Kindersex in der (katholischen) Kirche

außerdem spielt die Geschichte nicht in Europa, aber die Eltern von Maria, namens Anna und Joachim haben keine typischen Namen die im Orient gebräuchlich waren. Maria und Josef waren auch schon europäisch. Seltsam.
Anna weiß ich jetzt nicht, aber Maria/Mirjam, Joachim („der Aufgerichtete“) und Josef sind europäisierte hebräische/biblische Namen. Cat Stevens nennt sich heute Yusuf.
 
Das Problem mit der Bibel, näherhin des Neuen Testamentes, ist, daß sie schon sehr alt ist, in einer vollkommen anderen Geistes- und Religionswelt geschrieben wurde, als wir heute leben.

Jungfrauengeburt. Ich habe mir das noch einmal auf Wikipedia angesehen, damals nicht unüblich. Platon dichteten die alten Griechen eine jungfräuliche Geburt an, die Perser Alexander dem Großen. Beide waren von Göttern gezeugt. Wenn Jesus wirklich so toll gewesen sein soll, dann mußte er mindestens dieser Liga sein.

Die Bibel will ja keine Geschichte schreiben im Sinne der Historie, im Sinne eines Herodot, Tacitus, Flavius Josephus. Sie ist keine Geschichtswissenschaft, will nicht herausbekommen, wie es eigentlich gewesen. Sie will Geschichten erzählen, welche Erfahrungen letztlich die Gemeinden mit dem Auferstandenen machen. – Natürlich kann man auch aus Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil" versuchen, etwas über den historischen Dr. Johann Faust zu erfahren, der ungefähr zu Martin Luthers Zeiten in Wittenberg sein Unwesen getrieben hat. Oder Schillers "Wallenstein" abklopfen auf den Feldherrn des dreißigjährigen Krieges. Das aber ist nicht der Sinn dieser Werke, wie wir auch aus der Bibel nur beiläufig erfahren über den historischen Jesus.

Heute ist natürlich dann schwierig, diese alten Geschichten in eine andere, aufgeklärte, moderne Zeit hinein zu übersetzen. Was damals den einfachen Leuten durchaus geläufig war, ist uns Heutigen völlig unverständlich.
 
… eine Empfängnis ohne Sex. Nur wie soll das gehen. Nirgendwo steht das Gott Maria jemals körperlich berührt hat. Gott ist ja unsichtbar, wurde nie jemals von jemandem gesehen und hat Engel als Boten benutzt. Er ist nur eine Stimme aus dem Himmel oder irgendwo her.
Der Koran löst das so: Gott spricht sein "Es werde", und es wird. Am Anfang der Bibel steht "Und Gott sprach: 'Es werde Licht.' Und es ward Licht." Im Koran spricht Gott: "Es werde Jesus." Und es ward Jesus.

Eine wunderbare Interpretation vom ersten Kapitel des Johannesevangeliums: "… und das Wort wurde Fleisch." Nämlich hier das Wort "Es werde".

Nur eben ganz anders als im Christentum. Der Koran wendet sich hier eindeutig gegen das Nicäno-Konstantinische "Große" Glaubensbekenntnis von 451:
Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:


Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;

durch ihn ist alles geschaffen.
Den letzten von mir markierten Artikel greift der Islam scharf an als "Beigesellung", ärgste nur denkbare Sünde. Um Jesus auch nur gar nicht in die Nähe zu rücken eines zu verehrenden Geistwesens, dem Logos (Wort) der griechischen Philosophie, wird er auch nicht, wie im Johannesprolog und eben in diesem Glaubensbekenntnis, vor aller Zeit geschaffen, sondern erst in der Verkündigung zu Maria.

Die christliche Version geht so (Lk 1,26–38):
Der Engel Gabriel sagte zu Maria: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. … Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Hier ist es im Übrigen Maria, die die entscheidenden Worte spricht, das "es werde": mir geschehe, wie du es gesagt hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
maria,,,ich behaupte, dass es viele des gleichen Schlags unter uns verweilen, nur weniger dogmatisch bzw. ohne Anhänger die daraus ein Dogma machen.
Historisch belegt sind religiöse Bewegungen in Palästina, die sich in die jüdischer Tradition der Propheten stellten. Die Römer hielten sich (siehe der Verweis aufs Händewaschen des Pilatus) aus innerreligiösen Angelegenheiten der Juden raus. Die römischen Gerichtsakten, die vom Grundsatz her ziemlich sorgfältig Bericht erstatten, geben keine gesicherte Auskunft über die römische Hinrichtung eines Individuums, das sich Sohn Gottes nannte.
 
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