„Ja, eine Welt ohne Prostitution ist denkbar!“

...noch mal als Ergänzung meinerseits:

Das ganze Feld der Prostitution ist sicherlich nicht leicht zu bewerten. Weder lässt es sich ausschließlich als "ganz normale Arbeit" bezeichnen, noch als reines Missbrauchsgeschäft.


Wobei das Thema Missbrauch häufig eine Rolle spielen dürfte.

Es macht nur überhaupt keinen Sinn, Täter- und Opferrollen so eindeutig zuzuschreiben, wie es leider immer wieder getan wird.

Dabei gibt es kaum eine dümmere Herangehensweise als derartiges Schwarz-Weiß-Denken, und im hochsensiblen Bereich der Sexualität ist nichts schädlicher als das.

Denn dort sind Frauen wie Männer seelisch so verwundbar wie sonst nirgendwo. Vorallem durch verzerrende Schuldzuweisungen.
 
Einverstanden, sozusagen.

Wie gesagt, ich bin nicht Alice Schwarzer und "Emma". Aber ich habe aufgrund meiner Nationalität, Sprachkenntnisse auch in Berlin zu viel Einblick und zwar ausschließlich aus dem Zwangsbereich bekommen. Und wenn man sich ansieht, was für blutjunge "Dinger" davon betroffen sind. Wie sich "die Szene" entwickelt hat, was für eine Rundreise viele auch machen. Wir reden vom "normalen" quasi Bordellbereich. Nichts Exklusives. Auch die Erhebungen, ob nun kriminalistischer oder allgemein sozialwissenschaftlicher Art sind sehr schwankend und ergeben kein wirkliches Gesamtbild. Was ich aber bestätigen kann, dass in jedem Fall alle mit Einblick davon reden, dass die Nachfrage nach neuen Mädels merklich zugenommen hat seit gut 10 Jahren. U.a. deswegen tu ich mich sehr schwer damit, die Tätigkeit als normal zu akzeptieren ebenso dass es normal und gesellschaftlich wenn nicht anerkannt, aber doch auch nicht verpönt sein soll, eine Prostituierte aufzusuchen. Hier wird aufgezählt, was mit jenen ist, die natürlich verständliche Bedürfnisse haben, aber schwer an Gelegenheiten kommen, was mit Menschen mit Behinderungen z.B. ist. Alles sogar verständlich. Wenn nicht wirklich, und das kann man als relativ gesichert ansehen, weit über die Hälfte, die meisten gehen von wenigstens 80 % der Freier aus, eigentlich diese Probleme nicht haben, da in fester Beziehung lebend. Auch da mögen die Motivationen für die Inanspruchnahme von käuflichem Sex sehr unterschiedlich sein. Aber ich gehe stark davon aus, dass vieles auch "Bequemlichkeit" ist. Arbeit an Beziehung, auch Sexleben, Sprechen darüber, was vielleicht nicht läuft, unzufrieden macht.... fällt wahrscheinlich merklich schwerer. Und viele auch entsprechend einen einfacheren Weg wählen, um das auszugleichen.

Wer z.B. mal den schwedisch-russischen Film "Lilija 4ever", nach einer wahren Story einer damals 16jährigen Litauerin übrigens, gesehen hat, wird mich vielleicht ein wenig verstehen.
 
Einverstanden, sozusagen.

Wie gesagt, ich bin nicht Alice Schwarzer und "Emma". Aber ich habe aufgrund meiner Nationalität, Sprachkenntnisse auch in Berlin zu viel Einblick und zwar ausschließlich aus dem Zwangsbereich bekommen. Und wenn man sich ansieht, was für blutjunge "Dinger" davon betroffen sind. Wie sich "die Szene" entwickelt hat, was für eine Rundreise viele auch machen. Wir reden vom "normalen" quasi Bordellbereich. Nichts Exklusives. Auch die Erhebungen, ob nun kriminalistischer oder allgemein sozialwissenschaftlicher Art sind sehr schwankend und ergeben kein wirkliches Gesamtbild. Was ich aber bestätigen kann, dass in jedem Fall alle mit Einblick davon reden, dass die Nachfrage nach neuen Mädels merklich zugenommen hat seit gut 10 Jahren. U.a. deswegen tu ich mich sehr schwer damit, die Tätigkeit als normal zu akzeptieren ebenso dass es normal und gesellschaftlich wenn nicht anerkannt, aber doch auch nicht verpönt sein soll, eine Prostituierte aufzusuchen. Hier wird aufgezählt, was mit jenen ist, die natürlich verständliche Bedürfnisse haben, aber schwer an Gelegenheiten kommen, was mit Menschen mit Behinderungen z.B. ist. Alles sogar verständlich. Wenn nicht wirklich, und das kann man als relativ gesichert ansehen, weit über die Hälfte, die meisten gehen von wenigstens 80 % der Freier aus, eigentlich diese Probleme nicht haben, da in fester Beziehung lebend. Auch da mögen die Motivationen für die Inanspruchnahme von käuflichem Sex sehr unterschiedlich sein. Aber ich gehe stark davon aus, dass vieles auch "Bequemlichkeit" ist. Arbeit an Beziehung, auch Sexleben, Sprechen darüber, was vielleicht nicht läuft, unzufrieden macht.... fällt wahrscheinlich merklich schwerer. Und viele auch entsprechend einen einfacheren Weg wählen, um das auszugleichen.

Wer z.B. mal den schwedisch-russischen Film "Lilija 4ever", nach einer wahren Story einer damals 16jährigen Litauerin übrigens, gesehen hat, wird mich vielleicht ein wenig verstehen.

Ich denke mal, der allgemeine Grundkonsens ist, keine Zwangsprostitution, kein Menschenhandel, keine Minderjährigen, kein Kriminalisierung usw.. Das sollte man in der Diskussion sicherlich trennen, was aber Alice Schwarzer mit ihrer Kampagne mit Absicht nicht macht. Sie stellt die (verachtenswerten und zu bekämpfenden) Schattenseiten heraus und tut so, als wenn das die Normalität wäre. Die Promis, die ihre Kampagne unterstützen haben es wahrscheinlich nicht nötig (oder nicht mehr), die Dienste von bezahlter Sexualität in Anspruch zu nehmen.Nicht umsonst gibt es keine Unterstützung der Betroffenen.

PS: Solange Charlie Sheen nicht unterschrieben hat, bleibt es eine Farce.
 
Übrigens gehe ich tendentiell auch davon aus, dass die meisten der sich Prostituierenden unter irgendeiner Form von kindheitlichen Missbrauchserfahrungen zu leiden hatten und keine rundum glücklichen "Sexarbeiter" sind (wobei ich den Begriff der Arbeit sowieso nicht besonders hilfreich finde - man spräche besser von Beruf, also aus Berufung; das dürften dann eher wenige sein).

Aber das Gleiche gilt für die Kunden!


Bevor man nicht der Tatsache ins Auge sieht, dass die Mehrheit in den meisten heutigen Gesellschaften immer noch arge Schwierigkeiten im Umgang mit der eigenen Sexualität hat, wahrscheinlich sogar ein zutiefst gestörtes Verhältnis dazu, braucht man nicht über Prostitution zu klagen.

Daran hat die sogenannte sexuelle Revolution herzlich wenig geändert. Zum Teil hat sie sogar zu einer Verschärfung der Problematik, wenn nicht gar zu einer "Ausweitung der Kampfzone" geführt, wie Michel Houellebecq es so treffend benannt hat (auch ein schwer Traumatisierter).


Insofern würde ich tatsächlich von der Prostitution als Weg für Anbieter und Kunden sprechen. Natürlich nicht ohne etliche Einschränkungen.


Ergänzend dazu noch der Hinweis, dass jede Methode ihre eigene Zeit und Dauer hat, bevor sich ihr Nutzen verliert.
 
Offenbar wurde gestern bei maischberger ziemlich lautstark zu diesem thema gestritten:

Fast zum Ende der Sendung rief Sandra Maischberger in die Runde: „Haben sich jetzt alle einmal angeschrien?“ Das Thema, das die Gemüter am Dienstagabend in ihrer Talkshow erhitzte, lautete: „Schluss mit käuflichem Sex: Kann man Prostitution verbieten?“

Der ganze artikel hier:
http://www.berliner-zeitung.de/medi...e-einmal-angeschrien--,10809188,25438244.html[/i]
 
Wieso sollte man Prostitution verbieten? Oder sogar die Kunden bestrafen?
Prostitution ist eine Dienstleistung wie jede andere auch, nicht mehr und nicht weniger.

Menschenhandel und Zwangsprostitution, haben mit der Dienstleistung des käuflichen Sex nichts zu tun und sind ein Fall für die Polizei und die Justiz, das muss man trennen.
Nur weil unsere gutmenschliche Kuscheljustiz das nicht in den Griff kriegen will, muss man noch lange nicht alle SexarbeiterInnen kriminalisieren oder in die Opferrolle verfrachten.


.
 
:)
So ganz firm bin ich in der Geschichte des Ganzen nicht, aber meines Wissens nach waren anfänglich Sklavinnen das, was man heute so schön als "Sexarbeiterin" bezeichnet.

Sklaverei gab es erst später in der Menschheitsgeschichte und Sklaverei ist ja eigentlich kein Gewerbe in dem Sinne.

Die Linie die du von Sklavinnen zu Sexarbeiterinnen ziehst, dürft Frau Schwarzer sehr gefallen.
 
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