Unterricht in der Herkunftssprache


Leider gibt es diesen Unterricht heute nicht mehr. Das fehlen habe ich bei der Tochter meiner Nachbarin und bei ihrer Cousine gemerkt. Türkisch schreiben sie gar nicht und sie freunden sich auch mit niemanden aus der Tr über Face und sonstige Netzwerke an, weil sie eh nicht Antworten könnten - und das finde ich traurig. Sie meinte, sie könne bei einer Diskussion oder bei einem Streit sich nicht schriftlich wehren.
Dann soll doch die Nachbarin ihrer Tochter ihre Muttersprache beibringen.
Was ist denn das für ein Verständnis von dem, wer dafür zuständig ist/ sein soll....
 
Das hatte ich auch, anstatt christlichen Religionsunterricht, gab es Deutsch-Förderunterricht für Türken.
Bei uns gab es Deutsch-Föredrunterricht für alle ausländischen Kinder.
Für türkisch, vietnamesische, jugoslawische, bulgarische.

EDIT:
Welchen Sinn soll es auch haben, einem Vientnamesen z.B. Unterricht für Vietnamesisch zu geben?
Der soll doch hier leben und arbeiten.
Das Vietnamesische ist Sache der Eltern oder der veitnamesischen Gemeinde....
 
Dann soll doch die Nachbarin ihrer Tochter ihre Muttersprache beibringen.
Was ist denn das für ein Verständnis von dem, wer dafür zuständig ist/ sein soll....


Würde sie bestimmt gerne, aber sie sind Vollzeit beschäftig, selbständig und haben leider ein behindertes Kind, was die meiste Zeit ihre Aufmerksamkeit benötigt. :( Er kann nicht (mehr) gehen und ist zu 100 Prozent geistig gehandicapt. Sehr schwere Situation. :(
 
Das widerspricht irgendwie meiner Vorstellung von Integration.
Wie sieht denn die "Vorstellung von Integration" aus ?

Ich stelle das Idealbild eines voll integrierten Menschem mit Migrationshintergrund dar. Dabei hatte ich bis zu einem gewissen Alter nie das Gefühl irgendwie "anders als Andere Deutsche" zu sein. Ich wuchs die ersten Jahre meines Lebens bei einer Pflegefamilie auf und habe hinterher normal die Schule besucht. Das Thema Migration kam erst mit der Schule und den verachtenden Blicken arisch-betagter Lehrer (und später Arbeitgeber) auf. Dieses Geschwätz von Integration is die gleiche Laier wie "Teamfähigkeit". In der Praxis interessiert es niemanden, ob du teamfähig bist oder integriert wurdest. Alleine dein Name (Vor- und Nachname9 zählt am Ende und es wird dich dein ganzes lebenlang in der BRD verfolgen.

Du kannst kiloweise Schweinefleisch in den Kopf kippen, Bier saufen, Bomberstiefel und Springerjacken tragen und dir sogar einen Adolf-Scheitel beim Frisör deiner Wahl schnitzen. Das bringt dir alles nix, wenn du einen ausländischen Namen trägst. So jedenfalls meine Erfahrung.

... daher auch, wenn ich gegenwärtig rückblicke, hätte mich das Erlernen der Muttersprache sicherlich viel geholfen. Wäre man trotz politischer Widrigkeiten, im Land seiner Ahnen doch heimischer.
 
Bei uns gab es Deutsch-Föredrunterricht für alle ausländischen Kinder.
Für türkisch, vietnamesische, jugoslawische, bulgarische.

EDIT:
Welchen Sinn soll es auch haben, einem Vientnamesen z.B. Unterricht für Vietnamesisch zu geben?
Der soll doch hier leben und arbeiten.
Das Vietnamesische ist Sache der Eltern oder der veitnamesischen Gemeinde....

Nein, abgesehen davon anstatt Religion. Also wir hatten für alle Schüler die es brauchen Förderunterricht und dann noch zusätzlich das für Türken, also Moslems. (Grundschule)

Sowas wie Förderunterricht hatten wir sogar auf dem Gymnasium für fast die ganze Klasse. ;)

Ich müsste jetzt Wissen, ab welcher Klasse gibt es nochmal den Religionsunterricht? Weil dann kann ich mich genauer erinnern.
 
Der Soll- und Ist-Vergleich hinkt. Natürlich möchte der Vietnamese das. Politisch soll er auch. Realistisch wird er aber nicht. Daher die vietnamesische Sprache, damit er eines Tages resigniert in das Land seiner Herkunft zurück kann. Alles Andere ist utopisch bzw. lügt man sich selbst etwas vor.
Sorry, aber das ist mMn Blödsinn.
Du bist hier, ich bin hier, tausende Vietnamesen sind hier...
Und mio. andere Menschen mit Migrationshintergrund.
 
EDIT:
Welchen Sinn soll es auch haben, einem Vientnamesen z.B. Unterricht für Vietnamesisch zu geben?
Der soll doch hier leben und arbeiten.
Das Vietnamesische ist Sache der Eltern oder der veitnamesischen Gemeinde....


Also wenn es darum geht, welche Sprache man zuerst erlernen sollte und ob es besser ist einsprachig oder zweisprachig aufzuwachsen, dann bin ich dafür, dass man erst gut Deutsch können sollte und die zweite Sprache, die Muttersprache die kommt eh, sei es durch Nachmittagsunterricht oder ähnlichem. Bei uns war es so, das wir Geschwister untereinander und der Schule Deutsch sprachen und mit den Eltern und im Türkisch-Unterricht dann eben Türkisch. Aber viele vertreten hierzu eine andere Meinung und zwar folgende: Nur wenn jemand seine Muttersprache gut kann, erst dann kann er auch eine zweite Sprache wie Deutsch gut erlernen. Ich weiß nicht, inwieweit das vielleicht sogar richtig und besser ist.
 
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