AW: Er ist zurück gekommen
:razz: Guten morgen Kedi,
ich habe mich heute durch deien beiden Therads gelesen.Manchmal zauberten mir deine Worte ein verschm.lächeln auf die Lippen,denn deine Gefühle sowie deine Gedanken hast du sehr gut beschrieben.
Aber du hast in meinen Augen auch tränen ausgelöst,man konnte deinen Kummer fühlen.
Inzwischen sind einige Tage vergangen seit deinen letzten posting,und mich würde es freuen wenn du noch weiter schreiben würdest..
PSSSST: nur so ganz unter uns beiden.....
....................Vergiss deine Träume nicht............
diese Worte solltest du nie aus deinen Herzen lassen ,halte sie fest .......
er ähneld den meinen etwas.....
Du bist nicht arm weil deine Träume nicht in Erfüllung gingen..
wirklich arm ist der,der nie geträumt hat
lg sina :tongue:
Guten Morgen, Sina,
über deine herzlichen Worte habe ich mich ehrlich gefreut. Deswegen schreibe ich auch gerne noch ein paar Worte hier zum aktuellen Stand. Genau das ist es nämlich: es gibt keinen aktuellen Stand. Und das ist auch gut so. Jawohl. Ich habe in den letzten Tagen unglaublich viel dazu gelernt. Dank ihm und dank diesem Forum. Ich war etwas naiv an die ganze Sache ran gegangen und bin heilfroh, dass ich noch lernfähig bin. Denn die Liebe zu einem Menschen ist kein Projekt, dass nach einem bestimmten Plan zu verlaufen hat. Das weiß ich doch eigentlich auch, daran ist schon meine 1. Ehe gescheitert. Und seine auch. Beinah wäre ich wieder darauf reingefallen. Wie gut, dass er gradliniger ist und ganz klar sagt: das will ich und das will ich nicht. Klingt jetzt alles etwas verwirrend, ich weiß, und einige werden den Kopf schütteln, dass ich mir hier nur wieder etwas schön rede, aber die Realität ist folgende:
Ich hatte noch nie vorher eine Beziehung zu einem türkischen Mann. Ich hatte keine Ahnung, wieviel Einfluss der Familien-Clan auf so was nimmt. Ja, ich habe es bei meinen türkischen Freundinnen mitbekommen, aber die empfanden es auch immer als positiv. Er aber nicht. Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen (er kam mit 4 Jahren nach Deutschland) möchte er seine Empfindungen frei ausleben. Und eben nicht, wie es hier ja auch in anderen Foren von Insidern bestätigt wurde, die ständige Präsenz der Familie. Bei jedem Problem, bei jeder Entscheidung, in jeder freien Minute. Er liebt seine Familie. Seine Geschwister kenne ich flüchtig. Ganz liebe Menschen, keine Frage. Seinen Sohn kenne ich gut, ein Zuckerstück zum klauen. Aber er hat auch nicht vergessen, was passiert ist, als er den Mut hatte, seine Frau zu verlassen, weil er seine Träume verwirklichen wollte. Weil er endlich mal wieder geliebt werden wollte und nicht nur geduldet. Totales Unverständnis. Viele Landsleute habe sehr schlecht über ihn gesprochen, das hat er nicht vergessen. DAS ist der Grund, warum er keine offizielle, ich nenne es jetzt mal "boshaft" spießige Beziehung möchte. Seine Mama belagert ihn jetzt schon täglich, dass er sich wieder eine Frau zum Heiraten suchen soll. Dabei macht sie sich Sorgen um sein Essen und seine Wäsche. Und er sagt ganz klar für sich: hallo bitte sehr, dafür sind Frauen nicht da, ich brauche keine Versorgerin. Alles was er möchte, ist "Liebe leben". Und wenn er bei mir ist, ich den Kopf in seinen Schoß lege, er mit den Fingern durch meine Haare streicht und fragt, wie es mir wirklich geht, dann weiß ich, was er meint.
Ja, ich muss mir immer wieder selbst Mut zusprechen. Man beschönigt ja so gerne alles aus der Vergangenheit. Dabei habe ich dieses ganze Desaster mit Familienbelagerung doch selbst erlebt. Die Familie von meinem Ex-Mann kam aus Lithauen. Es war derselbe Albtraum.... Und ich wurde nach meiner mutigen Trennung genauso schief angeguckt wie er. Wir wollen das nicht mehr, wir wollen uns. Und alles andere wird sich ergeben.
Natürlich sehen wir uns für meinen Geschmack viel zu selten. Das hält die Sehnsucht groß, aber lässt sich nicht ändern. Er hat echt üble Arbeitszeiten. Steht nachts um 2 Uhr auf, außer donnerstags um 6 Uhr, und hat auch nur 1 Wochenende pro Monat frei. Dafür zwar auch mal in der Woche, aber da ist schließlich auch noch sein Sohn, um den er sich viel mit kümmert. Für mich ein Zeichen von Verantwortung. Das schätzt er an mir, seine letzte Freundin war sogar eifersüchtig auf das Kind, das hat er ihr nicht verziehen. Mit Recht.
In den letzten Tagen stand ich oft vor dem Spiegel, habe mir selbst in die Augen geschaut und mich gefragt: was willst du eigentlich? Es gibt da jemand in deinem Leben, der etwas für dich empfindet, der dich inspiriert Gedichte zu schreiben, der selten aber dafür gerne kommt, der die gleichen Interessen hat wie du, die gleichen Ansichten über das Leben, die gleiche Musik hört, der unglaublich gerne mit dir tanzt. Der dein Leben bereichert...was willst du eigentlich?
Und dann muss ich lächeln und weiß, ich will dasselbe wie er: Liebe leben...
So, liebe Sina, das war mal wieder ein Gefühlsausbruch am Sonntagmorgen. Das liegt wohl daran, dass sein letzter Besuch von Mittwoch auf Donnerstag mir wieder soviel gegeben hat, dass es bis heute noch nachklingt. Und ich mich gedanklich auf nächsten Mittwoch freue...
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Nicole