Lehrer-Schüler-Eltern

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Pädagogik ist bei Lehramtsstudiengängen an den Unis ja auch nur Wahlfach, alternativ zu Psychologie, falls ich das richtig mitgekriegt hab (...). Kann sein, dass sich das inzwischen geändert hat, das wäre echt gut.
Das Studienfach heißt Pädagogische Psychologie und dann gibt es noch AGD (Allgemeine Grundschuldidaktik).
In den wenigsten Fächern (zumindest ist das an der Uni-Frankfurt so) lernt man, wie man den Stoff an die Kinder weitergibt.
Man schreibt Aufsätze und Hausarbeiten über Johann Peter Hebel und andere Dichter. Man höält Referate über Neurolinguistik... nicht wirklich pädagogische Themen...
 
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Wollte noch gerne hinzufügen, neben der Schuluniform, dürfen sich die Kinder und Jugendlichen (Mädels) nicht schminken und keinen Nagellack tragen, die Rocklänge ist bestimmt und darf nicht gekürzt werden. Die Jungs müssen auch auf ihre Haare achten, lange Haare gehören auch nicht auf den Plan.

Auch sehr gut!

PS: Ich glaube mir werden im laufe der Tage, noch mehr Sachen einfallen :p
 
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Insbesondere sollte man sich auch klar sein, das eigentlich die Lehrer/innen für die Zukunft der Kinder maßgebend sind. Kinder verbringen die meiste Zeit in der Schule und mit ihrer Bildung, insbesondere kommen die Eltern eigentlich gar nicht wirklich dazu, ihre eigenen Erziehungsmethoden anzuwenden, gerade wenn Kinder nach der Schule noch einen Hort besuchen.

Genau deshalb kann ich nicht nachvollziehen, warum Eltern eine solche "Macht" über uns haben können!?
Ich sehe die Kinder oft länger am Tag als ihre eigenen Eltern. Ich erlebe sie täglich im Umgang mit anderen Kindern und anderen Lehrkräften und doch wird mir als Lehrerin oft deutlich gemacht, ich wüßte nicht, was das richtige (schulisch gesehen) für das Kind ist.
In diesem Jahr werden wir die Vorbereitungen dazu treffen zur Ganztagsschule zu werden, dann wird der Kontakt noch enger... ob sich dadurch etwas ändert?

Die Kinder singen erst mal morgens die Nationalhymne entweder draußen oder in der Klasse, wenn die Lehrerin die Klasse betritt, stehen alle Schüler auf und begrüßen sie synchron.

Das macht meine Klasse auch. Abgesehen von der Nationalhymne. Ich stelle mir gerade den Tumult vor, der über mich hereinbrechen würde, wenn ich das tun würde!

In der ersten Klasse, werden die Kinder aufgeklärt was Hygiene ist, das sie sich erst mal die Hände waschen nach dem Essen und nach der Pause, gerade nach dem WC besuch, wird darauf wert gelegt. Folglich werden die Kinder aufgeklärt gegenüber dem Lehrer immer Respekt zu haben, einer der wichtigsten Grundregeln. Anschließend folgt auch die Aufklärung über Moral und Ethik und das alle Kinder Geschwister sind und keine Unterschiede gemacht werden sollen.
Genau so ist das bei uns an der Schule auch.
Und wenn sich alle daran halten und man es auch immer wieder hervorhebt, funktioniert das auch.

Zwischen den Hauptfächern, wie Mathe, Türkisch, Biologie,….usw. wird den Kindern auch der Einblick in die Kultur beigebracht. Hier müsste man jetzt wieder unterscheiden, zwischen staatlichen und privaten Schulen. Es gibt Folklore, es werden Yachttouren veranstaltet, es wird getöpfert, es gibt Gesangsunterricht (wo die Kinder zum Teil im Chor singen und wirklich Musik verstehen und lernen sollen), Kunstunterricht, Schulen bilden eigene Sportvereine und spielen gegen andere Schulen, es werden sehr oft auch in unter anderem in den staatlichen Schulen Wettbewerbe veranstaltet, in Gedichte schreiben, Kunst und Musik, auch andere Projekte. Es gibt Ballettunterricht, Tanzen und Darstellendes Spiel (Theater)
So weit das möglich ist, wird dass auch in Deutschland so gehandhabt. Das Problem sind die finanziellen Mittel. Wir haben dieses Jahr eine so knappe Stundenzuweisung, dass wir nicht eine einzige AG anbieten können.
Wir machen es trotzdem!

Ein anderes Beispiel; manchmal entscheiden die Lehrer und Kinder, in der Grundschule, wie der tägliche Speiseplan (das Pausenbrot) aussehen soll. Zum Beispiel entscheiden sie sich für Montag; ein Ei, ein Brot und ein Apfel. Es werden Lebensmittel ausgesucht die im normalen Haushalt zu finden sind, den Kindern wird hiermit erklärt, das jeder das gleiche essen soll und
auch in diesem Punkt keine Unterschiede gemacht werden. Ich muss dazu erwähnen das ich Beispiele in Istanbul nenne und es sehr individuell ist und es auch eine finanzielle Sache ist der Schulen.

Wie ich schon erwähnte ist es in meiner Klasse Gang und Gebe, dass die Kinder nur gesundes Frühstück mitbringen dürfen. Allein das ist bei uns schon schwierig genug, weil sich die Eltern früher oft damit begnügten den Kindern noch schnell was vom Bäcker zu holen. Viele Kinder machen sich morgens alleine fertig für die Schule, weil ihre Eltern schon zur Arbeit gefahren sind. Schokolade und andere Süßigkeiten gibt es nur zu Geburtstagen! ... und danach werden brav die Zähne geputzt! :)

Die Eltern, legen selber viel wert auf Respekt, Ethik und Moral und sind vorbehalten, das die Lehrer das richtige machen und mischen sich auch nicht so ein, wie es hier zum Teil der Fall ist.
Das Problem bei mir ist, das Menschen aus 14 verschiedenen Nationen oft unglaublich unterschiedliche Auffassung von Respekt, Ethik und Moral haben. So ist es leider nicht immer zu vermeiden mit den Eltern auf Konfrontationskurs zu gehen, wenn ich z.B. mitbekomme, das einem meiner Schüler zuhause der Mund mit Peperoni ausgewaschen wird weil er "Scheisse" gesagt hat....
Aber ich denke, mittlerweile haben die Eltern erkannt, dass ich die "Kids" ganz gut im Griff habe und die obengenannten Werte ganz gut vermitteln kann.

Deine Aussage, das die meisten nicht weiter kommen, weil die Eltern Arbeiterfamilien sind, ist für mich persönlich kein Argument,.. In der Türkei gehen Kinder zur Schule, wo Eltern Analphabeten sind, die Kinder erhalten von den Eltern keinerlei Unterstürzung, wie denn auch. Aber es wird ihnen vergewissert, das sie es einmal besser haben sollen als sie und das die Schule sehr wichtig ist.
Ich weiß auch nicht, ob es ein Argument ist, es ist viel mehr eine Tatsache.
Und die "Anekdote" von oben hat mir fast das Herz gebrochen!
Wer weiß wie viele Kinder so denken wie er?

Neben der Allgemeinen Bildung werden auch andere Sachen sehr ernst genommen, die ich oben genannt habe, der Lehrer übernimmt auch die Verantwortung der Erziehung.
Das sehe ich genauso!
Ganz wichtig auch "das Selbstständig werden" der Kinder! Hier rüber hat meine Referendarin übrigens ihre 2. Staatsexamensarbeit geschreiben! ;-)

Was ich persönlich und ich denke auch alle anderen sehr toll finden, ist das Atatürk sehr viel Wert auf die Kinder in der Türkei gelegt hat und er schenkte ihnen den 23. April, den Tag der Kinder. Es werden große Kulturfeste organisiert, alle Präsidenten in der Türkei überlassen den Kindern den Stuhl und viele Länder nehmen an diesem Tag dran Teil, außer Deutschland. Am folgenden Tag gibt es auch Schulfrei. Am 23. April 1920 wurde Atatürk zum Ministerpräsidenten gewählt und sagte; Kinder von heute und Regierende von morgen.
Toll!
Kinder an die Macht!
Wo soll ein Land enden, dass an der eigenen Zukunft spart?!
 
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Man schreibt Aufsätze und Hausarbeiten über Johann Peter Hebel und andere Dichter. Man höält Referate über Neurolinguistik... nicht wirklich pädagogische Themen...

Nee, nix gegen Hebel, aber in der Tat eher völlig praxisfern. Schade eigentlich. Aber das war in Kiel (wo ich überwiegend war) genau so, mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass spätere Grund- und Hauptschul- sowie Realschullehrer an der PH, und die Gymnasiallehrer an der Uni ausgebildet wurden. Und bis auf ganz, ganz wenige Abweichungen (wozu auch gehörte, dass Lehramtsstudis zwei und Magisterstudis drei Fächer belegen mussten) war der Stoff fürs Lehramt an der Uni haargenau der selbe wie bei Magister- und Promotionsstudiengängen. Völliger Quatsch. Die PH war in der Beziehung, glaub ich, wesentlich praxisorientierter, rangierte aber bei etlichen Studis mit Standesdünkel im Ansehen weit hinter der Uni... :roll:
Und an der Uni ging's, wie gesagt, in keiner Weise um die Vermittlung pädagogischer Fertigkeiten, das wurde so nebenbei abgehakt wie das (damals noch obligate) Latinum. Mit anderen Worten, das (ja doch eigentlich sehr konkrete) Ziel, Lehrer zu werden, dürfte für die Lehramtsstudis an der Uni eher eine Art nebulöse Fata Morgana am Horizont gewesen sein.. und ich bezweifle mal stark, dass die erzwungene Beschäftigung mit Linguistik oder ähnlichen "lebensnahen" Geschichten das entscheidend ändern konnte..

ps Interessanterweise lief es bei DAF, Deutsch als Fremdsprache, anders. Aber das war nur ein Anhängsel von Deutsch bzw. Germanistik und interessierte, so weit ich mich entsinnen kann, damals nur die Wenigsten; es galt als Orchideen-Wahlfach.
 
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ahm ich möchte nur mal kurz was zu schuluniformen sagen, man muss sich nur england angucken, da laufen die unterschiedlichen sozialen schichten trotzdem in unterschiedlich teuren uniformen rum, das bringt nicht viel der markenkampf bleibt.
 
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