feshak
Moderator
AW: A...-Sex vor Hochzeit ?
Cesaret, danke für diesen großartigen Post. Stimmt, eigentlich steht es jemandem wie mir nicht zu, diese Mädchen zu be- oder verurteilen. Aber werden Nichtmusliminnen wie ich bzw. die Mädchen gerade mit einem türkischen Partner das nicht umgekehrt in oft ungerechter und pauschaler Weise auch (von seiner Familie etc.)?
Was ich nicht verstehen kann ist folgendes: Wenn man zunehmend spürt, dass man diese Ge- oder Verbote, diese familären "Zwänge" immer weniger mit zutiefst menschlichen Bedürfnissen vereinbaren kann, dann warum kämpft man nicht langsam gerade als Frauen verstärkt für Änderungen? (Auch wenn ich natürlich annehme, dass sich auch in der Türkei und in vielen türkischen Familien schon einiges verändert hat.) Warum erziehen Frauen, die vielleicht selbst unter einer unerfüllten, weil verbotenen Liebe gelitten haben, ihre Töchter aber am besten noch genauso? Und die Söhne vielleicht zu solchen Männern, denen am besten noch alles erlaubt ist?
"Westlicher" Lebensstil und das "westliche" Modell von Beziehungen, Gleichberechtigung usw. von heute waren doch weiß Gott auch nicht immer so. Ganz im Gegenteil. Irgendwann aber haben Männer wie Frauen für kleinere und größere Revolutionen gesorgt, auch sexuelle. Es hat tiefe, teils schlimme Gräben in Familien und Generationen hinterlassen. Und vielleicht gerade deswegen bin ich aber diesen "Vorkämpferinnen" dankbar, dass ich mich heute in einem gesellschaftlichen Umfeld befinden kann, wo ich mehr oder weniger ehrlich in Bezug auf Sexualität sein kann usw.
LG
Hallo,
ich habe jetzt mal die ersten paar Seiten gelesen und das hat mir eigentlich auch gereicht.
Vielleicht wäre es ganz hilfreich, wenn sich hier Türkinnen zu Wort melden, da es für andere eventuell (so wirkt es auf mich) nicht nachvollziehbar ist.
Als ich 16 war (und noch so schön naiv), erzählte mir meine 10 Jahre ältere Cousine, dass sie einmal gefragt wurde, ob es denn stimmt, dass die meisten Türkinnen Analverkehr betreiben um glechzeitig trotzdem noch Jungfrau zu bleiben.
Im ersten moment war ich sehr geschockt, nach langem überlegen kam ich zu dem Entschluss, dass das völlig nachvollziehbar ist.
Ihr bedenkt einige Sachen nicht und urteilt sofort über dieses Mädchen, was ich nicht in ordnung finde.
Dieses von Knucki beschriebene Problem kommt häufiger vor als ihr glaubt und in der Türkei sogar noch mehr.
Offiziel sollte man Jungfräulich in die Ehe gehen. Nur ist es so, dass die Jugendlichen von heute nicht mehr mit 14-15-16 heiraten. Da kam das Thema Sex ja auch nie wirklich auf.
WIe siehts heute aus? Erst Schule, dann Ausbildung/Studium, festen Job finden und dann ans Heiraten denken. Sprich, man ist ca. Mitte 20 und soll wenns geht NULL erfahrung haben. SO wird es erwünscht...
Aber ich denke jeder hier weiß,dass auch jeder Mensch Bedüfnisse hat, je älter man wird, umso stärker werden diese. Gerade für die Türkinnen ist es nicht einfach, diese Bedürfnisse mit der Kultur zu vereinbaren. Also was wird gemacht? Man sucht nach "Kompromissen".
Wie kann ich meinen Bedürfnissen nachkommen, ohne dass ich die "Ehre" meiner Familie beschmutze? Da gibt es für die meisten eben nur diesen weg. Es hängt zuviel mit drin,nicht jeder hat den Mut normalen GV zu betreiben und dann noch dazu zu stehen, welche türkische Familie würde das lächelnd akzeptieren?
Und zu behaupten (hab ich in einem Post gelesen), dass man deswegen an ihrer Liebe zweiflen sollte...finde ich lächerlich, sorry.
Wenn man sich eine Türkin als Freundin aussucht, sollte man zumindest wissen, worauf man sich einlässt. Es ist doch offiziell bekannt, dass es verboten ist. Wenn man eine Freundin hat, die es doch tut-glückwunsch. wenn nicht, dann müssen die männer eben einstecken-man weiß es vorher. Sie im nachhinein dazuzu drängen ist auch nicht richtig.
Nicht einmal wenn man verlobt ist, darf man mit diesem schlafen.Soll man deswegen auch an der Liebe zweifeln? Es kann alles mögliche passieren, was ist, wenn die hochzeit in letzter minute doch nicht stattfindet? Man wird automatisch dazu erzogen, aufzupassen. Für viele nicht nachvollziehbar, teilweise auch für mich nicht. aber ich weiß, wie gut die türken ein schlechtes gewissen einreden können.
Meistens ist es nichtmal der freie Gedanke der Türkinnen so zu handeln, man wird praktisch dazu gedrängt so zu reagieren und zu denken.
Auch wenn ihr das nicht nachvollziehen könnt, urteilt nicht automatisch darüber, ihr wisst nicht wie schwer es sein kann, in 2 kulturen aufzuwachsen und sich bei beiden anpassen muss...
Cesaret, danke für diesen großartigen Post. Stimmt, eigentlich steht es jemandem wie mir nicht zu, diese Mädchen zu be- oder verurteilen. Aber werden Nichtmusliminnen wie ich bzw. die Mädchen gerade mit einem türkischen Partner das nicht umgekehrt in oft ungerechter und pauschaler Weise auch (von seiner Familie etc.)?
Was ich nicht verstehen kann ist folgendes: Wenn man zunehmend spürt, dass man diese Ge- oder Verbote, diese familären "Zwänge" immer weniger mit zutiefst menschlichen Bedürfnissen vereinbaren kann, dann warum kämpft man nicht langsam gerade als Frauen verstärkt für Änderungen? (Auch wenn ich natürlich annehme, dass sich auch in der Türkei und in vielen türkischen Familien schon einiges verändert hat.) Warum erziehen Frauen, die vielleicht selbst unter einer unerfüllten, weil verbotenen Liebe gelitten haben, ihre Töchter aber am besten noch genauso? Und die Söhne vielleicht zu solchen Männern, denen am besten noch alles erlaubt ist?
"Westlicher" Lebensstil und das "westliche" Modell von Beziehungen, Gleichberechtigung usw. von heute waren doch weiß Gott auch nicht immer so. Ganz im Gegenteil. Irgendwann aber haben Männer wie Frauen für kleinere und größere Revolutionen gesorgt, auch sexuelle. Es hat tiefe, teils schlimme Gräben in Familien und Generationen hinterlassen. Und vielleicht gerade deswegen bin ich aber diesen "Vorkämpferinnen" dankbar, dass ich mich heute in einem gesellschaftlichen Umfeld befinden kann, wo ich mehr oder weniger ehrlich in Bezug auf Sexualität sein kann usw.
LG