Lieben wir "light" im Jahr 2020?

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sommersonne

Guest
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Trotz bescheidener Mathematikkenntnisse kann ich nun errechnen, dass du 3 Jahre jünger bist als ich und interessanterweise habe ich, in Hannover aufgewachsen, durchaus vergleichbare Erfahrungen gemacht.

Auch bei uns gab es ein Geschäft namens "Konsum" und ich habe mich als Kind auch immer fürchterlich über ALLES gefreut, die Scheibe Wurst etc und die Menschen waren im Vergleich zu heute echt arm: Mein Vater hat mal seinen Vorgesetzen MIT FRAU zum Abendessen eingeladen, ich musste ins Bett, aber ich erinnere mich genau: Es gab pro Person EIN Würstchen und für ALLE eine, ja EINE Flasche Bier....

Ja und Ruinen zum Spielen und viel freie Fläche, kaum Autos, all das war in Hannover auch. Es gab leerstehend Fabrikhallen, in denen man spielen konnte, aber nicht durfte, es gab Bettler, Lumpensammler und den "Kohlenmann" , brachte auf Eselskarren säckeweise Kohlen, die man in den Keller schüttete, von wo ich sie eimerweise im Winter wieder in die Wohnung im 5. Stock hochtrug, wofür ich gelobt wurde und stolz war. All das gibt es heute so nicht mehr.
Das mit den Pionieren ist mir erspart geblieben, das schon
Auch ich sehne mich insgesamt nach der Zeit nicht zurück, die Menschen dachten irgendwie insgesamt engstirniger. Nichts war besser.


Ja, ja - mit dem Kopf wackel - Fritz, so war es. Damals waren sich Ost und West noch einigermassen ähnlich.

Romantisch finde ich es nicht, so im Rückblick und kann deshalb nicht richtig verstehen dass Aylin gerne mal zu der Zeit leben möchte.
Da gab es Kleider, denen sah man die Vergangenheit als Vorhang noch an.

Aber Liebe gab es genug.
 

ege35

Well-Known Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Trotz bescheidener Mathematikkenntnisse kann ich nun errechnen, dass du 3 Jahre jünger bist als ich und interessanterweise habe ich, in Hannover aufgewachsen, durchaus vergleichbare Erfahrungen gemacht.

Auch bei uns gab es ein Geschäft namens "Konsum" und ich habe mich als Kind auch immer fürchterlich über ALLES gefreut, die Scheibe Wurst etc und die Menschen waren im Vergleich zu heute echt arm: Mein Vater hat mal seinen Vorgesetzen MIT FRAU zum Abendessen eingeladen, ich musste ins Bett, aber ich erinnere mich genau: Es gab pro Person EIN Würstchen und für ALLE eine, ja EINE Flasche Bier....

Ja und Ruinen zum Spielen und viel freie Fläche, kaum Autos, all das war in Hannover auch. Es gab leerstehend Fabrikhallen, in denen man spielen konnte, aber nicht durfte, es gab Bettler, Lumpensammler und den "Kohlenmann" , brachte auf Eselskarren säckeweise Kohlen, die man in den Keller schüttete, von wo ich sie eimerweise im Winter wieder in die Wohnung im 5. Stock hochtrug, wofür ich gelobt wurde und stolz war. All das gibt es heute so nicht mehr.
Das mit den Pionieren ist mir erspart geblieben, das schon
Auch ich sehne mich insgesamt nach der Zeit nicht zurück, die Menschen dachten irgendwie insgesamt engstirniger. Nichts war besser.

Aber doch nicht mehr 1960! Das war viel früher so....bei mir jedenfalls
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Liebe gab es immer. Thomas Gottschalk hat mal erzählt, damals gab es ja noch den Verkuppelungsparagraphen. Wenn er mit seiner Freundin in seiner Wohnung übernachten wollte machte er sich strafbar und seine Vermitterin auch, wegen Verkuppelung. Darüber kann man heute nur noch lachen. Und wann wurde das Gesetz abgeschafft, das der Ehemann bestimmt, ob seine Frau arbeiten darf? Das müsste Fritz doch noch wissen.

Wer Geld umd Einfluß hatte lebte wahrscheinlich immer gut, aber ins Mittelalter würde ich auch nicht wollen. Ich sage nur: Zahnarzt!
 

Aylin2009

Active Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Aylin, es ist immer schöner, etwas aus der Perspektive der Entfernung zu betrachten, als mittendrin zu stecken. Nostalgie hat einen romantischen Antstrich.

Aber seien wir doch mal realistisch. Heute leben wir viel ehrlicher und freier und machen uns über das, was die Nachbarn von uns denken, keinen großen Kopf mehr. Ich finde das besser.

ja heute sind wir freier und machen uns keinen Kopf mehr darüber was die Nachbarn denken. Dafür leben wir aber unter enormen Leistungsdruck, der uns dann schon wieder nicht ganz so frei macht, wie wir gerne wären. Individualismus wird groß geschrieben und so individualistisch wie du bist, musst du der/die beste sein in dem was du tust. Zeit für Pausen gibt es nicht, wenn du in dieser Zeit bestehen willst. Und Zeit für die Familie oder auch nur für sich selbst erst recht nicht. Als extremen kontrast dazu leben wir in einer spaßgesellschaft, in der du neben der harten Arbeit nur noch berieselt wirst. selbst kreativ sein, selbst mal in sich gehen ist nicht mehr gefragt. dafür bleibt keine zeit.

ich sehe gar nicht alles schwarz und ich bin sicher eine frau, die von der Emanzipation enorm profitiert und ich will auch weißgott nicht undankbar sein. Im grunde geht es mir gut. Aber wenn ich die Wahl hätte würde ich lieber - und ich muss meine Zeitangabe korrigieren - in den 20ern und 30ern jung sein. Übrhaupt, in einer Zeit, wo das internt und der Fernseher noch nicht unser Leben bestimmte.
Burgmädchen wollte ich hingegen noch nie sein. :lol:

Irgentein schlauer Mensch hat mal geschrieben:

im lichte der Vergangenheit erscheint alles romantisch - sogar die Guillotine.

Mag was dran sein. aber wenn ich der heutigen Zeit schon keine Zeit mehr für romantisches, für meine familie und die liebe haben darf, dann lasst mir wenigstens diese kleine Sehnsucht in eine andere Zeit.
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

ja heute sind wir freier und machen uns keinen Kopf mehr darüber was die Nachbarn denken. Dafür leben wir aber unter enormen Leistungsdruck, der uns dann schon wieder nicht ganz so frei macht, wie wir gerne wären. Individualismus wird groß geschrieben und so individualistisch wie du bist, musst du der/die beste sein in dem was du tust. Zeit für Pausen gibt es nicht, wenn du in dieser Zeit bestehen willst. Und Zeit für die Familie oder auch nur für sich selbst erst recht nicht. Als extremen kontrast dazu leben wir in einer spaßgesellschaft, in der du neben der harten Arbeit nur noch berieselt wirst. selbst kreativ sein, selbst mal in sich gehen ist nicht mehr gefragt. dafür bleibt keine zeit.

ich sehe gar nicht alles schwarz und ich bin sicher eine frau, die von der Emanzipation enorm profitiert und ich will auch weißgott nicht undankbar sein. Im grunde geht es mir gut. Aber wenn ich die Wahl hätte würde ich lieber - und ich muss meine Zeitangabe korrigieren - in den 20ern und 30ern jung sein. Übrhaupt, in einer Zeit, wo das internt und der Fernseher noch nicht unser Leben bestimmte.
Burgmädchen wollte ich hingegen noch nie sein. :lol:

Irgentein schlauer Mensch hat mal geschrieben:

im lichte der Vergangenheit erscheint alles romantisch - sogar die Guillotine.

Mag was dran sein. aber wenn ich der heutigen Zeit schon keine Zeit mehr für romantisches, für meine familie und die liebe haben darf, dann lasst mir wenigstens diese kleine Sehnsucht in eine andere Zeit.

Ganz so negativ sehe ich die heutige Zeit nicht. Niemand zwingt dich Teil der Spaßgesellschaft zu werden. Niemand zwingt dich den Fernseher anzumachen. Aber niemals zuvor hatten wohl die Menschen soviel Freiheit und auch Freizeit um ihr Leben SELBST zu bestimmen.

Man muss nicht jedem Trend hinterherrennen, muss keine Trendsportarten erlernen, nur weil es vielleicht cool ist. Ich hing noch nie an einem Bungieseil, war noch nie auf Mallorca und habe noch nie eine Diät gemacht. Ich lese die Bücher, die ich will und nicht die, die in den Verkaufslisten ganz oben sind.

Ich fahre Fahrrad weil es mir Spaß macht und ich fahre wenn es mir Spaß macht. Ich mache meine Kalligraphie, ob das nun modern ist oder nicht, juckt mich nicht die Bohne, ich mache es für MICH. Ich höre die Musik die mir gefällt und es ist mir scheißegal, was andere darüber denken.

Und nur mal zur Erinnerung, in den 30ern jung? Schon mal was von BDM und Hitlerjugend gehört, da wäre man wohl kaum drum rum gekommen.
 

yildiz2007

New Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Ganz so negativ sehe ich die heutige Zeit nicht. Niemand zwingt dich Teil der Spaßgesellschaft zu werden. Niemand zwingt dich den Fernseher anzumachen. Aber niemals zuvor hatten wohl die Menschen soviel Freiheit und auch Freizeit um ihr Leben SELBST zu bestimmen.
Naja vielleicht trifft das auf Leute in deinem Alter zu. Aber Menschen meines Alters und schlimmer noch die Jüngeren, können ohne Fernseher und IPhone nicht mehr existieren.
Aber viel schlimmer finde ich die immer schlimmer werdende Leistungs- und Egoismusgesellschaft. Wie Aylin schon schrieb, wird heutzutage erwartet, dass man immer der beste ist in allem was man tut. Man steht in seinem Beruf permanent unter Druck die beste Leistung zu bringen, muss sich dauernd weiterbilden um mithalten zu können. Die Kinder sollen am besten mit 16 Abitur machen, natürlich mit Einser-Durchschnitt und mit 20 schon ihr Hochschuldiplom am besten summa cum laudae in der Tache haben.
Alles andere wird gesellschaftlich nicht akzeptiert.
Die Werte, die Eltern heutzutage Ihren Kindern vermitteln ist, sich durchzusetzen und die eigenen Fähigkeiten bestmöglichst zu entfalten. Alte Werte, wie sich in eine Gemeinschaft einfügen können, werden vernachlässigt, weil für sie kein Platz in der Gesellschaft ist.
Und da braucht man sich nicht zu wundern, dass jeder sich selbst der Nächste ist, Menschen vereinsamen oder zu Sozialkrüppeln werden.

Und vielleicht seh ich das auch zu verklärt, trotzdem wäre auch ich gern in den Golden Twenties jung gewesen, nicht unbedingt aber in Deutschland. Oder in den 50ern in Amerika mit Pettycoat und Rock´n´Roll
 

blackcyclist

Gesperrt
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Naja vielleicht trifft das auf Leute in deinem Alter zu. Aber Menschen meines Alters und schlimmer noch die Jüngeren, können ohne Fernseher und IPhone nicht mehr existieren.
Aber viel schlimmer finde ich die immer schlimmer werdende Leistungs- und Egoismusgesellschaft. Wie Aylin schon schrieb, wird heutzutage erwartet, dass man immer der beste ist in allem was man tut. Man steht in seinem Beruf permanent unter Druck die beste Leistung zu bringen, muss sich dauernd weiterbilden um mithalten zu können. Die Kinder sollen am besten mit 16 Abitur machen, natürlich mit Einser-Durchschnitt und mit 20 schon ihr Hochschuldiplom am besten summs cum laudae in der Tache haben.
Alles andere wird gesellschaftlich nicht akzeptiert.
Die Werte, die Eltern heutzutage Ihren Kindern vermitteln ist, sich durchzusetzen und die eigenen Fähigkeiten bestmöglichst zu entfalten. Alte Werte, wie sich in eine Gemeinschaft einfügen können, werden vernachlässigt, weil für sie kein Platz in der Gesellschaft ist.
Und da braucht man sich nicht zu wundern, dass jeder sich selbst der Nächste ist, Menschen vereinsamen oder zu Sozialkrüppeln werden.

Und vielleicht seh ich das auch zu verklärt, trotzdem wäre auch ich gern in den Golden Twenties jung gewesen, nicht unbedingt aber in Deutschland. Oder in den 50ern in Amerika mit Pettycoat und Rock´n´Roll

Also die von dir geschilderten Jugendlichen, die mit 20 ihr Hochschuldiplom haben (ich weiß, kleine Übertreibung) die gibt es doch in Wirklichkeit nicht. Bei uns fangen Lehrlinge mit Abitur an und wirklich jedem muss man erklären, wie man eine Toilettenbürste verwendet und die hat ein paar Anwendungen weniger als ein iPhone.

Ich war auch mal jung und schon damals gab es Druck, der war in der DDR vielleicht sogar größer als im Westen. Man muss nicht jeden Blödsinn mitmachen, ganz einfach. Viele lassen sich unter Druck setzen und denken sie müssen bei allem mithalten. Muss man nicht.

Wenn die Eltern die falschen Werte vermitteln und danach jammern, was für Egoisten aus ihren Kindern geworden sind, wer hat dann was falsch gemacht?

Jede junge Generation muss IHREN Weg aus dem Korsett der Gesslschaft findet und bekommt meist ein paar Jahre später mit, so eng war das Korsett gar nicht.

Ich kenne 60jährige, die sich ein neues Auto gekauft haben, weil ein Kollege ein etwas besseres Auto gekauft hat. Das meine ich mit sich unter Druck setzen lassen, man muss lernen sich selbst zu genügen und nicht anderen gefallen zu wollen.
 

Aylin2009

Active Member
AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?

Ganz so negativ sehe ich die heutige Zeit nicht. Niemand zwingt dich Teil der Spaßgesellschaft zu werden. Niemand zwingt dich den Fernseher anzumachen. Aber niemals zuvor hatten wohl die Menschen soviel Freiheit und auch Freizeit um ihr Leben SELBST zu bestimmen.

Man muss nicht jedem Trend hinterherrennen, muss keine Trendsportarten erlernen, nur weil es vielleicht cool ist. Ich hing noch nie an einem Bungieseil, war noch nie auf Mallorca und habe noch nie eine Diät gemacht. Ich lese die Bücher, die ich will und nicht die, die in den Verkaufslisten ganz oben sind.

Ich fahre Fahrrad weil es mir Spaß macht und ich fahre wenn es mir Spaß macht. Ich mache meine Kalligraphie, ob das nun modern ist oder nicht, juckt mich nicht die Bohne, ich mache es für MICH. Ich höre die Musik die mir gefällt und es ist mir scheißegal, was andere darüber denken.

Und nur mal zur Erinnerung, in den 30ern jung? Schon mal was von BDM und Hitlerjugend gehört, da wäre man wohl kaum drum rum gekommen.

ich habe quasi drauf gewartet, dass das hitler argument kommt. totschlagargument. dreht sich aber nicht um das, worum es mir eigentlich geht.
und - ohne jetzt einen direkten vergleich ziehen zu wollen - werden in ein paar Generationen die Geschichtsbücher über die schlimmste wletwirtschaftskrise aller zeiten, die im Jahr 2007 begann, und den Kampf der kulturen und des krieges gegen den Terror schreiben. und ich werde meinen kindern und Enkeln erzählen, wie es war, in diesen zeiten der unsicherheit, jung gewesen zu seien. Ganz romantisch aus dem Lichte der Vergangenheit.

ich weiß nicht genau wie alt du bist, aber deinen beiträgen entnehme ich dass, du schon eher meiner elterngeneration angehörst. ich glaube die menschen, die in der heutigen zeit aufwachsen ("e-generation"), für die ist das nicht ganz so leicht, wie du es beschreibst...nicht jeden Trend mitmachen....du hast die nötige reife und weißt mittlerweile, wer du bist, was du willst und was du brauchst. aber als kind und in der Pubertät und auch in den 20ern, wo du noch auf der suche nach dir selbst bist, wirst du zwangsläufig noch sehr stark von der gesellschaft, in der du lebst, beeinflusst. ich bin mittlerweile auch aus dem gröbsten raus, aber die kids von heute beneide ich wirklich nicht.
 
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