„Ja, eine Welt ohne Prostitution ist denkbar!“

Wie hilfreich, wenn immer wieder der Boulevard befragt wird... Die BZ schaltet übrigens jeden Tag etliche Anzeigen aus dem Rotlichtmilieu...
 
Ist mir bekannt,das es in der BZ solche Anzeigen gibt. Ist das Schicksal der Frau weniger wert,wenn die BZ darüber berichtet?Was wäre denn hilfreich diesbezüglich?

Sich vor allem darauf einzustellen, dass die Welt unendlich komplexer und vielschichtiger ist, als der Boulevard, aber auch andere Medien, die ja ihrer Natur nach immer nur einen Auschnitt von Welt liefern können, es suggerieren.

Also zuallererst die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, die sich in unterschiedlichem Maße immer auf überkommene Konditionierungen und Überzeugungen stützt.

Schuldzuweisungen jedweder Art sind da in der Regel wenig hilfreich sondern verschärfen das Problem nur, in dem sie die niederen Instinkte befriedigen.

Wer die Welt ausschließlich in Täter und Opfer einteilen zu können glaubt, wird schwerlich zu differenzierten und ausgewogenen Urteilen finden.

Dabei traue ich der BZ zugegebenermaßen mehr zu als der Blödzeitung. Soviel Differenzierung muss sein.
 
Sich vor allem darauf einzustellen, dass die Welt unendlich komplexer und vielschichtiger ist, als der Boulevard, aber auch andere Medien, die ja ihrer Natur nach immer nur einen Auschnitt von Welt liefern können, es suggerieren.

Also zuallererst die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, die sich in unterschiedlichem Maße immer auf überkommene Konditionierungen und Überzeugungen stützt.

Schuldzuweisungen jedweder Art sind da in der Regel wenig hilfreich sondern verschärfen das Problem nur, in dem sie die niederen Instinkte befriedigen.

Wer die Welt ausschließlich in Täter und Opfer einteilen zu können glaubt, wird schwerlich zu differenzierten und ausgewogenen Urteilen finden.

Dabei traue ich der BZ zugegebenermaßen mehr zu als der Blödzeitung. Soviel Differenzierung muss sein.
Vielleicht ist die Arbeit mit betroffenen Frauen auch nur ein Ausschnitt,dennoch ist es in ersterline nötig zu hinterfragen,was diese Frauen in die Situation bringt-ohne stete Nachfrage kein Angebot und somit meiner Meinung keine Befriedigung niederer Instinkte beim "Kunden".Den meisten ist es doch egal was mit der Frau /Mann/Junge (Prostitution) ist.Ware bezahlt-Rest egal.
Bz ist wie Bibel-spricht in Bildern,nur so können seit alters her bestimmte Gruppen angesprochen werden.Bildung kommt von Bildern..z.B. im Mittelalter
 
Ich glaube das Problem der gesamten Problematik ist der Fakt, daß meistens die Sexualität als etwas schlechtes, schmutziges und sündenhaftes gesehen wird, welches, wenn überhaupt, nur in festen, wenn nicht gar verheirateten Beziehungen stattfinden darf. Es wird ein moralisches Gedankenkonstrukt über einen Instinkt gelegt, was unnatürlich ist und welches den Menschen krank macht!

Satz eins stimme ich teilweise zu, Satz zwei würde ich widersprechen.

Dass Sexualität an sich etwas schlechtes, schmutziges oder sündhaftes ist, denken in den aufgeklärten Gesellschaften wohl nur wenige. Hier scheiden sich die Geister idR erst bei den "Abweichungen" (Homosexualität oder sog. Perversionen). Die Einbettung von Trieben/Instinkten in moralische Gedankenkonstrukte- maW. die seelisch-geistige Beurteilung/Bewertung des Sexualverhaltens ist für sich genommen auch nicht unnatürlich. Es ist die zwangsläufige Folge der Fähigkeit, bewusst zu denken. Das Problem im Umgang mit Sexualität ist evotionsbiologisch vorprogrammiert.

In diesem Sinne ist nicht das sexuelle Bedürfnis oder der Sexualtrieb an sich problematisch sondern die sich daraus ergebenden Interessenkonflikte. Diese Konflikte entstehen aus dem Revier- und dem Wettbewerbsverhalten des Menschen und sie bestehen sowohl zwischen den Menschen als auch im einzelnen Menschen selbst als widersprüchliche Bedürfnisse. Es sind diese inneren und äusseren Konflikte, die zum problematischen Umgang mit Sexualität führen.

Hält man Triebe oder Bedürfnisse wertfrei für faktische Kräfte (ich würde sogar sagen mächtige Gewalten), stellt sich zwingend die Frage, wie man damit umgeht. Es bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Jeder wie er kann- ohne Rücksicht auf Verluste, es gilt das Gesetz der Macht oder man hält sich an mehr oder weniger allgemeinverbindliche Regeln. Diese Regeln brauchen einen sozialen Konsens an den sich zumindest die Mehrheit hält, damit sie funktionieren.
 
Um der Täter/Opfer-Problematik noch eins draufzusetzen, schlage ich ALS ERGÄNZUNG die Buddhistische, aber auch systemisch-therapeutische Sichtweise vor, die natürlich erstmal etwas unbequem ist:

Jedes Lebewesen sucht sich die schönen wie die schmerzhaften Erfahrungen seines Lebens selbst aus, um genau das zu lernen, was es für es zu lernen gilt, um sich weiter zu entwickeln und der Evolution des Bewusstseins in bestmöglicher Weise zu dienen.

Wie gesagt, nur als Ergänzung und nicht als alleinige Wahrheit... kann aber helfen, aus der ewigen Anklagehaltung herauszufinden und nicht im ohnmächtigen Opfermodus zu verharren.

Muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob ihn das weiterbringt.
 
Um der Täter/Opfer-Problematik noch eins draufzusetzen, schlage ich ALS ERGÄNZUNG die Buddhistische, aber auch systemisch-therapeutische Sichtweise vor, die natürlich erstmal etwas unbequem ist:

Jedes Lebewesen sucht sich die schönen wie die schmerzhaften Erfahrungen seines Lebens selbst aus, um genau das zu lernen, was es für es zu lernen gilt, um sich weiter zu entwickeln und der Evolution des Bewusstseins in bestmöglicher Weise zu dienen.


Das würde dann sowohl für den zum Tode verurteilten Triebtäter als auch für sein Opfer gelten. Oder für den (Selbst-)Mörder Hitler wie für die vergasten Juden. Für die israelischen Siedler wie für die vertriebenen Palästinenser.

Aus Opfern werden Täter, aus Tätern Opfer.

Wie sagte Mandela?

"Ich wusste ganz klar, dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einen anderen Menschen seiner Freiheit beraubt ist Gefangener seines Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit. Als ich die Türen des Gefängnisses durchschritt, war dies meine Mission: Zugleich den Unterdrückten und den Unterdrücker befreien."
 
Das würde dann sowohl für den zum Tode verurteilten Triebtäter als auch für sein Opfer gelten. Oder für den (Selbst-)Mörder Hitler wie für die vergasten Juden. Für die israelischen Siedler wie für die vertriebenen Palästinenser.

Aus Opfern werden Täter, aus Tätern Opfer.

Wie sagte Mandela?

"Ich wusste ganz klar, dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einen anderen Menschen seiner Freiheit beraubt ist Gefangener seines Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit. Als ich die Türen des Gefängnisses durchschritt, war dies meine Mission: Zugleich den Unterdrückten und den Unterdrücker befreien."


Du verwahrst dich gegen eine pauschalisierende Täter-Opfer-Einteilung. Das ist in Ordnung. Aber noch ein Mal gefragt: Was glaubst du, wie viele Freier mit einem Trauma, mit physischer und psychischer bis hin Zerstörung aus dem, was sie da tun, heraus gehen und wie viele Frauen, die irgendwann aus diesem Milieu aussteiigen? Ich könnte jetzt keine Zahlen nennen. Aber wirst du mir zustimmen, dass in aller Regel der Anbieter dieser ja angeblich ach so normalen Dienstleistung wie jede andere mehr davon gefährdet ist als der, der sie in Anspruch nimmt?

Ich bleibe dabei, für mich stellen sich die Fragen, bis zu welchen Grenzen man in der Tat auch freie Willensentscheidungen zulässt. Und ich hatte schon Beispiele gebracht, wo das der Gesetzgeber durchaus tut. Und wenn wir mal ohnehin das, was in Fachkreisen unstreitig als Zwangsprostitution anerkannt ist, allseits einvernehmlich außen vor lassen. Dann hätten wir immer noch das Thema Armutsprostitution, was einen großen Teil des Marktes betreffen wird. Und nach wie vor bin ich der Meinung, dass man durchaus überlegen sollte, ob es zulässig sein soll, sich einen menschlichen Körper kaufen zu dürfen.
 
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