find ich super! und sehe ich genauso...ist die Liebe weg, dann vergeht auch die angebliche Lust an der fremden Kultur. Beobachte ich real auch immer wieder.
Ist ne ehrliche Meinung. Daumen hoch...und auch mein Interesse an Libanon ist nach dem Libanesen wieder erloschen. Normal. 8)
Das klingt ja schrecklich. Reaktivität pur...:shock:
Nicht wahr!? Ich hoffe mein nächster Freund ist Chinese oder sowas abgefahrenes...Da gibts bestimmt noch einiges zu lernen....
Nicht wahr!? Ich hoffe mein nächster Freund ist Chinese oder sowas abgefahrenes...Da gibts bestimmt noch einiges zu lernen....
Ehrlich? Ja und das ist natürlich gut.
Normal? Kommt darauf an, was man darunter versteht. Völlig wertfrei betrachtet ist diese Reaktivität sicherlich die Regel.
Super? Finde ich nicht, ich finde das eher schlecht. Diese Beeinflussbarkeit finde ich sogar ziehmlich erschreckend.
Es bestätigt meinen Eindruck, dass Gedanken und Gefühle, Meinungen und Überzeugungen bis hin zum Bewusstsein der persönlichen Identität bei den meisten ausschliesslich vom Bedürfnis nach Zugehörigkeit mit anderen gesteuert werden, deren Gedanken und Gefühle übernommen werden, weil man sie teilen will. Man erlebt fremde Lebensprogramme, entwickelt entsprechende gleichartige Denk- und Fühlgewohnheiten und hält das am Ende für sich selbst.
Bei Kindern ist das normal. Man nennt das Prägung und Konditionierung.
So entsteht ja auch das Gefühl von nationaler- Religions- und Kulturverbundenheit.
Je weniger bedingungslos Kinder geliebt und angenommen werden, desto grösser ist ihr Mangelbewusstsein und desto stärker ist ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Entsprechend extrem ist je und je die Fokussierung auf das, was von anderen vermittelt wird, im guten, wie im bösen und ganz gleich worum es geht.
Die meisten Menschen sind weitestgehend abhängig.
Erwachsene sollten irgendwann unabhängig werden und damit anfangen, ihr eigenes Programm zu schreiben. Das ermöglicht einen unabhängigeren, proaktiveren Zugang zum Leben und den Menschen. Man kann sich ganz unterschiedlichen Dingen seelisch und geistig öffnen, sie kennen und lieben lernen, ohne deshalb irgend etwas von sich zu verlieren. Man kann auch ohne äussere Beeinflussung durch Dritte erkennen, was einem gefällt und was nicht. Und wenn man von anderen beeinflusst wird, was ja an sich weder gut noch schlecht ist, erkennt man das schon, während es geschieht und bleibt in gewisser Weise "frei". Man wird auf jeden Fall selbständiger und unabhängiger von Anderen.
Ich glaube das reimst du dir jetzt so zusammen, wir es in deine Philosopie passt.
Tatsächlich war der Haken an der ganzen Sache aber, dass ich eben nicht so beeinflussbar war. Sonst wäre ich jetzt mit ihm verheiratet und in seiner Welt angekommen. Er hat für eine längere Zeit mein Interesse an dem Land und seiner Kultur geweckt ja. Ich habe mich mit Leidenschaft mit diesen Themen auseinander gesetzt. Bin in gewissen Dingen für sie eingetreten, aber habe viele auch strickt abgelehnt. Aber ich habe nie aufgehört alles zu hinterfragen und konnte mich nie in dieser Kultur fallen lassen. Deswegen war es absehbar, dass es irgendwann früher oder später in die Brüche geht.
Und in meiner Sehnsucht wünschte ich mir oft, ich wäre so beeinflussbar (für wie du mich hälst) gewesen und würde jetzt mit Anne in der Küche stehen und kochen und der Flug nach Istanbul im Juni wäre schon gebucht.
Tatsächlich aber hat irgendetwas in mir 4 Jahre degegen gesteuert. Am Ende hat es mich wohl trotzdem irgendwie bereichert. Denn ich habe vier Jahre lang mit Leidenschaft über die kulturellen, politischen und religiösen Eigenheiten dieses Landes diskutiert und meinen Horizont erweitert. Und viele interessante Leute kennengelernt, die sich ebenso mit dem Thema befassen.
Aber ja, jetzt ist es eine Weile vorbei und ich merke, dass auch mein Drang mich mit diesen Dingen auseinander zu setzen nachlässt. Es gibt noch so viele andere Länder, Themen, Sprachen, Religionen, Ansichten usw. zu entdecken. Und ich hoffe irgendwann wird irgendwas auch mal meine Identität einnehmen. Ich sehne mich nämlich nach Dazugehörigkeit. Ich möchte mich irgendwann fallen lassen können und ein Stück weit meine Unabhängigkeit aufgeben können. Für etwas oder jemandem, bei dem es sich richtig anfühlt. Ich möchte mich selbst in etwas/jemandem wiederfinden. Da hast du recht. Nur deine Wertung - dass das etwas negatives ist - teile ich nicht.
Ich bin aus reinem Interesse hier.
Gibt ja durchaus ein paar cleverlis hier.![]()