AW: Was ist eigentlich Treue?
Bis auf eine Ausnahme war ich, was man traditionell unter treu versteht.
Meine damalige Beziehung konnte zu diesem Zeitpunkt allerdings kaum noch als solche bezeichnet werden.
Treue in seiner speziellen Bedeutung verstanden als nicht fremdgehen oder im allgemeinen Sinne als Zuverlässigkeit gegenüber dem Mann, der Frau, dem Freund, der Gemeinschaft usw. entspricht dem klassischen Beziehungskonzept.
Ob und inwieweit das (heute noch) sinnvoll ist, wage ich zu hinterfragen.
Wem dient die Treue, wozu ist sie überhaupt gut.
Dem Ego, damit es sich sicher fühlt, einmalig, nicht austauschbar und sich dadurch wertvoll vorkommt?
Der Gesellschaft, auf dass sie nicht im Chaos wechselnder Partnerschaften, in Werteverfall und in allgemeiner Sittenlosigkeit versinkt?
Was ist das Wesen, der Sinn von Gemeinschaft, von Beziehungen?
Wann ist eine Beziehung, eine Gemeinschaft gut?
Brauchen unabhängig freie Menschen ideologische "Ketten", um neben ihrer Individualität das Gefühl der Zusammengehörigkeit beizubehalten, damit nicht der Sieger alles und alle anderen nichts bekommen oder einfach, damit sie sich nicht gegenseitig umbringen.
Ist das vielleicht alles nur eine Frage der (Menschen-)Bildung?
Führt die maxime leben und leben lassen am Ende zum Sterben aller?
Ist Treue etwas für die Schwachen?
Fragen über Fragen...
P.S.: Da fällt mir gerade die allegorische Bezeichnung des Bandes ein, das Band der Ehe, der Freundschaft usw.