Genau das Gegenteil wird passieren, so meine Ansicht... Zumindest für die erste Zeit...
Zwar zeigt der ISE100 eine gewisse stärke, allerdings sollte man sich mit dem Thema "Behavioural Finance" auseinandersetzen... Investitionen sind immer auch von Psychologie geleitet... Es stellt sich die Frage, wie es mit der Türkei weitergeht. Die Investoren/Spekulanten (je nach Betrachtungsweise), werden Gewinne realisieren und dann den Markt beobachten.
Ausländische Investoren investieren nicht einfach ins Bodenlose oder verfolgen Kurven auf irgendwelchen Charts. Sie werden sich auch auf fundamentale Daten in der Türkei berufen.
Grundlegend werden dabei immer der GDP berücksichtigt, Hausbau, Arbeitslosigkeit, Wirtschaft... Danach: von der top down, wird zur bottom up Analyse gegriffen. Erstmal die Wirtschaft als solches und dann die einzelnen Märkte, Sektoren, Unternehmen.
Momentan herrscht doch totales Chaos, was die Unternehmen betrifft... Wenn Erdogan ohne jegliche Vorankündigung seine Säuberungswelle vorantreibt, wird niemand ins Ungewisse investieren.
Beispiel:
Index: ISE100 .... relativ stabil... Hat sich vom Putsch quasi erholt...
Sektor: Finanzwirtschaft... Banken... Ak-Bank...
Ich eröffne eine Hedge-Position im Index und dieser Bank... Zwei Tage später kommt Erdogan und kassiert die Köpfe der Bank (zumal der Vize bereits in den USA kassiert wurde)... Eine vorher kalkulierte Position wird unberechenbar, wenn der Staat unberechenbar handelt und unberechenbar in die Wirtschaft eingreift bzw. das Wirtschaftswachstum urplötzliche über Nacht um 20% besser dasteht (ökonomische Zahlen aus der Luft gegriffen)...
Ich bin zwar kein Wirtschaftsexperte was die Türkei betrifft, würde aber weiterhin (und insbesondere jetzt) eher die Beobachter Funktion einnehmen. Zumal man als "Investor" auch auf fallende Kurse setzen kann und sich am "Ruin" der Türkei bereichern kann... Geld stinkt halt nicht...