Die bittere Wahrheit über Multi-Kulti

Hey night_rider, ich kann deine Gefühlen und Gedanken sehr gut nachempfinden. Es ist schrecklich und macht ungeheuer wütend, wenn man auf 'die schwarzhaarige Türkin' reduziert wird. Manchmal kann ich verstehen, wenn welche ausrasten. Das sind dann die, die mit ihren negativen Gefühlen in dem Moment nicht umgehen können. Ich bin total gegen Gewalt, egal ob körperlich oder psychisch, aber in meinem Kopfkino mache ich in solchen Momenten gerne auf Kill Bill Style :D

Haha, der fliegende Fuss auf sein Gesicht. Da musste ich lachen. Neee, noch bin ich nicht so weit Gewaltgedanken auszuhegen. In ein paar Jahren, so vermute ich, bin ich erst reif dafür
 
Macht es einen Unterschied welche Nationalitaet er hatte? Es ist die Denkweise, auf die Du Dich konzentrieren solltest. Wie gesagt, eine Frage der Interpretation:)

Du machst es daran fest, dass er Dich via Nationalität identifiziert hast, einfach "Frau" wäre Dir lieber gewesen. Ist ok. Ich bewerte solche Dinge generell nicht mehr über, da es mir hier fast tagtäglich passiert, dass ich als yabanci plus irgendeinen oder keinen Zusatz bezeichnet werde, von offiziellen bis privaten Kontexten. Juckt mich null. Soll der eine hanimefendi sagen, der nächste yabanci. Who cares?
 
Nur weil er schwarze Haare hatte, kann es also sein, dass er eventuell selber Ausländer war und dann ist die Aussage gar nicht mehr so schlimm? Hallo, geht's noch????!!!!! Kill Bill, Kill Bill, Kill Bill, Kill Bill.....

Tu mir einfach den Gefallen und zitiere mich nicht mehr. Kommuniziere am besten gar nicht mehr mit mir. Ich legen keinen Wert auf ein Gespräch mit Dir.
 
Du machst es daran fest, dass er Dich via Nationalität identifiziert hast, einfach "Frau" wäre Dir lieber gewesen. Ist ok. Ich bewerte solche Dinge generell nicht mehr über, da es mir hier fast tagtäglich passiert, dass ich als yabanci plus irgendeinen oder keinen Zusatz bezeichnet werde, von offiziellen bis privaten Kontexten. Juckt mich null. Soll der eine hanimefendi sagen, der nächste yabanci. Who cares?

Da ist ein Unterschied zwichen "Fremder" bezeichnet zu werden oder als "Deutscher", quasi als Sammelbegriff für ALLES Fremde
 
Weil du schreibst "für seine Umwelt"...ich muss da jetzt nochmal was klarstellen - ich war keiner dieser Leute, der durch die Gegend lief und Menschen anpöbelte. Wie ich schon sagte, wir sind hier in der fränkischen Provinz und nicht in Berlin oder im Pott, hier wird man als Migrant eher von Deutschen angepöbelt als umgekehrt. Nur mal ein Beispiel - mit 16 war ich mit meinem armenischen Kumpel auf einem örtlichen Stadtfest unterwegs (wir waren beide sehr 2Pac-affin angezogen, mit Stirntuch usw. Sturm- und Drangzeit halt) und plötzlich tippt mich im Vorbeigehen ein angetrunkener, bäuerlicher Mittdreißiger an und fragt mich "ob bei den Kanaken jetzt auch die Männer Kopftücher tragen". Ich habe diesen Mann nichts getan, wollte einfach nur vorbeilaufen und dann kam dieser dumme Spruch. Das artete dann letztendlich auch in einer Schlägerei aus. Ich war damals auch schon clever genug zu wissen, dass es eigentlich besser wäre, solche dümmlichen Provokationen zu ignorieren, aber ich war damals jung und konnte mein Temperament in solchen Situationen schwer kontrollieren.

Ich will mich keinesfalls als Opfer darstellen, aber ich wurde extrem von der herablassenden bayrisch-fränkischen Mentalität gegenüber Migranten geprägt. Als Grundschul-Kind bin z.B. jeden Tag im Bus mit den Neonazis, die bereits in der 7-8 Klasse waren, aneinander geraten, weil die mich ums Verrecken nicht in Ruhe lassen konnten. Ich mein hallo, ich war halb so alt wie die! Und jeden sch**** Tag kamen irgendwelche Kanaken-Sprüche. Die letzten beiden Busreihen waren damals ausschließlich von Lonsdale-Springerstiefel-Trägern besetzt. Ich weiß nicht, wie das in anderen Teilen Deutschlands war / ist, aber wir hatten hier bis Anfang der 2000er Jahre noch richtig viele Neonazis mit denen es regelmäßig Zusammenstöße gab. Auch abseits der Neos ist Xenophobie hier schlichtweg gesellschaftlich salonfähig und normal, bis heute.

Und mit diesem Bewusstsein im Kopf hatte ich in meinen Jugend-Jahren enorm viel Wut im Bauch. Hier halten auch Lehrer teilweise ihre fremdenfeindliche Haltung nicht hinter dem Berg, ein Sportlehrer meinte mal zu einem russlanddeutschen Klassenkamerad von mir (weil er rumalberte während der Lehrer sprach) "Ab in einen Käfig und zurück nach Russland!" - nach einer Beschwerde der Eltern passierte...gar nichts. Und das war nur eines von vielen Beispielen.

Ob man mir das nun glaubt oder nicht, es gab in meiner Jugend sage und schreibe 2 Situationen, wo der Ärger wirklich ausschließlich von mir ausging, und das tat mir Nachhinein auch extrem leid.

Schön, dass du wieder hier schreibst und das auch noch so ausführlich. Es gäbe einige tausend anderer solcher stories hier zu erzählen, aber sie kommen einfach nicht zu Wort. Wie cafe del sol es einmal formuliert hat "Wir wollen hier den bösen Türk". Wobei es keine Rolle spielt, wie lange du hier schon lebst oder wie deutsch bzw. fränkisch du selbst dich fühlst. Für die letzte Lonsdale Sitzreihe im Schulbus bist du "der Türke". Und wenn du zuschlägst wird man es neuerdings deiner genetischen Veranlagung zurechnen. Wenn aber die Lonsdaler dich im Rudel traktiren, dann sind das alles "bedauerliche Einzelfälle". Vermutlich ist dein Gerechtigkeitssinn da "falsch justiert". :rolleyes:

Dir wird die Ausreise in deine Heimat der Gewaltkultur nahegelegt (und damit ist weder Unter- noch Oberfranken gemeint), die Westentaschenfaschos bekommen einen Freifahrtschein in die ansonsten kritisierte "Kuscheljustiz". Anschliessend kannst du dir dann anhören, dass du daran Schuld bist, daß Multikulti gescheitert sei. Ist es nicht schön, in einem Land zu leben in dem angeblich nur Leistung zählt?

Meiner Meinung nach hast du eine enorme Leistung erbracht, als du in den täglichen Schulbushorror jeden Tag wieder eingestiegen und nicht Amok gelaufen bist, deine Wut unter Kontrolle gebracht hast und weitaus weniger ausgeflippt bist als manch anderer. Du hast deinen Teil gelernt und kannst anderen davon noch etwas vermitteln die auch in eine solche Situation kommen können. Und das zählt, und dafür macht dieses Forum Sinn. Danke. :cool:
 
Da ist ein Unterschied zwichen "Fremder" bezeichnet zu werden oder als "Deutscher", quasi als Sammelbegriff für ALLES Fremde

Und der Sammelbegriff entschärft das Deiner Meinung nach? Was klingt in Deinen Ohren freundlicher? Unsere deutsche Kollegin oder unsere fremde Kollegin? Deine persönliche Einschätzung interessiert mich sehr. Denn in der Rückübersetzung ins Deutsche klingt die deutsche Kollegin oder amerikanische, chinesische Kollegin besser als die pauschal fremde Kollegin. Aber das sind Sprachnuancen und mir ist es sehr wohl bewusst, dass dies im Türkischen anders gemeint ist als es in der deutschen Übersetzung ankommt.
 
Es war auch nur eine Vermutung wie jemand auf den Trichter hätte kommen können ausser der Option toffelig. Meine Güte, muss deswegen gleich die Welt untergehen?

Welche Welt geht denn unter, verstehe ich nicht? War nur ein Erlebnis, ein kleiner Tropfen. Es ist die DENKWEISE, falls es Dir entgangen ist.
Was Du tagtaeglich in der Türkei erlebst, erlebe ich tagtaeglich im tiefen Osten, ich jammere aber noch lange nicht so viel wie Du, über all diese Banalitaeten. Wenigstens geht man offen mit Dir um, nicht immer diese dezente Andeutungen oder dieses laestige Glotzen (der tödliche "German stare", wo ich jedes mal denke, ob mein Hosenreisverschluss offen ist, oder etwas anderes nicht in Ordnung mit mir)
 
Tu mir einfach den Gefallen und zitiere mich nicht mehr. Kommuniziere am besten gar nicht mehr mit mir. Ich legen keinen Wert auf ein Gespräch mit Dir.


Du kannst nicht bestimmen, wo und wann und zu welchem Beitrag ich ein Kommentar ablassen möchte und werde. Wenn du nicht zitiert werden willst, dann brauchst du nicht ein einem öffentlichen Forum zu posten. Kannst mich auch gerne ignorieren, wenn es zu sehr weh tut, wenn dir jemand ein Spiegel vorhält. Who cares? :)
 
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