig auf den Kopf getroffen. Klasse ! :)
 
AW: Aleviten sind sauer


Bitte sei deswegen nicht traurig, denn das würde mich ebenso traurig machen:-( -dabei bin ich doch viel lieber fröhlich...:-D

Mal ganz abgesehen von dem hier besprochenen Vorfall, würde ich mir wünschen, dass die Aleviten mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um das bei Deutschen vorherrschende undifferenzierte Bild zu korrigieren.

Ich habe gerade eine Vision:
Eines Tages werden die Aleviten in Deutschland sowie in der übrigen westlichen Welt das Bindemittel in der Gesellschaft sein und eine Vermittlerrolle übernehmen- zwischen Muslimen und Christen, zwischen religiöser Orthodoxie und liberaler Weltoffenheit, zwischen Buchstabengläubigkeit und Spiritualität..

Wie klingt das?

In diesem Sinne
VG
 
Top