„Ja, eine Welt ohne Prostitution ist denkbar!“

Das führst du als Beispiel an?! Es besteht durchaus ein Unterschied darin, ob eine Frau in einer freien Gesellschaft ein Kopftuch trägt, weil sie es will oder in einer unfreien Gesellschaft ein Kopftuch tragen muss.


Frau Schwarzer sieht das wohl anders. Für sie ist jedes Kopftuch ein rotes Tuch und Ausdruck einer verinnerlichten Unterwerfung unter das Patriarchat.

Muslima, die behaupten, dass sie es freiwillig tragen, spricht sie die Fähigkeit zu autonomen Entscheidungen ab und unterstellt ihnen, dass sie ihr Opferdasein in einer Art verzweifelten Selbstbehauptungsgeste lediglich umdeuten würden, um nicht als Opfer dazuzustehen.

Frei dem Motto. "Du Opfer! Wenn Du das nicht zugibst, beweist das nur, dass Du Opfer bist."

Genau das gleiche macht sie mit freiwilligen SexarbeiterInnen.
 
Die Verkaufszahlen der "Emma" gehen wohl zurück das Frau Schwarzer einen Aufreger braucht. Merkwürdig finde ich nur das so viele Künstler ihren "Appell" unterschrieben haben.

Prostitution hat es fast seit Anbeginn der Menschheit gegeben und es wird sie auch immer geben. Daran hat auch nichts geändert das Frauen heute ihr Geld (theoretisch) durch einen Beruf selbst verdienen können. (war früher mal ein beliebtes Argument warum Frauen ihren Körper verkaufen müssen)

Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage ist immer da. Auch wenn Frau Schwarzer das nicht gefällt. Sie wird es nicht ändern.

Prostitution in den Untergrund und damit in die Kriminalität zu treiben ist für die Frauen noch viel schlimmer. Wenn das Frau Schwarzer und ihre Anhänger nicht verstehen, dann ist es mit ihrer Intelligenz nicht weit her und übrig bleibt nur der Wille, auch der unterschreibeneden Künstler, Aufmerksamkeit zu erregen.
 
Das Interessante ist, sowohl die Gesetzesvorhaben damals in Schweden als auch das in ähnlicher Zeit erlassene Prostitutionsgesetz in Deutschland erfolgten aufgrund von Initiativen, die man gemeinhin denselben oder vergleichbaren politischen, gesellschaftlichen Hintergründen zuordnen würde. ("feministisch", "Sozial"....) Die Motivationen und Hintergründe, auch die Denkweisen darauf sind andere.
Aus schwedischer Sicht scheint es auch wirklich stark mit der Debatte um das Geschlechterverhältnis und das Bemühen um Aufbrechen alter Strukturen allgemein sich zu verbinden. Auch mit dem Thema "Staat und Erziehung". Soweit ich weiß, erfuhr und erfährt das Gesetz dort breithin Zustimmung.

Und ohne, das bitte ich zu glauben, ernsthaft persönlich werden zu wollen, v.a. real für jeden auch hier schreibenden User existierende Partner und Familie zu meinen. Aber von jenen, die das toll finden, dass es solche Frauen gibt, oder es als eine Dienstleistung, Arbeit wie jede andere ansehen. Wird es für sie auch so aussehen, wenn eigene Partnerin oder sonst nahestehende weibliche Person das machen würde? Oder käme für sie eine solche Frau als Partnerin in Frage? (Eigentlich übt sie doch einen ganz normalen Beruf aus). Würden sie es akzeptieren, wenn sie erfahren würden, dass die eigene Partnerin sich "ja nur" sexuelle Dienstleistungen anderswo kauft. Vielleicht erhält es ja das Eheleben/ Beziehung im Grunde....

(Ja, vielleicht steckt genug Polemik dahinter. Es ist aber mitnichten als Totschlagsargument, Keule etc. gemeint und vielleicht gehört das auch mehr aus diesen Debatten. Aber die Gedanken zu letzteren würden mich wirklich mal interessieren.)
 
Na ja, so als Privatperson wäre ich wahrscheinlich nicht begeistert wenn mein Partner diese Dienste in Anspruch nehmen würde. Welche Frau wäre das schon. Das gleiche gilt für eine Affaire.
Das ändert aber nichts an der Tatsache das es sie gibt, eher nicht von allein verschwinden wird und ein Verbot kontraproduktiv wäre

Übrigens komme ich ja aus einem Land wo Prostitution verboten war. Jedoch kannte jeder in Leipzig die Nordstraße, wo Frauen sich anboten. Zu den Leipziger Messen wurden extra "Damen" aus der ganzen Republik nach Leipzig gebracht und viele hatten ein "Abkommen" mit der Stasi und horchten die Männer nebenbei auch noch aus.
Nach den Messen waren die Intershops immer sehr gut besucht. So hatte der Staat doppelt was davon.
 
Und ohne, das bitte ich zu glauben, ernsthaft persönlich werden zu wollen, v.a. real für jeden auch hier schreibenden User existierende Partner und Familie zu meinen. Aber von jenen, die das toll finden, dass es solche Frauen gibt, oder es als eine Dienstleistung, Arbeit wie jede andere ansehen. Wird es für sie auch so aussehen, wenn eigene Partnerin oder sonst nahestehende weibliche Person das machen würde? Oder käme für sie eine solche Frau als Partnerin in Frage? (Eigentlich übt sie doch einen ganz normalen Beruf aus). Würden sie es akzeptieren, wenn sie erfahren würden, dass die eigene Partnerin sich "ja nur" sexuelle Dienstleistungen anderswo kauft. Vielleicht erhält es ja das Eheleben/ Beziehung im Grunde....

Wenn ich meine Partnerin liebe und die Basis stimmt: Vertrauen (seelisch, nicht körperlich), Respekt, ein überwiegendes Harmonieren der Beziehung (ich sach mal zu 80%), dann kann ich mir das vorstellen.

Ist übrigens keine Seltenheit, dass SexarbeiterInnen in festen Partnerschaften leben. Überhaupt ist Monogamie nur EIN Beziehungsmodell von vielen. Es sollte schon jedem selbst überlassen werden, wie er/sie sein Sexualleben gestalten will - unter der Voraussetzung der Einvernehmlichkeit. Die lässt sich weder pauschal absprechen noch unterstellen.

Man sollte aber niemandem die Freiwilligkeit absprechen und gleichzeitig mit den Instrumenten der Strafverfolgung drohen, die nun mal vom freien Willen des Menschen ausgehen (natürlich mit der Einschränkung der Schuldunfähigkeit).


Und wenn man schon unterstellt, dass selbst freiwillige Sexarbeiterinnen in Wirklichkeit nur Opfer ihrer kindheitlich traumatisierten Sexualität sind - müssten dann nicht die Kunden genauso als Opfer traumatischer Erfahrungen zum Beispiel durch verklemmte oder übergriffige Eltern anerkannt werden?

Und ist dann vielleicht die Prostitution sogar ein probates Heilmittel für Menschen, die in ihrer Sexualität so verunsichert sind, dass sie mit einer Partnerschaft zunächst überfordert wären und lieber den abgesteckten Rahmen des käuflichen Sexes als eine Art Schutzraum in Anspruch nehmen, um Erfahrungen zu sammeln?
 
Das Interessante ist, sowohl die Gesetzesvorhaben damals in Schweden als auch das in ähnlicher Zeit erlassene Prostitutionsgesetz in Deutschland erfolgten aufgrund von Initiativen, die man gemeinhin denselben oder vergleichbaren politischen, gesellschaftlichen Hintergründen zuordnen würde. ("feministisch", "Sozial"....) Die Motivationen und Hintergründe, auch die Denkweisen darauf sind andere.
Aus schwedischer Sicht scheint es auch wirklich stark mit der Debatte um das Geschlechterverhältnis und das Bemühen um Aufbrechen alter Strukturen allgemein sich zu verbinden. Auch mit dem Thema "Staat und Erziehung". Soweit ich weiß, erfuhr und erfährt das Gesetz dort breithin Zustimmung.

Und ohne, das bitte ich zu glauben, ernsthaft persönlich werden zu wollen, v.a. real für jeden auch hier schreibenden User existierende Partner und Familie zu meinen. Aber von jenen, die das toll finden, dass es solche Frauen gibt, oder es als eine Dienstleistung, Arbeit wie jede andere ansehen. Wird es für sie auch so aussehen, wenn eigene Partnerin oder sonst nahestehende weibliche Person das machen würde? Oder käme für sie eine solche Frau als Partnerin in Frage? (Eigentlich übt sie doch einen ganz normalen Beruf aus). Würden sie es akzeptieren, wenn sie erfahren würden, dass die eigene Partnerin sich "ja nur" sexuelle Dienstleistungen anderswo kauft. Vielleicht erhält es ja das Eheleben/ Beziehung im Grunde....

(Ja, vielleicht steckt genug Polemik dahinter. Es ist aber mitnichten als Totschlagsargument, Keule etc. gemeint und vielleicht gehört das auch mehr aus diesen Debatten. Aber die Gedanken zu letzteren würden mich wirklich mal interessieren.)
Auch ohne persönlich zu werden stellst du die notwendige persönliche Frage, die sich jede/r bei diesem Thema stellen muss. Inwieweit akzeptiert man Sexarbeit und welches Verhältnis hat man selbst dazu? Wenn man akzeptiert, daß es sie gibt, dann muss man sie auch gesetzlich regeln. Alles andere ist Heuchelei.
 
Auch ohne persönlich zu werden stellst du die notwendige persönliche Frage, die sich jede/r bei diesem Thema stellen muss. Inwieweit akzeptiert man Sexarbeit und welches Verhältnis hat man selbst dazu? Wenn man akzeptiert, daß es sie gibt, dann muss man sie auch gesetzlich regeln. Alles andere ist Heuchelei.

Ich meine ja, dass die Heuchelei vorallem dort anfängt, wo Prostitution grundsätzlich abgelehnt und aus dieser (Un-)Haltung heraus tabuisiert und kriminalisiert wird.

Oder hat sich hier irgendjemand gegen gesetzliche Regelungen ausgesprochen, die der Prostitution einerseit Anerkennung und Wertschätzung als Beruf zollen und andererseits einen Rahmen schaffen, in dem Ausbeutung verhindert werden kann?
 
Oder hat sich hier irgendjemand gegen gesetzliche Regelungen ausgesprochen, die der Prostitution einerseits Anerkennung und Wertschätzung als Beruf zollen und andererseits einen Rahmen schaffen, in dem Ausbeutung verhindert werden kann?
Ich nicht und ich bin eine Frau die so einige der Damen kennt, die sind stinksauer auf Frau Schwarzer.

Interessanter Appell bei Hydra zu lesen, hier ein Auszug.

Entgegen vieler Behauptungen ist das Prostitutionsgesetz nicht für den
Menschenhandel in Deutschland verantwortlich. Wie aus dem Lagebericht
"Menschenhandel" des BKAs hervorgeht, hat die Zahl der identifizierten
Opfer seit seiner Einführung sogar abgenommen. Auch in Neuseeland, wo
Prostitution seit 2003 als Arbeit anerkannt ist, ist keine Zunahme des
Menschenhandels zu verzeichnen.
Zu den Faktoren, die Menschenhandel begünstigen, zählen globale
Ungleichheiten, restriktive Migrationsgesetze sowie die Rechtlosigkeit der
Betroffenen. Eine erfolgreiche Bekämpfung von Menschenhandel erfordert
umfassende strukturelle Reformen auf globaler Ebene und einen
menschenrechtsbasierten Ansatz.

http://www.sexwork-deutschland.de/P...trage/2013/10/29_Appell_fur_Prostitution.html

Habe schon einige Berichte in Nachrichten gesehen, die alle einen Tenor hatte, Frau Schwarzer hat falsche Zahlen zu Grunde gelegt und schlecht recherchiert.
 
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