"Haustürken" a la Pirincci und Kelek

Du willst Beweise dafür haben, dass das symbolische Tragen eines Kleidungsstückes mit einer "gewissen Einstellung" einhergeht? Wenn es eine gewisse Einstellung nicht gäbe, würden sie das wohl kaum der Symbolik wegen tragen, oder?

Vielleicht noch gesellschaftlicher Zwang, wenn wir beim Kopftuch sind.


jede Kleidung spiegelt eine innere Einstellung wieder, sportlich, punk, asozial, nazi, tussi...
was spiegelt dich wieder???

klar ist bestimmt Zwang so ein Kopftuch. Das muss es sein, weil du es nicht tragen würdest, würde es natürlich keine andere gerne tun. Das das auch ein Zeichen von Emanzipation sein kann, würde dir im Traum nicht einfallen!
 
Du willst Beweise dafür haben, dass das symbolische Tragen eines Kleidungsstückes mit einer "gewissen Einstellung" einhergeht? Wenn es eine gewisse Einstellung nicht gäbe, würden sie das wohl kaum der Symbolik wegen tragen, oder?

Vielleicht noch gesellschaftlicher Zwang, wenn wir beim Kopftuch sind.
Momentchen. Dass ein auf eine bestimmte Weise gebundenes Kopftuch ein Indiz für eine bestimmte Interpretation eines bestimmten Koranverses (Sure 24, Vers 31) über die angemessene Garderobe einer Frau ist, betreitet kein Mensch.

Alle weitergehenden Schlüsse auf die Ansichten Kopftuch tragender Frauen zu allen möglichen Themen sind aber Spekulation. Der Rückschluss: Die Frau trägt ein Kopftuch, also ist es kein Wunder, dass sie Necla Kelek als "Haustürkin" bezeichnet, ist nicht zulässig, solange sich der Zusammenhang anhand der Ausführungen der Autorin nicht belegen lässt.

Wirft sie Kelek vor, dass sie sich nicht "bedeckt"? Argumentiert sie religiös? Und selbst wenn sie religiös argumentierte, hieße das nicht viel, denn es gibt auch religiöse Frauen, die kein Kopftuch tragen, weil sie besagten Koranvers, s.o., anders verstehen.

Also lass das Outfit außen vor.
 
Das das auch ein Zeichen von Emanzipation sein kann, würde dir im Traum nicht einfallen!

Wie bitte? Das Kopftuch (und ich meinte nicht das Kopftuch als modisches Accessoire oder das Anatolische Kopftuch), ist vom Statement das Gegenteil von Emanzipation. Es sagt im Grunde aus, dass man sich durch irgendetwas gezwungen fühlt das Ding anzuziehen, jeden Tag, immer wenn man das Haus verlässt. Es wegzulassen ist keine Option. DAS ist keine Emanzipation!

Natürlich muss das nichts grunssätzlich schlimmes sein, das soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber man soll nicht von anderen Menschen verlangen oder erwarten sowas als völlig neutral anzusehen.
 
Momentchen. Dass ein auf eine bestimmte Weise gebundenes Kopftuch ein Indiz für eine bestimmte Interpretation eines bestimmten Koranverses (Sure 24, Vers 31) über die angemessene Garderobe einer Frau ist, betreitet kein Mensch.

Doch, das bestreite ich nach wie vor. "Bedecken" heisst nicht "Ein Kopftuch auf bestimmte Weise tragen." das wurde über die Jahrhunderte von der patriarchischen Gesellschaft dazugedichtet.


Wirft sie Kelek vor, dass sie sich nicht "bedeckt"? Argumentiert sie religiös? Und selbst wenn sie religiös argumentierte, hieße das nicht viel, denn es gibt auch religiöse Frauen, die kein Kopftuch tragen, weil sie besagen Koranvers, s.o., anders verstehen.

Das mag sein. Aber das geht schon über die selbstständige Idee "Das Kopftuch steht für eine gewisse Einstellung." hinaus.

Um das Ganze mit meinem Beitrag zu verbinden: Ich muss sagen, dass der Artikel von Gülümsay doch sehr gezwungen Emanzipiert geschrieben ist. Dass diese Aussagen von Sarrazzin und Necla völliger Bullshit sind, sollte jedem Menschen mit einem Funken Verstand klar sein. Dass sie die Notwendigkeit sieht dazu diesen pseudointellektuellen/emanzipierten Quark zu verfassen, ist psychologisch doch sehr interessant.

Letzlich würde ich persönlich einfach sagen: Ein Artikel den man nicht lesen muss. Die Intention ist ziemlich sicher damit eine bestimmte Zielgruppe zu "füttern", zu der hier scheinbar einige gehören.
 


Ich habe mir jetzt auch einmal andere Artikel von ihr angelesen (wohlbemerkt nicht durchgelesen). Ihre Artikel sind in keinster Weise so neutral wie der Wikipedia Artikel beschreibt. Sie bemüht sich offensichtlich um einen Dialog und um Alternativen, dabei entschärft sie aber auch Dinge, die man besser nicht entschärfen sollte, ein Beispiel:

http://www.taz.de/Kolumne-Das-Tuch/!95524/

„Ich will vermitteln“, sagt Nurhan und wird dabei zerrieben. Da sind die Lehrer, die über die „Islamisierung“ der Schule schimpfen und spöttisch über die muslimischen Schüler herziehen, und die Klassenkameraden, die Nurhan vorschreiben wollen, wie sie den Islam zu leben habe. „Aber die Salafisten haben auch viel Gutes gemacht“, sagt sie. „Sie haben viele von der Straße und aus der kriminellen Szene geholt. Sie haben ihnen Zusammenhalt geboten, wie eine Familie.“ Statt die Salafisten zu kritisieren, müssten die übrigen Muslime eine Alternative anbieten, sagt sie. Bis dahin werde sie sich zerreiben lassen müssen.

Dazu sollte man anmerken, dass dies der letzte Absatz in dem Artikel ist. Das halte ich für gefährlich das so stehen zu lassen.

Ich denke: Die Frau meint es gut, aber sie ist geblendet. Sie geht bei der Verteidigung ihrer Wurzeln, Kultur und Religion zuviele Kompromisse ein.

Ansonsten kann ich den Artikeln nicht viel Nährwert entnehmen. Vielleicht hätte man bei der Bezeichnung "Bloggerin" bleiben sollen. Kolumnistin vielleicht noch. Journalismus ist das aber nicht mehr. Dafür verteidigt sie zuviel und berichtet zu wenig.
 
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