Behinderte Kinder an Regelschulen - Ja oder Nein?

blackcyclist

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Mein Vater war jahrzehntelang Lehrer an einer Sonderschule, wie das damals hieß. Er war der Meinung, bei der Hälfte der Kinder lag es nur an den Eltern, die sich nicht um die Kinder gekümmert haben und bei entsprechender Förderung hätten die eine normale Schule besuchen können.

Gut, das waren jetzt nicht wirklich behinderte, sondern vor allem lernschwache und sozail auffällige Kinder, die dorthin "abgeschoben" wurden.
 
N

nordish

Guest
Das halte ich für eine glatte Lüge. Deine Befürchtung ist, dass geistig behinderte Schüler das Unterrichtsniveau senken und die Lernfortschritte nicht behinderter Kinder verlangsamen könnten.
Selbstverständlich... Auch.
Dein selektives Lesen in Bezug auf mich ist wirklich beachtenswert.
Denk doch was du willst.

Meine Kinder dürfte das nicht mehr betreffen, idie sind bald aus der Schule raus, insofern dürfte es mir egal sein.
Ich habe kein behindertes Kind, aber hätte ich eines,, würde ich wollen, dass es behindertengerecht beschult und beaufsichtigt wird, ohne in ständiger Konkurrenz zu nichtbehinderten Kindern stehen zu müssen, evtl. gehänselt wird.
 

mimish91

Active Member
Möchte mal anmerken, dass die Schulen schon seit langem nicht mehr als "Sonderschulen" sondern als "Förderschulen" bezeichnet werden. Für mich eine wichtige Unterscheidung. Denn ich finde es richtig, dass Kinder mit Lerndefiziten bzw. mit starken Verhaltensauffälligkeiten und/oder geistiger Behinderung an Förderschulen unterrichtet werden.
Meine Meinung stützt sich nich darauf, dass ich denke, dass der Unterricht nicht laufen würde usw., aber viele dieser Kinder haben eine engere Betreuung nötig. Dies ist an Förderschulen, durch die speziell dafür ausgebildeten Lehrer gegeben. Stigmatisierung findet statt! Besonders jüngere Schulklassen könnne oft nicht gut mit der Sonderstellung, des "behinderten" Kindes umgehen. In höheren Klassen klappt das weitaus besser. Ich arbeitete als Integrationhelferin, für behinderte Kinder in Regelschulen. Und meine Erfahrung bestätigt das geschriebene. Ich selbst hatte in der Oberstufe unterricht mit Körperbehinderten, dies war im Unterricht an sich überhaupt kein Problem. Aber fakt war, dass selbt in der Oberstufe niemand diese Person in seiner Mannschaft im Sportunterricht haben wollte. Das muss man leider auch beachten. Diese Kinder bzw. Schüler werden nie als normal betrachtet (meine Erfahrung).
Achja, mir ist auch aufgefallen, dass jüngere Schüler, oft auch kein Interesse daran hatten, das behinderte Kind in Gruppenarbeiten zu integrieren.

Inklusion soll ja auch den Effekt haben, diesen Kindern die sogenannte Sonderstellung zu nehmen. Jedoch werden,wie Lilo, bereits sagte, die Förderschullehrer nun an den Regelschulen untergebracht, um DORT die Schüler weiterhin zu betreuen. Klar, die engere Betreuung ist geben. Aber auch dann werden diese Schüler die Sonderstellung behalten. Vor allem dann, wenn sie eigens für sie erarbeitetes Unterrichtsmaterialien erhalten.

Und es stimmt, niemand schickt sein Kind freiwillig auf eine Förderschule. Es läuft ja meistens so ab, dass diese Kinder erst an der sog. Regelschule sind und dort Verhalten und/oder Lernschwierigkeiten aufweisen. Der betreuende Lehrer kümmert sich darum, es wird ein Förderschullehrer hinzugezogen und das Kind wird getestet (mit Intelligenztests usw. -.-)
Daraufhin muss der Förderschullehrer ein ellenlanges Gutachten schreiben. Auf Grundlage dieses Gutachtens wird den Eltern dann vorgeschlagen das Kind auf eine Förderschule zu geben.
So, die meisten dieser Eltern blocken erstmal ab, stimmen dann aber doch zu. Und ich muss sagen, dass die Resonanz der Eltern, deren Kinder dann auf eine Förderschule gehen, meistens positiv war. Geschadet hat es also scheinbar nicht.
Wie es später für das Berufsleben und den Berufseinstieg aussieht, ist nochmal eine ganz andere Sache.

P.S. Meine Aussagen fundieren auf Berichten einer Förderschullehrerin. ;)
 
S

sintostyle

Guest
Das halte ich für eine glatte Lüge. Deine Befürchtung ist, dass geistig behinderte Schüler das Unterrichtsniveau senken und die Lernfortschritte nicht behinderter Kinder verlangsamen könnten.
Naja Lynx, in dem Punkt geh ich mit nordish konform. Meiner Meinung muss man zwischen geistig und körperlich behinderten Schülern unterscheiden. Körperlich behinderte Schüler sollten Regelschulen besuchen geistig behinderte dagegen spezielle Schulen mit ausgebildeteten Betreuern. Dies ist auch für die Betreuung der Kinder besser.
 

Lilomartha

Well-Known Member
Auf www.wdr.de gibt es momentan unter der Kategorie "Quarks und Co" meiner Meinung nach sehr gelungene Videos zum Thema Inklusion. Welche Probleme auftreten könnten, gezeigt an echten Beispielen von beeinträchtigten Kindern, die an Regelschulen lernen.
Das haben wir uns heute in der Schule angeschaut, da Inklusion ein Schwerpunkt im Abitur Gesundheit und Soziales dieses Jahr ist.

Wer Lust hat, kann sich die gerne mal anschauen, es wird viel erklärt und auch gezeigt wie schwer die Umsetzung ist und wie sich die Beeinträchtigten fühlen.

Ich finde bei Inklusion darf man nicht vergessen, dass das Thema nicht nur geistig oder körperliche Behinderte zu integrieren heisst...da ist viel mehr, es geht auch um die Migranten und Jugentliche aus bildungsfernen Schichten, die, wie oben schon genannt worden ist, trotz keiner Behinderung sondern durch das Elternhaus auf eine Förderschule gehen und somit abettikettiert sind. Auch für diese Menschen spielt das Thema Inklusion eine grosse Rolle.
 
S

sintostyle

Guest
Ich finde bei Inklusion darf man nicht vergessen, dass das Thema nicht nur geistig oder körperliche Behinderte zu integrieren heisst...da ist viel mehr, es geht auch um die Migranten und Jugentliche aus bildungsfernen Schichten, die, wie oben schon genannt worden ist, trotz keiner Behinderung sondern durch das Elternhaus auf eine Förderschule gehen und somit abettikettiert sind. Auch für diese Menschen spielt das Thema Inklusion eine grosse Rolle.

absolut richtig.

Viele Kinder aus Migranten-Familien wurden automatisch auf Sonderschulen geschickt. Diese Problematik hat sich glücklicherweise mit den Generationen verbessert. Aber dennoch gibt es genug negative Beispiele bei denen Lehrer/Erzieher dies so machen.
 

Lynx72

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Naja Lynx, in dem Punkt geh ich mit nordish konform. Meiner Meinung muss man zwischen geistig und körperlich behinderten Schülern unterscheiden. Körperlich behinderte Schüler sollten Regelschulen besuchen geistig behinderte dagegen spezielle Schulen mit ausgebildeteten Betreuern. Dies ist auch für die Betreuung der Kinder besser.
Sowohl körperlich als auch geistig behinderte Schüler brauchen in der Regelschule spezielle Betreuung. Ohne die kann es nicht gehen. Aber ich sehe außer Vorurteilen von Eltern Nichtbehinderter kein Hindernis für die Inklusion geistig behinderter Kinder in Regelschulen - wenn die spezielle Betreuung gewährleistet ist. Ich sehe eher die Gefahr, dass die Regierungen bei Inklusion nur an Sparschweine denken.
 
S

sintostyle

Guest
Ich hatte in der Grundschule eine Mitschülerin mit Kinderlähmung. Im Gymnasium gab es einen Schüler im Rollstuhl. Ausser im Sportunterricht waren die immer anwesend und brauchten ausser jemanden der die Treppe hochhilft keine besondere Betreuung.
 
N

nordish

Guest
@lynx
Welche Vorurteile hegen denn die Eltern behinderter Kinder, die gegen die Inklusion sind?
 
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