Hat der Bürgermeister von Bergamo auch nur den kleinsten Hinweis darauf, dass es die Infektionswelle verlangsamt, wenn man die Leute in virengschwängerte Häuser sperrt und nicht mehr auf die Straße lässt?
Als in NRW am Freitag der "Notstand" offiziell war und Kanzlerin, Virologen und sämtliche Ministerpräsidenten bereits darauf hingewiesen hatten, dass wir zum Schutz der Alten, unsere Kontakte auf ein Minimum reduzieren sollten und sich so etwas wie eine plötzliche Stille übers Dorf senkte ... wen sah ich mehr oder weniger als erstes mit dem Rollator flanieren? Meine etwa knapp achtzigjährige Nachbarin, die sich bei dem Regenwetter mindestens 8 Wochen nicht aus dem Haus getraut hat (weil sie auch von Familie und Caritas versorgt wird). Bei Glatteis siehst du auch am frühen Morgen und im Dunkel als erstes die Rollatoren zum Arzt wackeln
Gegenüber vom Edeka ist ein Seniorenzentrum. Alle Tische der Bäckerei waren am Freitag mit Senioren von gegenüber besetzt, die sich den Hamsterkauf anschauen wollten. Verbote könnten wenigstens die Senioren vor sich selbst schützen.
An Herdenimmunität glaube ich nicht. Sonst wären nicht 80-90% der native Americans im 18. und 19. Jahrhundert an grippalen Infekten, Kinder- und Geschlechtskrankheiten und sonstigen, zum Teil bewusst eingeschleusten Seuchen, dahingerafft worden. Irgendein englischer General soll mit Blattern verseuchte Decken an die Natives verteilt haben.
Natürlich ist Isolation das erste Mittel, sich vor Infektion zu schützen. Hat die Infektion stattgefunden, hilft auch nicht frische Luft. Das Problem ist natürlich nicht der Weg durch die frische Luft, sondern die Versammlung am Ziel (Cafe, Spielgerät).