AW: dringend hilfe benötigt
Mein Vater jedoch wurde spielsüchtig. Jetzt nicht mehr, aber nun ist er dem Alkohol verfallen. Ich weiß nicht, was meine Mutter durchmachen musste, aber ich weiß, das es sehr viel schlimmes passiert ist. Einiges habe auch ich mitbekommen. Nun zu meinem Problem- ich wurde eigentlich strenggläubig erzogen, aber aus welchen Grund auch immer, bin ich nur Deist, also glaube zwar an einen Gott, aber an keine Religion. Da ich wegen Magersucht und starker Suizidgefährdung eingewiesen wurde, vermuten die Ärzte dort, das es einfach daran liegt,d as ich sehr, sehr viel gelesne ahbe udn mich fortgebildet habe, weswegen sich mein Horizont erweitert hat. Ich ahbe mich so anders entwickelt, als meine Eltern.
Seit dem letzten Jahr, als die Pupertät sich bei mir dem Ende neigte, habe ich eine Identitätskrise. Die altbekannte Identitätskrise, die manche Kinder aus türkischen Familien durchleben und ich muss sagen, das ich mich mehr dem wetslichen Leben gehörig fühle. Ich habe einen deutschen Freund, seit knapp einem Jahr, denn cih auch über alles liebe, aber meine Eltern wollen weder ihn, noch meine Lebensweise akzeptieren. Meinen Wunsch, Kunst zu studieren untergraben sie völlig, oder den Wunsch, in einer anderen Stadt, als hier zu studieren, da ichd eswegen ausziehen müsste.
Leb' dein Leben, Perry. Du wirst dich losmachen müssen, es geht nicht anders - du merkst ja, wie es dir geht und welche Zerrissenheiten durch die Probleme deiner Familie in dir schwelen.
Aber es sind die Probleme deiner Familie, dein Einfluss darauf ist begrenzt. Du bist Perry, du selbst. Es ist dein Leben. Willst du es wirklich den Pathologien deiner Familie opfern? Oder erstmal Abstand gewinnen und gesund werden? Das schließt eine spätere "Heimkehr" nicht zwangsläufig aus...
Ich weiß es nicht. Eigentlich glaube ich ja, aber man weiß nie und ich hab angst,d as meine Mutter dadurch völlig zerbricht =/
Sie wird nicht zerbrechen. Oder wenn, wäre es nicht deine Schuld. Denn an der Spiel- und Alkoholsucht deines Vaters, die ja mit ursächlich für deine Probleme sind, ist sie auch nicht zerbrochen - und bitte vergiss nicht: sie ist erwachsen, deine Mutter!
Nicht
du musst auf
sie aufpassen, tatsächlich müsste
sie auf
dich aufpassen! Sicherlich tut sie das auf ihre Art... aber durch die Opfer, die du bringst, wirst du
ihre Probleme nicht lösen können.
Ich lebe wieder zuhause und die Magersucht udn Suizidgefährdung, zusammen mit den Depressionen udn dem SVV ahben die als Laune abgetan..
Klar, im Gegensatz zu dir wollen sie sich (noch) nicht verändern. Aber das ist emotionale Erpressung.
Ich kann verstehen, dass du Angst hast, den Schnitt zu machen und in eine WG zu ziehen. Du schreibst ja auch, du redest nicht viel mit deinen Eltern, das erschwert es wahrscheinlich, dass du dich offen mit ihnen aussprichst. Vielleicht könntest du ihnen einen Brief schreiben. Wenn du meinst, dass das hilft und du sie damit wirklich erreichst. Bei deinem Vater zweifele ich da allerdings (sorry, nicht persönlich gemeint, aber Alkoholiker blenden alles aus).
Andererseits bist du 17, hast Pläne, Ziele, Ideale, ein Kunst-Studium im Kopf - und einen Freund, der dich liebt und hinter dir steht. Außerdem eine Therapeutin, die deine Lage sehr viel neutraler sieht als deine Familie und dir auch auf die Sprünge hilft. Und: bislang gute Erfahrungen in einer WG. Was wiegt nun schwerer?
Mein Rat dazu wäre, falls ich einen geben dürfte: spring' rein, spring' mitten ins Leben, sieh' dich nicht um, schau' nicht zurück, geh! Deinen Eltern wirst du nicht helfen können, so hart es klingt, aber sie können nur sich selbst helfen. Und du bist Perry (oder wie du auch immer heißen magst), dein Weg ist dein eigener - und für dich wird es Zeit, sich aus diversen Co-Abhängigkeiten zu lösen.
Und entschuldige bitte, wenn dies nur allgemein war und ich nicht speziell auf deine türkischen Wurzeln und damit verbundene Probleme eingegangen bin - aber ob du es glaubst oder nicht: dies ist nach meiner Meinung kein spezielles "türkisches" Problem. Es kommt häufiger vor, auch in deutschen Familien. Vielleicht speziell türkisch ist nur die Scham, die eigene Familie zu "verraten", indem man sich zu seinen Eigenarten, seinem vermeintlichen "Anderssein" bekennt..
Kopf hoch... :wink: