Vorurteile

AW: Vorurteile

Für studierte ist die Allgemein Bildung unter aller Sau!
Die Dozentin soll da bleiben wo der Pfeffer wächst!
Der Iraner soll sich ruhig umdrehen, würde ich mich bei ihm auch! Was glaubt der eigentlich!
Menschen halt, man sollte meinen das wir gebildete, zivilisierte Geschöpfe sind aber ich würde schon fast behaupten wollen das Tiere mehr Verstand und soziales Verhalten haben als wir!

LG
Volkan
 
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So nochmal um das Bild besser zu zeigen.

Ich habe natürlich nicht geschwiegen vor der Dozentin sondern nachgefragt weshalb sie dass sagt.

Dozentin: "In Islamischen Ländern sind Frauen unterdrückt!"
Rasim: "Aber es sind doch nicht alle Menschen gleich"
Dozentin:"Ausserdem: Ich habe meine Wohnung bei einem türkischen Laden, die Männer stehen immer im Weg auch wenn man Rad fährt gehn sie nicht zur seite. Und ich hab mir mühe gegeben, war aufgeschlossen, bin reingegangen und sie haben nicht mal hallo gesagt! Das sind so Dinge weshalb ich nicht hinmöchte"
Rasim: Die Türkei ist ein Land voller Kulturgüter, als beispiel Istanbul ist meiner Meinung nach wichtig betrachtet zu werden, wenn nicht der islamischen Kultur wegen dann für die Christliche.
Dozentin: Jaja...istanbul....ist vereuropäischt und hat ja nichts mit der Türkei zu tun

ich hab nicht weitergesprochen.

Zum Perser möchte ich noch hinzufügen, er hat mir dann auf mein nachfragen hin erzählt..dass : "Wir Perser wissen schon was ihr seit!...ihr habt viel von uns geklaut"
Später habe ich erfahren dass es wohl wirklich ein Persisches Vorurteil ist....türken sind schlecht.

Naja...
das schlimme ist...man sollte wenigstens unter Ausländern zusammenhalten. DENKSTE....im gegenzug dazu..haben viele Türken alles drann gesetzt sich auszuschliessen.....Die Italiener Spanier etc. sind ja alles ungläubige..die trinken ausserdem Alkohol...etc.
Es kostete mich eine heiden Arbeit der Familie meiner Freundin zu zeigen dass türken eben nicht diesem Bild entsprechen..dass..alle davon haben!!
(wobei ich mir da immer unsicherer werde) Ich kämpfe dafür keine "AUSNAHME!"zu sein.
 
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Ra-Sim, du wirst damit auch irgendwann erfolg haben- Spätestens bei deinen eigenen Kindern, die du grossziehst oder bei Freunden, zu denen du durchdringst. Lieber fünf weitere "Ausnahmen" geschaffen als aufgeben! Mach weiter so!
 
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Zitat von Sultan:
Hallo Zerd ein schönes Statment und eine gute Fragestellung. Und wie ist Deine Antwort ?

sultan, falls dich das thema naeher interessiert, lass einfach mal den suchbegriff "schublade" auf meine früheren beiträge los. da wirst du einige weiterführende hinweise finden.

was meine antwort betrifft, so denke ich, dass es eine prinzipielle unterscheidung zwischen vorurteilen und sonst irgendwie gearteten urteilen gar nicht gibt, der mensch letztlich also, je nachdem, welchen begriff man bevorzugt, entweder nur zu vorurteilen oder nur zu urteilen fähig ist. warum aber gibt es den begriff trotzdem? weil er, wie viele andere aehnlich kunstbegriffe als ausschliessungs- und ächtungsmechanismus fungiert. es wird suggeriert, dass es urteile gibt, die anderen urteilen überlegen sind, und die unterlegenen urteile disqualifiziert man eben mit der vorsilbe vor-. (und wertet damit natürlich auch gleichzeitig den vertreter von vorurteilen ab und sich selbst als vertreter von überlegenen urteilen auf)

ein wortspiel eigentlich, ganz nach orwell, alle sind zwar gleich, aber manche eben doch gleicher als andere! genau so verhält es sich zwischen urteilen und vorurteilen. wie anouk so schön sagt, first things first. oder auch: kragen ist mir näher als die hose. hier wird um den preis, die eigenen leute aufzuwerten, einfach in kauf genommen, den anderen auf ganz ähnliche weise abzuwerten wie man es ihm im grunde vorwirft. fast zeitgleich zu ihrem gegenüber der dozentin, dem XXX und dem perser ziemlich unnachgiebigen urteil hier schreibt sie an andere stelle über leute, die anderen gerne mal den vogel zeigen in etwa: gefällt mir zwar nicht, aber die menschen sind verschieden, ist in ordnung so. das allerdings über die eigenen leute. erkennst du den unterschied: eigentlich wird hier dieselbe chose beurteilt, aber hier mit gnadenlosem ausschluss und dort quasi mit einem schulterschluss. eben genau dafür ist der begriff vorurteil da.

es gibt ein gut zu lesendes büchlein von m. foucault, die ordnung des diskurses. dort findest du weitere beispiele für wesentlich feiner und intelligenter konstruierte ausschliessungsmechanismen.
 
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Vielleicht ist das sehr viel einfacher zu beantworten.Vielleicht hat man als türkischer Mensch gelernt niemandem auf den "schlipps" zu treten. Respekt etc.
Warscheinlich gibt es deswegen für mich Urteile die anderen überlegener sind.
 
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Zitat von Anouk:
Wenn Rasim sich verletzt fühlt, fühlt er sich verletzt. Punkt. Und ich persönlich kann nur sagen, dass ich in solchen Situationen (mal ganz unabhängig davon, dass ich keine Türkin bin) auch nicht grad überschwänglich erfreut gewesen wäre.

das mag rasim oder anouk nicht gefallen, aber "menschen sind nun einmal verschieden"! und punkt.

Zitat von Anouk:
Wenn jemand sich beklagt, er habe eine Ohrfeige bekommen und die Handabdrücke noch sichtbar sind: Soll ich ihm dann beistehen und ihn trösten? Oder erst darüber diskutieren, ob er nicht vielleicht gerade nur eine ungewöhnliche Form der Kontaktaufnahme erlebt hat, die womöglich ganz anders gemeint war? First things first, meine ich. Auch wenn Dir das jetzt wahrscheinlich zu platt ist.

das ist wirklich sehr platt. denn niemand hat hier eine ohrfeige auch nur angedroht bekommen (und nicht mal einen vogel gezeigt bekommen). von irgendwelchen handabdrücken ganz zu schweigen. es war einfach nur so, dass irgendjemand eine unpopuläre ansicht (ganz ohne persönlichen angriff oder agressivität) vertreten hat und ein anderer das (also das so-sein und so-denken dieser menschen) als eine ohrfeige empfunden hat (und du weisst, wer geohrfeigt wird, darf sich sogar wehren!). dreh das bild mal bitte kurz um: wusstest du, dass in der türkei immer wieder vereinzelt nicht fastende schüler verdroschen und gemassregelt werden von fastenden mitschülern, die sich durch dieses nicht-fasten in ihrem religiösen gefühl verletzt und geohrfeigt fühlen? natürlich ist es ein unterschied, ob ich jemanden körperlich angreife oder nur verbal, aber die zugrunde liegende intoleranz ist durchaus verwandt in beiden fällen.
 
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Zerd, gelegentlich leiste ich es mir, Einstellungen oder Haltungen oder das Verhalten von Menschen zu mögen oder auch nicht. Einfach so, als Subjekt.
Und natürlich habe ich als solches auch Vorurteile, wie jeder Menschen. Habe ich das bestritten? Nein. Warum auch? Das Eingeständnis finde ich immer noch ehrlicher als den Versuch, es bei sich selbst zu verleugnen und ausschließlich anderen vor den Latz zu knallen. Dein Ton erscheint mir jedenfalls einigermaßen selbstgerecht und von oben herab. Aber bitte, wenn Du meinst ..

Viele Grüße..
 
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Manchmal ist es nur die Art und Weise wie man etwas ausdrückt. Wenn ich zu einem Schwein "du Schwein" sage wird es sich nicht gut fühlen...
Hätte die Dozentin mir erklärt wieso sie unsicher ist in diese Länder zu gehen hätte ich ihr vielleicht erklären können und zeigen können das sie keine Angst haben muss.
Aber warscheinlich haben viele Recht wenn sie sagen: Wieso soll sie sich erklären müssen?
Nein das muss sie nicht! Das Stimmt.
Diese Populären Meinungen sind schrecklich..noch schlimmer WIR die Menschen verurteilen die dagegen sprechen.
Den Nazis gehts ja auch so...ihre Meinung ist nicht Populär...wir müssen sie schützen...:confused:
Ich bin einfach ein Mensch der versucht Vorurteile erst einmal wegzulassen und mich neuem zu öffnen. Natürlich funktioniert das nicht immer....es fängt an bei Menschen die zu Dunkelhäutigen netter sind...als zu anderen...auch dass ist ähnlich.
 
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Zitat von Anouk:
Zerd, gelegentlich leiste ich es mir, Einstellungen oder Haltungen oder das Verhalten von Menschen zu mögen oder auch nicht. Einfach so, als Subjekt.
Und natürlich habe ich als solches auch Vorurteile, wie jeder Menschen. Habe ich das bestritten? Nein. Warum auch? Das Eingeständnis finde ich immer noch ehrlicher als den Versuch, es bei sich selbst zu verleugnen und ausschließlich anderen vor den Latz zu knallen. Dein Ton erscheint mir jedenfalls einigermaßen selbstgerecht und von oben herab. Aber bitte, wenn Du meinst ..

Viele Grüße..

ach anouk, bei solchen antworten könnte man befürchten, dass du mir nur antwortest,um geantwortet zu haben oder weil du irgendwie denkst, dein gesicht wahren zu müssen. aber das ist doch überhaupt nicht nötig. beser sasar, menschen können sich durchaus irren und unterschiedlicher meinung sein, ohne dass darin ein persönlicher angriff zu vermuten ist. und ich sag es immer wieder: wenn ich nicht der ansicht wäre, dass du zu den nicht allzu vielen gehörst, die solch schräge winkelzüge des denkens, zu denen ich mich immer wieder verleitet fühle, mit etwas gutem willen durchaus so weit nachvollziehen könnten, dass wirklich auch für mich wertvolle gegenargumente und -perspektiven dabei herauskommen können, dann würde ich ganz sicher nicht so oft deine beiträge als anlass nehmen, hier einige dieser konstrukte zur diskussion zu stellen.

wo bitte soll ich behauptet haben, dass gerade ich vor vorurteilen gefeit bin? habe ich nicht vor einigen beiträgen wieder einmal zum besten gegeben, dass ich den menschen, zu denen ich mich auch zähle, nur zu einer sorte von urteilen fähig sehe und dass es im grunde nur eine frage des geschmacks ist, ob man sie nun urteile oder vorurteile nennt. was ich dir "vor den latz knalle" - ich würde sagen: worauf ich dich aufmerksam machen wollte - ist nicht, dass du, genauso wie jeder andere mensch, deine vorurteile hast, sondern andere wegen ihrer vorurteile verurteilen kann. und das auch noch, ganz nach belieben und wie dir danach ist, selektiv machen kannst. und auch darauf versuche ich DICH nur deshalb aufmerksam zu machen, weil ich dazu in der lage einschätze, aus deiner menschlichkeit und moralischen verfassung heraus diese haltung unangebracht zu finden.

beser sasar, ICH könnte mich geirrt haben, durchaus. in der sache oder auch in dir oder in beidem. dann wäre es einfach schön, wenn mir meine irrtümer für mich nachvollziehbar vorgeführt werden könnte. das wüsste ich wirklich zu schätzen, wohl wissend, dass ichesvon niemandem erwarten darf. ich bin einfach nur ein unverbesslicher optimist, was manche menschen angeht.
 
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Also, Zerd, da gibt es gar nichts zu befürchten. Erstens muss ich nicht antworten, nur um zu antworten,; das tue ich dann, wenn mir danach ist und sonst nicht. ;)
Aber Du solltest mich vielleicht ein klein bißchen besser einschätzen können, als wenn wir gestern zum allerersten Mal voneinander gelesen hätten. Was ich meinte, mit "first things first": und zwar ganz schlicht und subjektiv: wenn jemand genervt ist oder Kummer hat, springe ich erstmal darauf an und reagiere darauf. Da frag ich nicht erst in allen Details, was vorgefallen ist, ob die Gefühle des Gegenübers "berechtigt" sind oder nicht; sie existieren nun einmal. Auf der anderen Ebene, der zweiten (und im allerersten Moment nachrangigen) wüßte man dann natürlich doch ganz gern mal, was war. Wie es genau war. Und ich denke, das klang auch in meiner Antwort auf Deinen ersten Beitrag schon recht deutlich an, aber ich mag mich da nicht zitieren; Rasim hat nämlich in eine ganz ähnliche Richtung geantwortet:

Zitat von ra-sim:
Hätte die Dozentin mir erklärt wieso sie unsicher ist in diese Länder zu gehen hätte ich ihr vielleicht erklären können und zeigen können das sie keine Angst haben muss.
Aber warscheinlich haben viele Recht wenn sie sagen: Wieso soll sie sich erklären müssen?
Nein das muss sie nicht! Das Stimmt.

Exakt so ist es, so sehe ich das auch. "Müssen" muss keiner was, aber geholfen hätte es schon, um die Einstellung besser (oder überhaupt) nachvollziehen zu können. Ich selbst kann sie so nicht nachvollziehen, aber das ist mit Sicherheit ja auch deutlich geworden. Im Übrigen finde ich, dass es im unmittelbaren, direkten Gespräch auch eine Frage des diplomatischen Fingerspitzengefühls (gewesen) wäre, vielleicht noch einen erklärenden Halbsatz anzufügen. Daraus könnte sich ja theoretisch ein für beide Seiten aufschlussreicherer Austausch entwickeln, im günstigsten Fall. Aber das mag eine Frage des persönlichen Stils sein; keine Idee. Tatsache ist: wenn jemand "yok" sagt, sage ich auch "yok" - und zwar entschieden und und bedarfsweise auch derb. Dann lüpft man kurz den Hut, wünscht einander guten Tag, guten Weg - das war's dann.
Allerdings weiß ich auch, oder glaube zu wissen, dass "Yok" manchmal erst den Beginn interessanter Entwicklungen markiert, dass sich nämlich sehr wohl ein Gespräch, ein Austausch, Verhandlungen daraus entwickeln können, die am Ende für beide Seiten ein Gewinn sind. Und wenn die Dame sich - rein hypothetisch - vielleicht doch noch irgendwann mal erklären sollte, hat sich ja auch im eigenen Hirn in der Zwischenzeit was bewegt ... Und dann, irgendwann, findet sich ein Modus Vivendi. Der goldene Mittelweg. (Oder auch nicht, wie Mar schon schrieb).

Klarer?


ps Auf Deinen Vergleich mit der Smilie-Debatte mag ich jetzt nicht wirklich eingehen; Smilies sind Smilies sind Smilies. Die Ablehnung ganzer Regionen aufgrund der dort vorherrschenden Religion finde ich dagegen, und dabei bleibe ich auch: borniert.
 
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