„Ja, eine Welt ohne Prostitution ist denkbar!“

Sorry, aber die Rollenverteilung, die "Gefahren" für Freier auch nur ansatzweise vergleichen zu wollen ist ja wohl eine massive Verhöhnung gerade der Frauen, die Opfer von Zwang, Vergewaltigung und Gewalt in diesem Zusammenhang werden. Und das Potenzial dafür in dem Bereich kann doch niemand ernsthaft bezweifeln. Ich bin sicher keine Kampfemanze, aber ich kann gerade nicht beschreiben, wie angewidert und wütend mich solche Worte machen. Mensch, du bist ein intelligenter Mann und ich denke auch, mit einem "normalen" Menschen- und Frauenbild.


In der Formulierung "irgendwie", die Blackcyclist verwandt hat, steckt meines Erachtens genug Relativierung, um sich über seine Aussage nicht aufregen zu müssen.

Und man kann schon davon ausgehen, dass viele Freier aus einer gewissen inneren Notlage heraus den Weg zur Prostitutierten gehen, wenn ihnen andere Wege, aus welchen Gründen auch immer verwehrt sind.

Manche Frauen scheinen zu glauben, dass Männer sexuell nicht traumatisierbar sind... dabei könnte ich eine ganze CD-Sammlung davon singen. :rolleyes:
 
http://menschenhandelheute.net/2012/02/24/prostitution-in-schweden/


Zunächst ist festzuhalten, dass das vorrangige Ziel dieses Gesetzes war und ist, die öffentlich sichtbare Prostitution, die Straßenprostitution, einzudämmen bzw. zu beseitigen. Allein 10 Millionen schwedische Kronen (ca. 1.136.000 Mio. Euro) hat die schwedische Regierung für die Umsetzung des Gesetzes zur Verfügung gestellt. Davon gingen 7 Millionen (ca. 790.000 Mio. Euro) schwedische Kronen an die Polizei, die dieses Geld in ihrem Ermessen verwalten und verteilen konnte. Das Ziel dabei war es insbesondere die Straßenprostitution in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö zu beseitigen. Ein Report des Stockholmer Ministeriums für Wirtschaft gibt an, dass diese seit Inkrafttreten des Gesetzes um ca. 41% zurückgegangen ist.

Jedoch ist anzunehmen, dass das Gesetz zu einer Verlagerung der Prostitution in den Untergrund geführt hat. So kritisieren Organisationen von bzw. für SexarbeiterInnen, dass zur Reduzierung der Wohnungsprostitution sowie für Beratung, Unterstützung von bzw. Ausstiegsprogramme für SexarbeiterInnen keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt wurden. Nicht nur wurden durch das Gesetz SexarbeiterInnen und ihre Kunden aus der Öffentlichkeit komplett verdrängt, sondern es führt(e) zu erheblichen negativen Auswirkungen für SexarbeiterInnen. Die Kritik an diesem Gesetz geht auch in Irland und Frankreich in eine ähnliche Richtung.
Ergebnisse verschiedener Studien, u.a. eines Berichtes der schwedischen Kommission, weisen darauf hin, dass die Unsicherheit im Arbeitsbereich „Sexarbeit“ enorm gestiegen ist. Erstens sind SexarbeiterInnen der Gefahr von Gewaltverbrechen stärker ausgesetzt, da die Polizei aus Personal- und Zeitgründen weniger in Wohnungen und Clubs kontrolliert, sondern hauptsächlich auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Zweitens erhöht die drohende Strafe für Kunden diese Gefahr. SexarbeiterInnen haben nun im Anbahnungsgespräch weniger Zeit abzuklären, ob sie mit diesem Kunden mitgehen wollen oder nicht. Drittens, sehen sich vor allem SexarbeiterInnen, die keine Alternative finden, aufgrund der verschlechterten Marktlage gezwungen, auch fragwürdiger wirkende Kunden zu akzeptieren und öfter ohne Kondom zu arbeiten. Laut des Reports seien Kunden sich der schwierigen Lage der Prostituierten bewusst und würden schneller brutal.
 
Manche Frauen scheinen zu glauben, dass Männer sexuell nicht traumatisierbar sind... dabei könnte ich eine ganze CD-Sammlung davon singen. :rolleyes:

Dabei lassen sich sexuelle Traumatisierungen in der Regel nicht ausschließlich in einer gängigen Psychotherapie kurieren. Wenn die Art der Traumatisierung dazu geführt hat, dass partnerschaftliche Liebesbeziehungen, Affairen oder One-Night-Stands wegen einer übermäßigen Gehemmtheit oder einer massiven Störung des Nähe-Distanz-Verhältnisses nicht eingegangen werden können, bietet Prostitution immer noch eine gute Möglichkeit der Heilung. Auch für die DienstleisterInnen.

Der Rahmen der Prostitution ist nämlich weitestgehend klar abgesteckt und stellt insofern eine Art Schutzraum dar, in dem bestimmte Regeln ausgehandelt und eingehalten werden.

Wenn die Libido durch die Traumatisierung erstmal abgespalten worden ist, ist es oft hilfreich, sie über die bewusste Ausübung in einem ähnlich separierten Setting zu re-integrieren.
 
Also ersten möchte ich betonen, dass ich durchaus sehe, dass es Männer mit Schwierigkeiten gibt, auf "normale" Weise sexuelle Erfüllung zu finden, an eine sozusagen willige Partnerin heran zu kommen, die vielleicht auch auf irgendeine Weise ein Trauma haben.

ABER: Was ist mit der Tatsache, dass die allerüberwiegende Mehrheit der Freier in festen Beziehungen ist?
Was ist mit den Traumata, die Sexarbeiterinnen davon tragen?
Und noch was: Manche Männer scheinen zu glauben, dass wir Frauen allesamt frigide sind und keine sexuellen Bedürfnisse haben. Und um es überspitzt zu sagen: Bis zur sexuellen Revolution seit den 68ern hat nach weiblicher Sexualität, weiblichen Bedürfnissen wohl kaum jemand gefragt. Und wenn wir schon beim ja angeblich ältesten Gewerbe der Welt sind. Was ist mit all den Frauen, die seit hunderten Generationen sexuell unausgefüllt, vielleicht auch gefrustet bis hin zum Krankwerden oder auch aus bestimmten Gründen sexuell traumatisiert ihr Leben verbringen mussten und müssen und denen konventionelle, vielleicht auch soziale/finanzielle Schranken, auch das Angebot sozusagen nicht die Möglichkeiten bieten, diese eventuell auszugleichen durch "fremden", evtl. gekauften Sex?

Zu Schweden und dem Artikel gern später.
 
In der Formulierung "irgendwie", die Blackcyclist verwandt hat, steckt meines Erachtens genug Relativierung, um sich über seine Aussage nicht aufregen zu müssen.

Das kann ich nicht sehen. Im Gegenteil, ich finde, diese flapsige Art ist ein Hinweis darauf, dass er die Problematik nicht wirklich ernst nimmt. Es wundert mich allerdings nicht, dass du das anders siehst, denn mir scheint, dass du auch einen sehr einseitigen Blick darauf hast. Das jedenfalls hat mit der Realität nicht allzu viel zu tun:

Und man kann schon davon ausgehen, dass viele Freier aus einer gewissen inneren Notlage heraus den Weg zur Prostitutierten gehen, wenn ihnen andere Wege, aus welchen Gründen auch immer verwehrt sind. Manche Frauen scheinen zu glauben, dass Männer sexuell nicht traumatisierbar sind... dabei könnte ich eine ganze CD-Sammlung davon singen. :rolleyes:

Und nu? Auch Männer sind traumatisierbar. Und bei denen ist das dann so schlimm, dass wir dafür die massenweise Traumatisierung von Frauen gern in Kauf nehmen?
 
Um die Diskussion mal wieder auf die Füsse zu stellen, gemeinsamer Konsens ist hier sehr wohl, das Menschenhandel, Sklaverei und Gewalt gegenüber Prostituierten abzulehnen und auch strafrechtlich verfolgt gehört.

Das Frauen das Problem generell anders sehen als Männer ist der Thematik geschuldet, sollte man aber auch bedenken.

Es wird ja wohl keiner behaupten wollen, das alle Prostituierten zu diesem Job gezwungen werden und ja, auch Männer werden zu wirklich vielen Scheißjobs gezwungen.

Warum gehen denn Männer, die in festen Beziehungen sind zu Prostituierten und bezahlen für etwas, was sie theoretisch auch umsonst zu Hause bekommen? Ich glaube nicht, das die Mehrzahl der Frauen frigide ist, aber ich kenne auch genug Beispiele, wo Frauen Sex als Waffe eingesetzt haben. Und 6 Monate keinen Sex für ein falsches Geburtstagsgeschenk war da noch mit das Harmloseste.

PS: Ich war noch nie bei einer Prostituierten und könnte es mir auch nicht vorstellen und fremdgegangen bin noch nie.
 
Genau. Die wahren Opfer sind diejenigen, die den Markt schaffen, der dann mit moderner Sklaverei bedient wird.

Was macht eine alleinstehende Frau, wenn sie Bedürfnis nach Sex hat? Sie geht in eine Bar, setzt sich an den Tresen und lässt sich solange Drinks ausgeben, bis der "Richtige" gefunden ist.

Was macht der Mann in der gleichen Notlage? Geht in eine Bar und gibt einer Frau Drinks aus, um dann zuzuschauen, wie sie mit nem anderen abzieht......

Ist jetzt arg pauschalisiert, aber ich habe eben auch Jahre hinter der Bar verbracht und viel erlebt.
 
Was macht eine alleinstehende Frau, wenn sie Bedürfnis nach Sex hat? Sie geht in eine Bar, setzt sich an den Tresen und lässt sich solange Drinks ausgeben, bis der "Richtige" gefunden ist.

Was macht der Mann in der gleichen Notlage? Geht in eine Bar und gibt einer Frau Drinks aus, um dann zuzuschauen, wie sie mit nem anderen abzieht......

Ist jetzt arg pauschalisiert, aber ich habe eben auch Jahre hinter der Bar verbracht und viel erlebt.

Das hat dir offenbar ein sehr verzerrtes Bild beschert. Wie groß. glaubst du, ist denn der Anteil sexbedürftiger Frauen, die sich allein an einen Tresen stellen?
 
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