AW: Eigentlich ein Tabuthema, aber
....als ich alleinerziehend war so mit 23 Jahren hat eine Freundin bei mir gelebt. Sie hatte zwei Kinder, die sie bei ihrem Mann gelassen hat. Sie hatte psychische Probleme, war in Therapie, hatte ein Verhältnis mit dem Therapeuten...:shock:....und zog zuhause aus. Ersteinmal ohne die Kinder....und zu mir. Ich war wie gesagt alleinerziehend, vollzeit berufstätig und meine Tochter 2 Jahre war in der Arbeitszeit bei meiner Mutter. Eines Abends kam ich nach Hause. Die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld, meine Freundin hatte nichts gemacht.....sie lag auf der Couch und war weggetreten.....ich war total geschockt.
Nach mehrmaligem Fragen, schütteln und meckern sagte sie mir dann dass sie Tabletten genommen hat. Ich konnte nicht herausfinden welche.....ich fand die Schachtel....Schlaftabletten....wieviele waren noch drin als sie sie nahm????????? Die Apotheke hatte zu....was nun machen???
Wenn ich den Krankenwagen rufe verliert sie ihre Kinder an den Mann....sie würde daran zugrunde gehen.....was machen .....Panik.....ich rufe meinen Exmann an. Er kommt sofort......meine Freundin halluziniert....ich kriege echt Angst dass sie stirbt oder was auch immer, und ich mit der Schuld leben muss......ich muss nun eine Entscheidung treffen.......die Kinder sind mir total egal, meine Freundin muss leben.....wir fahren ins Krankenhaus, sie schnallt nichts, erst als wir ankommen versucht sie sich zu wehren. Mein Mann schnappt sie und wir lassen sie aufnehmen.
Ich kann euch sagen, ich habe mich nie schlechter gefühlt als dort im KH, egal was passiert, ich bin schuld. Sie haben sie behandelt wie den letzten Dreck....:roll:...sie hat geweint, geschrieen (nach mir) ich stand heulend auf dem Flur und hämmerte gegen die Tür, aber sie ließen mich nicht rein....:shock:....als sie dann auf dem Zimmer lag ging es ihr schon wieder besser. Ihr wurde der Magen ausgepumpt.....dann kam der Arzt und er war so abfällig. Ich habe mich dann ersteinmal aufgeregt über diese Behandlung und ihn gefragt ob er sich jemals in seiner Laufbahn Gedanken gemacht hat was die Menschen dazu treibt so zu handeln und dass man so etwas nicht mal einfach so macht.......es interessierte ihn nicht.....
......Als sie aus dem KH kam wohnte sie wieder bei ihrem Nochmann und den Kindern. Ich besuchte sie. Ihre Mutter war auch dort und was soll ich euch sagen folgendes kam aus dem Mund der Mutter "Birgit wie kann so etwas in deiner Wohnung passieren, kannst du mir das sagen? Du musst doch was gemerkt haben....bla bla bla" .....Mir blieben fast die Worte im Hals stecken. Ich sagte dann nur "Ich war arbeiten, sorry"...meine Freundin sagte nichts, sie sagte nichts, ich war so sauer, enttäuscht und völlig entsetzt dass ihre Mutter tatsächlich mir die Schuld gab......unfassbar!
ALso mir selber ging es schon sehr sehr schlecht, aber an Suizid habe ich nie gedacht. Dafür habe ich nicht den Mut und ich habe viel zu viel Angst vorm Sterben. Ich bin auch der Meinung "das kann doch noch nicht alles gewesen sein in meinem Leben"
Was mir aber ständig im Kopf schwirrt wenn ich richtig unter Druck stehe und es mir schlecht geht....."ich setze mich ins Auto und haue ab, irgendwohin, wo niemand weiß wo ich bin, dann habe ich Ruhe, ich kann mich ausruhen und nachdenken, dann eine Lösung finden und dann zurück um es in die Tat umzusetzen".......also wenn ihr mal längere Zeit nichts von mir hört bin ich weg......:wink: