AW: Ich und Ich
Religion was an attempt to pin down the Divine.
ein zitat aus einem wunderbaren buch von tom robbins, das den nagel auf den kopf trifft.
gott ist größer als jede religion, in die wir versuchen ihn hineinzuzwängen.
von daher finde ich ist religion und alles, was der mensch als religion für sich und seinen eigenen glauben versteht, nichts anderes als der versuch gott greifbar und verständlich zu machen, wenn nicht sogar ein stück weit "menschlicher".
die religion vermittelt uns, wie wir zu glauben haben und in welcher art und weise, was zu tun ist um am ende des lebensweges ins paradies einherzugehen und auch, was passiert, wenn wir doch einen anderen weg einschlagen.
also ist religion eine massenbewegung des glaubens mit system.
der gläubige mensch tut sein möglichstes um nicht gottes zorn auf sich zu ziehen und das tut er meist, in dem er sein wort so gut es geht befolgt.
der koran z.b. ist nicht nur ein buch des glaubens und des gebets, sondern auch als lifeguide zu verstehen.
"lebe den koran nach bestem gewissen und du wirst das paradies betreten."
die menschen brauchen den glauben an gott um einen sinn im leben zu finden und im chaos des lebens nicht unterzugehen, auch um den tod nicht fürchten zu müssen.
selbst jene, die nicht an gott glauben und die religionen als humbug abtun, brauchen gott für ihre antithesen.
Ich richte mich nach dem Menschen, nach dem, der in der Camii oder der Kirche war und im nächstem Moment auf der Strasse mir begegnet oder in dessen Laden ich zum einkaufen gehe.
Also ein Mensch wie du und ich, aber ein religiöser, der an das Paradies und die Hölle glauben mag.
Aber er kann hässlich sein, er ist über andere Menschen erzürnt, kurzum ein Unmensch.
Du und ich wollen ja nicht für jeden den richtigen Weg zeichnen, aber wir leben nun mal gemeinsam auf dieser Erde, in dieser Zeit und ich maße mir an, solche religiösen Menschen als Maßstab für einen Teil und den größten Teil der Menschheit zu nehmen.
Sie schaffen es nicht menschlich zu sein.
Gibt dies mir das Recht, mich als was besseres einzustufen?
Nein, aber ich habe in dem Wechselspiel mit der Umwelt einen reinen Gewissen, der mich umso bodenständiger, Erdverbundener macht ohne dabei in einer Kirche oder Moschee gebetet zu haben.
Ich schlage keinem vor der Nase die Tür zu, lasse sich beeilende Menschen vorbei und kann auch mal beim vorbeigehen an einem Menschen, seine zur Boden fallenden Regenschirm gerade noch auffangen.
Kurzum ich versuche im Einklang mit ihnen zu leben, ohne sie mit eigenen Dogmen zu belasten.
Aber ich sehe nicht darüber hinweg, dass der Mensch sich an die Religion wie an einem Strohhalm klammert.
Es kann nicht angehen, dass wir voreinander die Augen schließen und uns in die Bücher vertiefen, mit der Hoffnung auf das Paradies.
PS: Ich lebe sehr bescheiden und das ist auch gut so.
Ich wähne mich weniger belastet zu sein, weder durch Güter noch durch Religion und auch nicht durch Dogmen.