Behinderte Kinder an Regelschulen - Ja oder Nein?

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nordish

Guest
Falls das Ganze nur als Programm zur Wegrationalisierung von Lehrkräften und Versilberung von Schulgrundstücken gedacht ist, dann geht es natürlich nicht.

Und um das zu vermeiden, sollte es diese Inklusion in zwei Richtungen geben.
Behinderte Kinder in normale Schulen und nichtbehinderte Kinder in Sonderschulen. Nur so würde es kein Geschmäckle hinterlassen.
 

Lilomartha

Well-Known Member
Und um das zu vermeiden, sollte es diese Inklusion in zwei Richtungen geben.
Behinderte Kinder in normale Schulen und nichtbehinderte Kinder in Sonderschulen. Nur so würde es kein Geschmäckle hinterlassen.
Da kommt die Frage auf, welche verklemmten Eltern heutzutage noch ihr Kind auf eine Sonderschule schicken. Die guten Lehrkräfte dort und der fördernde Umgang mit den Kids wird gern übersehen. Wichtig ist doch heutzutage, dass das eigene Kind möglichst Abitur mit einem 1 Komma hat... Da ist die Förderung doch egal...und oh mein Gott was würden die Nachbarn denken, wenn das Kind auf eine Sonderschule geht? Von einer gut gelungenen Inklusion sind wir in Deutschland noch sehr sehr weit entfernt...
 

HeyÖzgürlük

Well-Known Member
Vielleicht sollte man sogar im Kindergarten beginnen. Dort sind die kleinen sogar noch viel vorurteilsloser, sozialer - weniger diskriminierend. Dort spielen ethnische Herkunft, Religion oder Aussehen kaum bis garkeine eine rolle.

Später auf der Schule fände ich eine zusätzliche intensive Betreuung für behinderte Schüler unablässlich.

Also, warum eigentlich nicht?
Das sind doch auch Menschen, auch Kinder.

Man muss nur die unterschiedlichen Arten von Behinderungen beachten. Es gibt so viele Menschen die nicht in das klassische Bild eines Behinderten passen und dennoch sozial, moralisch oder menschlich behindert sind.

Um die sollte sich mal wer kümmern.
 
N

nordish

Guest
Ich zähle mich auch zu den Eltern, die ihr Kind nicht in die Sonderschule schicken würden.
Die Gründe dagegen sind die gleichen, warum ich insgesammt nicht für die Inklusion bin.
Ich verstehe nicht, was an dem bisherigen Weg, bei dem sich speziell ausgebildete Pädagogen um die komplett anders gearteten Bedürfnisse der behinderten Kinder kümmern konnten. In den dafür vorgesehenen und darauf ausgerichteten Schulen und mit Sonderschulprogrammen.
Wie soll das alles auf einer "normalen" Schule funktionieren? So viele Sonderschullehrer kann man gar nicht einstellen. Zwei-drei geistig unterschiedlich behinderte Kinder pro Klasse... Was für eine Unruhe kommt da auf? Ist da normaler Unterricht überhaupt noch möglich.
Ich bin sowohl im Sinne der nichtbehinderten als auch behinderten Kinder für eine getrennte Beschulung.
 

Msane

Well-Known Member
Ihr müsst verstehen, es geht hier nicht um das Wohl der Kinder.
Sondern es geht darum eine Ideologie der Gleichmacherei durchzusetzen.
Diese pauschalen Inklusionsforderungen kommen idR von SPD/Grüner Seite.
Das Kindwohl steht da hinten an, Hauptsache politisch korrekt alle Schüler
in einer Schule untergebracht.
Das optimale Betreuung in Spezialschulen für behinderte Kinder da auf der
Strecke bleibt juckt die nicht.
Das nimmt man als Kollateralschaden der Gleichmacherei in Kauf.


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L

Laledevri

Guest
Ich verstehe nicht, was an dem bisherigen Weg, bei dem sich speziell ausgebildete Pädagogen um die komplett anders gearteten Bedürfnisse der behinderten Kinder kümmern konnten. In den dafür vorgesehenen und darauf ausgerichteten Schulen und mit Sonderschulprogrammen.

Ich habe noch nie verstanden, dass man körperbehinderte Kinder auf eine Sonderschule stecken muss. Bei uns gab es damals einen Jungen im Rollstuhl auf dem Gymnasium, dessen Eltern hatten lange dafür gekämpft, dass er auf eine "normale" Schule darf. Das war überhaupt kein Problem, er wurde von den Mitschülern weder gedisst, noch ignoriert. Im Gegenteil, wenn morgens der Fahrdienst kam, stand immer einer bereit, um ihm hoch in die Klasse zu helfen.

Bei Gehörlosen sehe ich hingegen rein technische Probleme. Die brauchen einfach eine extra Lehrkraft. Aber wie will man das bewerkstelligen, wenn es zum Beispiel nur einen Schüler pro Klasse gäbe? Blinde wären vielleicht noch einfacher integrierbar, alle Materialien in Braille. Aber: ist es nicht frustrierend für das Kind, wenn es in einem Unterricht ist, der nunmal mit allem auf Sehende zurechtgeschnitten ist? Ist das nicht einfach besser in einer Unterrichtsform aufgehoben, das auf seine Bedürfnisse zurechtgeschnitten ist?

Wie soll das alles auf einer "normalen" Schule funktionieren? So viele Sonderschullehrer kann man gar nicht einstellen. Zwei-drei geistig unterschiedlich behinderte Kinder pro Klasse... Was für eine Unruhe kommt da auf? Ist da normaler Unterricht überhaupt noch möglich.
Ich bin sowohl im Sinne der nichtbehinderten als auch behinderten Kinder für eine getrennte Beschulung.

Ich frage mich auch wie das rein technisch funktionieren soll. Andersfähige Kinder brauchen eben eine auf sie zurechtgeschnittene Betreuung, mixt man das alles, ist am Ende keinem gedient. Sinnvoller wäre es, Begegnungen quer durch das Schulleben zu ermöglichen. Seien es Projektwochen oder auch gemeinsame Klassenfahrten, jeweils pädagogisch gut vorbereitet und begleitet.
 

maremisa

Active Member
Grundsätzlich bin ich für Inklusion und zwar in allen Bereichen. Wir müssen weg vom "getrennten" Gedanken: Alte ins Altersheim, Kinder in Kindergärten, Kleinkinder in Kinderkrippen, Behinderte in Behinderteneinrichtungen usw.
Inklusion an den Regelschulen wurde allerdings am Schreibtisch geplant und die Umsetzung ist mehr als Schwierig. Tatsache ist, dass es sich um Sparmaßnahmen handelt, werden doch keine zusätzlichen Gelder zur Verfügung gestellt. Hausfrauen werden als Schulbegleiter eingestellt.
Ich habe nichts gegen Hausfrauen, um Gottes Willen, aber wozu brauchen wir dann überhaupt noch Ausbildungen im Heilpätdagogischen Sektor? Ich erlebe es hier vor Ort, dass ein autistischer Junge von einer unausgebildeten Hausfrau in der Mittelschule begleitet wird. Sie ist extrem überfordert und dieser Junge erlebt, dass er nicht mithalten kann im Sozialen Gefüge einer Klassengemeinschaft. Wenn Inklusion, dann richtig, dann müssen auch Lehrer so ausgebildet werden um alle in ihren Fähigkeiten zu fördern. Wenn inklusion, dann muss sich das ganze Schulsystem ändern. In Montisorischulen ist Inklusion schon lange kein Thema mehr und in den Ländern in denen die Pisa-Studie gut abschneidet ist dieses System schon lange umgesetzt, auch später in den verschiedenen Arbeitsbereichen.
Wir müssen weg davon, dass jeder das gleiche können muss, wie es an den Schulen schon gelehrt wird. Jeder Mensch hat Fähigkeiten, die ein anderer nicht hat und das macht uns als Menschen reicher.
 
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