Gastroanfänger

#TGOD

Well-Known Member
Folgendes habe ich heute beim Einkauf beobachtet:

Ich gehe ganz entspannt, wie immer, zum Aldi um meine üblichen Einkäufe zu erledigen. Quark, Eier, Thunfisch, Lachs, Fleisch - das ganz normale Programm. Als ich dann alles beisammen hatte und zur Kasse ging war vor mir ein italienisches Ehepaar mit zwei Einkaufswägen, die beide bis zum Rand überfüllt waren. Das hat mich schon etwas verwundert - als ich dann jedoch gesehen habe, was sich da alles in den Wägen befindet, wurde mir einiges klar: (geschätzte Angaben)

- 20x Mozzarella
- 5x Parmigiano
- 30x fertige Tortellini mit Fleischfüllung
- 25x Spaghetti-Nudeln
- 10x Olivenöl
- 5x GETROCKNETES Basilikumgewürz
- 10x Datteltomaten
- 8x Hackfleisch
- 10x Tomatenketchup
- jeweils 10x Tomatensoße & Bolognese
- 10x Eisberg- und Feldsalat
und unter anderem meine persönlichen Highlights:
- 5x Ciabatta
- 20 Dosen Thunfisch


Also entweder sie erwarten für heute Abend die gesamte italienische Familie aus Sizilien, Calabrien und Ancona zusammen und feiern irgendein gigantisches Jubiläum oder sie führen allen Anschein nach ein Restaurant.
Aber jetzt mal ehrlich:

Wie kann man, wenn man den Anspruch an sich hat (und davon gehe ich jetzt dreistigkeitshalber mal aus), den Gästen beste und frische Waren zu kredenzen, seine komplette Speisekarte beim ALDI einkaufen?!?! :shock:
Vor allem Thunfisch aus der Dose und Ciabatta-Brot vom Aldi geht einfach mal gar nicht...von den fertigen Tortellini mal abgesehen.

Für mich ist das echt unbegreiflich, wie, pardon, blöd manche Gastrobetreiber sein können und beim Wareneinkauf auf derartige Qualität setzen können, wenn sie schon die Möglichkeit haben, im Großmarkt wesentlich günstiger (hochgerechnet) und qualitativ hochwertigere Ware zu beziehen. Mal davon abgesehen, dass sie einen Nudelteig LOCKER selber machen können MÜSSEN!!! Von Soßen, etc. mal abgesehen - ich will gar nicht wissen, woher dann der Pizzateig stammt.

Nein, also für mich ist das echt schockierend. Wenn ich persönlich ein Restaurant besitzen würde und für die F&B-Abteilung und die Küche zuständig wäre, würde ich alles daran setzen, stets TOP Qualität und vor allem SELBST zubereitete Speisen herzustellen und anzubieten. Denn darin steckt dann vor allem eines:
Die Liebe des Kochs und dann schmeckt es doch von Haus aus besser (sofern der Koch auch was drauf hat). Aber dass man in einem Restaurant auf das ganze fertig Pamps-zeugs zurückgreifen muss finde ich total schade. Gerade Italiener, die doch sonst überall mit Leidenschaft rangehen und auch ein gewisses Ehrengefühl besitzen...

Generell befürchte ich aber fast, dass das nur einer von vielen Betrieben ist, der seine Küche so organisiert und dass die Minderheit an wirklich guten Restaurants anständig und selbst kochen.


Was haltet ihr denn davon oder habt ihr schonmal ähnliches erlebt?
 

Msane

Well-Known Member
AW: Gastroanfänger

Selbst in besseren Restaurants ist es Normalität das Soßen und Salate aus dem Eimer kommen, oder aus Pulver angerührt werden.

Aus dem Grund koche ich auch selbst da weiß ich was ich auf dem Teller hab, außerhalb essen geh ich nur wenn die holde Weiblichkeit danach brüllt oder man eingeladen ist.
 

ege35

Well-Known Member
AW: Gastroanfänger

Wie kann man, wenn man den Anspruch an sich hat (und davon gehe ich jetzt dreistigkeitshalber mal aus), den Gästen beste und frische Waren zu kredenzen, seine komplette Speisekarte beim ALDI einkaufen?!?! :shock:
Vor allem Thunfisch aus der Dose und Ciabatta-Brot vom Aldi geht einfach mal gar nicht...von den fertigen Tortellini mal abgesehen.

Für mich ist das echt unbegreiflich, wie, pardon, blöd manche Gastrobetreiber sein können und beim Wareneinkauf auf derartige Qualität setzen können, wenn sie schon die Möglichkeit haben, im Großmarkt wesentlich günstiger (hochgerechnet) und qualitativ hochwertigere Ware zu beziehen. Mal davon abgesehen, dass sie einen Nudelteig LOCKER selber machen können MÜSSEN!!! Von Soßen, etc. mal abgesehen - ich will gar nicht wissen, woher dann der Pizzateig stammt.

Nein, also für mich ist das echt schockierend. Wenn ich persönlich ein Restaurant besitzen würde und für die F&B-Abteilung und die Küche zuständig wäre, würde ich alles daran setzen, stets TOP Qualität und vor allem SELBST zubereitete Speisen herzustellen und anzubieten. Denn darin steckt dann vor allem eines:
Die Liebe des Kochs und dann schmeckt es doch von Haus aus besser (sofern der Koch auch was drauf hat). Aber dass man in einem Restaurant auf das ganze fertig Pamps-zeugs zurückgreifen muss finde ich total schade. Gerade Italiener, die doch sonst überall mit Leidenschaft rangehen und auch ein gewisses Ehrengefühl besitzen...

Generell befürchte ich aber fast, dass das nur einer von vielen Betrieben ist, der seine Küche so organisiert und dass die Minderheit an wirklich guten Restaurants anständig und selbst kochen.

Herr Rach und die Kochprofis wären stolz auf dich!
 

#TGOD

Well-Known Member
AW: Gastroanfänger

Selbst in besseren Restaurants ist es Normalität das Soßen und Salate aus dem Eimer kommen, oder aus Pulver angerührt werden.

Aus dem Grund koche ich auch selbst da weiß ich was ich auf dem Teller hab, außerhalb essen geh ich nur wenn die holde Weiblichkeit danach brüllt oder man eingeladen ist.

Dass manche Lebensmittel bereits fertig gekauft und auch dann dementsprechend verarbeitet werden, ist ja klar. Auch in der gehobenen Gastronomie. Heutzutage kann man wohl ohne schlechtes Gewissen auf ein paar wenige fertige Produkte, wie bspw. Blätterteig, den man selbst kaum besser machen kann als industriell hergestellten, zurückgreifen.
Aber so elementare Dinge, wie Soßen, Nudeln, etc. MÜSSEN doch einfach selbst hergestellt werden, wenn man schon die Entscheidung trifft, ein Restaurant zu führen. Schlimm genug, wenn diesen Anspruch nur noch wenige für sich geltend machen.

Herr Rach und die Kochprofis wären stolz auf dich!

Haha, ja die schaue ich auch total gerne und sitze dann immer nur kopfschütteln vor dem Fernseher, wenn ich sehe, was es für Idioten gibt, die ein "Restaurant" führen! :lol:

"Wer nichts wird, wird Wirt" zählt eben schon lange nicht mehr!
 
P

pauline09

Guest
AW: Gastroanfänger

Dass manche Lebensmittel bereits fertig gekauft und auch dann dementsprechend verarbeitet werden, ist ja klar. Auch in der gehobenen Gastronomie. Heutzutage kann man wohl ohne schlechtes Gewissen auf ein paar wenige fertige Produkte, wie bspw. Blätterteig, den man selbst kaum besser machen kann als industriell hergestellten, zurückgreifen.
Aber so elementare Dinge, wie Soßen, Nudeln, etc. MÜSSEN doch einfach selbst hergestellt werden, wenn man schon die Entscheidung trifft, ein Restaurant zu führen. Schlimm genug, wenn diesen Anspruch nur noch wenige für sich geltend machen.

Vermutlich ist es auch immer eine Frage der Größenordnung und der betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Ich weiß nur, dass in etlichen Küchen mit Convenience-Produkten gemogelt wird, auch und gerade in großen Hotelküchen oder anderen vergleichbaren Betrieben. Die Frage ist immer, welchen Anspruch du hast, wie viele Leute teilweise gleichzeitig verköstigt werden sollen und wie sich das rechnet. Soßen kann man gut nebenbei simmern lassen, der Fond dafür lässt sich vorbereiten und lagern, aber bei selbstgemachten Nudeln, Sauerkraut usw. gestaltet sich das ganze Prozedere schon deutlich zäher, und du brauchst alles in allem mehr Personal für die Vorbereitung. Das treibt die Kosten, das musst du wiederum über die Preise auffangen, und dann ist ja 'nebenbei' auch die Frage, ob die Leute bereit sind, beispielsweise für einen Bio-Lammrücken aus handgestreichelter Aufzucht mit hausgemachten Nudeln mehr zu zahlen als beim Laden nebenan, der Fertigprodukte dazwischen mengt? Und wenn ja, wie oft? Du darfst ja auch nicht vergessen, dass viele Gäste den qualitativen Unterschied einfach deshalb nicht zu würdigen wissen, weil sie nichts anderes mehr (oder: noch nicht) kennen.

Haha, ja die schaue ich auch total gerne und sitze dann immer nur kopfschütteln vor dem Fernseher, wenn ich sehe, was es für Idioten gibt, die ein "Restaurant" führen! :lol:

"Wer nichts wird, wird Wirt" zählt eben schon lange nicht mehr!

Die "Kochprofis" hab ich auch ein- oder zweimal gesehen und mich scheckig gelacht. :lol: Das Beste waren die hintergründig total zerstrittenen italienischen Brüder, bei denen selbst die Profis das Handtuch warfen.. keine Idee, wie das weiterging, aber ich schätze mal, der Laden ist inzwischen dicht. ;)
 

#TGOD

Well-Known Member
AW: Gastroanfänger

Vermutlich ist es auch immer eine Frage der Größenordnung und der betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Ich weiß nur, dass in etlichen Küchen mit Convenience-Produkten gemogelt wird, auch und gerade in großen Hotelküchen oder anderen vergleichbaren Betrieben. Die Frage ist immer, welchen Anspruch du hast, wie viele Leute teilweise gleichzeitig verköstigt werden sollen und wie sich das rechnet. Soßen kann man gut nebenbei simmern lassen, der Fond dafür lässt sich vorbereiten und lagern, aber bei selbstgemachten Nudeln, Sauerkraut usw. gestaltet sich das ganze Prozedere schon deutlich zäher, und du brauchst alles in allem mehr Personal für die Vorbereitung. Das treibt die Kosten, das musst du wiederum über die Preise auffangen, und dann ist ja 'nebenbei' auch die Frage, ob die Leute bereit sind, beispielsweise für einen Bio-Lammrücken aus handgestreichelter Aufzucht mit hausgemachten Nudeln mehr zu zahlen als beim Laden nebenan, der Fertigprodukte dazwischen mengt? Und wenn ja, wie oft? Du darfst ja auch nicht vergessen, dass viele Gäste den qualitativen Unterschied einfach deshalb nicht zu würdigen wissen, weil sie nichts anderes mehr (oder: noch nicht) kennen.

Ja das stimmt schon alles, dass eine gewisse Qualität der Speisen natürlich ihre Kosten in F&B, Personal, etc. mit sich ziehen. Aber wenn ich als Gast schonmal schick zum Essen gehe, dann weiß ich doch, dass ich da heute von mir aus mal 10-20€ mehr ausgebe, als würde ich nur zum McDonald's gehen. Dafür ist mir dann aber auch bewusst, dass ich mehr für mein Geld erhalte und auch weiß, dass es das Geld wert ist - und wenn es schmeckt, die Athmosphäre toll ist, das Personal nett und zuvorkommend ist, dann gibt man das doch auch gerne aus, oder habe da nur ich so eine andere Einstellung zum Essen?
Dass viele Gäste den Unterschied nicht zu schätzen wissen bzw. erkennen, mag sein - aber sind dann solche Gäste wirklich auch in meiner Zielgruppe? Das muss man sich doch als Restaurantinhaber auch bewusst machen: WELCHE Gäste will ich überhaupt in meiner Lokalität?


Die "Kochprofis" hab ich auch ein- oder zweimal gesehen und mich scheckig gelacht. :lol: Das Beste waren die hintergründig total zerstrittenen italienischen Brüder, bei denen selbst die Profis das Handtuch warfen.. keine Idee, wie das weiterging, aber ich schätze mal, der Laden ist inzwischen dicht. ;)

haha ja, teilweise ist es da schon echt mörder-extrem, was für hanseln es gibt! :lol:
 

Sabine

Well-Known Member
AW: Gastroanfänger

WELCHE Gäste will ich überhaupt in meiner Lokalität?

Meines Ex-Mannes Restaurant war in einem Kurort. Gäste hauptsächlich ab 60 aufwärts.

Da war der Salat sogar noch selbstgeschnippelt, aber sonst... Glaube nicht, dass er irgendwann mal eine Sauce selbst gemacht hat. Das kam alles aus dem Eimer.

Ex ist ja Tunesier, hat aber jahrelang in Italien als Koch und Pizzabäcker gearbeitet. Speisekarte querbeet. Außer Pizza, Pasta, Steaks und Salate dank meiner Mama auch Deutsche Hausmannskost wie Bratkartoffeln u. Sauerfleisch (eigene Herstellung meiner Mama in ihrer Küche und garantiert hygienetechnisch gar nicht zulässig), nach Saison auch Spargel + Schinken oder Grünkohl + Bregenwurst.

Wenn ich allerdings die vorgekochten Nudeln oder die palettenweise bei Jawoll
eingekaufte Zwiebelsuppe gesehen habe, dann wunderte mich gar nichts mehr :rolleyes:

Na ja, zum Glück habe ich damit nichts mehr zu tun.
 

sigute

Active Member
AW: Gastroanfänger

Dass viele Gäste den Unterschied nicht zu schätzen wissen bzw. erkennen, mag sein - aber sind dann solche Gäste wirklich auch in meiner Zielgruppe? Das muss man sich doch als Restaurantinhaber auch bewusst machen: WELCHE Gäste will ich überhaupt in meiner Lokalität?

Als Unternehmer besteht deine Zielgruppe in erster Linie aus zahlenden Gästen, einen Anspruch an seine Gäste zu haben muss man sich leisten können :wink:

Generell gebe ich dir aber Recht, wenn ich in ein Restaurant gehe erwarte ich frische, leckere Speisen die ein Koch zubereitet hat, nicht irgendein x-beliebiger Hersteller. Aber selbstgemachte Nudeln erwarte ich dann noch nicht unbedingt.

Ich mein im Ernst, was kann man für Nudelgerichte heutzutage verlangen? Über 10 Euro wirst du da nicht kommen, und im Endeffekt regieren die Soßen und die Zutaten dieser den Preis. Dafür würde ich es auch nicht riskieren einen Nudelteig selber herzustellen, der ja nicht nur Materialkosten sondern auch Arbeitszeit beinhaltet und zudem schneller verderblich ist.
 

#TGOD

Well-Known Member
AW: Gastroanfänger

Meines Ex-Mannes Restaurant war in einem Kurort. Gäste hauptsächlich ab 60 aufwärts.

Da war der Salat sogar noch selbstgeschnippelt, aber sonst... Glaube nicht, dass er irgendwann mal eine Sauce selbst gemacht hat. Das kam alles aus dem Eimer.

Ex ist ja Tunesier, hat aber jahrelang in Italien als Koch und Pizzabäcker gearbeitet. Speisekarte querbeet. Außer Pizza, Pasta, Steaks und Salate dank meiner Mama auch Deutsche Hausmannskost wie Bratkartoffeln u. Sauerfleisch (eigene Herstellung meiner Mama in ihrer Küche und garantiert hygienetechnisch gar nicht zulässig), nach Saison auch Spargel + Schinken oder Grünkohl + Bregenwurst.

Wenn ich allerdings die vorgekochten Nudeln oder die palettenweise bei Jawoll
eingekaufte Zwiebelsuppe gesehen habe, dann wunderte mich gar nichts mehr :rolleyes:

Na ja, zum Glück habe ich damit nichts mehr zu tun.


Das glaube ich dir - ich finde das einfach nur unfassbar. Ich sehe mich persönlich ja ehrlich gesagt auch in der Gastronomie und kann es vor allem deswegen nicht nachvollziehen, weil auch Lebensmittel etwas sein sollten, wo man einen gesunden Respekt vor haben sollte. Und dann größtenteils auf das Fertigzeugs zurückzugreifen, ist meiner Meinung nach nicht ein respektloses Verhalten den Lebensmitteln, sondern auch den Gästen gegenüber.

Als Unternehmer besteht deine Zielgruppe in erster Linie aus zahlenden Gästen, einen Anspruch an seine Gäste zu haben muss man sich leisten können :wink:

Generell gebe ich dir aber Recht, wenn ich in ein Restaurant gehe erwarte ich frische, leckere Speisen die ein Koch zubereitet hat, nicht irgendein x-beliebiger Hersteller. Aber selbstgemachte Nudeln erwarte ich dann noch nicht unbedingt.

Ich mein im Ernst, was kann man für Nudelgerichte heutzutage verlangen? Über 10 Euro wirst du da nicht kommen, und im Endeffekt regieren die Soßen und die Zutaten dieser den Preis. Dafür würde ich es auch nicht riskieren einen Nudelteig selber herzustellen, der ja nicht nur Materialkosten sondern auch Arbeitszeit beinhaltet und zudem schneller verderblich ist.

Naja ich glaube nicht, dass man es sich leisten können muss. Wenn man ein Restaurant aufmacht, tut man das ja auch mit einem gewissen Konzept. Und mit seinem Konzept will man schließlich auch eine gewisse Zielgruppe ansprechen und will nicht, dass jeder x-Beliebige Hans daherkommt und dann vielleicht eine Sorte Gast "vertreibt", die ich eigentlich viel lieber in meinem Haus hätte. :)

Und selbstgemachte Nudeln sind so'ne Sache. Klar, Spaghetti, Lasagne-Nudeln, Canneloni und sowas kann man locker fertig kaufen. Aber Bandnudeln, Ravioli, Tortellini und all solche Dinge sind doch vor allem in einem echten italienischen Restaurant PFLICHT, dass sie selber zubereitet werden. Ich will ja keine Ravioli mit Industrie-Füllung, sondern mit Liebe hergestellte Produkte, in denen auch die Füllung selbst gemacht ist. Das schmeckt man gleich doppelt und kommt doch umso lieber auch wieder! :)

Und einen Nudelteig herzustellen, bei aller Liebe - SOOO viel Zeit nimmt das ja mal auch nicht in Anspruch!
Nimmste bissl Hartweizengrieß, Olivenöl, Eier, Salz - vermengst alles und dann unter Einsatz von Mehl alles glattstreichen, ausstechen, finito!
 

sonja.s

New Member
AW: Gastroanfänger

Das glaube ich dir - ich finde das einfach nur unfassbar. Ich sehe mich persönlich ja ehrlich gesagt auch in der Gastronomie und kann es vor allem deswegen nicht nachvollziehen, weil auch Lebensmittel etwas sein sollten, wo man einen gesunden Respekt vor haben sollte. Und dann größtenteils auf das Fertigzeugs zurückzugreifen, ist meiner Meinung nach nicht ein respektloses Verhalten den Lebensmitteln, sondern auch den Gästen gegenüber.



Naja ich glaube nicht, dass man es sich leisten können muss. Wenn man ein Restaurant aufmacht, tut man das ja auch mit einem gewissen Konzept. Und mit seinem Konzept will man schließlich auch eine gewisse Zielgruppe ansprechen und will nicht, dass jeder x-Beliebige Hans daherkommt und dann vielleicht eine Sorte Gast "vertreibt", die ich eigentlich viel lieber in meinem Haus hätte. :)

Und selbstgemachte Nudeln sind so'ne Sache. Klar, Spaghetti, Lasagne-Nudeln, Canneloni und sowas kann man locker fertig kaufen. Aber Bandnudeln, Ravioli, Tortellini und all solche Dinge sind doch vor allem in einem echten italienischen Restaurant PFLICHT, dass sie selber zubereitet werden. Ich will ja keine Ravioli mit Industrie-Füllung, sondern mit Liebe hergestellte Produkte, in denen auch die Füllung selbst gemacht ist. Das schmeckt man gleich doppelt und kommt doch umso lieber auch wieder! :)

Und einen Nudelteig herzustellen, bei aller Liebe - SOOO viel Zeit nimmt das ja mal auch nicht in Anspruch!
Nimmste bissl Hartweizengrieß, Olivenöl, Eier, Salz - vermengst alles und dann unter Einsatz von Mehl alles glattstreichen, ausstechen, finito!

Du siehst ein Restaurant nur aus dem Blickwinkel "ich gönne mir heute mal ein bischen Luxus" .... es gibt aber auch genug Lokale, die einer Klientel dienen, die entweder keine Küche zuhause haben oder aber nicht kochen können .... oder gar beides ..... d.h. die wollen einmal täglich warm essen ... und das möglichst günstig .... auf high end quality kommt es da nicht wirklich an .....

Ferner gibt es dann noch die Kategorie, die von ihrem Arbeitgeber Essensschecks bekommen .... die suchen dann einen Laden, der zum "Scheckwert" in steuerbegünstiger Höhe eine fertiges Mahl anbietet ......

Also, ich persönlich kann die Gastronomen die (wo auch immer) günstig (was auch immer) einkaufen durchaus verstehen ...... nicht jeder macht einen Luxusladen auf ..... Ich persönlich würde wohl auch eher auf Masse denn auf Klasse gehen .... im Endeffekt kommt da nämlich mehr Profit bei rum ....
 
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