Ab wann ist man ein Rassist?

Aylin2009

Active Member
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

  • Ich fühle mich in der Bahn eher von einer typisch penetrant lauten türkisch sprechenden Stimme gestört.
  • Ich begegne Nachts lieber einem Sebastian auf der Straße als einem Achmet.
  • Ich fühle mich überfremdet, wenn ich in bestimmten Stadtteilen überwiegend Frauen mit Kopftüchern herumlaufen sehe.
  • Wenn ich in der Disco bin und ich eine Bekannte an einem einzigen Abend von dem 10ten Südländer befreien muss, der kein "nein" versteht, dann nervt mich das.
  • Mich nervt es, wenn einer sein Rinderwürstchen unbedingt zuerst auf den Grill schmeißen will, weil der Grill sonst vom Schwein verseucht ist. Denn er ist ja besser als die ungläubigen, denn die essen ja so dreckige Tiere wie Schweine, die dort scheißen wo sie essen.. (Rindern und hühner tuen das ja nicht pinocchio) .

Viele beschimpfen Deutsche schnell als Rassist,weil sie wissen,dass sie aufgrund der deutschen Geschichte sensibel darauf reagieren. Aber man sollte seine Meinung und Gefühle aussprechen können ohne direkt als Rassist beschimpft zu werden.

Ich persönliche empfinde bei keinem deiner genannten Punkte wie du. Ich bin ganz bewusst in ein Viertel mit extrem hohem Ausländeranteil (Berlin wedding) gezogen, weil ich persönlich das Multi-kulti Ding vor der Haustür liebe. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst einen Migrationshintergrund habe. Ich bin in einem sehr bürgerlichen Viertel mir sehr geringem Ausländeranteil groß geworden und konnte gar nciht schnell genug dort wegziehen als ich das Alter zum alleine wohnen erreicht hatte.

Deswegen kann ich persönlich gerade den Punkt mit den "Kopftuchfrauen" nur schwer nachvollziehen. Aber ich denke trotzdem, das es ok ist, wenn du diese Gefühle nun mal hast und dass du sie auch ausprechen dürfen sollst.
Ein Ausländer kann jederzeit darüber sprechen, dass er sich in Deutschland fremd fühlt. Dafür wird im Verständnis entgegengebracht, er kommt schließlich aus einer anderen Kultur und sehnt sich nach den gewohnten Gepflogenheiten. Mein Freund, der in Istanbul groß geworden ist, erzählt mir ständig, dass er die Mentalität und den Trubel dort vermisst. Und wenn wir dann in bestimmten Gegenden im Wedding sind, dann wird ihm warm ums Herz und er sagt, es fühlt sich ein bisschen an wie zuhause.
Warum also sollte es einem Deutschen nicht ähnlich gehen, wenn er in Deutschland in einem Viertel rumläuft indem zu 90% türkische oder arabische Menschen leben und arbeiten. Das in solchen gegenden ein anderes Flair herrscht ist unbestreitbar, ob man es mag oder nicht. Und dass sich dann ein Deutscher dort mittendrin fremd fühlen kann, ja, warum sollte das nicht berechtigt sein.

Das ist in meinen Augen noch kein Rassissmus. Jedoch sind solche Gefühle gewisse Ressentiments, die man sich bewusst machen und auch immer wieder hintefragen sollte. Woher kommen diese Gefühle? Was sind das für Ängste und sind diese wirklich berechtigt.
Und das Hinterfragen muss nicht unbedingt zum Ergebnis haben, dass man diese Fremde plötzlich liebt und direkt dort hinzieht. Aber vielleicht kann man versuchen die Ängste zu überwinden, bzw. deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, indem man nicht mit Kopf auf dem Boden durch das viertel läuft in der Hoffnung nicht angesprochen zu werden, sondern in den nächsten türkischen Supermarkt hineingeht, mit einem lächeln, und etwas kauft und der Verkäuferin einen schönen Tag wünscht. Vielleicht wird man durch solche kleinen Erlebnisse, durch gezielte Kontaktaufnahme mit dem "Fremden", merken, dass die Menschen gar nicht so fremd sind. Und wenn doch, dass sie einem zumindest nichts böses wollen und das eine oder andere Gespräch mit ihnen eine Bereicherung sein kann.

Und das gilt für beide Seiten...für den Deutschen, der sich im Wedding (oder wo auch immer) fremd fühlt, genauso wie für die Kopftuchfrau, die sich in anderen Gegenden ungewollt und fremd fühlt.
 

hilal74

Well-Known Member
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

Vorsicht! Man sollte Temperament nicht mit aggressiven Verhalten verwechseln. Denn das wird oft als Rechtfertigung missbraucht. Ich kenne Lehrer, die es in Ordnung fanden, wenn ein ausländischer Schüler mal den Stuhl durch die Klasse geworfen oder Mitschüler Schläge angedroht hat, da ja sein "Temperament mit ihm durchgegangen ist". Das selbe gilt natürlich für Ohrfeigen bei der Freundin :"ist halt Türke, der kennt das nicht anders" usw.
Wer Gewalt und aggressives Verhalten mit Temperament rechtfertigt,fällt mir wirklich nichts mehr ein....:icon_eyecrazy:Habs aber auch schon gehört:-?
 
M

Mein_Ingomann

Guest
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

Wer Gewalt und aggressives Verhalten mit Temperament rechtfertigt,fällt mir wirklich nichts mehr ein....:icon_eyecrazy:Habs aber auch schon gehört:-?

Das sind wohl unausrottbare Stereotypen:
"Der Türke ist halt so""Der Afrikaner schnackselt gern.""Deutsche sind zu dick." und ähnliches Zeug. Einen Teil davon tragen wir alle in uns. Sehr beliebt in allen Kulturkreisen ist z.B. das 'Männer/Frauen sind so ..." - Spiel.

Gesellschaftliche Gruppen mit Pauschalurteilen zusammenzufassen ist einfacher als die einzelnen Lebenswege zu betrachten. Diese Lebenslüge würde ich aber nicht als 'Rassismus' bezeichnen. Das ist schlichte Dummheit. Rassismus reicht tiefer, leider.
 
S

sommersonne

Guest
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

  • Ich fühle mich in der Bahn eher von einer typisch penetrant lauten türkisch sprechenden Stimme gestört.
  • Ich begegne Nachts lieber einem Sebastian auf der Straße als einem Achmet.
  • Ich fühle mich überfremdet, wenn ich in bestimmten Stadtteilen überwiegend Frauen mit Kopftüchern herumlaufen sehe.
  • Wenn ich in der Disco bin und ich eine Bekannte an einem einzigen Abend von dem 10ten Südländer befreien muss, der kein "nein" versteht, dann nervt mich das.
  • Mich nervt es, wenn einer sein Rinderwürstchen unbedingt zuerst auf den Grill schmeißen will, weil der Grill sonst vom Schwein verseucht ist. Denn er ist ja besser als die ungläubigen, denn die essen ja so dreckige Tiere wie Schweine, die dort scheißen wo sie essen.. (Rindern und hühner tuen das ja nicht pinocchio) .

Viele beschimpfen Deutsche schnell als Rassist,weil sie wissen,dass sie aufgrund der deutschen Geschichte sensibel darauf reagieren. Aber man sollte seine Meinung und Gefühle aussprechen können ohne direkt als Rassist beschimpft zu werden.



Ich empfehle Dir die Einnahme von Klosterfrau Melissengeist. Deine Nerven müssen dringend gestärkt werden. Du willst ja noch ein paar Jährchen mitmischen, oder?
 

chakalaka

New Member
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

Dass dich die Speisevorschriften anderer "nerven", statt Verständnis für die Muslime aufzubringen.



Messerschwingend könnte man auch durch brutal/aggressiv ersetzen.Das hast du ja gesagt.
Gib den restlichen Deutschen Jungs ohne Migrationshintergrund doch mal ein paar Tips, wie man ein Mädchen in der Disse vor Südländern schützt, ohne umgebracht zu werden.Wie machst du das?

Ich bin tolerant. Ich dulde es ja, doch es nervt mich trotzdem. Um tolerant zu sein muss man nicht mit der Meinung des anderen übereinstimmen. Das was Du meinst ist wahrscheinlich es zu "akzeptieren" das ist eine ganz andere Geschichte.

Du hast immernoch nicht richtig gelesen, ich sagte das es mich nervt, dass sie kein "nein" verstehen. Was hat das mit Messern/umbringen/Brutal/aggressiv zu tun?
 

chakalaka

New Member
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

Ich persönliche empfinde bei keinem deiner genannten Punkte wie du. Ich bin ganz bewusst in ein Viertel mit extrem hohem Ausländeranteil (Berlin wedding) gezogen, weil ich persönlich das Multi-kulti Ding vor der Haustür liebe. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst einen Migrationshintergrund habe. Ich bin in einem sehr bürgerlichen Viertel mir sehr geringem Ausländeranteil groß geworden und konnte gar nciht schnell genug dort wegziehen als ich das Alter zum alleine wohnen erreicht hatte.

Da ist schon einmal ein Unterschied. Ich wohne in einem relativ isolierten Neubaugebiet, wo es keinerlei "Multikulti" gedöns gibt.

Deswegen kann ich persönlich gerade den Punkt mit den "Kopftuchfrauen" nur schwer nachvollziehen. Aber ich denke trotzdem, das es ok ist, wenn du diese Gefühle nun mal hast und dass du sie auch ausprechen dürfen sollst.

Ich bin mit anderen Werten aufgezogen worden. Meine Mutter würde man wohl als "Karrierefrau" bezeichnen. Ich habe viel Respekt vor ihr und sie würde sich nie von einem Mann einfach "einschränken" lassen. Wenn ich dann im Sommer an gewissen Stadtviertel vorbei komme und sehe wie da Frauen in voller Montur auf der Wiese schwitzen, während die Kerle in Shorts rumflitzen, dann muss ich da einfach kein Verständis für haben. Ich sage aber auch nichts dazu. Soll doch jeder tun und lassen was er will, so lange ich damit in Ruhe gelassen werde.


Das ist in meinen Augen noch kein Rassissmus. Jedoch sind solche Gefühle gewisse Ressentiments, die man sich bewusst machen und auch immer wieder hintefragen sollte. Woher kommen diese Gefühle? Was sind das für Ängste und sind diese wirklich berechtigt.
Und das Hinterfragen muss nicht unbedingt zum Ergebnis haben, dass man diese Fremde plötzlich liebt und direkt dort hinzieht. Aber vielleicht kann man versuchen die Ängste zu überwinden, bzw. deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, indem man nicht mit Kopf auf dem Boden durch das viertel läuft in der Hoffnung nicht angesprochen zu werden, sondern in den nächsten türkischen Supermarkt hineingeht, mit einem lächeln, und etwas kauft und der Verkäuferin einen schönen Tag wünscht. Vielleicht wird man durch solche kleinen Erlebnisse, durch gezielte Kontaktaufnahme mit dem "Fremden", merken, dass die Menschen gar nicht so fremd sind. Und wenn doch, dass sie einem zumindest nichts böses wollen und das eine oder andere Gespräch mit ihnen eine Bereicherung sein kann.

Und das gilt für beide Seiten...für den Deutschen, der sich im Wedding (oder wo auch immer) fremd fühlt, genauso wie für die Kopftuchfrau, die sich in anderen Gegenden ungewollt und fremd fühlt.

Von meiner letzten Kontaktaufnahme fange ich am besten nicht an, sonst klingt das polarisierend. Allerdings habe ich auch ein dutzend bekannte ausm irak, türkei, tunesien etc. alledings sind die Religös gesehen nicht sehr streng.Eine Frau mit Kopftuch kommt denen nicht ins Haus.
 
S

sommersonne

Guest
AW: Ab wann ist man ein Rassist?

Provokant. Hauptsache den Senf dazu geben und persönlich werden. Aber was will man ohne Argumente auch tun?



Ich denke nicht das Argumente Dir weiterhelfen würden. Du fühlst Dich in weiten Bereichen des Lebens von "Ausländern" genervt. Sollen diese ihre Mentalität verändern um in Deinen (und auch vielen anderen Deutschen) Akzeptanzbereich zu passen?
 
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