AW: Eigentlich ein Tabuthema, aber
Also damit käme ich gar nicht zurecht.....ehrlich, ich wüßte nicht was ich machen sollte! Das tut mir so leid für dich......und dann auch noch deine Mutter......mit Abschiedsbrief....oh je, wie schlimm......:-(
Aber auch bei meiner Freundin hat es dann noch 13 Jahre gedauert bis ich mich absetzte und ganz ehrlich....eigentlich finde ich es immernoch sehr feige wie ich es gemacht habe, aber anders hätte ich es nicht geschafft, wirklich nicht. Sie drückte immer die Knöpfe bei mir und kannte mich einfach zu gut......:roll:
Ja, einerseits ja. Aber es ist nur schlimm, solange man hadert. Man kann sich auch bewusst machen, dass es Menschen gibt, die aus unterschiedlichsten, ganz anderen Gründen Schlimmeres durchmachen. Oder dass es in Deutschland mindestens eine halbe Million (wenn nicht mehr) Leute in haargenau der gleichen oder doch zumindest sehr ähnlicher Situation gibt. Oder auch: dass die eigene Kraft sehr begrenzt ist. Als Kind oder auch Jugendliche hab ich immer geglaubt, dass ich solche Entwicklungen aufhalten bzw. abwenden könne (oder vielmehr: können müsste) und fühlte mich verantwortlich dafür. Aber das ist zum Glück (naja, weitgehend..) überwunden. Es gibt Dinge, die man nicht ändern kann, egal, wie sehr man sich ins Zeug legt: Nicht mit Liebe, nicht mit Geduld, nicht mit Hoffnung - und erst recht nicht, indem man das eigene Leben nach hinten stellt. Mit anderen Worten: man kann wirklich lernen, immer besser damit umzugehen. Aber das war harte Arbeit, ist es manchmal noch immer. Vor allem, wenn man auf Unverständnis oder Vorurteile trifft, die nur aus Unkenntnis erwachsen, oder aus Angst. Es gilt ja noch immer als etwas Stigmatisierendes. Und das betrifft nicht nur die Kranken, es betrifft auch deren Familien. Was meinst Du, wie "beglückt" die Eltern meiner Freunde im Regelfall reagierten, wenn ich als feste Freundin ins Spiel kam und sie rausfanden, was Sache ist? Tolle Wurst. Vermutlich wäre es wesentlich akzeptabler gewesen, beim ersten gemeinsamen Essen hingebungsvoll in den Zähnen zu pulen und nebenbei mitzuteilen: "Ach, übrigens, ich habe Fußpilz - Sie auch?"
Aber bevor's ins Anekdotische abgleitet: ich fürchte, ich hab mich weit vom Thema des Threads entfernt. 'Tschuldigung!
Eigentlich wolle ich nur sagen: sich "abzusetzen", wie Du es nennst, Booker, ist ausgesprochen gesund! Und völlig in Ordnung. Man muss sich dem Sog und der präpotenten Wirkung solcher Geschichten nicht aussetzen, wirklich nicht. Dass Du das als Freundin geschlagene 13 Jahre durchgehalten hast, finde ich so erstaunlich wie bewundernswert. Ich kann jeden verstehen, der da irgendwann einen Schnitt macht. Ja, wirklich, definitiv.
Anouk