Aylin2009
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AW: Ab wann ist man ein Rassist?
Ich persönliche empfinde bei keinem deiner genannten Punkte wie du. Ich bin ganz bewusst in ein Viertel mit extrem hohem Ausländeranteil (Berlin wedding) gezogen, weil ich persönlich das Multi-kulti Ding vor der Haustür liebe. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst einen Migrationshintergrund habe. Ich bin in einem sehr bürgerlichen Viertel mir sehr geringem Ausländeranteil groß geworden und konnte gar nciht schnell genug dort wegziehen als ich das Alter zum alleine wohnen erreicht hatte.
Deswegen kann ich persönlich gerade den Punkt mit den "Kopftuchfrauen" nur schwer nachvollziehen. Aber ich denke trotzdem, das es ok ist, wenn du diese Gefühle nun mal hast und dass du sie auch ausprechen dürfen sollst.
Ein Ausländer kann jederzeit darüber sprechen, dass er sich in Deutschland fremd fühlt. Dafür wird im Verständnis entgegengebracht, er kommt schließlich aus einer anderen Kultur und sehnt sich nach den gewohnten Gepflogenheiten. Mein Freund, der in Istanbul groß geworden ist, erzählt mir ständig, dass er die Mentalität und den Trubel dort vermisst. Und wenn wir dann in bestimmten Gegenden im Wedding sind, dann wird ihm warm ums Herz und er sagt, es fühlt sich ein bisschen an wie zuhause.
Warum also sollte es einem Deutschen nicht ähnlich gehen, wenn er in Deutschland in einem Viertel rumläuft indem zu 90% türkische oder arabische Menschen leben und arbeiten. Das in solchen gegenden ein anderes Flair herrscht ist unbestreitbar, ob man es mag oder nicht. Und dass sich dann ein Deutscher dort mittendrin fremd fühlen kann, ja, warum sollte das nicht berechtigt sein.
Das ist in meinen Augen noch kein Rassissmus. Jedoch sind solche Gefühle gewisse Ressentiments, die man sich bewusst machen und auch immer wieder hintefragen sollte. Woher kommen diese Gefühle? Was sind das für Ängste und sind diese wirklich berechtigt.
Und das Hinterfragen muss nicht unbedingt zum Ergebnis haben, dass man diese Fremde plötzlich liebt und direkt dort hinzieht. Aber vielleicht kann man versuchen die Ängste zu überwinden, bzw. deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, indem man nicht mit Kopf auf dem Boden durch das viertel läuft in der Hoffnung nicht angesprochen zu werden, sondern in den nächsten türkischen Supermarkt hineingeht, mit einem lächeln, und etwas kauft und der Verkäuferin einen schönen Tag wünscht. Vielleicht wird man durch solche kleinen Erlebnisse, durch gezielte Kontaktaufnahme mit dem "Fremden", merken, dass die Menschen gar nicht so fremd sind. Und wenn doch, dass sie einem zumindest nichts böses wollen und das eine oder andere Gespräch mit ihnen eine Bereicherung sein kann.
Und das gilt für beide Seiten...für den Deutschen, der sich im Wedding (oder wo auch immer) fremd fühlt, genauso wie für die Kopftuchfrau, die sich in anderen Gegenden ungewollt und fremd fühlt.
- Ich fühle mich in der Bahn eher von einer typisch penetrant lauten türkisch sprechenden Stimme gestört.
- Ich begegne Nachts lieber einem Sebastian auf der Straße als einem Achmet.
- Ich fühle mich überfremdet, wenn ich in bestimmten Stadtteilen überwiegend Frauen mit Kopftüchern herumlaufen sehe.
- Wenn ich in der Disco bin und ich eine Bekannte an einem einzigen Abend von dem 10ten Südländer befreien muss, der kein "nein" versteht, dann nervt mich das.
- Mich nervt es, wenn einer sein Rinderwürstchen unbedingt zuerst auf den Grill schmeißen will, weil der Grill sonst vom Schwein verseucht ist. Denn er ist ja besser als die ungläubigen, denn die essen ja so dreckige Tiere wie Schweine, die dort scheißen wo sie essen.. (Rindern und hühner tuen das ja nicht pinocchio) .
Viele beschimpfen Deutsche schnell als Rassist,weil sie wissen,dass sie aufgrund der deutschen Geschichte sensibel darauf reagieren. Aber man sollte seine Meinung und Gefühle aussprechen können ohne direkt als Rassist beschimpft zu werden.
Ich persönliche empfinde bei keinem deiner genannten Punkte wie du. Ich bin ganz bewusst in ein Viertel mit extrem hohem Ausländeranteil (Berlin wedding) gezogen, weil ich persönlich das Multi-kulti Ding vor der Haustür liebe. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst einen Migrationshintergrund habe. Ich bin in einem sehr bürgerlichen Viertel mir sehr geringem Ausländeranteil groß geworden und konnte gar nciht schnell genug dort wegziehen als ich das Alter zum alleine wohnen erreicht hatte.
Deswegen kann ich persönlich gerade den Punkt mit den "Kopftuchfrauen" nur schwer nachvollziehen. Aber ich denke trotzdem, das es ok ist, wenn du diese Gefühle nun mal hast und dass du sie auch ausprechen dürfen sollst.
Ein Ausländer kann jederzeit darüber sprechen, dass er sich in Deutschland fremd fühlt. Dafür wird im Verständnis entgegengebracht, er kommt schließlich aus einer anderen Kultur und sehnt sich nach den gewohnten Gepflogenheiten. Mein Freund, der in Istanbul groß geworden ist, erzählt mir ständig, dass er die Mentalität und den Trubel dort vermisst. Und wenn wir dann in bestimmten Gegenden im Wedding sind, dann wird ihm warm ums Herz und er sagt, es fühlt sich ein bisschen an wie zuhause.
Warum also sollte es einem Deutschen nicht ähnlich gehen, wenn er in Deutschland in einem Viertel rumläuft indem zu 90% türkische oder arabische Menschen leben und arbeiten. Das in solchen gegenden ein anderes Flair herrscht ist unbestreitbar, ob man es mag oder nicht. Und dass sich dann ein Deutscher dort mittendrin fremd fühlen kann, ja, warum sollte das nicht berechtigt sein.
Das ist in meinen Augen noch kein Rassissmus. Jedoch sind solche Gefühle gewisse Ressentiments, die man sich bewusst machen und auch immer wieder hintefragen sollte. Woher kommen diese Gefühle? Was sind das für Ängste und sind diese wirklich berechtigt.
Und das Hinterfragen muss nicht unbedingt zum Ergebnis haben, dass man diese Fremde plötzlich liebt und direkt dort hinzieht. Aber vielleicht kann man versuchen die Ängste zu überwinden, bzw. deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, indem man nicht mit Kopf auf dem Boden durch das viertel läuft in der Hoffnung nicht angesprochen zu werden, sondern in den nächsten türkischen Supermarkt hineingeht, mit einem lächeln, und etwas kauft und der Verkäuferin einen schönen Tag wünscht. Vielleicht wird man durch solche kleinen Erlebnisse, durch gezielte Kontaktaufnahme mit dem "Fremden", merken, dass die Menschen gar nicht so fremd sind. Und wenn doch, dass sie einem zumindest nichts böses wollen und das eine oder andere Gespräch mit ihnen eine Bereicherung sein kann.
Und das gilt für beide Seiten...für den Deutschen, der sich im Wedding (oder wo auch immer) fremd fühlt, genauso wie für die Kopftuchfrau, die sich in anderen Gegenden ungewollt und fremd fühlt.