Putins Rußland

Bintje

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Ist das so? Ist Nawalny ein Panslawist? Ist Nawalni ein Muslimhasser? Ist Nawalny ein Gegner der repräsentativen Demokratie? Ist Nawalny ein Feind der EU? Was genau hat Nawalny mit der AfD gemeinsam?

Er ist eine schillernde Figur und im Wesentlichen ein Populist.
Früher hat er üble rechtsradikale Sprüche rausgehauen.

"2007 gründete Nawalny eine "national-demokratische" Bewegung mit dem Namen "Narod" (Volk). Mitgründer war der Tschetschenienkriegsveteran Sachar Prilepin, zugleich Schriftsteller und Mitglied der Nationalbolschewistischen Partei, der sich später den separatistischen Kämpfern in der Ostukraine anschloss und eine kremltreue Partei gründete.

In diese Jahre fallen Aussagen Nawalnys gegen Menschen aus dem Kaukasus und Zentralasien, die ihn in den Augen vieler zum Nationalisten und Rassisten machten, der Ängste vor Überfremdung schürte. Dazu zählten Vergleiche mit Kakerlaken, Fliegen und Nagetieren sowie Forderungen nach Abschiebungen. Nawalny erklärte, er wolle die Nationalisten in den Kampf gegen das System Putin einbeziehen, was er 2011 allerdings für gescheitert erklärte. 2012 und 2013 sagte er seine Teilnahme an den "Russischen Märschen" ab, erklärte aber, er halte sie für richtig.

Auch zur russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 äußerte er sich ambivalent: Als Präsident würde er die Halbinsel nicht an die Ukraine zurückgeben, sondern ein "normales" Referendum zum Status der Halbinsel abhalten lassen. Er sprach aber auch von einem Völkerrechtsbruch Putins und setzt sich für die Minderheit der Krimtataren und den tschetschenischen Blogger Tumso Abdurachmanow ein, der wiederum Nawalnys Rückkehr nach Russland im Januar als "selbstlos" lobte."


https://www.tagesschau.de/faktenfinder/russland-nawalny-123.html

Ich denke nicht, dass er der russische Heilsbringer ist, zu dem er hier oft verklärt wird.
Politisch soll er in den letzten Jahren allerdings erheblich gemäßigter aufgetreten sein - vermutlich wohl auch, um möglichst viele Russen zu erreichen, die von dem System bis auf die Knochen frustriert sind.
 

Burebista

Well-Known Member
Frage an Burebista.
Hat Rumänien bzw. seine Bürger schon viel davon gemerkt, außer das es jetzt sehr teure Produkte aus dem Westen gibt und die eigenen nicht mehr gefragt sind ?

Das hat man hier schon bald nach 1990 gesehen. Ich meine, dass es teure Produkte aus dem Westen kamen.
Ob die unsrigen nicht mehr gefragt waren? Hm. Schwer zu sagen. Vor 1990 waren die Läden fast leer, kannte man keine viele eigene Produkte mehr, außer Zahnpasta vielleicht. Alles was produziert wurde, wurde exportiert. Ich kann mich an keine eigene Produkte erinnern.
Sogar Wasserhähne oder Waschbecken gab es nicht, nur unter dem Tisch. Als meine Eltern das Bad 1986 renovieren wollten, musste man alles auf dem schwarzen Markt kaufen.

PS. Nach Januar 1990 wurden nicht mehr alle Landwirtschaft Produkte exportiert und die Läden füllten sich mit Nahrungsmittel. Aber was die anderen Produkte angeht... Im Herbst 1990 musste ich noch Schlange stehen (in Gedränge), um Rasiercreme und Waschmittel (!!!) kaufen zu können. War dabei glücklich. Obwohl man nur wenig kaufen konnte. Erst später, 1992, konnte man allmählig mehr kaufen und zwar teuer, nachdem die anderen ehemaligen Ostblockstaaten mit westlichen Produkte überfüllt waren. Und dann öffneten diese Firmen auch Fabriken in Rumänien.

Küchenroboter, kleine Staubsauger hatten wir schon vor 1989 vom Schwarzmarkt, das waren aber westliche Produkte.
Vieles wurde von Polen auf den Zügen verkauft. Die hatten wirklich ein Netz, vieles auf Zügen zu verkaufen.

Videokasseten, Videorecorder usw. hatten sehr viele, auch vom Schwarzmarkt.
Die öffentlichen Läden waren aber leer.

Man hatte viel Geld. Man verdiente gut. Man konnte aber nichts damit kaufen, nur vom Schwarzmarkt.



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Burebista

Well-Known Member
Na ja, die Lage war nicht gut.
1980s austerity policy in Romania - Wikipedia
Man konnte rationalisiert nur soviel kaufen, pro Person:
300 Gr. Brot/Tag
1 Kg. Huhn pro Monat
500 Gr. Schweinefleisch pro Monat
800 Gr. Salami pro Monat
100 Gr. Butter pro Monat
750 Gr. Öl pro Monat
1 Kg. Zucker pro Monat
1 Kg. Mehl pro Monat
1 Kg. Maismehr pro Monat
bis 12 Eier pro Monat

Den Rest kaufte man vom Schwarzmarkt. Wir hatten im Haus 2 Gefrierschränke im Haus, voll mit Fleisch.

PS. Habe noch früher hier geschrieben. Wir hatten ein Doppelleben. Einerseits die leeren Läden und die dummen Radio-Programme (TV hatten wir nach 1986, nach dem schweren Winter von damals, mit -28 bis -38 Grad, nur 2 Stunden am Abend und 4-5 Stunden am Sonntag) und andererseits war es der Schwarzmarkt und die westliche Popkultur über Kasseten und Videos, bzw. die Nachrichten vom Freien Europa und den anderen westlichen Sender, die man frei hören konnte (sogar in staatlichen Institutionen).
 
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Berfin1980

Well-Known Member
Er ist eine schillernde Figur und im Wesentlichen ein Populist.
Früher hat er üble rechtsradikale Sprüche rausgehauen.

"2007 gründete Nawalny eine "national-demokratische" Bewegung mit dem Namen "Narod" (Volk). Mitgründer war der Tschetschenienkriegsveteran Sachar Prilepin, zugleich Schriftsteller und Mitglied der Nationalbolschewistischen Partei, der sich später den separatistischen Kämpfern in der Ostukraine anschloss und eine kremltreue Partei gründete.

In diese Jahre fallen Aussagen Nawalnys gegen Menschen aus dem Kaukasus und Zentralasien, die ihn in den Augen vieler zum Nationalisten und Rassisten machten, der Ängste vor Überfremdung schürte. Dazu zählten Vergleiche mit Kakerlaken, Fliegen und Nagetieren sowie Forderungen nach Abschiebungen. Nawalny erklärte, er wolle die Nationalisten in den Kampf gegen das System Putin einbeziehen, was er 2011 allerdings für gescheitert erklärte. 2012 und 2013 sagte er seine Teilnahme an den "Russischen Märschen" ab, erklärte aber, er halte sie für richtig.

Auch zur russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 äußerte er sich ambivalent: Als Präsident würde er die Halbinsel nicht an die Ukraine zurückgeben, sondern ein "normales" Referendum zum Status der Halbinsel abhalten lassen. Er sprach aber auch von einem Völkerrechtsbruch Putins und setzt sich für die Minderheit der Krimtataren und den tschetschenischen Blogger Tumso Abdurachmanow ein, der wiederum Nawalnys Rückkehr nach Russland im Januar als "selbstlos" lobte."


https://www.tagesschau.de/faktenfinder/russland-nawalny-123.html

Ich denke nicht, dass er der russische Heilsbringer ist, zu dem er hier oft verklärt wird.
Politisch soll er in den letzten Jahren allerdings erheblich gemäßigter aufgetreten sein - vermutlich wohl auch, um möglichst viele Russen zu erreichen, die von dem System bis auf die Knochen frustriert sind.

Es gibt noch weitere Merkmale, eins er ist homophob......Schwule gehören weg gesperrt.
 

sommersonne

Well-Known Member
Er ist eine schillernde Figur und im Wesentlichen ein Populist.
Früher hat er üble rechtsradikale Sprüche rausgehauen.
Erstaunlich das für ihn nun halb Europa die Freilassung fordert. Er hat sich doch nicht um 180 Grad gedreht, nur seine Meinung seinem Vorhaben angepaßt um mehr Zustimmung zu bekommen.
Keine Frage das ihm in unserem Krankenhaus geholfen wurde, aber dabei sollte es auch bleiben und wie er in Rußland behandelt wird, sollte deren Problem sein. Zurückgegangen ist er nicht weil er so ein guter ehrlicher Mensch ist, sondern weil er weiß das so eine Art Märtyrertum meist eine Menge Anhänger bringt.
 

sommersonne

Well-Known Member
Das hat man hier schon bald nach 1990 gesehen. Ich meine, dass es teure Produkte aus dem Westen kamen.
Ob die unsrigen nicht mehr gefragt waren? Hm. Schwer zu sagen. Vor 1990 waren die Läden fast leer, kannte man keine viele eigene Produkte mehr, außer Zahnpasta vielleicht. Alles was produziert wurde, wurde exportiert. Ich kann mich an keine eigene Produkte erinnern.
Dann wurde mit dem Eintritt in die EU wenigstens die Versorgungslage besser, wenn man Geld hatte allerdings nur.

Ich wußte nicht das es euch während des Sozialismus so sehr schlecht ging. Dagegen haben wir ja im Schlaraffenland gelebt. Jetzt ist mir auch klar warum wir nicht nach Rumänien reisen durften. Das sollten wir wohl nicht sehen.
 

Bintje

Well-Known Member
Erstaunlich das für ihn nun halb Europa die Freilassung fordert. Er hat sich doch nicht um 180 Grad gedreht, nur seine Meinung seinem Vorhaben angepaßt um mehr Zustimmung zu bekommen.
Keine Frage das ihm in unserem Krankenhaus geholfen wurde, aber dabei sollte es auch bleiben und wie er in Rußland behandelt wird, sollte deren Problem sein. Zurückgegangen ist er nicht weil er so ein guter ehrlicher Mensch ist, sondern weil er weiß das so eine Art Märtyrertum meist eine Menge Anhänger bringt.

Unabhängig davon, dass Putins Apparat ihn gewaltsam aus dem Weg zu räumen versucht hat:
Wenn Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte nicht für Leute mit der falschen politischen Ideologie gelten sollen,
sondern nur für die jeweils Genehmen, hat nicht nur Europa ein Problem.
Gilt dieser Maßstab dann auch für Syrien? Ägypten? China? Iran? Saudi-Arabien? Oder beispielsweise die Türkei?
Organisationen wie Amnesty International kann man dann gleich in die Tonne treten.

https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/russland-alexej-nawalny-verurteilung-proteste-festnahmen

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