Türkei nach dem Referendum

Mendelssohn

Well-Known Member
Eigentlich hat Rumänien 4 strategische Partner: die USA (so sind die Zeiten), Frankreich (romanische Sprache u. Kultur), Polen und die Türkei. Die beiden letzten auch gegen Russland ausgerichtet. Und deswegen auch die bedeutendsten.
Du hast die Deutschen vergessen, die sich stark für die Aufnahme Rumäniens in die EU eingesetzt haben. Und die Italiener.
Die Rumänen mit den Polen und den Türken gegen Rußland? Das Triumvirat ist mir ganz neu. Zumal keine der drei genannten Nationen auf die Russen verzichten kann. Auch würde ich den Einfluß der kommunistischen Altkader sowohl in Polen als auch und gerade in Rumänien nicht unterschätzen. Eine Allianz gegen Rußland kann sich auch Erdogan nicht leisten. Putin wäre u. U. der letzte Retter, wenn die EU, die USA und halbseidene Emirate ausfallen.

Und es bleibt die Frage: was handeln die Rumänen mit den Türken? Autos, Maschinen, Energie, IT, Waffen, Agrarprodukte?
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Du schreibst über Rumänen wie über Guatemala :))
Eher nicht. Ich habe nur gefragt, was die Rumänen aus der Türkei importieren, das sie selbst nicht haben. Benzin aus der Türkei dürfte teurer sein als Benzin von Shell, Aral oder GazProm. Waffen muß man auch nicht über den Umweg Türkei importieren. Vielleicht ein paar IT-Fachleute, aber die hard- und sofware kommt aus den USA und der EU. Maschinen und Autos kauft man auch nicht in der Türkei. Allenfalls privat im second hand. Nach Ende der Planwirtschaft bedarf es wohl auch keiner nennenswerten Lebensmittelimporte. Umgekehrt, also rumänischer Export in die Türkei, könnte schon vielversprechender sein: Autohandel fifth hand, alte Maschinen als Ersatzteillager, Kalaschnikows gehen immer und überall und möglicherweise etwas Tourismus.
Rumänien ist kein armes Land. In jedem Hof wird restauriert, geputzt, modernisiert. Woher das Geld kommt, fragt sich jeder und schüttelt den Kopf.
Es kommt von der EU.
Viele Rumänen arbeiten in der EU, um sich zu Hause etwas aufzubauen.
 

Burebista

Well-Known Member
Du hast die Deutschen vergessen, die sich stark für die Aufnahme Rumäniens in die EU eingesetzt haben. Und die Italiener.
Die Rumänen mit den Polen und den Türken gegen Rußland? Das Triumvirat ist mir ganz neu. Zumal keine der drei genannten Nationen auf die Russen verzichten kann. Auch würde ich den Einfluß der kommunistischen Altkader sowohl in Polen als auch und gerade in Rumänien nicht unterschätzen. Eine Allianz gegen Rußland kann sich auch Erdogan nicht leisten. Putin wäre u. U. der letzte Retter, wenn die EU, die USA und halbseidene Emirate ausfallen.

Und es bleibt die Frage: was handeln die Rumänen mit den Türken? Autos, Maschinen, Energie, IT, Waffen, Agrarprodukte?

Antwort auf die letzte Frage: man importiert aus der Türkei Lebensmittel, also Agrarprodukte. Die einheimischen Märkte sind voll mit türkischen Agrarprodukte. Die rum. Produkte werden im Ausland, Westen, verkauft. Nicht hier. Aber es werden auch andere Sachen aus der Türkei importiert. Mein Bad habe ich fast nur mit tk. Produkten renoviert. Made in Turkey...

Altkader in Rumänien gibt es schon. Aber die sind nicht prorussisch. Die sind eher nationalistisch und sogar proamerikanisch. In April 1964 wurden die Beziehungen zu Russland gestoppt. Und gestoppt sind sie bis heute. Jede rum. Regierung nach 1990 meinte, die Beziehungen wieder zu beleben. Aber es geht nicht. Es gibt so ein Misstrauen, dass man mit einem Russe gar nicht reden kann. Auch höflich kann man mit einem Russe nicht sein. So bin ich, aber auch andere Rumänen. Man redet nicht mit Russen, man läuft denen aus dem Weg...

Die Deutschen sind die größten Investoren in Rumänien, neben den Österreichern und Holländer. Aber strategische Partner sind die nicht. Nur Investoren und hier Geldverdiener.

Die vier strategische Partnerschaften habe nicht ich erfunden, sondern das rum. Außenministerium.

Es geht mit diesen Partnerschaften auch um Herz und Emotionen. Als der polnische Präsident Lech Kaczynski in Smolensk umkam und nachher beerdigt wurde, stand der rum. Präsident in der Kirche, bei der Zeremonie, nicht auf der linken Seite, neben den ausländischen Staatschefs, sondern auf der rechten Seite, mitten in der polnischen Regierung. In Polen wird nicht vergessen, dass die Polen nach der deutsch-russischen Invasion nach Rumänien flüchten konnten und dass das Gold der poln. Bank in Bukarest während des Krieges bis 1947 gesichert werden konnte. Im ersten Weltkrieg, als die Deutschen Südrumänien besetzen, schickten die Rumänen das Gold und auch die Schätze der Königsfamilie nach Russland. Bis jetzt sind sie verschwunden. (Wie kann man mit einem Russen Gespräche halten, auch wenn es um Wetter geht????)

Also, Rumänien hat auf Russland seit mehr als ein halbes Jahrhundert verzichtet. Mit Feinde machen wir keine Geschäfte. Die Russen habe den Goldschatz Rumäniens 1917 konfisziert, haben dann auch rum. Erde übernommen (die Rep. Moldau). Aber das reicht. Es gibt eine rote Linie, und die hat Russland mit Rumänien längst überschritten. Rumänien braucht keine Energie aus Russland, wir haben genug Erdgas. Und sogar unter Ceausescu wurden Atomkraftwerke mit Kanada gebaut, nicht mit Russland.
Polen ist leider abhängig vom russ. Erdgas. Rumänien, Gott sei Dank, nicht.
Die Türkei bedeutet heute nur Erdogan. Der noch nicht bescheid weiss, auf welchem Stuhl er sitzt.
 

Burebista

Well-Known Member
Eher nicht. Ich habe nur gefragt, was die Rumänen aus der Türkei importieren, das sie selbst nicht haben. Benzin aus der Türkei dürfte teurer sein als Benzin von Shell, Aral oder GazProm. Waffen muß man auch nicht über den Umweg Türkei importieren. Vielleicht ein paar IT-Fachleute, aber die hard- und sofware kommt aus den USA und der EU. Maschinen und Autos kauft man auch nicht in der Türkei. Allenfalls privat im second hand. Nach Ende der Planwirtschaft bedarf es wohl auch keiner nennenswerten Lebensmittelimporte. Umgekehrt, also rumänischer Export in die Türkei, könnte schon vielversprechender sein: Autohandel fifth hand, alte Maschinen als Ersatzteillager, Kalaschnikows gehen immer und überall und möglicherweise etwas Tourismus.

Es kommt von der EU.
Viele Rumänen arbeiten in der EU, um sich zu Hause etwas aufzubauen.

Ja, tatsächlich, viel Geld kommt aus der EU, von den Rumänen, die dort arbeiten.
Leider gibt es auch Rumänen die stehlen und ihre gestohlene "Produkte" hier billig verkaufen.
Nun ist Sommer und Rumänien ist voll mit den Dunkel-Rumänen, die ganz hübsch bekleidet sind, die aus Italien und Spanien gekommen sind und sich über die rum. Zustände jede Minute beklagen. Und große Gold oder Silberketten um den Hals tragen.

Rumänischer Autoexport: fast kein Rumäne würde eine Dacia kaufen. Die wird aber in Deutschland gut verkauft. Hier, wenn man Geld gat, kauft man eine Skoda. Aber nie eine Dacia.
 
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Mendelssohn

Well-Known Member
Antwort auf die letzte Frage: man importiert aus der Türkei Lebensmittel, also Agrarprodukte. Die einheimischen Märkte sind voll mit türkischen Agrarprodukte. Die rum. Produkte werden im Ausland, Westen, verkauft. Nicht hier.
Das macht Sinn.
Erinnert mich an die DDR, die Rauhfaser in die BRD exportierte und ihren Bürgern Tapeten aus der SU oder aus einem sonstigen Bruderstaat zumutete.
 

Burebista

Well-Known Member
Ja klar, die Weltmacht Rumänien hat natürlich eine eigene strategische Außenpolitik, in der Deutschland nicht vorkommt.
Leider wird Deutschland nicht als strategischer Partner oder Freund angesehen.
Auch weil die Deutschen immer mit den Russen paktieren?
Wir haben aber einen Rumänien-Deutscher als Präsident.
Das würde in Ungarn, Serbien, Bulgarien nicht möglich sein.
 

EnRetard

Well-Known Member
Auch weil die Deutschen immer mit den Russen paktieren?
Die machen was? :mad:
Meine russophonen Nachbarn behaupten immer, die Merkel hätte dazu beigetragen, dass der gewählte ukrainische Präsident Janukowitsch weggeputscht und eine faschistische Junta installiert werden konnte. Und dann hat sie diese fiesen Sanktionen mitgetragen, als Putja seinen Landsleuten auf der Krim und in Donezk zu Hilfe kam. Nee nee nee, paktieren sieht anders aus.
 

Burebista

Well-Known Member
Die machen was? :mad:
Meine russophonen Nachbarn behaupten immer, die Merkel hätte dazu beigetragen, dass der gewählte ukrainische Präsident Janukowitsch weggeputscht und eine faschistische Junta installiert werden konnte. Und dann hat sie diese fiesen Sanktionen mitgetragen, als Putja seinen Landsleuten auf der Krim und in Donezk zu Hilfe kam. Nee nee nee, paktieren sieht anders aus.
Kannst sagen was Du willst. Aber es steht in den Köpfen der Menschen aus Polen und Rumänien, dass Deutschland mir Russland paktiert. Die Kriege zwischen Deutschland und Russland werden nur als Nebensachen gedacht. Es ist wirklich komisch, aber es ist so.

Muss noch hinzufügen: Der Staatsstreich des Königs am 23. August 1944, als Rumänien die Front wechselte, wird auch jetzt in der rum. Öffentlichkeit als Verrat angesehen. Man kann sich nur schämen.
 
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