Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

Toilettenpapier hat sich zum materiellen Ausdruck der Angst von einigen Menschen (oder fast schon zum kollektiven Ausdruck) vor dem Virus entwickelt.
Etwa so, wenn ich genug Toilettenpapier habe dann bin ich Herr der Lage und nicht hilflos ausgeliefert. Ich kann etwas tun.
 
Ich rechne damit das in zwei, allerspätestens in vier Wochen die Auflagen wieder gelockert werden und das Leben wieder Schritt für Schritt seinen normalen Gang aufnimmt.
Bis dahin werden die Menschen hoffentlich ihre Angst vor Corona verloren und gelernt haben bis auf Weiteres die wichtigen Empfehlungen zu befolgen, wie Abstand halten, keine Gruppen zu bilden und sich auf das Nötigste zu beschränken.
Für Personen der Risikogruppen gilt natürlich weiter, lieber zuhause bleiben.


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Zumindest hier überschlagen sich gerade die Initiativen, den Risikogruppen zu helfen. Möglich wäre es also, wird bisher aber fast gar nicht nachgefragt. Und in Bergamo spazieren auch noch Senioren ohne Ziel durch die Gegend.
 
So macht es Boris Johnson auch. Das ist zu billig. Es gibt so viele alte Leute, die allein leben, keine Kinder in der Nähe haben, und allein die Besorgungen machen müssen. Dieser Weg führt nach Bergamo.

Nicht zwangsläufig. Bei uns haben sich ähnlich wie 2015/16 bei der Flüchtlingsbewegung Menschen als Helfer:innen organisiert; meinen teils uralten Nachbarinnen hatte ich schon vorher Einkaufsdienste angeboten.
Das funktioniert auch ganz gut, so weit ich es mitbekomme.

Nur habe ich mich wegen einschlägiger Symptome vergangene Woche selbst quarantänisiert.
Keine Sorge, es geht mir nicht schlecht, aber ein anfangs dezenter Husten, zu dem sich über Nacht Fieber und ein unerwarteter Geruchs- und Geschmacksverlust (nebst stärkerem trockenen Husten) gesellten, waren doch ziemlich seltsam.
Hätte ich normalerweise unter Bagatellen verbucht, aber in Zeiten von Corona sollte man mitdenken.
Andere Menschen, meldepflichtige Erkrankung und so weiter.

Okay, dachte ich, sei ein braves Mädchen, ruf bei der Hausärztin an. Besser ist das.
Permanent besetzt, dann das Band: sie mussten die Praxis schließen und empfehlen die 116117.
Die 116117 war dauerbesetzt. Nach mehreren Versuchen landete ich beim 4. oder 5. Mal immerhin schon im Semifinale, flog dann aber wieder aus der Leitung. Okay.
Also städtisches Gesundheitsamt. Leitung, ratet mal, überlastet.
Als ich durchkam, fragten sie einiges ab und sagten dann, ich sei ein Fall für die Krisenstelle. Ich fühlte mich weder als Krise noch in einer Krise.
Dann flog ich wieder aus der Leitung, aber sie riefen sofort!, subito zurück.
Also nochmal der ganze Sermon von vorn. Ich solle mich testen lassen, sagte die Dame, am besten beim Hausarzt melden, damit ich zum Test überwiesen werde.
Äh, nee, sagte ich, die Praxis ist geschlossen und empfiehlt die 116117.

Zu dem Zeitpunkt ahnte ich zwar bereits, aber wusste noch nicht, dass Arztpraxen nach versehentlichem Kontakt mit einem Corona-Patienten 14 Tage lang schließen müssen.
Desinfektion genügt nicht; sie müssen 14 Tage lang dichtmachen.
Echter Fehler im System - ausgerechnet jetzt, zumal die Leute gezielt an Hausärzte verwiesen werden.

Hmm, sagte die Dame, sie werde sich mit einer Kollegin beraten und mich wieder anrufen.
Der Rückruf ergab, ich fiele zwar nicht unter die Testkriterien des RKI (Kontakt zu einem bestätigten Covid-Fall oder Aufenthalt in einem Risikogebiet), möge aber zu einem niedergelassenen Doc oder in die Kliniken gehen.

Jau, dachte ich, so weit war ich schon vorher. Bedankte mich freundlich und beschloss angesichts mangelnder Dramatik, wirklich nur in Kliniken usw. zu gehen, wenn's mir total dreckig geht und ansonsten: mich einstweilen komplett aus dem Spiel zu nehmen, bis ich wieder gesund bin und es mit Hausapotheke auf der linken Pobacke abzufiedeln.

In der Zwischenzeit (ja, man hat bei so was urplötzlich viel Zeit) hatte ich eine Liste mit Menschen erstellt, die ich in den vergangenen zwei Wochen mehr oder minder intensiv getroffen hatte und die Zeitpunkte rekonstruiert.
Drei 70- bis 80-Jährige darunter, ansonsten querbeet, auch meine Schwester.
Im Fall eines positiven Tests hätte ich die Liste nach Rücksprache und Einwilligung an kompetente Weißkittel weitergegeben.
Meine Schwester und andere enge Kontakte wissen natürlich Bescheid.
Aber in der Statistik tauche ich nicht auf und halte mich ansonsten an die fachärztlichen Empfehlungen meiner Schwester und eines guten Freundes.

Beste Grüße von einem ungetesteten Verdachtsfall aka Dunkelziffer

ps Nebenbei hörte ich, dass man sich in Hamburg inzwischen angeblich nicht mehr mit "Bleib gesund!" verabschiedet, sondern einander nur noch einen milden Verlauf wünscht. Das finde ich realistisch. o_O :)
 
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