Jens Spahn hatte, ich weiß nicht mehr wann, das sehr gute Wort gesagt, wir werden einander im Rückblick sehr viel zu verzeihen haben.
Im Rückblick, März/April würde ich das weitgehend so sehen. Zwar hatten sie in Venedig schon den Karneval abgesagt, da haben die bei uns immer noch nicht einmal Passagiere von Fliegern aus China unter Beobachtung gestellt. Schon da wäre vieles mehr möglich gewesen. Aber sei's drum.
Aber was jetzt passiert, da bin ich namentlich Spahn und Laschet nichts bereit, zu verzeihen. Nichts. Sie sind sehenden Auges hineingerannt. Laschet hat den Solinger Schulen verbieten lassen, sich an die Ratschläge des RKI zu halten: Ab Inszidenz von 200/100.000 Hybridunterricht ab Mittelstufe. Wenn Drosten/Merkel nicht in allerletzter Minute in einer konzertierten Aktion mit über Bande Leopoldina gespielt hätten und damit den Not-aus-Buzzer gepullt, dann hätten wir großen Lockdown ab 26. Dezember und pünktlich zu Neujahr totale Katastrophe, amerikanische Verhältnisse. Und Merkel hatte in diesen jetzt schon legendär gewordenen zehn Minuten im Bundestag (Danke noch mal für die Steilvorlage, lieber AfD-Zwischenrufer) nichts Neues zu verkünden gehabt, nichts. Das war alles schon seit Wochen bekannt.