AW: Vorurteile
Also, Zerd, da gibt es gar nichts zu befürchten. Erstens muss ich nicht antworten, nur um zu antworten,; das tue ich dann, wenn mir danach ist und sonst nicht.
Aber Du solltest mich vielleicht ein klein bißchen besser einschätzen können, als wenn wir gestern zum allerersten Mal voneinander gelesen hätten. Was ich meinte, mit "first things first": und zwar ganz schlicht und subjektiv: wenn jemand genervt ist oder Kummer hat, springe ich erstmal darauf an und reagiere darauf. Da frag ich nicht erst in allen Details, was vorgefallen ist, ob die Gefühle des Gegenübers "berechtigt" sind oder nicht; sie existieren nun einmal. Auf der anderen Ebene, der zweiten (und im allerersten Moment nachrangigen) wüßte man dann natürlich doch ganz gern mal, was war. Wie es genau war. Und ich denke, das klang auch in meiner Antwort auf Deinen ersten Beitrag schon recht deutlich an, aber ich mag mich da nicht zitieren; Rasim hat nämlich in eine ganz ähnliche Richtung geantwortet:
Zitat von ra-sim:
Hätte die Dozentin mir erklärt wieso sie unsicher ist in diese Länder zu gehen hätte ich ihr vielleicht erklären können und zeigen können das sie keine Angst haben muss.
Aber warscheinlich haben viele Recht wenn sie sagen: Wieso soll sie sich erklären müssen?
Nein das muss sie nicht! Das Stimmt.
Exakt so ist es, so sehe ich das auch. "Müssen" muss keiner was, aber geholfen hätte es schon, um die Einstellung besser (oder überhaupt) nachvollziehen zu können. Ich selbst kann sie so nicht nachvollziehen, aber das ist mit Sicherheit ja auch deutlich geworden. Im Übrigen finde ich, dass es im unmittelbaren, direkten Gespräch auch eine Frage des diplomatischen Fingerspitzengefühls (gewesen) wäre, vielleicht noch einen erklärenden Halbsatz anzufügen. Daraus könnte sich ja theoretisch ein für beide Seiten aufschlussreicherer Austausch entwickeln, im günstigsten Fall. Aber das mag eine Frage des persönlichen Stils sein; keine Idee. Tatsache ist: wenn jemand "yok" sagt, sage ich auch "yok" - und zwar entschieden und und bedarfsweise auch derb. Dann lüpft man kurz den Hut, wünscht einander guten Tag, guten Weg - das war's dann.
Allerdings weiß ich auch, oder glaube zu wissen, dass "Yok" manchmal erst den Beginn interessanter Entwicklungen markiert, dass sich nämlich sehr wohl ein Gespräch, ein Austausch, Verhandlungen daraus entwickeln können, die am Ende für beide Seiten ein Gewinn sind. Und wenn die Dame sich - rein hypothetisch - vielleicht doch noch irgendwann mal erklären sollte, hat sich ja auch im eigenen Hirn in der Zwischenzeit was bewegt ... Und dann, irgendwann, findet sich ein Modus Vivendi. Der goldene Mittelweg. (Oder auch nicht, wie Mar schon schrieb).
Klarer?
ps Auf Deinen Vergleich mit der Smilie-Debatte mag ich jetzt nicht wirklich eingehen; Smilies sind Smilies sind Smilies. Die Ablehnung ganzer Regionen aufgrund der dort vorherrschenden Religion finde ich dagegen, und dabei bleibe ich auch: borniert.