Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Aylin2009

Active Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Also die von dir geschilderten Jugendlichen, die mit 20 ihr Hochschuldiplom haben (ich weiß, kleine Übertreibung) die gibt es doch in Wirklichkeit nicht. Bei uns fangen Lehrlinge mit Abitur an und wirklich jedem muss man erklären, wie man eine Toilettenbürste verwendet und die hat ein paar Anwendungen weniger als ein iPhone.

das ist ja das problem. in die lehrpläne wird immer mehr Stoff aus immer mehr bereichen gepackt und dann soll die schule auch noch in kürzerer zeit beendet werden. und der technologische fortschritt ist so wahnsinnig schnell und auch da bleibt man auf dem laufenden. das gehirn platzt bald vor informationen, aber für die wesentlichen dinge (kochen, einfaches rechnen, oder die toilettenbürste) bleibt keine zeit mehr. wenn ich nach 10 Stunden von der Arbeit nach Hause komme, dann mache ich noch schnell das nötigste für die uni (ohne master kommt man nicht mehr weit, dafür gibt es heutzutage das Fernstudium, damit man auch ja rechtzeitig praktische Erfahrung sammeln kann). Und wenn ich dann abends hunde müde bin, dann stehe ich noch unter druck meine Meils zu checken, könnte ja was wichtiges dabei sein, für die uni, den job oder meine verbliebenen freunde, für die ich auf normalem wege keine zeit mehr habe.. früher gab es Briefe, und davon nicht jeden Tag 10.

Jede junge Generation muss IHREN Weg aus dem Korsett der Gesslschaft findet und bekommt meist ein paar Jahre später mit, so eng war das Korsett gar nicht.

ja und jede junge generation sucht sich ihre neuen werte für die sie kämpfen wollen...rock 'n roll, Emanzipation, öko, laissez-faire.........so ist es und jeder denkt seine Werte waren die richtigen. und unsere Eltern sind deswegen heute beleidigt, wenn wir uns wieder ein bisschen mehr konservative Werte und Geregeltheit wünschen, weil es sich für uns anfühlt, als wenn alles entgleist.
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

ich habe quasi drauf gewartet, dass das hitler argument kommt. totschlagargument. dreht sich aber nicht um das, worum es mir eigentlich geht.
und - ohne jetzt einen direkten vergleich ziehen zu wollen - werden in ein paar Generationen die Geschichtsbücher über die schlimmste wletwirtschaftskrise aller zeiten, die im Jahr 2007 begann, und den Kampf der kulturen und des krieges gegen den Terror schreiben. und ich werde meinen kindern und Enkeln erzählen, wie es war, in diesen zeiten der unsicherheit, jung gewesen zu seien. Ganz romantisch aus dem Lichte der Vergangenheit.

ich weiß nicht genau wie alt du bist, aber deinen beiträgen entnehme ich dass, du schon eher meiner elterngeneration angehörst. ich glaube die menschen, die in der heutigen zeit aufwachsen ("e-generation"), für die ist das nicht ganz so leicht, wie du es beschreibst...nicht jeden Trend mitmachen....du hast die nötige reife und weißt mittlerweile, wer du bist, was du willst und was du brauchst. aber als kind und in der Pubertät und auch in den 20ern, wo du noch auf der suche nach dir selbst bist, wirst du zwangsläufig noch sehr stark von der gesellschaft, in der du lebst, beeinflusst. ich bin mittlerweile auch aus dem gröbsten raus, aber die kids von heute beneide ich wirklich nicht.

Hitler wollte ich nur erwähnen wegen den 30er Jahren, das sollte man nicht vergessen. Aber ich habe auch schon Omas kennengelernt, die von ihrer Zeit beim BDM schwärmten. Nicht jeder ist fähig, seine Geschichte in einen historischen Kontext zu setzen.

In den 70ern gab es auch die RAF und Terror und Bonanzabikes und die 80er hatten Neonfarben und Schulterpolster.

Ich bin Mitte 40 und habe in meiner Jugend auch nicht alles gemacht was ich sollte. Nichtrauchen war damals zum Beispiel voll uncool, ich bin trotzdem Nichtraucher geblieben. Heute ist es wahrscheinlich egal. Im Rückblick ist wahrscheinlich vieles schlimmer oder schöner, meist gehen die großen Katastrophen an einem vorbei und man war wütend über völlige Nichtigkeiten, während in Tschernobyl ein Atomkraftwerk explodiert ist.
 

Majnomon

Well-Known Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Wenn sich die gesellschaftlichen Prozesse auf ein bestimmtes Maß beschleunigen, kann es passieren, dass etwas "kippt". Wenn "das Maß voll ist", finden sich dann vielleicht die Werte, von denen hier gesprochen wird, auf ganz natürliche Weise von selbst ein, ohne die Enge der 50er Jahre oder Schlagworte wie "Leitkultur" und "christlich-jüdisches Abendland", die ich als oberflächliche Reaktion auf eine gesellschaftliche Verunsicherung ansehe ("Leitkultur" und "christlich-jüdisches Abendland" sind ja sicherlich auch so Begriffe, die in diesem Forum schon diskutiert wurden und sich hier wahrscheinlich nicht allzu großer Beliebtheit erfreuen, oder?).

Bin halt ein unverbesserlicher Optimist und glaube an eine bessere Welt, die dann weniger mit konservativen äußerlichen Werten zu tun hat als mit einer inneren Verbundenheit der Menschen auf diesem Planeten.

Als ich Anfang 20 war, hatte ich aber auch so eine eher rückwärtsgewandte Phase, in der ich alles Vergangene romantisiert habe. Das war Mitte der 90er, ging mir damals nicht besonders gut.
Es gibt aber kein Zurück und ein zurück ist auch nicht wünschenswert, weil es früher nicht besser war. Nach vorne blicken! Und in die Gegenwart des unmittelbaren Augenblicks. Dort ist die Liebe...auch, wenn sie sich manchmal vor Deinen Augen verhüllt.
 

Mutter Courage

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Wenn sich die gesellschaftlichen Prozesse auf ein bestimmtes Maß beschleunigen, kann es passieren, dass etwas "kippt". Wenn "das Maß voll ist", finden sich dann vielleicht die Werte, von denen hier gesprochen wird, auf ganz natürliche Weise von selbst ein, ohne die Enge der 50er Jahre oder Schlagworte wie "Leitkultur" und "christlich-jüdisches Abendland", die ich als oberflächliche Reaktion auf eine gesellschaftliche Verunsicherung ansehe ("Leitkultur" und "christlich-jüdisches Abendland" sind ja sicherlich auch so Begriffe, die in diesem Forum schon diskutiert wurden und sich hier wahrscheinlich nicht allzu großer Beliebtheit erfreuen, oder?).

Bin halt ein unverbesserlicher Optimist und glaube an eine bessere Welt, die dann weniger mit konservativen äußerlichen Werten zu tun hat als mit einer inneren Verbundenheit der Menschen auf diesem Planeten.

Als ich Anfang 20 war, hatte ich aber auch so eine eher rückwärtsgewandte Phase, in der ich alles Vergangene romantisiert habe. Das war Mitte der 90er, ging mir damals nicht besonders gut.
Es gibt aber kein Zurück und ein zurück ist auch nicht wünschenswert, weil es früher nicht besser war. Nach vorne blicken! Und in die Gegenwart des unmittelbaren Augenblicks. Dort ist die Liebe...auch, wenn sie sich manchmal vor Deinen Augen verhüllt.

Das hast du schön gesagt!

Es ist ja auch immer so, dass man im Laufe seines Lebens einiges verliert, das man gerne wieder zurück haben möchte. Ich glaube, daraus resultiert dieser verklärte Blick auf die Vergangenheit. Früher war alles besser. Die schlechten Sachen hat man vergessen oder verdrängt. Nur das Schöne bleibt im Gedächtnis haften.

Ich bin auch ein Optimist, der immer hofft, dass es eines Tages besser wird. Aber ich bin auch Realist und weiß, dass man im Leben nicht von der Hoffnung allein leben darf, sondern im Heute. Darum ist mir die Meinung anderer über meinen Lebensstil schnurzpiepegal. Ich lebe so, wie ich es für mich am besten denke. Auch wenn es für die Gesellschaft vielleicht ungewöhnlich erscheint. Es gibt kein Rezept für das Leben... jeder muss auf seine eigene Art glücklich werden. :)
 

Majnomon

Well-Known Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

vielleicht lieben wir ja auch licht im Jahr 2020. Solche Spekulationen sind in der Esoterikszene sehr populär. Stichwort 2012 und der Majakalender, der angeblich eine Zeitenwende vorhersagt. Hollywood hat sich dessen ja auch schon bemächtigt in einer primitiven Endzeit-Apokalypse-Vision.

Wenn ich das nebenbei bemerken darf: im Jahre 2000 hatte ich eines Nachts einen Traum, in dem mir Jesus erschien und sagte, er käme 2012 wieder. Zu dem Zeitpunkt war mir das 2012-Gerede der Esoteriker noch unbekannt. Wobei ich in Jesus nur ein Symbol für ein Bewusstsein von Liebe und Verbundenheit sehe. Wäre ich Buddhist, hätte ich vielleicht von Buddha geträumt, oder als Schiit vom 12. Imam und als Jude vom Messias.

Ok, das war nur ein kleiner Exkurs in die Gefielde der New-Age-Utopien. Aber vielleicht wird's ja wirklich eher besser als schlechter in ein paar Jahren.
 

Mutter Courage

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

vielleicht lieben wir ja auch licht im Jahr 2020. Solche Spekulationen sind in der Esoterikszene sehr populär. Stichwort 2012 und der Majakalender, der angeblich eine Zeitenwende vorhersagt. Hollywood hat sich dessen ja auch schon bemächtigt in einer primitiven Endzeit-Apokalypse-Vision.

Wenn ich das nebenbei bemerken darf: im Jahre 2000 hatte ich eines Nachts einen Traum, in dem mir Jesus erschien und sagte, er käme 2012 wieder. Zu dem Zeitpunkt war mir das 2012-Gerede der Esoteriker noch unbekannt. Wobei ich in Jesus nur ein Symbol für ein Bewusstsein von Liebe und Verbundenheit sehe. Wäre ich Buddhist, hätte ich vielleicht von Buddha geträumt, oder als Schiit vom 12. Imam und als Jude vom Messias.

Ok, das war nur ein kleiner Exkurs in die Gefielde der New-Age-Utopien. Aber vielleicht wird's ja wirklich eher besser als schlechter in ein paar Jahren.

Ich hoffe nicht, dass du der Esotherik-Szene angehörst. Dafür klingst du mir zu bodenständig und zu intelligent.

Hoffen wir trotzdem, dass das jahr 2012 uns Liebe und Verbundenheit bringen wird. Wir können ja bereits 2011 daran arbeiten :wink:
 

Majnomon

Well-Known Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Ich hoffe nicht, dass du der Esotherik-Szene angehörst. Dafür klingst du mir zu bodenständig und zu intelligent.

Hoffen wir trotzdem, dass das jahr 2012 uns Liebe und Verbundenheit bringen wird. Wir können ja bereits 2011 daran arbeiten :wink:


naja, bei den Sufis ging das teilweise schon ziemlich esoterisch ab. Ein Grund, warum ich dann irgendwann genug davon hatte. Für eine Weile war das aber sehr bereichernd und dumm sind die auch nicht unbedingt...obwohl mir das im Nachhinein manchmal schon so vorkam...

nee ansonsten bin ich eher bodenständig und halte mich an das, was ich auch mit dem Verstand verstehen kann. Wenn's zuviel um Engel und Energien und Auren und Chakren und das ganze Pipapo geht, kriege ich zu viel und bin genervt. Dennoch mag ich es zu träumen und auch mal abwegigere Daseinsbereiche zu beschnuppern.
 

Spahi

New Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Naja in vielen Städten sind ja jetzt schon 50% der Menschen Singles. Kann man sich kaum vorstellen..Aber das ist der Werteverfall von dem dauernd die Rede ist, und so eine Gesellschaft ist zum untergehen verdammt.

Deshalb finde ich es auch nicht gut wenn sich Staaten wie die Türkei verwestlichen. Ich glaube der Türkei wird es ähnlich ergehen, aber jedes Volk bekommt was es verdient:icon_eyecrazy:
 

Majnomon

Well-Known Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Vielleicht sind die alten Werte auch gar nicht so toll...Joseph Beuys propagierte eine "Umwertung der Werte", weil die alten Werte völlig erstarrt und zu Dogmen geronnen waren.

Wenn ich mir so manche Ehe anschaue, bin ich lieber Single, als mir diese Hölle anzutun.

aber jedem das Seine.
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Naja in vielen Städten sind ja jetzt schon 50% der Menschen Singles. Kann man sich kaum vorstellen..Aber das ist der Werteverfall von dem dauernd die Rede ist, und so eine Gesellschaft ist zum untergehen verdammt.

Deshalb finde ich es auch nicht gut wenn sich Staaten wie die Türkei verwestlichen. Ich glaube der Türkei wird es ähnlich ergehen, aber jedes Volk bekommt was es verdient:icon_eyecrazy:

Lieber Zwangsheirat als Single, oder was?

Man sollte aber auch nicht vergessen, in der Singlezählung sind auch alle älteren Damen drin, die ihre Männer überlebt haben.

Mit Werteverfall (Werte ändern sich, aber sie verfallen nicht, das behaupten nur Moralapostel, die ihren Einfluß schwinden sehen) hat das doch überhaupt nichts zu tun, so denkt doch nur die katholische Kirche und scheinbar auch ein paar strenggläubige Muslime.

Ein Hauptgrund für die hohe Zahl Alleinlebender ist der gestiegene Anteil selbständiger Frauen, die heute nicht nur höhere Ansprüche an den Job, sondern auch an die Männer stellen. Wer will denn bitte die Zeit zurück, als die Frauen ökonomisch komplett von den Mängern abhängig waren und eine Scheidung nicht in Frage kam.

Einen unverklärten Blick in diese Zeit wirft die herausragende Serie "Mad Men".

Und ich war auch lieber ein glücklicher Single als in einer unglücklichen Beziehung.
 
Top