Geh bitte Sterben

Ottoman

Well-Known Member
AW: Geh bitte Sterben

Da der Fall in Deutschland stattfindet: Falls sich in dem Gespräch der Eindruck erhärtet, dass aus wirtschaftlichen Gründen das Leben des Patienten verkürzt werden soll: (notfalls sehr laut) juristische Schritte androhen und mit den Medien drohen, auch mit türkischen. ("Würdet ihr einen Deutschen auch krepieren lassen, weil die Behandlung teuer ist?").

Vielleicht solltest du selbst mitgehen?

Das wäre meine Vorgehensweise gewesen :)
Ich rede mit meinem Schwager nicht und halte mich daher im Hintergrund.
In solchen Fällen neige ich etwas über die Stränge zu schlagen. Mein Nephrologe meinte einst, ich sei ein Rebel. Mittlerweile verstehen wir uns aber wieder sehr gut.

Mal abwarten mit welchen Informationen meine Frau kommen wird. So hätte ich sie aus erster Hand. Basierend darauf könnten wir verschiedene Dinge gleichzeitig in die Wege leiten.
 

Ottoman

Well-Known Member
AW: Geh bitte Sterben

Frau erzählt gerade, dass er diesen Sommer eine Flugerlaubnis in die Türkei bekommen hätte, aber nur vor dem Hintergrund, da in der Türkei die Blutwäsche günstiger sei. Augenblicklich klingt alles nach Geld, Geld, Geld...

Mal sehen was Frau heute erzählen wird. Noch ist sie zu Hause.
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Geh bitte Sterben

Mein Vater musste auch zur Dialyse, ca. die letzten 6 Monate. Er wurde von einem Taxi abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Als der Krebs die Oberhand bekam, hat die Klinik die Dialyse auch sein lassen und er ist innerhalb von 2 Wochen gestorben.

Vielleicht hätte er noch 1 oder 2 Wochen länger gelebt, aber die Schmerzen müssen furchtbar gewesen sein, obwohl er schon jede Menge Schmerzmittel bekommen hat.

Er hat ohne Probleme ein Pflegebett nach Hause bekommen und auch sonst kann ich nichts negatives über die Ärzte oder Krankenkassen sagen, die haben scheinbar alles Mögliche versucht.
 
P

pauline09

Guest
AW: Geh bitte Sterben

Vor wenigen Minuten hat seine Tochter angerufen. Sie werden mit dem Oberarzt reden, falls er im KH sein sollte. Ich habe meine Frau gebeten da mitzugehen. Sonst bekommen die es nicht gebacken. (..)

Der wird sonntags und über den Jahreswechsel nur da sein, wenn er Dienst oder Hintergrunddienst hat. Aber ansonsten halte ich die Idee für gut. Wahrscheinlich gibt es Kommunikationsprobleme, die mit einem längeren Gespräch aus der Welt zu schaffen wären.

Mal 'ne ganz andere Frage: hat es Gespräche mit dem Sozialdienst gegeben? Sind oder wären die Angehörigen darauf eingerichtet, ihn daheim zu pflegen? Oder ziehen sie das gar nicht in Betracht?
 

Strassenhund

Well-Known Member
AW: Geh bitte Sterben

Frau erzählt gerade, dass er diesen Sommer eine Flugerlaubnis in die Türkei bekommen hätte, aber nur vor dem Hintergrund, da in der Türkei die Blutwäsche günstiger sei. Augenblicklich klingt alles nach Geld, Geld, Geld...

Mal sehen was Frau heute erzählen wird. Noch ist sie zu Hause.

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Ottoman

Well-Known Member
AW: Geh bitte Sterben

Der wird sonntags und über den Jahreswechsel nur da sein, wenn er Dienst oder Hintergrunddienst hat. Aber ansonsten halte ich die Idee für gut. Wahrscheinlich gibt es Kommunikationsprobleme, die mit einem längeren Gespräch aus der Welt zu schaffen wären.

Mal 'ne ganz andere Frage: hat es Gespräche mit dem Sozialdienst gegeben? Sind oder wären die Angehörigen darauf eingerichtet, ihn daheim zu pflegen? Oder ziehen sie das gar nicht in Betracht?

Auf Deine Fragen kenne ich keine Antwort. Hoffe, dass meine Frau mehr Klarheit verschaffen kann. Doch vermutlich wird der Oberarzt nicht dort sein, was mir persönlich schnurz wäre.

Ich gehe mal davon aus, dass es keine Gespräche mit einem Sozialdienst gab. Türken müssen nicht eingerichtet sein, sie machen es einfach :)
Nein, im ernst, ich glaube, dass das seine Frau oder seine Tochter übernehmen würde. Ich persönlich würde alles stehen und liegen lassen.
 
P

pauline09

Guest
AW: Geh bitte Sterben

Ich gehe mal davon aus, dass es keine Gespräche mit einem Sozialdienst gab. Türken müssen nicht eingerichtet sein, sie machen es einfach :)
Nein, im ernst, ich glaube, dass das seine Frau oder seine Tochter übernehmen würde. Ich persönlich würde alles stehen und liegen lassen.

Sicher, Ottoman, :) - aber ich fragte, weil es normalerweise zumindest in größeren Häusern Standard ist und zum Service gehört, dass der Sozialdienst von sich aus die Patienten vor der Entlassung kontaktiert. Und natürlich haben sie auch mit Türken zu tun und helfen beispielsweise beim unkomplizierten Beschaffen oder Ausleihen eventuell notwendiger Hilfsmittel (Rollstühle z.B. werden öfters gebraucht, pflegegeeignete Betten usw. ebenso), beim Organisieren von Pflegediensten (kein Mensch kann einen Schwerstkranken auf Dauer rund um die Uhr pflegen!), nötigen Anträgen und so weiter.

Natürlich kann man sich auch erst zu Hause und im Alleingang darum kümmern, aber warum erst mühselig alle Details selbst rausflöhen (müssen), statt gleich vor Ort vorhandene Möglichkeiten zu nutzen, die einem das Leben bedarfsweise wirklich erleichtern und für einen nahtlosen Übergang sorgen?

Jedenfalls gehe ich mal davon aus, dass es entsprechende Gespräche gegeben hat. Falls nicht, würde ich das nachholen.
 

Ottoman

Well-Known Member
AW: Geh bitte Sterben

Sicher, Ottoman, :) - aber ich fragte, weil es normalerweise zumindest in größeren Häusern Standard ist und zum Service gehört, dass der Sozialdienst von sich aus die Patienten vor der Entlassung kontaktiert. Und natürlich haben sie auch mit Türken zu tun und helfen beispielsweise beim unkomplizierten Beschaffen oder Ausleihen eventuell notwendiger Hilfsmittel (Rollstühle z.B. werden öfters gebraucht, pflegegeeignete Betten usw. ebenso), beim Organisieren von Pflegediensten (kein Mensch kann einen Schwerstkranken auf Dauer rund um die Uhr pflegen!), nötigen Anträgen und so weiter.

Natürlich kann man sich auch erst zu Hause und im Alleingang darum kümmern, aber warum erst mühselig alle Details selbst rausflöhen (müssen), statt gleich vor Ort vorhandene Möglichkeiten zu nutzen, die einem das Leben bedarfsweise wirklich erleichtern und für einen nahtlosen Übergang sorgen?

Jedenfalls gehe ich mal davon aus, dass es entsprechende Gespräche gegeben hat. Falls nicht, würde ich das nachholen.

Ich habe mich kundig gemacht. Es gab keine Gespräche. Auch hat die Tochter sich bei uns nicht mehr gemeldet.

"(kein Mensch kann einen Schwerstkranken auf Dauer rund um die Uhr pflegen!)"

Doch, mein Onkel. Frag aber nicht, wie anstrengend das ist. Körperlich als auch psychisch hat es starke Spuren hinterlassen. Einen Pflegedienst oder ähniches würde er nie in Anspruch nehmen.
Er schläft 2-3 Stunden und kann nicht länger als 1 Stunde das Haus verlassen. In dieser Zeit übernimmt der andere Onkel seine Arbeit.
In der Nacht steht er mehrmals auf, muß sie baden, muß mit ihr auf die Toilette, Unterwäsche wechseln...
Er hat seit Jahren keinen persönlichen Kontakt zu Freunden. Kann sich auch im Haus nicht wirklich mit sich selbst beschäftigen.
 

Christiane

Active Member
AW: Geh bitte Sterben

Sicher, Ottoman, :) - aber ich fragte, weil es normalerweise zumindest in größeren Häusern Standard ist und zum Service gehört, dass der Sozialdienst von sich aus die Patienten vor der Entlassung kontaktiert. Und natürlich haben sie auch mit Türken zu tun und helfen beispielsweise beim unkomplizierten Beschaffen oder Ausleihen eventuell notwendiger Hilfsmittel (Rollstühle z.B. werden öfters gebraucht, pflegegeeignete Betten usw. ebenso), beim Organisieren von Pflegediensten (kein Mensch kann einen Schwerstkranken auf Dauer rund um die Uhr pflegen!), nötigen Anträgen und so weiter.

Natürlich kann man sich auch erst zu Hause und im Alleingang darum kümmern, aber warum erst mühselig alle Details selbst rausflöhen (müssen), statt gleich vor Ort vorhandene Möglichkeiten zu nutzen, die einem das Leben bedarfsweise wirklich erleichtern und für einen nahtlosen Übergang sorgen?

Jedenfalls gehe ich mal davon aus, dass es entsprechende Gespräche gegeben hat. Falls nicht, würde ich das nachholen.


Das sehe ich auch so.
 

Ottoman

Well-Known Member
AW: Geh bitte Sterben

Gestern ist er im Krankenhaus rumgelaufen, weil es ihm viel besser ging. Besser ging es ihm, weil er eine weitere Bluttransusion erhalten hat. Aber auch nur, weil man ihm die Möglichkeit geben wollte nach Hause zu gehen. Das hat uns seine Tochter erzählt. Der Grund für seinen aktuell schlechten Zustand: Man hat ihn über die Feiertage nicht für Dialyse und Bluttransfusion aufgenommen. Somit war 8 Tage ohne Dialyse und Bluttransfusion zu Hause.

Kann das alles sein? Ich steh irgendwie im Wald. Die Tochter wird uns keine Geschichten erzählen; Die sind eh alle aufgelöst.
 
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