Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

blackcyclist

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AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Wer mehr als 40 Stunden pro Woche (um mal eine Zahl in den Ring zu werfen) auf der Arbeit verbringt, hat doch egal, was er macht, schon ein Problem, eine Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden.

Entweder verdient man so gut, das man sich gewisser Arbeiten per Bezahlung entledigen kann (was aber auf die wenigsten zutreffen dürfte) oder teilt sich seine Zeit so ein, das für alle Beteiligten eine irgendwie befriedigende Lösung ergibt. Wie eine Frau oder Mann, der 80 Stunden die Woche arbeitet, sich um seine Familie kümmern soll, ist mir ein Rätsel.
 

Msane

Well-Known Member
AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Es fehlt einfach an Familie.

Großfamilien die räumlich nah beieinander leben, z.B. in mehrstöckigen Häusern, haben damit weniger Probleme da ist immer wer da der sich um die Kinder kümmern kann.
 

Faktotum

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AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Es fehlt einfach an Familie.

Großfamilien die räumlich nah beieinander leben, z.B. in mehrstöckigen Häusern, haben damit weniger Probleme da ist immer wer da der sich um die Kinder kümmern kann.

Das ist richtig.
Auch wenn es große einstöckige Häuser gibt.

Naja.
Immer vorausgesetzt, ich will mein Kind von Oma/Opa und Tante/Onkel erziehen lassen.

Was mich auf den anderen Punkt bringt.
Wenn Mutti und Vati eifrig und möglichst schnell nach der Geburt wieder Geld verdienen müssen / wollen, dann wird es doch normalerweise so sein, dass das Kind vom Staat, der Kirche oder privaten Drittanbietern erzogen wird, richtig?
Ist es nicht komisch, diese wichtige Aufgabe jemand fremden zu überlassen?
Ich meine, Adolf hätte die Idee sicher super gefunden und hat sich ja auch (un)redlich um staatliche Erziehung gekümmert, aber sollte uns diese Erfahrung nicht lehren, möglichst viel Zeit selbst mit der Erziehung unserer Kinder zu verbringen?
Muss es die Kita sein? Reicht nicht auch erst der Kindergarten? Muss es der ganze Tag im Kiga sein, oder reicht nicht auch ein halber? Muss es die Ganztagsschule sein oder ist es nicht auch gut, wenn das Kind um 14 Uhr Zuhause ist?
Nur mal so am Rande.
 

alteglucke

Moderator
AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Was mich auf den anderen Punkt bringt.
Wenn Mutti und Vati eifrig und möglichst schnell nach der Geburt wieder Geld verdienen müssen / wollen, dann wird es doch normalerweise so sein, dass das Kind vom Staat, der Kirche oder privaten Drittanbietern erzogen wird, richtig?
Ist es nicht komisch, diese wichtige Aufgabe jemand fremden zu überlassen?
Ich meine, Adolf hätte die Idee sicher super gefunden und hat sich ja auch (un)redlich um staatliche Erziehung gekümmert, aber sollte uns diese Erfahrung nicht lehren, möglichst viel Zeit selbst mit der Erziehung unserer Kinder zu verbringen?
Muss es die Kita sein? Reicht nicht auch erst der Kindergarten? Muss es der ganze Tag im Kiga sein, oder reicht nicht auch ein halber? Muss es die Ganztagsschule sein oder ist es nicht auch gut, wenn das Kind um 14 Uhr Zuhause ist?
Nur mal so am Rande.

Ich führe diese Diskussion auf verschiedenen Ebenen nun seit 30 Jahren und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr sie mir allmählich zum Hals raushängt. Vor allem die Mär, dass Kinder am besten bei den Eltern aufgehoben sind, wird immer wieder gern rausgekramt. Inzwischen aber ergänzt um den Satz "Egal wer von beiden, aber leider verdient Papi ja meistens mehr".

Hast du Kinder? Wer hat sie betreut?

Und bist du nicht auch derjenige, der sich im Sorgerechtsthread am lautesten darüber beklagt, dass Väter nach Scheidung so viel zahlen müssen und so wenig von ihren Kindern haben? Mir ist völlig unklar, wieso das vor Scheidung das beste und hinterher das schelchteste für die Kinder sein soll.
 

alteglucke

Moderator
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Wer mehr als 40 Stunden pro Woche (um mal eine Zahl in den Ring zu werfen) auf der Arbeit verbringt, hat doch egal, was er macht, schon ein Problem, eine Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden.

Entweder verdient man so gut, das man sich gewisser Arbeiten per Bezahlung entledigen kann (was aber auf die wenigsten zutreffen dürfte) oder teilt sich seine Zeit so ein, das für alle Beteiligten eine irgendwie befriedigende Lösung ergibt. Wie eine Frau oder Mann, der 80 Stunden die Woche arbeitet, sich um seine Familie kümmern soll, ist mir ein Rätsel.

Das genau ist der Schlüssel. Wir brauchen neue Familienmodelle und dafür brauchen wir ebenso neue Arbeitszeiten.
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Ich führe diese Diskussion auf verschiedenen Ebenen nun seit 30 Jahren und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr sie mir allmählich zum Hals raushängt. Vor allem die Mär, dass Kinder am besten bei den Eltern aufgehoben sind, wird immer wieder gern rausgekramt. Inzwischen aber ergänzt um den Satz "Egal wer von beiden, aber leider verdient Papi ja meistens mehr".

Hast du Kinder? Wer hat sie betreut?

Und bist du nicht auch derjenige, der sich im Sorgerechtsthread am lautesten darüber beklagt, dass Väter nach Scheidung so viel zahlen müssen und so wenig von ihren Kindern haben? Mir ist völlig unklar, wieso das vor Scheidung das beste und hinterher das schelchteste für die Kinder sein soll.

Unsere Tochter geht bis 17 Uhr in den Hort, macht dort ihre Hausaufgaben, bastelt und spielt, alles unter fachmännischer Anleitung und mit Möglichkeiten, die wohl kaum jemand zu Hause zu bieten hat.

Sie geht da gern hin, also lassen wir ihr den Spaß und wenn wir deswegen Rabeneltern sind, drauf geschissen.
 

Aylin2009

Active Member
AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Das ist richtig.
Auch wenn es große einstöckige Häuser gibt.

Naja.
Immer vorausgesetzt, ich will mein Kind von Oma/Opa und Tante/Onkel erziehen lassen.

Was mich auf den anderen Punkt bringt.
Wenn Mutti und Vati eifrig und möglichst schnell nach der Geburt wieder Geld verdienen müssen / wollen, dann wird es doch normalerweise so sein, dass das Kind vom Staat, der Kirche oder privaten Drittanbietern erzogen wird, richtig?
Ist es nicht komisch, diese wichtige Aufgabe jemand fremden zu überlassen?
Ich meine, Adolf hätte die Idee sicher super gefunden und hat sich ja auch (un)redlich um staatliche Erziehung gekümmert, aber sollte uns diese Erfahrung nicht lehren, möglichst viel Zeit selbst mit der Erziehung unserer Kinder zu verbringen?
Muss es die Kita sein? Reicht nicht auch erst der Kindergarten? Muss es der ganze Tag im Kiga sein, oder reicht nicht auch ein halber? Muss es die Ganztagsschule sein oder ist es nicht auch gut, wenn das Kind um 14 Uhr Zuhause ist?
Nur mal so am Rande.

Du implizierst, dass es etwas schlechtes wäre, wenn ein Kind nicht zuhause von den Eltern betreut wird. Ich frage mich woher diese Sorgen kommen. Ich war von Anfang an bei einer Tagesmutter (die noch heute wie eine Tante für mich ist), ich wurde nicht gestillt, weil meine Mutter Geld verdienen musste. Aber aus mir ist eine gesunde, intelligente junge Frau geworden, der es an nichts fehlt. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und kann mich zumindest nicht daran erinnern als Baby darunter gelitten zu haben, dass Mama arbeiten war.
Ich will gar nicht sagen, dass das der einzig wahre Weg ist. Ich selbst kann mir gut vorstellen, für meine Kinder eine längere Auszeit zu nehmen. Ich kann es mir mit meinem Job zum Glück leisten, im Zweifel auch ohne Unterstützung eines Mannes. Nur von meinem Mann als Versorger würde ich mich das heutzutage nicht mehr trauen. Bis das der Tod euch scheidet gibt es heute nur noch selten.
Es geht einer berufstätigen Frau nicht nur um die Selbstverwirklichung auch wenn die im besten Fall mit dem Beruf einhergeht. Es geht um die eigene Unabhängigkeit auch mit Kindern. Die Unabhängigkeit von einem Versorger, der in 5 Jahren vielleicht eine ganz andere Frau mit anderen Kindern versorgt. Und wer will ihr das verübeln?
wenn mein künftiger Mann mal viel Geld verdient umso besser. Dann können wir uns von unseren beiden Gehältern ein schönes Leben machen. Aber das ist nicht das Kriterium nach welchem ich meinen Mann auswähle. Diese Seite der Emanzipation stellt plötzlich neue Anforderungen an den Mann. Er muss nicht mehr nur versorgen. Er muss plötzlich auch guter Ehemann und Vater sein. Auch er muss plötzlich gucken wie das mit der Work-Life Balance funktioniert. Es ist eben nicht mehr nur ein Frauenthema. Auch der Mann muss plötzlich mehr können als Geld verdienen. Weil die Frau nicht mehr wie noch vor 60 Jahren abhängig von ihrem Versorger ist. Und genau das macht es für viele Männer so ungemütlich. Und deswegen kommen sie mit wirren Thesen übers gefährdete Kindeswohl, wenn es nicht mehr bis zum 3 Lebensjahr daheim an der Mutterbrust klebt. Das ist Blödsinn. Schau mich an, es geht mir gut :wink:
 

Faktotum

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Ich führe diese Diskussion auf verschiedenen Ebenen nun seit 30 Jahren und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr sie mir allmählich zum Hals raushängt. Vor allem die Mär, dass Kinder am besten bei den Eltern aufgehoben sind, wird immer wieder gern rausgekramt. Inzwischen aber ergänzt um den Satz "Egal wer von beiden, aber leider verdient Papi ja meistens mehr".

Hast du Kinder? Wer hat sie betreut?

Und bist du nicht auch derjenige, der sich im Sorgerechtsthread am lautesten darüber beklagt, dass Väter nach Scheidung so viel zahlen müssen und so wenig von ihren Kindern haben? Mir ist völlig unklar, wieso das vor Scheidung das beste und hinterher das schelchteste für die Kinder sein soll.

Ja, ich habe auch das Gefühl, dass Du eine "persönlich Betroffene" bist. Sowohl hier, als auch beim Scheidungsthema. Nimms nicht krumm aber man merkt das an den Argumenten bei denen immer wieder der Rechtfertigungszwang durchkommt.

Ich habe nicht gesagt, dass es vor der Scheidung gut ist. Im Gegenteil. Ich fände es super, wenn meine Frau mehr verdienen würde und ich mich eine Weile um die Kinder kümmern könnte. Geht aber nicht. Zum Glück arbeite ich ca. 50% zuhause, so bleibt mir mehr Zeit als dem (bedauernswerten) Durchschnittsvater.

Wir suchen uns übrigens grad einen Hund. Wenn man da mal durch die Foren surft findet man immer wieder die Warnung, "keinen Hund der vor der X-Woche von der Mutter weg kommt" - Prägephase etc.
Seltsam das so etwas bei Hunden beachtet wird und es Mütter gibt die acht Wochen nach der Geburt wieder selbstverwirklichen gehen.

Kinder gehören bis zum 3. Lebensjahr nach Hause. Zwischendurch wird Oma oder Opa mal babysitten, Nachbarkinder zum spielen kommen etc. alles ok.
Dann kommen sie in den Kindergarten und später in die Schule. Ganztagsschulen halte ich für eine normale Familie für unangebracht.

Wer gezwungen ist anders zu leben, kann das machen. Er sollte aber ein Lebensmodell das aus Zwängen und Egoismen (Selbstverwirklichung!) entstanden ist, nicht als normal und für alle sinnvoll übertragbar verkaufen.
 

Faktotum

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AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Unsere Tochter geht bis 17 Uhr in den Hort, macht dort ihre Hausaufgaben, bastelt und spielt, alles unter fachmännischer Anleitung und mit Möglichkeiten, die wohl kaum jemand zu Hause zu bieten hat.

Sie geht da gern hin, also lassen wir ihr den Spaß und wenn wir deswegen Rabeneltern sind, drauf geschissen.

Aha, unter "fachmännischer Anleitung".
Es dürfte sich wohl eher um eine "fachfrauliche" Sache handeln. Übrigens unterbezahlt wie alle Mitarbeiter in Horten, Kitas und Kigas.

Was hat sie denn für eine Ausbildung?
Fachakademie für Sozialpädagogik? Also Erzieherin? Sozialassistentin? Tagesmutterausbildung? Hat sie selbst Kinder? Macht sie regelmäßig Fortbildungen? Wieviel Kinder sind denn da? Kann sie euer Kind gut leiden oder geht sie/er ihr gelgentlich auf die Nerven?
Nach welchem pädagogischen Ansatz wird dort betreut?

Fragen über Fragen.
Aber manchmal ist es ja auch einfach besser, zum Abschied ein Küsschen zu geben und beim Abendbrot zu fragen, "Und, war es schön heute?". Immerhin bleiben einem ja noch die Wochenenden - wenn man keine Hobbies hat. Oder die Ferien.
 

alteglucke

Moderator
AW: Debatte um Work-Life-Balance Kind und Karriere - ein Märchen?

Sie geht da gern hin, also lassen wir ihr den Spaß und wenn wir deswegen Rabeneltern sind, drauf geschissen.

Ja, die Entscheidung, einfach zu machen, was ich will und für richtig halte, habe ich irgendwann auch getroffen. Der Rabenmuttervorwurf kam aber viel seltener, als ich noch im Osten gelebt habe, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf. In Kombination mit einer gut geregelten Kinderbetreuung ließ sich die Entscheidung da relativ einfach leben.
 
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