Mal über Erdoğan plaudern

sommersonne

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Mm ja ich sehe es. :)
Ich frage mich woher der arme Tropf kommen soll, der es dann wieder richten muss. Es gibt ja noch jüngere Erdogans, die wollen nach Papa bestimmt auch ein bischen Macht kosten.
 

alterali

Well-Known Member
Selbst wenn immer mehr Türken ihm nicht glauben spielt das keine große Rolle. Er hat ein genügend großes Szenario der Angst geschaffen das die lieber den Mund zu machen.

Rein ökonomisch gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen einem türkischen Arbeiter oder Angestellten und Erdogan. Aber der gemeinsame, gerade wieder erweckte (von Erdogan natürlich) und gepriesene Glaube hat genug Verbindungskraft.
Dieser Glaube hat keine Verbindungskraft!
Ich will gar nicht zu Ali zurück.
Kurden und Türken: es ist zum Weinen! Gerade heute wieder.
 

sommersonne

Well-Known Member
Erdogan will ja überhaupt keine Verbindung mit Kurden. Die könnten sich am liebsten in Luft auflösen. Das wäre ihm am liebsten.

Wenn der IS erledigt ist, dann geht es mit den Kurden weiter. Die sind sich ja auch nicht einig und es gibt verschiedene Gruppen mit jeweils anderen Ansprüchen.
Insofern hast du recht. Da spielt der Glaube keine verbindende Rolle.
 

Zerd

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Bei diesem Artikel musste ich schmunzeln. Der französische Präsident darf Gesetze per Dekret erlassen, wobei das Parlament dann zuletzt einem ganzen Bündel solcher Dekrete entweder vollständig zustimmen oder alles ablehnen muss. Genau um eine solche Form von Effizienz oder wahlweise Aushebelung demokratischer Strukturen ging es auch beim Referendum zum Präsidialsystem, aber schaut euch nur die unterschiedliche Berichterstattung darüber an: während dem Einen völlig zurecht demokratiefeindliche Machtakkumulation vorgeworfen wird, wird der andere als kompetenter Macher und Retter der französischen Wirtschaft gefeiert. Politik und Medien sind in diesem Land einfach nicht mehr ernst zu nehmen. Und da dies Grundpfeiler eines demokratischen Rechtsstaates sind, wird auch dieser zwangsläufig über kurz oder lang den Bach runtergehen. Die Türkei hat auch in dieser Entwicklung einfach nur einen kleinen Vorsprung, aber der ist nicht so groß, als dass es gerechtfertigt sein könnte, so heftig mit dem Finger auf sie zu zeigen, wie es den Mainstreammedien unkritisch nachplappernd auch hier weitgehend geschieht...
 

Leo_69

Well-Known Member
Bei diesem Artikel musste ich schmunzeln. Der französische Präsident darf Gesetze per Dekret erlassen, wobei das Parlament dann zuletzt einem ganzen Bündel solcher Dekrete entweder vollständig zustimmen oder alles ablehnen muss. Genau um eine solche Form von Effizienz oder wahlweise Aushebelung demokratischer Strukturen ging es auch beim Referendum zum Präsidialsystem, aber schaut euch nur die unterschiedliche Berichterstattung darüber an: während dem Einen völlig zurecht demokratiefeindliche Machtakkumulation vorgeworfen wird, wird der andere als kompetenter Macher und Retter der französischen Wirtschaft gefeiert. Politik und Medien sind in diesem Land einfach nicht mehr ernst zu nehmen. Und da dies Grundpfeiler eines demokratischen Rechtsstaates sind, wird auch dieser zwangsläufig über kurz oder lang den Bach runtergehen. Die Türkei hat auch in dieser Entwicklung einfach nur einen kleinen Vorsprung, aber der ist nicht so groß, als dass es gerechtfertigt sein könnte, so heftig mit dem Finger auf sie zu zeigen, wie es den Mainstreammedien unkritisch nachplappernd auch hier weitgehend geschieht...

Darum sitzen ja auch in Frankreich so viele Journalisten unschuldig in Haft.
 

Alubehütet

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Zerd

Well-Known Member
Darum sitzen ja auch in Frankreich so viele Journalisten unschuldig in Haft.


Das funzt hier leider nicht. Dass der eine größere Scheisse baut als der andere, begründet noch nicht den Unterschied zwischen einem Despoten, auf dem es überaus billig ist herumzuhacken, und einem Strahlemann, der als Retter gefeiert wird. Viel wichtiger wäre es zu erkennen, wie sehr auf allen Breitengeraden gerade Bürgerrechte abgebaut und demokratisch Strukturen untergraben werden. Siehe dazu auch den jüngsten Bericht zum Steueraufkommen, ebenfalls auf Spon nachzulesen. Dass mit dem Finger so gern und heftig auf andere gezeigt wird, soll einfach nur von der Entwicklung vor der eigenen Haustür ablenken. Aber solange die Leute das abkaufen, ist es den Profiteuren natürlich nur recht und billig. Genauso macht es ein Erdogan ja auch...
 

Alubehütet

Well-Known Member
Das funzt hier leider nicht. Dass der eine größere Scheisse baut als der andere, begründet noch nicht den Unterschied zwischen einem Despoten, auf dem es überaus billig ist herumzuhacken, und einem Strahlemann, der als Retter gefeiert wird.
Das funzt hier eben doch. Denn die Frage ist nicht, ob Erdogan oder Trump der größere Unsympath ist. Der Unterschied ist, daß Trump in einem checks-&balances-System eingebaut ist, in dem er nicht machen kann, wie er will. Da sind Polen und Ungarn schon bedeutend weiter auf dem selben Trip wie die Türkei wie die USA.
 

Msane

Well-Known Member
Bei diesem Artikel musste ich schmunzeln. Der französische Präsident darf Gesetze per Dekret erlassen, wobei das Parlament dann zuletzt einem ganzen Bündel solcher Dekrete entweder vollständig zustimmen oder alles ablehnen muss. Genau um eine solche Form von Effizienz oder wahlweise Aushebelung demokratischer Strukturen ging es auch beim Referendum zum Präsidialsystem, aber schaut euch nur die unterschiedliche Berichterstattung darüber an: während dem Einen völlig zurecht demokratiefeindliche Machtakkumulation vorgeworfen wird, wird der andere als kompetenter Macher und Retter der französischen Wirtschaft gefeiert. Politik und Medien sind in diesem Land einfach nicht mehr ernst zu nehmen. Und da dies Grundpfeiler eines demokratischen Rechtsstaates sind, wird auch dieser zwangsläufig über kurz oder lang den Bach runtergehen. Die Türkei hat auch in dieser Entwicklung einfach nur einen kleinen Vorsprung, aber der ist nicht so groß, als dass es gerechtfertigt sein könnte, so heftig mit dem Finger auf sie zu zeigen, wie es den Mainstreammedien unkritisch nachplappernd auch hier weitgehend geschieht...

Bei den Referendum geht es nicht um irgendeine Effizienz, Erdogan hat schon vor dem Referendum in jeder politischen Frage den Kurs bestimmt, sondern darum Erdogans Quasidiktatur in der Türkei rechtlich zu legalisieren.


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Doris

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Schulz will Erdogan-Großkundgebung in Deutschland verhindern

Der türkische Präsident Erdogan will womöglich vor dem G20-Gipfel zu Anhängern in Deutschland sprechen. SPD-Kanzlerkandidat Schulz fordert die Bundesregierung einem Bericht zufolge auf, das zu untersagen.

SPD-Kanzlerkandidat
Martin Schulz ist für ein Auftrittsverbot des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor Anhängern in Deutschland. "Ausländische Politiker, die unsere Werte zu Hause mit Füßen treten, dürfen in Deutschland keine Bühne für Hetzreden haben", sagte Schulz der "Bild". Er wolle nicht, dass "Erdogan, der in der Türkei Oppositionelle und Journalisten ins Gefängnis steckt, in Deutschland Großveranstaltungen abhält".

http://www.spiegel.de/politik/deuts...ebung-von-recep-tayyip-erdogan-a-1154983.html

Das ist zum großen Teil dem Wahlkampf geschuldet, aber recht hat er.
 
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