Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

Aber es ging ja hauptsächlich um den gestiegenen Alkoholbedarf. Der ist für mich kein Indiz das es jemandem schlecht geht.
Nicht zwingend in jedem Einzelfall. Warum sich nicht öfters mal ein Weinchen gönnen, wenn am nächsten Morgen im Homeoffice niemand die Fahne riecht. Und das muß nicht bedeuten, daß ein jeder in Gefahr steht, Kontrollverlust zu erleiden.

Aber in Tateinheit mit massiv erhöhter Nachfrage nach Psychotherapie ergibt das gesamtgesellschaftlich ein eindeutiges Bild. Und, ja. Es gibt auch so etwas wie eine psychohygienische Herdenimmunität, die zusammenbricht. Wir hatten das schon beobachtet nach 9/11: Vielen, denen es gelang, in einem einigermaßen intakten Umfeld „sich zusammenzureissen“, klappten zusammen, als eine gesamte Gesellschaft depressiv, belastungsgestört wurde. Zum Teil ist es auch erleichternd, sich nicht mehr zusammenreissen zu müssen, Normalität und Funktionalität zu heucheln, wenn alles um einem herum sowieso einen quasidepressiven, sozialkontakt- und aktivitätsarmen Lebensstil lebt. Insofern mögen viele, die jetzt zusammenklappen, nicht erst unter externen Lockdownbelastungen zusammenklappen – Wegbruch der wirtschaftlichen Existenz –, sondern vorerkrankt sein. Wer binnen weniger Wochen so abstürzt wie der bekannte Vegankoch, bei dem muß schon vorher eine Schraube locker gewesen sein; beim Sängerbarden ist das dokumentiert.

Das ist aber doch Einzelfalldiagnostik. Das hat den einzelnen Sozialarbeiter oder Psychotherapeuten zu interessieren, wo da „nur“ gesellschaftlich/politische Mißstände sind oder gar eine unvermeidbare Naturkatastrophe Pandemie, und wo da Eigenanteile sind, an denen der Einzelne was schrauben kann.

Insgesamt gilt, wie die Kanzlerin schon sehr früh angesagt hat, daß wir vor der größten Belastung stehen mindestens seit der Wende, und dann korrigierte sie sich: Seit der Nachkriegszeit. Ich verstehe nicht, wie man jetzt diese Diagnose verharmlosen und den Gestrauchelten die Schuld auch noch alleinig selber zuschieben will. „Willensschwäche“.
 
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Aber Schuld daran ist die Pandemie, weder die EU noch ahnungslose Politiker.
Nach bald einem Jahr nicht mehr. Wenn entschieden wird, TUI und dem ohnehin schon lange vor der Pleite stehenden Galerie-Karstadt-Konzern zu helfen, nicht aber dem kleinen Gaststättenbetreiber, dann hat das nicht ein ominöses Virus entschieden, sondern die Politik, wer sonst.
 
Du scheinst ja umzingelt zu sein, du Arme.
Natürlich bringt es nichts sich an armen Ländern zu orientieren, wenn man es nicht wissen will. Beides, deine Nachbarn und den Menschen in den armen Ländern sind zu beklagen. Keine Frage das es schlimm ist, ganz schlimm, die mühsam aufgebaute Existenz zu verlieren. Aber Schuld daran ist die Pandemie, weder die EU noch ahnungslose Politiker.(..)

Ich fühle mich nicht "umzingelt". Wäre es so, könnte ich einfach dichtmachen, bräuchte nicht hinzuhören oder gelegentlich mal nachzuhaken. Wenn ich keine offene Antwort hören will, reicht Smalltalk übers Wetter.
Klar, natürlich ist die Pandemie schuld, keine Frage. Und Öffnungsapologeten, die es wundersamerweise immer wieder schaffen, beispielsweise auszublenden, wie viel Klinikpersonal der Krankenhäuser allein hier in der Stadt erkrankt oder zumindest in Quarantäne ist. Wohlgemerkt: nur an den Kliniken. Anderes noch gar nicht gerechnet.
 
Nur, damit das klar ist. Denen will ich hier nicht das Wort reden, und nicht nur ich nicht. Nur, weil der Shutdown für viele eine Katastrophe bedeutet, ist das kein Grund, ihn frühzeitig zu beenden – Wenn das, was dahinter kommt, noch schlimmer ist.

Ich will noch einmal daran erinnern: Bei uns sterben derzeit mehr Menschen ... „im Zusammenhang mit Covid“, wie das jetzt in den Nachrichten heißt, als in den USA. Und wir haben outgesourcete Triage. Als erkrankter Altenheimbewohner hast Du kaum eine Chance auf eine möglicherweise lebensrettende Intensivbehandlung.
 
Es sind Luxusprobleme. Was sollen erst mal die Menschen in Afrika oder anderen armen Ländern sagen. Da kümmert sich keiner um die Menschen. Unsere Maßnahmen würden sich die Menschen dort sehr wünschen.
Hier wird wenigstens getan was möglich ist. Ausgleichszahlungen, kostenlose Impfungen usw. usf. Das Fehler passieren, die uns manchmal erstaunen wegen ihrer vermeintlichen Dummheit oder Ahnungslosigkeit, ist normal. Die letzte Pandemie ist ein wenig mehr als einhundert Jahre her. Gemeckert ist immer schnell.
Mit dem Argument kannst du jede Sozialpolitik in Deutschland einstellen, nur weil es in Burkina Faso auch keine gibt.
 
Was nützt es, auf offensichtlich überforderte Leute mit knüppelvollen Terminkalendern einzudreschen?
Wer es besser kann, könnte: bitte, immer voran. Ich traue mir das nicht zu und würde es nicht wollen.
Was soll das denn? Selbst Figuren wie Bojo und Netanyahu haben es hinbekommen. Volle Terminkalender? My arse! Was ist wichtiger als Leben der Wahlbürger retten??
 
(..)Was ist wichtiger als Leben der Wahlbürger retten??

Wer kein "Wahlbürger" ist, hätte demnach keinen Anspruch auf Rettung? ;)
Aber lass mal, darum geht es nicht. Für Von der Leyen habe ich wirklich nichts übrig (für Spahn im übrigen auch nicht), vermute aber, dass alle, die jetzt ganz genau wissen, wie es geht, gegangen wäre, in den Verhandlungen mit diversen Pharmamultis ebenfalls heillos überfordert gewesen wären.

Pacta sunt servanda, Verträge sind einzuhalten: Davon sind die Brüsseler wahrscheinlich ausgegangen.
Normal unter seriösen Geschäftsleuten. Sollte man meinen.

Aber ich wette mit Dir und allen anderen, dass BoJo & seine Blase bei ihren Gesprächen auch die Oxford-Karte gespielt haben. Der von der Uni Oxford mitentwickelte Astrazeneca-Impfstoff ist garantiert nicht von ungefähr nach GB gegangen. Eine Frage der Ehre, patriotische Pflicht sozusagen. Wetten?
Sollen die blöden Kontinentaleuropäer doch zusehen, wie sie es hinkriegen. Ungefähr so.

Was Moderna betrifft: Die sind (oder waren?) mit Astrazeneca verbandelt und unter Trump groß geworden.
Richtig groß. Sofern sie politische Interessen verfolgen sollten, dann wohl eher keine, die dessen europäische Gegner besser aussehen lassen.

Bleibt noch Biontech/Pfizer. Sofern ich es annähernd richtig einschätze, haben die sich bisher okay verhalten.
Gut, der inzwischen offenbar beendete Umbau der belgischen Produktionsanlagen war jetzt nicht wirklich der Hit, aber das werden sie hoffentlich ausgleichen. Bisher haben sie zumindest keine unterirdischen Nummern durchgezogen wie Astrazeneca und Moderna.
 
Nach bald einem Jahr nicht mehr. Wenn entschieden wird, TUI und dem ohnehin schon lange vor der Pleite stehenden Galerie-Karstadt-Konzern zu helfen, nicht aber dem kleinen Gaststättenbetreiber, dann hat das nicht ein ominöses Virus entschieden, sondern die Politik, wer sonst.
Das reißt meinen Satz zwar aus dem Zusammenhang. Aber so wie du das hier meinst kann ich dir nur zustimmen.
 
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