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Pit63
Guest
AW: Eigentlich ein Tabuthema, aber
Im Alter von 20- 25 Jahren war Selbstmord für mich ein Dauerthema. Ich war nicht aufgrund äusserer Schicksalsschläge verzweifelt, es war mehr eine latente Depression mangels innerer Erfüllung. Ich empfand das alltägliche Leben als hohl und leer, konnte kaum etwas finden, dass mich motivierte, für das sich das Leben lohnte. Als verkappter Idealist sah ich überall nur Egoismus und war der Überzeugung, dass mich andere Menschen niemals aus dieser schwermütigen Grundstimmung befreien würden und auch gar nicht konnten, da jeder seinen eigenen Lebensweg gehen und leztlich immer an sich selbst denken musste. An etwas Höheres bzw. einen tieferen Sinn glaubte ich nicht. Wahre Liebe, echte tragfähige zwischenmenschliche Bindungen, Freiheit und Gerechtigkeit waren Ideale, die fast ausschliesslich in den Köpfen der Menschen zu existieren schienen. Aus diesem Grund flüchtete ich mich in diverse Zerstreuungen und hatte gleichzeitig immer die Option des "Ausstiegs" im Hinterkopf, falls das Missverhältnis zwischen lustvollen/erträglichen und leidvollen/unangenehmen Lebenserfahrungen einmal zu gross werden sollte.
Gleichtzeitig war ich aber auch immer auf der Suche, in der Literatur, in Filmen, in meiner Phantasie, meinen Träumen. Irgendwann stiess ich erst auf die Psychologie, dann auf die Philosophie und schliesslich befasste ich mich auch mit spiritueller/religiöser Literatur. Im Laufe der Beschäftigung mit der existenziellen Frage lernte ich viel über das Leben und mich selbst. Ich fing an, mich langsam aber kontinuierlich zu verändern. Im gleichen Masse schienen sich die Dinge um mich herum zu verändern. Was aber eigentlich geschah war, dass ich nach und nach immer mehr zu mir selbst fand. Früher hatte ich mich einfach nicht selbst, hatte kein echtes Selbst- Bewusstsein, lediglich Schwäche, die sich als Stärke tarnte. Vordergründig besteht wahrscheinlich nicht einmal ein grosser Unterschied zwischen der Person von damals und der von heute. Der Unterschied im Innern- in der Tiefe- ist umso bedeutsamer. Die grösste "Errungenschaft" ist aus meiner Sicht eine gewisse Gelassenheit- vielleicht das, was man landläufig als in sich selbst ruhen bezeichnet. Dieses in sich selbst gelassen sein macht unabhängiger von äusseren Einflüssen aber ebenso von den eigenen Gedanken, denen ich früher regelrecht ausgeliefert war.
VG
Im Alter von 20- 25 Jahren war Selbstmord für mich ein Dauerthema. Ich war nicht aufgrund äusserer Schicksalsschläge verzweifelt, es war mehr eine latente Depression mangels innerer Erfüllung. Ich empfand das alltägliche Leben als hohl und leer, konnte kaum etwas finden, dass mich motivierte, für das sich das Leben lohnte. Als verkappter Idealist sah ich überall nur Egoismus und war der Überzeugung, dass mich andere Menschen niemals aus dieser schwermütigen Grundstimmung befreien würden und auch gar nicht konnten, da jeder seinen eigenen Lebensweg gehen und leztlich immer an sich selbst denken musste. An etwas Höheres bzw. einen tieferen Sinn glaubte ich nicht. Wahre Liebe, echte tragfähige zwischenmenschliche Bindungen, Freiheit und Gerechtigkeit waren Ideale, die fast ausschliesslich in den Köpfen der Menschen zu existieren schienen. Aus diesem Grund flüchtete ich mich in diverse Zerstreuungen und hatte gleichzeitig immer die Option des "Ausstiegs" im Hinterkopf, falls das Missverhältnis zwischen lustvollen/erträglichen und leidvollen/unangenehmen Lebenserfahrungen einmal zu gross werden sollte.
Gleichtzeitig war ich aber auch immer auf der Suche, in der Literatur, in Filmen, in meiner Phantasie, meinen Träumen. Irgendwann stiess ich erst auf die Psychologie, dann auf die Philosophie und schliesslich befasste ich mich auch mit spiritueller/religiöser Literatur. Im Laufe der Beschäftigung mit der existenziellen Frage lernte ich viel über das Leben und mich selbst. Ich fing an, mich langsam aber kontinuierlich zu verändern. Im gleichen Masse schienen sich die Dinge um mich herum zu verändern. Was aber eigentlich geschah war, dass ich nach und nach immer mehr zu mir selbst fand. Früher hatte ich mich einfach nicht selbst, hatte kein echtes Selbst- Bewusstsein, lediglich Schwäche, die sich als Stärke tarnte. Vordergründig besteht wahrscheinlich nicht einmal ein grosser Unterschied zwischen der Person von damals und der von heute. Der Unterschied im Innern- in der Tiefe- ist umso bedeutsamer. Die grösste "Errungenschaft" ist aus meiner Sicht eine gewisse Gelassenheit- vielleicht das, was man landläufig als in sich selbst ruhen bezeichnet. Dieses in sich selbst gelassen sein macht unabhängiger von äusseren Einflüssen aber ebenso von den eigenen Gedanken, denen ich früher regelrecht ausgeliefert war.
VG