lieben sie kinder mehr, als ihnen lieb ist?

Bei dem Täter sage ich ehrlich hält sich mein Mitleid in Grenzen, die Selbstjustiz befürworte ich trotzdem nicht. Wenn Kinder Opfer werden, nicht nur beim Missbrauch auch bei Gewalt un Verwahrlosung, geht es mir ähnlich wie Junimond, ich meine die Qual zu spüren.

Für das Opfer ist es glaube ich notwendig, irgendwann zu vergeben, um geheilt zu werden.

Ob der Täter eines tatsächlichen Kindesmissbrauchs sich allerdings selbst wird vergeben können, weiß ich nicht. Wer so weit gegangen ist, diese Grenze überschritten hat, der hat sich eine Schuld aufgeladen, die kaum zu übertreffen ist. Da hält sich mein Mitleid auch in Grenzen.
 
Danke Gizelle, spontan musste ich an Marianne Bachmeier denken :(

Also ich hab durch den Beruf schon mal Einblick in die Materie und muss sagen das nimmt mich ganz schön mit. Sei es jetzt Opfer, Täter oder der, ich will kein Täter werden, alles schon vorgekommen.

Hab jetzt da aktuell, mal eine Frage wie steht ihr zu dem Fall in Hessen, dabei wird ein Täter von den Eltern bewacht und bloßgestellt (FB), es kam sogar zu Aufrufen zum Mord. Ich bin da zwiegespaltet , denn Selbstjustiz ist nicht meins aber dann denke ich immer an Marianne und was alles in ihrem Buch steht. Das wühlt mich unheimlich auf.

Ach Tobi ich denke das ist ein Eigenschaft die dich ausmacht, nicht nachtragend zu sein. Deine Bilder sehe ich jetzt in einem ganz anderen Blickwinkel.

Hallo ihr Lieben,

ich war einige Tage in der Türkei und melde mich nun gerne zurück. @ Amazone du hast ja gefragt wie wir zu dieser "Selbstjustiz" stehen. Ich kann da natürlich nur aus meiner Perspektive berichten. Ich verstehe Eltern die sich im nachhinein da gerne betätigen wollen, allerdings und das ist ja oft das verrückte an solchen Situationen, hätte mir das damals in keinster Weise geholfen. Wenn mich heute jemand fragt, warum ich mich niemals meinen Eltern anvertraut habe, gibt es dazu nur eine Erklärung. Ich wusste, wenn mein Vater das erfahren hätte, er hätte ihn umgebracht. Da ist zum einen das Wissen, dass dies nicht in Ordnung ist und zum anderen weiß man als Kind ganz genau, dass ein Mord auch nicht in Ordnung ist. Lieber das ganze ertragen, als Papa im Gefängnis. Das macht das ganze Thema ja so schwierig.
Ich bin heute nicht verbittert darüber und froh dass ich das für mich ganz gut überstanden habe und doch weiß ich auch von anderen Frauen und auch Männern die sich da sehr schwer tun und es gibt einfach kein Rezept um damit richtig umzugehen.
Ich selbst gehe damit inzwischen sehr offen um und doch bemerke ich auch die Sprachlosigkeit meiner Mitmenschen, das Fehlen der Worte und den Rückzug von mir, aus Angst mir "falsch" zu begegnen. Es gibt einfach kein Richtig oder Falsch. Mir persönlich ist es lieber, dass mir Fragen gestellt werden, als Schweigen und Rückzug, dass tut mir weh.

LG maremisa
 
Hallo ihr Lieben,

ich war einige Tage in der Türkei und melde mich nun gerne zurück. @ Amazone du hast ja gefragt wie wir zu dieser "Selbstjustiz" stehen. Ich kann da natürlich nur aus meiner Perspektive berichten. Ich verstehe Eltern die sich im nachhinein da gerne betätigen wollen, allerdings und das ist ja oft das verrückte an solchen Situationen, hätte mir das damals in keinster Weise geholfen. Wenn mich heute jemand fragt, warum ich mich niemals meinen Eltern anvertraut habe, gibt es dazu nur eine Erklärung. Ich wusste, wenn mein Vater das erfahren hätte, er hätte ihn umgebracht. Da ist zum einen das Wissen, dass dies nicht in Ordnung ist und zum anderen weiß man als Kind ganz genau, dass ein Mord auch nicht in Ordnung ist. Lieber das ganze ertragen, als Papa im Gefängnis. Das macht das ganze Thema ja so schwierig.
Ich bin heute nicht verbittert darüber und froh dass ich das für mich ganz gut überstanden habe und doch weiß ich auch von anderen Frauen und auch Männern die sich da sehr schwer tun und es gibt einfach kein Rezept um damit richtig umzugehen.
Ich selbst gehe damit inzwischen sehr offen um und doch bemerke ich auch die Sprachlosigkeit meiner Mitmenschen, das Fehlen der Worte und den Rückzug von mir, aus Angst mir "falsch" zu begegnen. Es gibt einfach kein Richtig oder Falsch. Mir persönlich ist es lieber, dass mir Fragen gestellt werden, als Schweigen und Rückzug, dass tut mir weh.

LG maremisa


Hallo maremisa!

Das ist ja dann für ein Kind/Jugendlicher eine doppelte Belastung, den Familienverbund schützen und mit der Tat auseinandersetzen. Ich kann deinen Paps verstehen, wäre bei mir nicht anders gewesen, denke ich.

Was würdest du dir denn wünschen wie man die begegnet? Ich muss sagen, als ich erfuhr das es einer Kollegin passiert ist war ich erst mal sprachlos. Als sie es erzählte konnte ich mit ihr weinen mehr nicht. Im Lauf der Jahre habe ich aber ein wunderbare Kollegin an meiner Seite gehabt, die ich auch heute noch besuche, sie ist zwischenzeitlich im Ruhestand.

In diesem Sinne schöne Feiertage.
 
Hallo maremisa!

Das ist ja dann für ein Kind/Jugendlicher eine doppelte Belastung, den Familienverbund schützen und mit der Tat auseinandersetzen. Ich kann deinen Paps verstehen, wäre bei mir nicht anders gewesen, denke ich.

Was würdest du dir denn wünschen wie man die begegnet? Ich muss sagen, als ich erfuhr das es einer Kollegin passiert ist war ich erst mal sprachlos. Als sie es erzählte konnte ich mit ihr weinen mehr nicht. Im Lauf der Jahre habe ich aber ein wunderbare Kollegin an meiner Seite gehabt, die ich auch heute noch besuche, sie ist zwischenzeitlich im Ruhestand.

In diesem Sinne schöne Feiertage.

Sprachlosigkeit kann ich verstehen und nachvollziehen, jedoch wurde häufig aus der Sprachlosigkeit Rückzug, das ist traurig und verletzend. Wenn das Thema erstmal angeschnitten wurde und besprochen, dann wünsche ich mir, dass man mit mir genau so umgeht wie mit allen anderen.
 
Sprachlosigkeit kann ich verstehen und nachvollziehen, jedoch wurde häufig aus der Sprachlosigkeit Rückzug, das ist traurig und verletzend. Wenn das Thema erstmal angeschnitten wurde und besprochen, dann wünsche ich mir, dass man mit mir genau so umgeht wie mit allen anderen.

Nein zurück gezogen habe ich mich nicht, eher dann das Gespräch gesucht, wenn sie bereit war es zuzulassen. Und ja ich habe sie als sehr gute und liebe Kollegin gesehen, nicht als Opfer. Mich wunderte, oder hat so sprachlos gemacht, was für ein fröhlicher Mensch sie war trotz dessen was sie durchgemacht hat. Sie sagte mir mal den größten Anteil daran hatte ihr Mann, der bei der Aufarbeitung eine große Stütze war.
 
Nein zurück gezogen habe ich mich nicht, eher dann das Gespräch gesucht, wenn sie bereit war es zuzulassen. Und ja ich habe sie als sehr gute und liebe Kollegin gesehen, nicht als Opfer. Mich wunderte, oder hat so sprachlos gemacht, was für ein fröhlicher Mensch sie war trotz dessen was sie durchgemacht hat. Sie sagte mir mal den größten Anteil daran hatte ihr Mann, der bei der Aufarbeitung eine große Stütze war.

Lach, ja viele Betroffene können durchaus noch lachen und fröhlich sein! Manche auch nicht, ich leite seit einigen Jahren eine Selbsthilfegruppe. Das erlebte zu erzählen ist der wichtigste Teil um das ganze zur "Geschichte" werden zu lassen.

Zurück zum eigentlichen Thema. Ich denke auch Menschen die so sehr auf Macht bedacht sind und nichts anderes ist Missbrauch, sie benötigen ebenso Hilfe, damit es erstmal nicht geschehen kann. Mich berührt dieser Werbespot ungemein und es ist eine wunderbare Gelegenheit, Missbrauch an Kindern in die Münder und Taten der übrigen Bevölkerung zu bringen. Ich kenne soviele, wo zum Teil eine ganze Familiensippe schweigend "zugeschaut" hat, aus Scham. Meine Mutter schämt sich heute noch wenn ich offensiv damit umgehe und es erzähle, obwohl sie nichts getan hat, es war nicht ihre Schuld, aber sie spürt diese Schuld, leider.

Dieser Werbespot ist so herrlich provokativ und ich finde die Darsteller unglaublich mutig ihr Gesicht für diese Kampagne zur Verfügung zu stellen! Und ich bete darum, dass einige der Täter sich aufgrund dessen melden um an sich selbst zu arbeiten, damit sie es nicht mehr nötig haben auf die Unschuld der Kinder "scharf" zu sein.
 
Lach, ja viele Betroffene können durchaus noch lachen und fröhlich sein! Manche auch nicht, ich leite seit einigen Jahren eine Selbsthilfegruppe. Das erlebte zu erzählen ist der wichtigste Teil um das ganze zur "Geschichte" werden zu lassen.

Zurück zum eigentlichen Thema. Ich denke auch Menschen die so sehr auf Macht bedacht sind und nichts anderes ist Missbrauch, sie benötigen ebenso Hilfe, damit es erstmal nicht geschehen kann. Mich berührt dieser Werbespot ungemein und es ist eine wunderbare Gelegenheit, Missbrauch an Kindern in die Münder und Taten der übrigen Bevölkerung zu bringen. Ich kenne soviele, wo zum Teil eine ganze Familiensippe schweigend "zugeschaut" hat, aus Scham. Meine Mutter schämt sich heute noch wenn ich offensiv damit umgehe und es erzähle, obwohl sie nichts getan hat, es war nicht ihre Schuld, aber sie spürt diese Schuld, leider.

Dieser Werbespot ist so herrlich provokativ und ich finde die Darsteller unglaublich mutig ihr Gesicht für diese Kampagne zur Verfügung zu stellen! Und ich bete darum, dass einige der Täter sich aufgrund dessen melden um an sich selbst zu arbeiten, damit sie es nicht mehr nötig haben auf die Unschuld der Kinder "scharf" zu sein.


Ich bin ja ein Verfechter gegen die Ausübung von Macht, vor allem im Zusammenhang mit diesem Thema. Ich kenne einen Mann der sich an eine unserer Anwältinnen die auch Psychologin ist, gewandt hat und sie hat ihm dann dieses Netzwerk empfohlen. Man muss dazu sagen das er sogar mit seiner Frau darüber geredet hat, weil ihm diese Neigung Angst machte. Ihm geht es gut und er macht weiterhin Therapie, im Rahmen dieser hat er um auszuschließen das er je Täter war, einen Abgleich der DNA vornehmen lassen, was ich sehr mutig fand.

Mit der Familiensippe hast du Recht, sonst wären solche Taten nicht möglich. Deine Mutter hat die neun Monate unter Ihrem Herzen getragen und leidet einfach mit dir. Sie ist Mutter!
 
In den letzten Tagen und Wochen gab es ein paar Hinweise, durch die mir ein sexueller Missbrauch in meiner Kindheit doch nicht mehr ganz ausgeschlossen scheint.

Bevor jetzt der Vorwurf kommt, dass ich mich wichtig machen wolle und auf einen Zug aufspringe, der nicht der meine sei: diesen Vorwurf werden wohl die meisten Missbrauchsopfer mindestens einmal in ihrem Leben zu hören bekommen.


Könnte sein, dass mein Opa sich an mir vergriffen hat. Allerdings glaube ich nicht, dass er mich gefickt hat, sondern nur, dass ich seinen Schwanz anfassen oder lutschen sollte und solche Sachen. Habe aber keine einzige konkrete Erinnerung. Ich war sechs Jahre als er starb.

Also noch relativ harmlos. Und doch genug, um das Maß voll zu machen. Was sein Gutes hatte, denn minus mal minus gibt plus.


Später vielleicht mehr. Bin noch mit dem Häuten der Zwiebel beschäftigt...
 
ich kenne keine Frau, die noch nie sexuell Belästigt wurde!
Sei es in der Kindheit ( gerade noch so davongekommen) oder als Erwachsene.
Ich kann mich da auch nicht ausschliessen. Ich denke aber, dass es dabei auch Abstufungen gibt. Für mich ist das allerschlimmste erzwungener Geschlechtsverkehr. In der Kindheit muss es die Hölle sein.
was das begrabschen und "anfassen" lassen angeht, ....kann man wohl einfacher mit leben!
 
In den letzten Tagen und Wochen gab es ein paar Hinweise, durch die mir ein sexueller Missbrauch in meiner Kindheit doch nicht mehr ganz ausgeschlossen scheint.

Bevor jetzt der Vorwurf kommt, dass ich mich wichtig machen wolle und auf einen Zug aufspringe, der nicht der meine sei: diesen Vorwurf werden wohl die meisten Missbrauchsopfer mindestens einmal in ihrem Leben zu hören bekommen.


Könnte sein, dass mein Opa sich an mir vergriffen hat. Allerdings glaube ich nicht, dass er mich gefickt hat, sondern nur, dass ich seinen Schwanz anfassen oder lutschen sollte und solche Sachen. Habe aber keine einzige konkrete Erinnerung. Ich war sechs Jahre als er starb.

Also noch relativ harmlos. Und doch genug, um das Maß voll zu machen. Was sein Gutes hatte, denn minus mal minus gibt plus.


Später vielleicht mehr. Bin noch mit dem Häuten der Zwiebel beschäftigt...

Wichtig machen? Nein da gehört viel Mut dazu habe ich mir sagen lassen.

Tobi, ich hoffe nur, dass nicht die Eröffnung dieses Threads dich zu diesem Bewusstsein geführt hat?

Und harmlos ist das auf keinen Fall, nein mach den Fehler nicht es zu verharmlosen. Lass dir dabei helfen, bitte.
 
Top