Zunächst ist festzuhalten, dass das vorrangige Ziel dieses Gesetzes war und ist, die öffentlich sichtbare Prostitution, die Straßenprostitution, einzudämmen bzw. zu beseitigen. Allein 10 Millionen schwedische Kronen (ca. 1.136.000 Mio. Euro) hat die schwedische Regierung für die Umsetzung des Gesetzes zur Verfügung gestellt. Davon gingen 7 Millionen (ca. 790.000 Mio. Euro) schwedische Kronen an die Polizei, die dieses Geld in ihrem Ermessen verwalten und verteilen konnte. Das Ziel dabei war es insbesondere die Straßenprostitution in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö zu beseitigen. Ein
Report des Stockholmer Ministeriums für Wirtschaft gibt an, dass diese seit Inkrafttreten des Gesetzes um ca. 41% zurückgegangen ist.
Jedoch ist anzunehmen, dass das Gesetz zu einer Verlagerung der Prostitution in den Untergrund geführt hat. So kritisieren Organisationen von bzw. für SexarbeiterInnen, dass zur Reduzierung der Wohnungsprostitution sowie für Beratung, Unterstützung von bzw. Ausstiegsprogramme für SexarbeiterInnen keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt wurden. Nicht nur wurden durch das Gesetz SexarbeiterInnen und ihre Kunden aus der Öffentlichkeit komplett verdrängt, sondern es führt(e) zu
erheblichen negativen Auswirkungen für SexarbeiterInnen. Die Kritik an diesem Gesetz geht auch in
Irland und
Frankreich in eine ähnliche Richtung.
Ergebnisse verschiedener Studien, u.a. eines Berichtes der schwedischen Kommission, weisen darauf hin, dass die Unsicherheit im Arbeitsbereich „Sexarbeit“ enorm gestiegen ist. Erstens sind SexarbeiterInnen der Gefahr von Gewaltverbrechen stärker ausgesetzt, da die Polizei aus Personal- und Zeitgründen weniger in Wohnungen und Clubs kontrolliert, sondern hauptsächlich auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Zweitens erhöht die drohende Strafe für Kunden diese Gefahr. SexarbeiterInnen haben nun im Anbahnungsgespräch weniger Zeit abzuklären, ob sie mit diesem Kunden mitgehen wollen oder nicht. Drittens, sehen sich vor allem SexarbeiterInnen, die keine Alternative finden, aufgrund der verschlechterten Marktlage gezwungen, auch fragwürdiger wirkende Kunden zu akzeptieren und öfter ohne Kondom zu arbeiten. Laut des Reports seien Kunden sich der schwierigen Lage der Prostituierten bewusst und würden schneller brutal.