Missionieren in der Schule

AW: Missionieren in der Schule

Ich bin nicht Marion. Und in Deutschland gibt es keine strikte Trennung von Staat und Religion. Der Staat garantiert die freie Ausübung, indem er

konfessionelle Krankenhäuser in sein Gesundheitssystem einbindet
konfessionelle Schulen in sein Schulsystem
konfessionelle Kindergärten finanziert
für die Kirchen Steuern eintreibt
usw.

Der deutsche Staat würde übrigens auch für eine islamische Glaubensgemeinschaft Steuern eintreiben, so sie als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt wären (es gab da durchaus Anstrengungen) und das wünschen.

Andrea

Hallo liebe Andrea(jetz der richtige Name:oops: )

Wie ich sehe, war meine Behauptung falsch.
Danke für die Erklärung.

ps...ich weiss auch garnicht wie ich auf Marion komme???Vielleicht ,weil ich in letzter Zeit , hier bei TT , in fast allen Threads mehrere Beitrag von ihr las:)...ein sorry dafür.
 
AW: Missionieren in der Schule

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen (CDU) spricht sich für die Arbeit von "Entschieden für Christus" (EC) aus. Somit ist die Bundesregierung vermutlich der Ansicht, dass es sich nicht um eine Sekte handelt.

Dieser Text befremdet mich dann aber doch etwas:

Der Deutsche Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) e.V. mit Sitz in Kassel ist seit über 100 Jahren in Deutschland engagiert für christliche Kinder- und Jugendarbeit. In wöchentlichen Gruppen werden über 40.000 junge Menschen erreicht. Zu den weiteren Arbeitsbereichen gehören die Missionarische Abteilung, (...)

Dazu möchte ich jetzt doch noch mal was ergänzen, was mir wichtig scheint, um die Sache genauer einschätzen zu können.

Es ist so: ähnlich wie bei anderen Weltreligionen gibt es auch im Christentum und innerhalb des Protestantismus unterschiedliche Strömungen. Dabei stehen liberal bis politisch links orientierte Protestanten den so genannten "evangelikalen", in den allermeisten Fragen oft sehr konservativ gesinnten und in jedem Fall bibeltreuen Protestanten gegenüber. Erstere haben mit Missionierung wenig bis gar nichts am Hut, für letztere spielt das neben der für sie wichtigen, möglichst bibeltreuen Lebensgestaltung eine recht große Rolle.

Nach allem, was ich bisher über diesen Jugendverband gelesen habe, scheint er eindeutig zum konservativ-evangelikalen Spektrum zu gehören. Das allein ist kein Kriterium für eine Sekte, mit dem Begriff wäre ich vorsichtig. Aber als denkender Mensch kommt man nicht umhin, deren Arbeit vor dem Hintergrund der stets angestrebten Missionierung kritisch unter die Lupe zu nehmen, sich sein eigenes Bild zu machen und es mit dem eigenen Wertesystem abzugleichen.

Und jetzt geb ich mir mal einen Ruck und oute mich mal, damit Ihr wisst, mit welcher "Brille" ich das sehe. Ich selbst bin katholisch erzogen, habe mit Anfang 20 den Atheismus für mich entdeckt und bin aus der Kirche ausgetreten. Über das Engagement in entwicklungspolitischen Zusammenhängen, Flüchtlingsarbeit usw. geriet ich dann auf Umwegen doch wieder in die "Fänge" der Kirche, diesmal der evangelischen, und gehörte dann eine ganze Weile (als Nicht-Kirchenmitglied und bekennende Atheistin!) einem Gremium an, das die Vergabe kirchlicher Entwicklungsgelder, so genannter KED-Mittel, auf Kirchenkreisebene koordinierte. Und die Konfliktlinien bei der Vergabe von Fördermitteln waren eigentlich immer die gleichen: Evangelikale Vertreter hätten gemäß ihrem Missionsgedanken am liebsten bevorzugt Projekte gefördert, bei denen es z.B. ausschließlich darum ging, Amtsroben für Pastoren in Afrika zu finanzieren - während die Linken oder Linksliberalen so genannte Grassroot-Projekte als Hilfe zur Selbsthilfe in den Vordergrund stellten, also z.B. Anschubfinanzierungen für Frauen-Kooperativen, Gesundheitsmaßnahmen und ähnliches. Dabei lernte ich unter anderem, dass kirchliche und politische Gremien sehr viel gemeinsam haben, auch wenn's nach außen ganz anders ausschaut. :mrgreen:

Anyway, back to topic, ich hoffe, das Beispiel hat klar gemacht, wo die Unterschiede liegen. Und dass man gut beraten ist, sich das genau anzuschauen und zu differenzieren, womit man noch zurechtkommt und womit nicht mehr. Es gibt meines Erachtens keinen Grund, "die" Evangelikalen pauschal abzulehnen, auch da gibt es - teilweise - vernünftige und einigermaßen gemäßigte Leute, aber im Großen und Ganzen sehe ich persönlich das sehr kritisch. Was dann jetzt vielleicht auch erklärt, warum ich den Religionsunterricht an der Schule meines Sohnes zurzeit mit einiger Aufmerksamkeit verfolge.

lg
anouk

ps Falls irgendjemand sich fragen sollte: vor etwa zehn Jahren bin ich konvertiert und in die evangelisch-lutherische Kirche eingetreten, weil ich der Ansicht bin, dass die Kirche in etlichen Bereichen gemeinnützige Aufgaben wahrnimmt, aus deren Finanzierung sich der Staat mehr und mehr verabschiedet. Insofern betrachte ich die Kirchensteuer als eine Art "zakar" - oder wie nennt man das im Islam? :)
 
AW: Missionieren in der Schule

Danke! :) Ich kannte nur die Schreibweise zakat, aber inzwischen hab ich festgestellt, dass es zwischen Zakat und Zekat wohl auch noch Unterschiede zu geben scheint. Aber das nur am Rande. ;)

lg
anouk

Bitte!
Es handelt sich um Arabismen. Die Arabischsprechenden sagen "Zakat". Im Türkischen wird das "A" in mehreren Fällen durch das "E" ersetzt. Deswegen heißt es im Türkischen "zekat".

Gruß
 
AW: Missionieren in der Schule

Bitte!
Es handelt sich um Arabismen. Die Arabischsprechenden sagen "Zakat". Im Türkischen wird das "A" in mehreren Fällen durch das "E" ersetzt. Deswegen heißt es im Türkischen "zekat".

Gruß

Man erkennt an den Vokalen,ob es ein türkisch stämmiges Wort ist oder nicht.
z E k A t ... in einem Wort dürfen entweder nur helle oder dunkle Vokale sein um türkischen Ursprungs zu sein. Zekat ist daher kein türkisches Wort.

helle Vokale: E i Ö Ü
dunkle Vokale: A I O U
 
AW: Missionieren in der Schule

kleiner Zwischenstand für alle die es Interessiert:

Ich habe an die evangelische Kirche (EKD.DE) geschrieben und gefragt ob wir unsere Kinder bedenkenlos an den Veranstaltungen der EC-Jugend teilnehmen lassen können, da ich diese Organisation nicht kennen würde und diese die Unterrichtsstunde besuchen würden.

Villeicht bekomme ich ja eine Antwort.

Grüsse,

Izzet.
 
AW: Missionieren in der Schule

Ich habe an die evangelische Kirche (EKD.DE) geschrieben und gefragt ob wir unsere Kinder bedenkenlos an den Veranstaltungen der EC-Jugend teilnehmen lassen können (...)
Villeicht bekomme ich ja eine Antwort.

Lieber Izzet,

ohne hellsehen zu können, prognostiziere ich: Du wirst eine Antwort bekommen, und diese Antwort wird positiv sein. Und zwar darum.

Verstehst Du, was ich meine? Deswegen hatte ich Dir den Link zu diesem früheren Sektenbeauftragten rübergebeamt. Er würde zwar, wie ich ihn kenne, das alles sehr vorsichtig beurteilen und im Zweifel an andere Stellen verweisen (wer legt sich in offizieller Funktion schon gern mit der Amtskirche an?), aber es wäre zumindest ein neutralerer Ansatz, da der Mensch im politischen und nicht im kirchlichen Raum tätig war und ist.
Ich habe nichts gegen die EKD, wirklich nicht, aber Neutralität ist in dieser Frage nicht von ihr zu erwarten.

Nichts für ungut, liebe Grüße

;)
anouk
 
Top