AW: Gibt es die richtige Zeit für eine Schwangerschaft?
Also vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen, wir haben ja auch einige Mamis hier oder welche, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, mal Mama zu werden. Ich weiss ja nicht, wie es euch geht, aber auch wenn es heutzutage viel Unterstützung für schwangere Frauen gibt um nicht ganz aus dem Beruf zu kommen, ist das bei mir nicht so einfach und ich werde mich eines Tages entscheiden müssen, entweder Kinder oder Karriere. Ich habe eine Position, die mich wirklich ausfüllt, viel Verantwortung, tolle Mitarbeiter, ein Team von rund 20 Leuten, viel Freiheiten, rundum, der Karriere auch in die nächste Ebene steht nichts im Wege, ich habe auch tolle Angebote. Aber: Ich bin nun 27, sehr glücklich verheiratet und denke ab und an auch mal drüber nach, dass ich eigentlich nicht erst mit 35 Kinder kriegen möchte sondern vorher. Mein Mann ist wesentlich erfolgreicher, viel beruflich unterwegs, wenn wir Kinder hätten, könnte ich nicht weiterarbeiten, meine Karriere als Führungskraft könnte ich an den Nagel hängen. Kinder sind dennoch für mich wichtiger, nun spreche ich ja nur für mich persönlich, aber generell, könnt ihr dieses Hin- und Hergerissen fühlen verstehen? Wie habt ihr euch entschieden? Könnt ihr mir mit Erfahrungswerten helfen?
Liebe Inada,
ich kann dich sehr gut verstehen: es ist sehr schwierig, da eine gute Lösung zu finden, zumal du ja auch schreibst, dass dein Mann beruflich viel unterwegs ist.
Heutzutage gibt es ganz gute Möglichkeiten, Kinder und Beruf zu vereinbaren, ich denke da mal an verbesserte Kinderbetreuung etc.
Ich hab jetzt aber absichtlich "Beruf" und nicht "Karriere" geschrieben.
Solange das Kind noch sehr klein ist, ist es meiner Erfahrung nach besser, wenn man mal eine Weile daheim bleibt, sonst bist du nur auf Fremdbetreuung angewiesen und ich weiß nicht, ob das so gut für das Kleine ist.
Später kann man ja stunden- oder tageweise arbeiten. Es ist zwar stressig, tut aber auch gut, mal rauszukommen und nicht bei den drei K´s (Kinder, Küche, Kacke) hängenzubleiben.
Richtig Karriere machen geht aber unter diesen Umständen nur sehr schwer, außer du bist jemand wie unsere Familienministerin v.d.Leyen, die wohl ein ganzes Heer an Kindermädchen und Haushaltshilfen beschäftigen muss.
Ich weiß natürlich nicht, was du von Beruf bist - das musst du selber abschätzen können.
Bedenken muss man bei der ganzen Sache auch, dass Kinder gerne zu den unmöglichsten Zeiten krank werden und auch später ziemlich oft Ferien haben. Für solche Außerplanmäßigkeiten ist es ganz gut, sich ein Netzwerk aufzubauen (Oma, andere Mütter in ähnlicher Situation...)
Ich habe zwei Kids, die mittlerweile schon fast erwachsen sind (19 und 17).
Insgesamt war ich fast 6 Jahre nur daheim, als mein Sohn in den Kindi kam, hab ich wieder angefangen zu arbeiten.
Im Nachhinein finde ich es gut, dass ich in dieser Zeit für die Kids da war, ich muss aber sagen, dass ich als "Nur - Mutter und Hausfrau" nicht immer sehr glücklich war. Ich hab mich zwar oft mit anderen Müttern getroffen, aber diese "Pampers-Gespräche" gingen mir doch oft auf den Geist...
Als ich dann wieder zu arbeiten begann (ich bin Lehrerin und habe mit einem halben Lehrauftrag begonnen), war ich einerseits glücklich, dass ich auch wieder meinen eigenen Bereich hatte, andererseits war es besonders zu Beginn sehr stressig. Aber da muss man einfach ein bisschen Mut zur Lücke haben. In erster Linie sollte es meiner Familie gutgehen, in der Schule sollte es auch so einigermaßen laufen und der Haushalt kam dann an dritter Stelle :wink:. Und: was auch noch sehr wichtig ist: man sollte sich selbst auch nicht vergessen!!!
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Gedanken ein bisschen weiterhelfen.
lg gül