End of the uncivilized war - Back to normal

Alubehütet

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29 Januar 2017
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Wuppertal
Tatsächlich träume ich noch immer von den Vereinigten Staaten von Europa mit einer großen Schnittmenge gemeinsamer Werte bei größtmöglicher Freizügigkeit und menschenwürdigen Sozialstandards für alle Bürger.
Genau deswegen bin ich gegen eine Europäische Verteidigungsunion. Ich bin dafür, Europa ein Stück weit wieder auseinanderzuent-wickeln in ein Europa der zwei Geschwindigkeiten: Ein Kerneuropa mit Ziel einer stärkeren europäischen Gesamtregierung; Kommissionspräsident, Parlament usw. Mindestens Deutschland, Frankreich, Benelux. Die Briten haben uns einen großen Gefallen getan; sie brauchen wir nicht mehr fragen. Und alle die, die das nicht wollen, deren Rechtspopulisten von einer EUdSSR faseln und davon, die europäische Identität zu erhalten gegen die Globalisten und Bahnhofsklatscher und Gender-Gagaisten, die dürfen draussen bleiben und werden rückabgewickelt zu einer Euro- und Freihandelszone – In der dann auch die TR eine ehrliche Perspektive hat.

Wenn Du die Türkei raushalten willst aus einer EVU, dann aber bitte alle Angehörige der Koalition der Willigen. Die Türkei ist nicht der einzige Quertreiber, nicht einmal der erste in jüngerer Zeit. Das aber wird nicht gehen.
 
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Berfin1980

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19 Juni 2015
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Nicht nur mit Frontex, (der Name klingt schlimmer als das Zeckenmittel für Haustiere namens Frontline). Auch die unsäglichen Pushbacks von HR nach BiH müsssen beendet werden.
Wobei da die Frontex ja beteiligt ist und soweit ich mich erinnere einschreiten müsste dagegen.
Ein Kerneuropa mit Ziel einer stärkeren europäischen Gesamtregierung; Kommissionspräsident, Parlament usw. Mindestens Deutschland, Frankreich, Benelux.
Das ist aber mit den anderen Ländern dann nicht zu machen. Ich finde es auch nicht gut, denn das wären dann die Kursgeber in allem, ist das Sinn der EU?
 

Bintje

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5 Mai 2018
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Genau deswegen bin ich gegen eine Europäische Verteidigungsunion. Ich bin dafür, Europa ein Stück weit wieder auseinanderzuentwickeln in ein Europa der zwei Geschwindigkeiten: Ein Kerneuropa mit Ziel einer stärkeren europäischen Gesamtregierung; Kommissionspräsident, Parlament usw. Mindestens Deutschland, Frankreich, Benelux. Die Briten haben uns einen großen Gefallen getan; sie brauchen wir nicht mehr fragen. Und alle die, die das nicht wollen, deren Rechtspopulisten von einer EUdSSR faseln und davon, die europäische Identität zu erhalten gegen die Globalisten und Bahnhofsklatscher und Gender-Gagaisten, die dürfen draussen bleiben und werden rückabgewickelt zu einer Freihandelszone – In der dann auch die TR eine ehrliche Perspektive hat.

Wenn Du die Türkei raushalten willst aus einer EVU, dann aber bitte alle Angehörige der Koalition der Willigen. Die Türkei ist nicht der einzige Quertreiber, nicht einmal der erste in jüngerer Zeit. Das aber wird nicht gehen.

Abgesehen davon, dass mein von Dir aufgegriffenes Zitat irgendwie nicht mit Deiner Antwort zusammenpassen will (oder ich auf dem Schlauch stehe, kann ja auch vorkommen :confused: ):
Hatte ich geschrieben, dass alle dabei sein müssten? Nein, zumal ich davon ausgehe, dass das Interesse sowieso unterschiedlich verteilt wäre. :)
Du erwähntest die Briten, die bräuchte man nicht mehr zu fragen. Das sehe ich genau so.
Polen und Ungarn wollte ich auch nicht automatisch dabei haben, nur weil sie in der EU sind, deren Wertvorstellungen sie mehrheitlich nicht teilen. Und so weiter und so fort.
Sie müssten dann Farbe bekennen. Ganz schlicht und unpathetisch.

Was @EnRetard zu den illegalen Pushbacks schrieb, halte ich im übrigen für selbstverständlich.
 
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Alubehütet

Well-Known Member
29 Januar 2017
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Du erwähntest die Briten, die bräuchte man nicht mehr zu fragen. Das sehe ich genau so.
Polen und Ungarn wollte ich auch nicht automatisch dabei haben
Deutschland, Frankreich, ohne die geht es nicht. Benelux liegt dazwischen, ohne die ist auch doof. Ansonsten freiwillig. Wenn ein Salvini-Italien nicht will, dann nicht. Wird Österreich wollen? Aber mehr gemeinsame Aussen- und Wirtschaftspolitik, Mehrheits- statt Einstimmigkeitsprinzip, und wer sich damit überfordert sieht, und wenn die Osteuropäer sagen: wir sind erst mal froh, daß wir national souverän sind und Fehler selber machen dürfen, wer als noch braucht oder wegen osmanischen Träumen gar nicht will, der sollte nicht müssen und auch nicht mehr genötigt werden, die anderen aber auch nicht aufhalten und zu Kompromissen nötigen, die eigentlich keiner will.
 

Mendelssohn

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17 Januar 2016
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Die Deutschen sind seit dem 2. Weltkrieg eigentlich ganz gut damit gefahren, politisch in der zweiten Reihe zu stehen, auch wenn sie es ökonomisch betrachtet zur ersten Liga gebracht haben und daher ohne altbackenes Säbelrasseln ihre Interessen ganz gut, vielleicht sogar manchmal zu gut, durchsetzen können.
Back oder forward to normal mit Blick auf die USA, die EU und Russland würde bedeuten:
- Stärkung der Nato durch einen Kodex rechtsstaatlicher Selbstverpflichtung (das gilt für alle Natopartner, nicht nur für die Türkei btw.)
- Stärkung der EU durch ausgleichende deutsche Politik
- Verbesserung der deutsch russischen Beziehungen infolge verbesserter amerikanisch russischer Beziehungen

Ein machtvolles Auftrumpfen Deutschlands oder der EU wünsche ich mir eher nicht. Der innere Frieden ist mir viel wichtiger. Einen solchen hat die Weltmacht USA bisher noch nicht erreicht. Es gibt Stimmen in den USA, die nicht erst seit Trump von einem permanenten Bürgerkrieg in den USA sprechen
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/usa-ausschreitungen-protestforscherin-100.html
und auch vor zwei Tagen wieder in einem Interwiew mit einer Professorin aus dem Kennedy Institut (finde es gerade nicht).
Was wir am Kapitol gesehen haben, war eigentlich keine Barbarei im strengen Sinn (uncivilized war/mob rule). Vielmehr war es so etwas wie eine postmoderne, postbürgerliche, postdemokratische Barbarei. Auf jeden Fall weit entfernt von Konan dem Barbar und Hägar dem Schrecklichen. Das Erschreckende am Sturm aufs Capitol war nicht das Unzivilisierte (der gequetschte Polizist oder der mit einer Fahnenstange verprügelte), sondern der geordnete Rundgang wie bei einer geführten Besichtigung.
Es geht also um die Beendigung des civilized war. Auch darum will Pelosi einige Abgeordneten, die den Erstürmern das Wort erteilen wollten, zur Rechenschaft ziehen. Der Fisch stinkt immer von oben.
 

Alubehütet

Well-Known Member
29 Januar 2017
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Wuppertal
Ich habe versprochen, hier nie mehr wieder etwas über die Russen zu schreiben.
Es ist mir gewiss, dass die Deutschen den Russen lieber den A. l würden, als wahre Europäer zu sein.

Ich denke wirklich, dass ich nach dem Tod meiner Mutter das Haus und die Wohnung hier zu verkaufen. Es scheint so, dass Deutschland uns hier ausladen will und uns den Russen übergeben will (also aus der EU raus zu schmeißen, wie @EnRetard meinte). Ich müsste mich beeilen, die Häuser hier zu verkaufen und nach Deutschland zu emigrieren. Ich will nicht in einem von Russland okkupiertes Land leben. Denn ich würde nicht sicher sein, ob ich nicht im Knast sterben würde.
Ich will wirklich nicht mehr die Geschichte meiner Vorfahren erleben. Will von hier emigrieren.

:)
@EnRetard Danke wenigstens für Dein "sorry" :)
Wir haben da in Rumänien unsere Sünden. Unsere Politiker. Aber die Zivilgesellschaft braucht die EU. Wir haben demonstriert im Winter bei Kälte und haben in Okt. 2018 beim Referendum unser Wille gezeigt.

Da ist jetzt eine Menge drin.

Erst einmal: @EnRetard will Rumänien nicht aus der EU werfen – O.k., weiß ich nicht, aber er hat es so zumindest nicht gesagt.

Es ging um ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Es stellt sich heraus, daß es auf der einen Seite Bestrebungen gibt, einen Staatenbund EU weiterzuentwickeln zu einem Bundesstaat, an den man zunehmend nationale Souveränitätsrechte abgibt, vor allem in Aussen-, Wirtschafts- und Verteidigungspolitik – Und ebenso heftige Widerstände, die genau das nicht wollen, die ihre Souveränität nicht so schnell aufgeben wollen. Teilweise auch, weil die Souveränität Kleptokratie, Vetternwirtschaft, Oligarchie ermöglicht, autoritäre, Gelenkte, “illiberale” Demokratien. In dem Zusammenhang schlug ich von, Europa zu entflechten:

Ich bin dafür, Europa ein Stück weit wieder auseinanderzuent-wickeln in ein Europa der zwei Geschwindigkeiten: Ein Kerneuropa mit Ziel einer stärkeren europäischen Gesamtregierung; Kommissionspräsident, Parlament usw. Mindestens Deutschland, Frankreich, Benelux. Die Briten haben uns einen großen Gefallen getan; sie brauchen wir nicht mehr fragen. Und alle die, die das nicht wollen, deren Rechtspopulisten von einer EUdSSR faseln und davon, die europäische Identität zu erhalten gegen die Globalisten und Bahnhofsklatscher und Gender-Gagaisten, die dürfen draussen bleiben und werden rückabgewickelt zu einer Euro- und Freihandelszone – In der dann auch die TR eine ehrliche Perspektive hat.

Wenn Du die Türkei raushalten willst aus einer EVU, dann aber bitte alle Angehörige der Koalition der Willigen. Die Türkei ist nicht der einzige Quertreiber, nicht einmal der erste in jüngerer Zeit. Das aber wird nicht gehen.

Einen Teil der EU zurückzufahren zu einer Wirtschafts- und Währungsunion bedeutet noch nicht, ihn aus der EU zu werfen. Im Gegenteil. Mein Plädoyer war sogar, in eine solche Basisunion einzutreten wäre auch wieder Perspektive für die Türkei. In dem Zusammenhang fielen Namen, wer sich derzeit schwer tut mit einer Zentralunion: Polen, Ungarn; wer sich vielleicht schwer tun könnte und entschieden müßte: Italien – Und hey! wer will schon Italien aus der EU werfen! –; und dann benannte @EnRetard nachvollziehbar

Das Andere ist: Ja. Zumindest Deutschland kümmert Osteuropa nicht. Das zeigt das Nord Stream-Projekt, der Schröder-Putin-Pakt: Wir lassen es uns ein Riesengeld kosten, damit die Gaspipeline ja nicht weitaus preiswerter über Land verläuft, wo die Osteuropäer uns im Konfliktfall den Gashahn abdrehen könnten, wie es die Ukraine schon gemacht hat. Wenn also Rußland in einem veränderten geopolitischen Szenario sich Osteuropa wieder einverleibt, dann soll uns das nicht jucken. Und das übrige Westeuropa hat da auch keinen großen Einspruch gegen Deutschland erhoben.
Nordstream-2 wird zuende gebaut, ob es Washington passt oder nicht, Punkt! ...
So ist das. Und damit ist klar, daß wir keine sonderlich vertrauenswürdige Garanten der Sicherheit Osteuropas sind.




Aber wie wahrscheinlich ist das?

Ich halte Putin ja für einen begnadeten Aussenpolitiker. Aber für einen vermutlich grottenschlechten Wirtschaftsmann. Die vergangenen Jahrzehnte waren die Jahrzehnte der Schwellenländer: Indien, China, Brasilien, die Türkei, alle hatten sie viele Jahre in Serie zweistellige Wachstumsraten – Bis auf Rußland. Rußland ist dermaßen abgerockt, daß Putin sogar das Renteneintrittsalter erhöhen mußte. Rußland hat überhaupt nicht die Kapazitäten, dauerhaft Osteuropa zu okkupieren. Vor allem aber: Die Musik spielt künftig in Zentralasien. Der Nahe Osten hat sein Peak Oil schon hinter sich; es kann die Tage zählen, in denen er noch von Öl leben kann. Nördlich des Schwarzen Meeres aber, da sind noch ungeheure Bodenschätze; da gibt es demnächst die Verteilungskriege, da will künftig auch der Westen mitmischen; darum ist ja die Ukraine so wichtig, darum will der Westen da unbedingt einen Fuß in die Türe kriegen. Ich denke nicht, daß Du und ich noch erleben werden, daß Putin oder wer auch immer dann Osteuropa wieder unter die Fittiche nimmt. Putin schafft es, Osteuropa immer wieder mit Nadelstichen, mit Provokationen zu ärgern. Mit halsbrecherischen Militärflügen über dem Baltikum ohne Transponder – Ohne jegliche Vormeldung tauchen Russenjets auf einmal auf dicht an Zivilmaschinen dran. Dadurch schafft Putin es, Ost- und Westeuropa immer wieder unter Spannung zu setzen. Aber das sind Spiele, Provokationen.
 
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