Mal über Erdoğan plaudern

Irgendwo war zu lesen das es auch im deutschen Recht so eine Passage gibt wonach man für einige Jahre hinter Gitter wandern kann wenn man ausländische Staatsoberhäupter beleidigt, sofern Erdogan Anzeige erstattet.


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Heute finden bundesweit Demonstrationen statt. Auf die Straße gehen türkische (meist islamisierte) Nationalist_innen und auch ihre Gegner_innen (, die sich, was die angekündigten Demobeteiligungen angeht, in deutlicher Minderheit befinden).

"Telepolis"-Artikel ("Der Krieg in Kurdistan - nun auch bei uns?") von Birgit Gärtner:

http://www.heise.de/tp/artikel/47/47882/1.html

Artikelauszüge:

Am kommenden Sonntag will die bisher unbekannte "Initiative Friedensmarsch für die Türkei" (AYTK) in Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hannover, Hamburg, Köln, Nürnberg, München und Wuppertal "Protest gegen den Terror der PKK und des IS" auf die Straße bringen. Neben AYTK rufen verschiedene fundamental-islamische und faschistische Gruppierungen zu der Anti-PKK- und IS-Demo auf. Kurdische, türkische, alevitische, gewerkschaftliche und auch islamische Gruppen rufen zu Gegen-Demonstrationen unter dem Motto "Kein Fußbreit den türkischen Faschisten!" auf.

(...)

Schon seit Jahrzehnten kommt es immer wieder zu Übergriffen auf linke kurdische, alevitische und türkische Personen und Organisationen. Spätestens seit den Pro-Rojava-Demonstrationen 2014 sind auch Übergriffe islam-fundamentalistischer Gruppierungen bekannt.

Diese Auseinandersetzung könnte indes mit den Demos am kommenden Sonntag eine neue Eskalationsstufe erreichen. Die ominöse AYTK tritt zum ersten Mal öffentlich auf. Für denselben Zeitpunkt sind auch Demonstrationen in der Türkei geplant; dort allerdings weniger verklausuliert unter dem Motto " Alles für das Vaterland - Märtyrer sterben nicht, das Vaterland kann nicht geteilt werden".

Nach den Organisatoren der Gegen-Demonstrationen sollen verschiedene regierungsnahe nationalistische Organisationen wie die "Union Europäisch Türkischer Demokraten e.V." (UETD) oder die "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V." (DITIB), sowie nationalistisch-faschistische Gruppen im Hintergrund die Mobilisierung übernehmen. Daraus schließen die zu den Gegen-Protesten aufrufenden Organisationen, dass die Demos am Sonntag "offensichtlich von der AKP-Regierung zentralgesteuert werden. Für eine unbekannte Gruppe ist es kaum möglich, eine solche Aktion zu starten". Belege dafür gibt es allerdings bislang nicht.

(...)

Seitens der Unterstützer der Anti-PKK- und IS-Demos wird kein Hehl aus der Sympathie für die türkischen Faschisten, die Grauen Wölfe, bzw. deren Gründer Alparslan Türkeş, gemacht. "Kurz und klar" bewirbt die Demo mit einem Video (Slogan u.a.: "Du willst den Dreck nicht mehr sehen") und hat die Polizei in den betreffenden Städten angeschrieben, mit der Forderung, die pro-kurdischen Gegen-Demos zu verbieten.

Außerdem mobilisiert die Rocker Vereinigung Turkos-MC zu den Demonstrationen am 10. April. Ihre faschistische und rassistische Ideologie lässt sich an den offen zur Schau gestellten Symbolen erkennen.

Der Boxclub Osmanen Germania ruft ebenfalls zur Teilnahme auf. Dessen menschenverachtendes, männlich-gewaltverherrlichendes Weltbild zeigt sich u.a. in einem Rap-Video. Ein musikalisches Bekenntnis mit religiösen Vesatzstücken zu einem Ziel, das schon die Hamas, die sich darin als Teil einer weltumspannenden Bewegung vorstellte, in ihrer Charta 1988 benannte: die Übernahme der Macht. Der kommende Sonntag wird vermutlich eine anschauliche Demonstration dieses Vorhabens.

Die linke (und israel-solidarische) Wochenzeitung "Jungle World" macht ihre aktuelle Ausgabe mit einem Tayyoş-Titelbild auf, das den "Boss vom Bosporus" in putinesker Pose poträtiert - mit nacktem Oberkörper und auf einem grauen Wolf reitend.

Im Innern der "Jungle World" finden sich zahlreiche Artikel zur Situation in der Türkei:

http://jungle-world.com/thema/

Außerhab des Schwerpunkt-Themas, aber ebenfalls in der "Jungle World" schreibt Özgür Hayat zu Grauen Wölfen im Bikerpelz:

http://jungle-world.com/artikel/2016/14/53784.html

Dazu auch ein Blogeintrag der "Ruhrbarone":

http://www.ruhrbarone.de/duisburg-aufmarsch-tuerkischer-nationalisten-eskaliert/124176

Die "Ruhrbarone" bringen im Kielwasser der Böhmermann-Affäre auch ein lustiges türkischsprachiges "Schmähkritikgedicht" ("Der Deutsche"):

http://www.ruhrbarone.de/ueber-die-linie-109/125010
 
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