Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

Der in Sachen Corona-Warn-App schwer seitens des CCC engagierte Linus Neumann fordert seit längerem schon als Killer-Feature eine Gastronomie-App, die man dann in die Warn-App reinschraubt.

Idee ist: Ein Kellner bietet mir neben der Zettelwirtschaft alternativ einen QR-Code zum Einscannen an. Die erfaßt die Location, wo ich gerade bin; die App versieht sie zusätzlich mit Datum- und Zeitstempel (lokal auf dem Smartphone natürlich nur, versteht sich). Meldet sich nun einer, der mit mir zur selben Zeit an ungefähr dem selben Ort war, krank, kriege ich einen Alarm darüber. (Linus' Konzept scheint mir so, wie vorgestellt, zwar wünschenswert, aber so strikt nicht durchsetzbar.)


Tagebuch-App schön und gut. Sie zu pflegen macht aber auch Arbeit. Gute Sache, wird aber nicht jeder machen.

Besser: Eine App, die mir Arbeit abnimmt. Die auch Ärger wegnimmt: Was macht der Kellner mit einem Gast, der sich auf der Liste handschriftlich einträgt als „Donald Duck“ – Und mutmaßlich die DSGVO auch noch auf seiner Seite hat? Ein solches Gastronomie-Feature vereinfacht das „sich einchecken“ in einem Restaurant, trägt zusätzlich dem Datenschutz Rechnung – was die Zettelwirtschaft auf empörende Weise zumeist nicht tut –, und mach die CWA um ein vielfaches attraktiver – Und somit womöglich noch erfolgreicher.
 
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Linus macht im verlinkten Artikel übrigens verstohlen aufmerksam auf einen entscheidenden Konstruktionsfehler der offiziellen Warn-App: Sie wirkt nicht. Sie funktioniert zwar. (Auch nicht wirklich, weil selbst jetzt immer noch zu wenig Labore direkt angeschlossen sind an die RKI-Server.) Aber sie wirkt nicht.

Weil sie, man wußte es damals nicht besser, maßgeschneidert ist auf den Infektionsweg Tröpfcheninfektion: Ich sitze länger als 10 Minuten näher als 1,5 Meter einem Corona-Infizierten mit feuchter Aussprache gegenüber. Neben unzähliger anderer Meßschwierigkeiten (liegt mein Bluetooth-Empfangsstärken messendes Smartphone offen vor mir auf dem Tisch, oder ist es in der Pobackentasche meiner Jeans befindlich) erfaßt sie vor allem noch nicht einmal, ob wir uns in einer geschlossenen Kneipe oder unter dem offenen Himmel eines Biergartens gegenüber sitzen. Was, wie wir inzwischen wissen, eine entscheidende Frage ist.

Heute weiß man: Ja, auch dieses Infektionsszenario gibt es. Entscheidender aber sind statt dieser Einzelinfektionen, die es auch gibt, die Superspreader-Ereignisse durch Aerosolübertragung. Und die kann die App nicht erfassen.

Eigentlich also könnte man die App stillschweigend verbuddeln. Wo sie aber nun einmal so viele Menschen dennoch heruntergeladen haben, sie eines der erfolgreichsten Apps in Deutschland 2020 war, stellt sich die Frage, ob man per Update nicht doch huckepackartig etwas Nützlicheres auf diesem Weg verteilen könnte.
 
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Die entscheidende Frage ist: Ist der Programmcode selber einsehbar, also: Kann sich den jeder Programmierer, z.B. mein begnadeter Vetter ansehen und studieren, was die App macht und wie sie das macht. Wenn nicht, steht sie bei solch vertraulichen Daten, wie sie zu verarbeiten hat, gar nicht zur Diskussion.
Also der IT`ler kann die einsehen.....also meiner :cool: und kannst du mal deine ganzen Nerd Fachausdrücke weglassen, bitte?

Nun, wenn ich richtig informiert bin, ist der Corona-Impfstoff das einzige Produkt, dass es bei Biontech je auf den Markt gebracht hat. Wenn das schiefgeht, sind die m.E. tot, mausetot. Pfizer überlebt.
Da liegst du leider falsch, die arbeiten auch mit anderen Betrieben der Pharmazie zusammen und haben schon sehr erfolgreich z.B. Tumorpräparate und sogar mit Bayer zusammen Tiermedizin entwickelt. Nur um mal Beispiele zu nennen.

Gerne kannst du hier ihre DNA nachlesen....... Link
 
Ganz ehrlich? Irgendwie scheint sich hier breit mehrheitlich die Phantasie durchgesetzt zu haben, man könne einen Hightech-Impfstoff per Lizenz zusammenmixen wie Globuli in einer Gartenhütte: Das, liebe Leute, geht nicht!
Viel zu verkürzt und romantisch gedacht. Mal abgesehen davon, dass ich hellwach werden würde, wenn Linke und die Lindner-FDP jählings damit trenden wollen. ^^

In der Pharmaindustrie ist es zwar üblich, Lizenzen zu vergeben und beispielsweise in Fernost produzieren zu lassen: Aber was dabei herauskommt, wenn es bei sensiblen Präparaten nur zu leisesten Abweichungen, Verunreinigungen oder gar Folgeschäden kommt, will sich keiner ausmalen, geschweige denn die Folgen ausbaden. Kurzum: Es geht nicht nur um höhere Produktionskapazitäten - deren Ausbau ganz ohne Zwangslizenzen eh schon forciert wird -, sondern auch um Verantwortung und Haftungsfragen. Jeder Hersteller, der mit solchen Fragen konfrontiert ist, tut m.E. sehr gut daran, ausgiebig zu prüfen, mit wem er ins Bett gezwängt wird. Im Zweifel sollte man den Daumen selbst draufhalten (was bei Zwangslizenzen per definitionem nicht der Fall ist). Sonst kann es dem Produkt, den davon betroffenen Menschen und dem Ruf des Unternehmens auf eine Weise schaden, bei der die bisher bekannt gewordenen Zyto-Skandale nur einen schlechten Vorgeschmack liefern.



"Covax" und "Gavi" sagen Dir offenbar nichts:

https://de.wikipedia.org/wiki/COVAX
https://de.wikipedia.org/wiki/Gavi,_die_Impfallianz



Nun, wenn ich richtig informiert bin, ist der Corona-Impfstoff das einzige Produkt, dass es bei Biontech je auf den Markt gebracht hat. Wenn das schiefgeht, sind die m.E. tot, mausetot. Pfizer überlebt.

So, und jetzt wieder Ihr: Es-geht-aber-um-Menschenleben! Genau. Und ich halte es für einen überkommenen Mythos, dass Pharmahersteller nur am Gelddrucken interessiert sind.

Unabhängig davon halte ich es für einen hochinteressanten Ansatz, Open-Source-Präparate oder einen Open-Source-Impfstoff als Baukasten zur Verfügung zu stellen. Nur ist das augenblicklich weder die Geschäfts- noch die Produktionsgrundlage - mal abgesehen davon, dass das vermutlich nur bei unkomplizierten Breitbandprodukten funktioniert oder funktionieren würde. Siehe oben.
wg. COVAX: Nette Idee, zu wenige Impfdosen. Pf
wg. Linder: Na siehste, wenn die FDP dran ist, brauchst du um den Sparstrumpf von Frau Türeci und Herrn Şahin keine Angst zu haben.
 
Fein, dann ist alles gut! :)

Ich selber bin ja kein Programmierer. Ich weiß zwar, daß es eine Standartseite gibt, ein Fachforum, das Github heißt, und wo üblicherweise die frei lesbaren Programme hochgeladen und in Foren diskutiert werden. Finde mich da aber nicht zurecht und wüßte nicht, wie ich da den Code deiner App finden sollte.

Dafür ist dein ITler eben ITler.

Mich hat das bei Google und Apple schon immer geärgert, daß da nicht schnell mal eben angegeben wird Licence free/nonfree. Den Rest, was genau für eine Lizenz mit welchen Rechten, kann der Fachmann ja immer noch rausknobeln. (Die Lizenz, eine AGB, regelt unter anderem, ob man das Programm einsehen und studieren kann oder eben nicht.) Wenn es für eine App aber eine eigene Homepage gibt, wäre es charmant, das wenigstens dort kurz anzugeben.

Für den CCC ist frei/unfrei Mindestkriterium eines go/nogo. Wenn jemand der offiziellen Corona-Warn-App in einem Update unfreie Programmteile unterjubeln würde, würde der CCC davon abraten, sich dieses Update herunterzuladen. In diesem, konkret leider nur in diesem Falle wäre das ein großer Imageschaden.

(CCC=ChaosComputerClub, ehrenamtlicher Verein von Programmierern und Tüftlern, inzsichen regelmäßig als Gutachter vor dem BundesVerfassungsGericht vorgeladen.)
 
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o_O ?

Das Symbol am oberen rechten Rand zeigt bei Auswahl ein Menü mit der Funktion Einträge exportieren. Angetippt erstellt sie eine Kontaktliste der zurückliegenden 14 Tage. Nutzer*innen können die Liste bei Bedarf an das Gesundheitsamt senden. Das ist selbstverständlich freiwillig. Bei einer Infektion sind diese Angaben allerdings eine große Hilfe für die Mitarbeiter*innen der Gesundheitsämter. Sie gewinnen wertvolle Zeit, um gefährdete Kontakte zu finden und zu warnen. Wer diese Funktion nutzen möchte, trägt daher stets die Kontakte mit Vor- und Nachnamen ein. Spitznamen führen zu vermeidbaren Nachfragen.

Die App exportiert die Kontaktliste im Format RTF (Rich Text Format). RTF ist weit verbreitet. Computer, Smartphones oder Tablets können das Format in der Regel verarbeiten. Beim Export bietet das Betriebssystem Apps zum Versand an: Der Versand funktioniert per Mail ebenso wie mit WhatsApp, iMessage (iPhone) oder schlichter SMS. Vor Versand an das Gesundheitsamt stellt die App der Liste einen Datenschutzhinweis voran: Die nachfolgende Liste dient dem zuständigen Gesundheitsamt zur Kontaktnachverfolgung gem. § 25 IfSG. Hierbei handelt es sich um das Infektionsschutzgesetz.

Homepage
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Was zum – WAS DAS FACEBOOK ANGEHT, WENN ICH MICH BEIM GESUNDHEITSAMT ALS INFIZIERT MELDE HABE ICH GEFRAGT !!!1!!
 
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Was soll das? Warum bauen sie keinen eigenen Messenger zum Gesundheitsamt? Mehr noch: E-Mail ist in der Standarteinstellung und SMS sowieso unverschlüsselt! Ich soll meine persönlichen Kontakte zu möglicherweise infizierten Freunden, meine Gaststättenaufenthalte – AUF EINE FÜR ALLE PRINZIPIELL EINSEHBARE POSTKARTE VERSCHICKEN?

(Einen eigenen Messenger müßten sie ja nicht von Grund auf neu bauen. Sie können sich einen freien Messenger nehmen, gibt es ja einige, und für ihre Bedürfnisse zurechtschnitzen. Edward Snowden z.B. empfiehlt SIGNAL.)
 
Die Größe Israels haat nichts damit zu tun. Es ist der politische Wille. In Israel läuft eine Menge chaotische Scheiße, aber das Impfen von 1,6% der Bevölkerung am Tag, mit der Folge, dass Anfang Februar die Herdenimmunität erreicht wird, ist beeindruckend.
Der Impfstoff ist leider nicht Open Source. Er sollte es sein, aber so ist die Welt nicht. Und unsere Regierenden haben geschworen vom deutschen Volk Schaden abzuwenden. Das ist ihre Pflicht, die sie gerade verletzen.
Mal im Ernst: Glaubst du wirklich, dass der politische Wille, Corona in den Griff zu bekommen, in Israel größer ist als in Deutschland? Glaubst du wirklich, dass Israel privilegiert mit Impfstoff versorgt wird, damit die Juden im Land nicht aussterben? Und wenn du das alles nicht glaubst, warum stellst du dir dann die Frage, warum ausgerechnet Israel mit dem Durchimpfen schneller durch sein wird als Deutschland?
Und noch etwas: ich bin fest davon überzeugt, das deutsche Bürgerinnen und Bürger nicht als letzte mit dem Serum versorgt werden, sondern ziemlich vorne stehen werden. Das hat mit der Liquidität der Krankenkassen und der Kürze der Transportwege zu tun.
 
Du möchtest nicht auf die Durchgriffsmöglichkeit des Bevölkerungsschutzgesetzes eingehen?
Wie kommst du darauf, dass Biontech das Serum nicht in Deutschland zum Schutz der deutschen Bevölkerung verkauft? Dass Biontech nicht nur die deutsche, sondern auch die Weltbevölkerung beliefert, finde ich völlig in Ordnung. Um weitere Produktionsstätten zu schaffen, muss man Biontech oder einer anderen Firma ja nicht die Produktionslizenz für den selbst entwickelten Impfstoff entziehen. Dieser Vorschlag der Linken hat allenfalls populistischen, aber keinen rechtlichen oder logischen Gehalt.
 
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