AW: Türkisch sprechen bei der Arbeit - was denkt Ihr?
bonjour
interessante posts seit gestern nachts!
sicher spielt eine art kultureller tradition en rolle... irgendjemand aus dem türkischen kreis sprach hier von oraler tradition. dem gegenüber stehen die erfinder des buchdrucks, und verfechter eines hohen masses an schulbildung, die deutschen. latein war noch pflicht in vielen gymnasien bis vor ca 30 jahren, obwohl es absolut keine germanische sprache ist! auch die juden haben viele umfangreiche bücher fest in ihrer tradition. bibel ist nicht umsonst so gut wie synonym von "buch"
eins ist absolut sicher: mit mehreren sprachen gepflegt umzugehen macht arbeit.
viel arbeit sogar, wenn man sich in mehreren sprachen genügend lesestoff aneignen will...
(wenn man von den glücklichen absieht, die eine regelrechte sprachbegabung haben, es gibt welche)
... viel arbeit.
es ist der grund, in den meisten fällen, warum man nicht zweisprachig oder gar mehrsprachig wird... nicht unbedingt aus unlust!
und es gibt leute, die fleissig und strebsam sind, und andere, die es weniger sind, oder völlig andere prioritäten setzen und dadurch in zeitnot geraten. letzteres dürfte bei einer türkischen hausfrau aber nicht der fall gerade sein. also will sie eben ihr "soll" nicht erfüllen, denn die judische frau tut es traditionnel! sie tut es seit jahrhunderte hindurch! sie bringt den kindern exakt das bei, was die deutschen schon wegen dem schulsystem voraussetzen würden:
- die sprache ihrer volksgruppe, jiddisch (nicht nur in deutschland, hier ist es nur ein dialekt, natürlich, sondern überall wo juden leben ausser nordafrika, da dürfte jiddisch die ausnahme sein... in slavischen, baltischen, und zentralasiatischen ländern auch. in lateinamerika genauso, und in den usa. in frankreich natürlich auch); die deutsche frau im ausland bringt ihren kindern auch die eigene sprache bei, auch wenn sie unter stress lebt
- die sprache ihrer religion, hebräisch (die türkische frau bringt ihren kindern die religionssprache nicht bei, arabisch; hier wäre schon einen wertabfall zu sehen! die mühe wäre absolut vergleichbar - viele juden verstehen arabisch passabel, so verwandt sind beide sprachen!); für die deutschen ist es oft latein, bis zur verpflichtung, wie oben erwähnt
- die landessprache (die deutsche sprache oft auch, wenn sie erlernbar ist, das heisst, wenn strukturen dafür existieren, auch wenn es nicht zwang ist. extrem zahlreich sind die veröffentlichungen in deutscher sprache über ganz exquisite sprachen inklusiv türkisch, allerdings da oft in der alten schrift!).
dies gilt auch unter juden, deren ansiedlung seit 1000 jahren, ja, 1000 jahren an einem standort lebt:
http://www.newzz.net/wikipedia.php?WIKI=Raschi . in der stadt von rachi sprechen die heutigen juden auch mehrere sprachen...
sie arbeiten dafür!
und man merkt eindeutig, dass dies die deutsch-türkische bevölkerung nur völlig unzureichend tut (auch wenn viele heute bestens gebildet sind! ich sprach diese woche mit meiner frau von türkischen bekannten, deren sohn deutsche theartergeschichte studiert! alle 5 geschwister haben abitur) und ein problem durch überspitzte forderungen oder erwartungen an der hiesigen gesellschaft (man möge sich aus türkischer sicht auf deutscher seite freuen, einen staat im staat zu haben) schafft. toleranz und pure dummheit sind nicht das gleiche!
es ist schade, dass sich die fleissigen und gebildeten türken auf der seite der flegmatischen ihrer landes- und oft religionsgenossen schlagen! wer dafür arbeitet, vergisst in der regel seine muttersprache nicht...
er braucht nicht zu behaupten, es sei wegen dieser gefahr, dass er die offizielle landessprache vernachlässigt!
denn
vernachlässigen der offiziellen landessprache
ist der hauptgrund, was sprache angeht, der aufregung der deutschen!
salut