Ist die Republik Türkei mittelbar bedroht?

eruvaer

Well-Known Member
Zur Erinnerung ... da war doch was? Endlösung? Namibia, Türkei, Deutschland?
Madagaskar ist viel zu klein, um alle dorthin zu deportieren. Billiger ist vor Ort.

Edit: manchmal befürchte ich, daß es an optischer Vorstellungskraft fehlt. Es ist immer leicht, aus der Ferne zu liquidieren. Sich so etwas anzuschauen, ist ganz anders. Daher sorgten die Nazis auch dafür, daß die Mitte der Gesellschaft vom Anblick verschont blieb.
wäre eh viel einfacher alle mit derartigen Wünschen...und Nazis...in Nazistan zusammenzufassen, dann würd sich das Problem von allein lösen ;)




(das ist jetzt nicht ernst gemeint, falls das wer meint)
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Das ist auch Liquidations-Rhetorik.
Die Türken sind nicht dämlich, sondern haben große politische Probleme und möglicherweise eine Regierung im Amt, welche den Problemen nicht gewachsen ist. So etwas schürt unbedachte Äußerungen der Enttäuschten, die sich zunächst erst einmal auf einen Sündenbock stürzen. Diese Phänomene kannst du in jeder modernen Gesellschaft beobachten. Also das Massenbewußtsein ist in der Regel ziemlich dämlich, Ethnien dagegen nicht. Wer sich ethnisch äußert, argumentiert rassistisch.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Mal eine Frage: was fällt euch denn ein, wenn ihr darüber nachdenkt, wie der Bürgerkrieg im Südosten der Türkei für immer und ewig beendet werden kann? Ein politische Bekenntnis der türkischen Kurden zur Türkei (welches m. E. vorliegt in Gestalt der HDP)? Eine Auflösung der PKK? Militärische Endlösung? Halbautonomie, vergleichbar mit dem Freistaat Bayern und Sachsen?
 

Skeptiker

Well-Known Member
Mal eine Frage: was fällt euch denn ein, wenn ihr darüber nachdenkt, wie der Bürgerkrieg im Südosten der Türkei für immer und ewig beendet werden kann? Ein politische Bekenntnis der türkischen Kurden zur Türkei (welches m. E. vorliegt in Gestalt der HDP)? Eine Auflösung der PKK? Militärische Endlösung? Halbautonomie, vergleichbar mit dem Freistaat Bayern und Sachsen?
Ja, eine föderale Struktur wäre eine Lösung, aber als ich solch einen Gedanken mal äußerte, sahen alle gleich das Ende der Türkei.....warum auch immer.

Eine bessere Lösung wäre aber eher eine Autonomie nach der Art Grönland o.ä. oder eine Struktur wie im Vereinigten Königreich.

Wenn uns eins die Geschichte gelehrt hat, ist Dialog/Verhandlungen das beste Mittel, um das Problem zu lösen. Mit Bomben, Razzien und Willkür verschärft man es eher als es zu lösen!
 

beren

Well-Known Member
....
Das Reform-Paket gleicht einer Amnestie. Das Paket würde nicht nur zur Beendigung des Blutvergießens führen, sondern möglicherweise auch PKK-Chef Öcalan die Freiheit schenken. Von einem Frieden zwischen der Türkei und der PKK könnte Erdoğan als größter Profiteur hervorgehen. Denn dann würde er auch die Stimmen der PKK-nahen Kurden sammeln können.

Auch mehr Autonomie hat Erdoğan den Kurden versprochen. Im Gegenzug hatte Öcalan auf einen unabhängigen Kurdenstaat verzichtet. Gegen eine föderale Lösung bezüglich der Südost-Türkei hat Erdoğan keine Einwände. Offenbar ist das der einzige Weg, um zum aktuellen Zeitpunkt einen unabhängigen Kurdenstaat zu verhindern.

Erdoğan will mit dem Versprechen des Föderalismus die kurdischen Wählerstimmen für sein angestrebtes Präsidentenamt gefügig machen. Allerdings birgt die Idee des Föderalismus in der Türkei eine Gefahr: Im Zuge der wirtschaftlichen Integration des Nordirak könnte zunächst eine türkisch-kurdische Föderation entstehen.

Doch ein Erstarken des kurdischen Nationalismus wäre die Folge. Spätestens dann würden sich die Kurden stark genug fühlen, um ihre Unabhängigkeit auszurufen. Die Bürger der Türkei befürchten schon heute jugoslawische Verhältnisse.


http://deutsche-wirtschafts-nachric...erchtet-spaltung-erdogan-umwirbt-die-kurden/#



2014


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NeoAslan+

Well-Known Member
...Während die USA die YPG als „starken Partner“ bezeichnen, hat die Gruppe im Januar in einem Video zu weltweitem Terror gegen die Türkei und türkische Einrichtungen aufgerufen....

İn Syrien laesst man die PYD kaempfen und provoziert so die Türkei. Diese "nette" PYD, die erst vor ein paar Tagen zum welweiten Terror gegen die Türkei aufgerufen hatte.

In dieser Angelegenheit kann ich die Bedenken der türkischen Regierung verstehen, denke aber auch, dass man selbst die USA verstehen kann, hinsichtlich der derzeitigen Kriegslage in Syrien.

Vielleicht hat es auch mittelfristigere Gründe, warum es nun zu einer Aussprache diesbezüglich kommen sollte.

Ich sehe darin" no big deal"! ..und für die YPG/PYD würde ich mich nicht mit Washington streiten.


Es gibt auch Neuigkeiten, zumindest was die Meldungen angeht und tendenziell aufschlussreich sein könnten:

"Republikaner kritisieren Unterstützung der syrischen Kurden
Auch demokratische Abgeordnete machen sich für die Türkei als starken Staat an der Nato-Südflanke stark und fordern die Aufnahme in die EU...

...Gemischte Botschaft aus Washington

Der Druck auf die USA scheint nun zu wachsen, zumal im Konflikt zwischen Russland und den USA der Türkei geopolitisch eine wichtige Rolle auf der Südgrenze der Nato zukommt. Vor dem Streitkräfteausschuss des Senats räumte US-Verteidigungsminister Carter nun erstmals auf eine Nachfrage des rechten, als Präsidentschaftskandidat gescheiterten republikanischen Senators Lindsey Graham ein, dass es Verbindungen zwischen der PKK und der PYD und der YPG gebe. Die PKK sei auch für die USA eine Terrorgruppe, aber Ankara habe eigentlich nichts gegen die amerikanische Unterstützung der Kurden. Zudem stehe man in engem Kontakt zu den Türken.

Graham widersprach der offensichtlich falschen Darstellung und erklärte, die türkische Regierung sei gar nicht glücklich über die Unterstützung einer Terrorgruppe: "Sie denken, das ist die dümmste Idee der Welt, und ich stimme dem zu." Carter hatte zuvor von der Unterstützung der "lokalen Partner" in Syrien gesprochen. Graham unterstützt die türkische Forderung nach einer Sicherheitszone...

...
Republikanische Abgeordnete drängen darauf, gegen Assad vorzugehen
Im Streitkräfteausschuss des Senats machte dessen Vorsitzender, der republikanische Senator John McCain, derweil klar, dass Washington weiter von den Rechten dazu gedrängt wird, militärisch gegen die syrischen Streitkräfte von Assad vorzugehen - und damit natürlich auch den Konflikt mit Russland gefährlich zuzuspitzen. McCain sagte, er hasse auch den IS, aber nicht er habe nach dem Zusammenbruch des Waffenstillstands nicht "mindestens 300.000 Menschen getötet", sondern Assad. Woher er auf die Zahlen kommt, sagte er nicht. Er fragte Verteidigungsminister Carter und General und Stabschef Dunford, was sie zu tun gedenken. Die beiden blieben noch konform mit dem Weißen Haus und erklärten, zentral sei die Bekämpfung des IS.
Der republikanischer Senator Roger Wicker ging weiter und wollte von Dunford wissen, ob denn das US-Militär die Luftwaffe von Assad vernichten könne, die für den Großteil der zivilen Opfer verantwortlich sein. Dunford antwortete mit Ja, worauf Wicker fragte, warum "wir" das nicht schon getan hätten: "Wir haben dem syrischen Regime nicht den Krieg erklärt, Senator", antwortete Dunford. Hintergrund ist, dass die Republikaner schon lange eine größere militärische Intervention der USA in Syrien verlangen...

Türkei ist das Tor der Nato zum Nahen Osten
Auch Abgeordnete der Demokraten üben im Hintergrund Druck auf Washington aus, sich stärker hinter die Türkei zustellen und damit auch Druck auf die EU auszuüben. So sagte der demokratische Abgeordnete Gerry Connolly während einer Veranstaltung des Atlantic Council am Dienstag, die Türkei spiele auf der Südflanke der Nato eine wichtige geostrategische Rolle für das Bündnis, was die Konflikte im Nahen Osten und die Position gegenüber Russland betrifft: "Wenn man eine wackelnde Region mit einem strategischen Alliierten stabilisieren will, dann müssen wir sie auf den Weg zum EU-Beitritt bringen. Es ist in jedermanns Interesse, dass sich die Türkei mit Europa und der EU verbindet." Die Türkei müsse in der Lage sein, sich gegen Russland in einer "Position der Stärke" zu stellen. Die Türkei sei schon lange "das Tor der Nato zum Nahen Osten".

Connolly sieht im EU-Anschluss, der zwar mit dem EU-Deal beschleunigt werden soll, wohl eine Möglichkeit, den auch von ihm konstatierten "antidemokratischen und autoritären" Kurs der Türkei unter Erdogan zu beeinflussen. Allerdings dürfte viele EU-Mitgliedsländer verärgert auf den Druck seitens Washington reagieren. Während der gestrigen Debatte im EU-Parlament wurde von Abgeordneten deutlich kritisiert, das der EU-Türkei-Flüchtlingsdeal Grundrechtsverletzungen und Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei decke, viele stellten auch die rechtliche Grundlage des Deals selbst in Frage.

Die türkische Regierung wird offensichtlich weiter hart gegen die Kurden vorgehen. Ilnur Cevik, ein Berater von Erdogan, stellte klar, dass es mit der PKK keine weiteren Verhandlungen mehr geben werde. Erdogan sei entschlossen, die PKK endgültig zu vernichten: "Erdogan ist entschlossen, die PKK weiter überall in der Türkei auszurotten und mit der PKK ein für alle Mal zu Schluss zu machen."

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/48/48109/1.html

Ein sehr ausführlicher und detaillierter Bericht zum derzeitigen Stand der Dinge, der m. E. sehr gehaltvoll ist an Informationen.

Zum letzten Absatz hoffe ich, dass die türkische Regierung auch die Ruhe findet und die richtigen Mittel ihre rechtsstaatlichen Partner für eine weiter ausgedehnte Bekämpfung des extremistischen Terrors gewinnen kann und dies auch in der EU, insbesondere Deutschland effektiver umgesetzt wird.

Die Stationierung einiger Raketen-Systeme (HIMARS) zur Sicherung des Grenzgebietes zu Syrien ist wohl begrüßenswert.
 

NeoAslan+

Well-Known Member
Türkei

Immunität von Abgeordneten wird aufgehoben


"Gegen zahlreiche Parlamentarier soll in der Türkei ermittelt werden. Der erste Schritt zur Aufhebung ihrer Immunität wurde getan. Betroffen ist vor allem eine Partei.

...Laut Anadolu sind 136 von 550 Abgeordneten betroffen. Dabei drohe 50 der 59 HDP-Abgeordneten die Aufhebung der Immunität. Die übrigen Abgeordneten verteilen sich auf die anderen drei Parteien im Parlament - hinzu kommt eine parteilose Abgeordnete. Unter anderem drohen den HDP-Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag Strafverfolgung wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Volksverhetzung. Sollte ein Gericht die Abgeordneten in letzter Instanz verurteilen, würden zugleich ihre Parteien diese Sitze im Parlament verlieren...

...„Wir wollen deutlich machen, dass der Kampf gegen den Terrorismus auch solche umfasst, die im Schutz der Immunität Terrorismus unterstützen.“...​


Quelle: http://www.wiwo.de/politik/europa/tuerkei-immunitaet-von-abgeordneten-wird-aufgehoben/13537784.html

Ich denke der Türkei steht noch viel Arbeit bevor, insofern eine Ausmerzung des Terrorismus-Milieus nachhaltig und umfassend sein sollen und ich hoffe es wird auch gelingen.
 
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