Afghanistan

Bintje

Well-Known Member

Das war gestern schon klar und in den Nachrichten. Zumindest hatte ich es so im Hinterkopf.

"Berlin/Moskau/Kabul (dpa) - Die Bundesregierung stellt zusätzlich 100 Millionen Euro humanitäre Hilfe für Menschen bereit, die in Afghanistan vor den Taliban fliehen. Damit sollen Flüchtlinge im Land und in den Nachbarstaaten unterstützt werden, wie das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin mitteilte."


Davon kann man halten, was man will, aber es scheint nicht sonderlich gewirkt zu haben. Logo. Die Taliban vor Ort haben alle Hebel in der Hand und entscheiden, wer überhaupt noch zum Airport durchkommt und wer nicht.
Das bisher einzig noch geöffnete North Gate des Flughafens Kabul wird laut Medienberichten immer wieder dicht gemacht - was die Lage verschärft.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Holger Klein von Übermedien hat ihn angerufen. Sehr interessant.
 

Msane

Well-Known Member
Der Weg zum Flughafen ist durch zehntausende Ausreisewillige versperrt.
Um deutsche Staatsangehörige herauszuholen müsste man direkt mit den Taliban zusammenarbeiten.
Ich denke mir das würde funktionieren, die Taliban wollen ja alle Ausländer loswerden.
Die müsste man dann irgendwie über einen Seiteneingang zum Flughafen oder per Hubschrauber evakuieren.
Die Franzosen und Engländer machen das schon so.
Fraglich ist ob die Taliban sich auch bei afghanischen Ortskräften auf sowas einlassen würden.
 

Msane

Well-Known Member
Bis in Afghanistan Lithium gefördert wird, hat man Lithium längst durch Alternativen ersetzt.

Und falls doch, dann wird Lithium zu horrenden Bedigungen abgebaut.
Um das enorme Risiko auszugleichen müssen die Afghanen ganz besonders billig sein, sonst baut da keiner was ab.
Umwelt und Arbeitsschutz wird es da nicht geben.
Ansonsten lohnt der Abbau in solch einem unsicheren Umfeld nicht.

Desweiteren gäbe es noch die Verteilungsfrage der Exporterlöse.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde ein Rohstoffabbau, selbst ohne die Taliban in Afghanistan
zu Kämpfen rivalisierender Gruppen führen.

Dies gilt für alle Entwicklungsländer, die Erlöse des Rohstoffexports werden von den Herrschenden nicht fair verteilt,
was ständig zu neuen Konflikten führt.

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Alubehütet

Well-Known Member
Was unterscheidet eine brutale Ordnung vom Bürgerkrieg, wenn die Opferzahlen ungefähr gleich sind?
Berechenbarkeit. Du weißt, mit wem Du es zu tun und an wessen Gesetze Du dich zu halten hast. Du hast nicht immer neue, grausame Milizen, die sich mit anderen, grausamen Milizen heute, morgen gegen sie mit noch anderen verbinden, jeweils neue Lokalmachthaber, die es zu schmieren gilt, wo Absprachen von gestern heute nicht mehr gelten. Taliban brachten Verläßlichkeit. – Und Eindeutigkeit. Es gilt die Scharia.

Dass die Alliierten die Anschläge in Afghanistan nicht in den Griff bekamen, hängt u.a. damit zusammen, dass ihren Soldaten nicht alles erlaubt ist und eben keine "Säuberungen" durchgeführt werden können wie von Milzen ohne Bindung an Grundrechte und internationales Gesetz.
Jetzt einen Tag überlegt – Wenn das eine bitterböse, gallige Satire sein soll – Ich komme nicht drauf. Bin ich intellektuell zu schlicht bemütet zu.

An welche Grundrechte und an welchem internationalen Gesetz waren die Männer gebunden, die Murat Kurnaz noch in Afghanistan verprügelten mit so Sprüchen wie „Weißt Du, wer wir sind? KSK – Wir sind die Deutsche Kraft!“? Aufgrund welcher internationaler Gesetze ist Kurnaz überhaupt aus Pakistan entführt und verschleppt worden nach Afghanistan? Welche internationale Grundlage hatte das Konzentrationslager Guantánamo, in das er dann überstellt worden war? – Ich habe große Sorgen, wenn Merkel demnächst weg ist, daß die Nachfolger Schilys, Steinmeiers und Maaßens, die von denen angeleitet sind, dann wieder vollen Durchgriff haben. Und den hatten sie unter rot-grün. Und daß dann welche wie Du ihre Augen verschließen, weil sie nicht glauben mögen, daß ist, was nicht sein kann, was nicht sein darf. Auf welcher Gesetzeslage sind Hochzeitsgesellschaften zerbombt worden, wiederholt? Beerdigungen?

Das Hannibal-Netzwerk, Nordkreuz, Leute, die jetzt schon mal Löschkalk besorgt haben und Leichensäcke, mit denen sie am Tag X eine Claudia Roth zu beseitigen gedenken, die sind da unten zu dem geworden, wer sie sind. Ihr dachtet, die Bundeswehr sei nur zum Brunnenbauen da runter geflogen und Mädchenschulen bewachen? Die haben allen Grund da unten, uns so zu sehen, als die wir uns aufgeführt haben: Als weitere miese Besatzer, deren demokratische und menschenrechtliche Ideale man genau so wenig braucht wie den Kommunismus, die Soziale Gerechtigkeit unserer Vorgänger.
 
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Bintje

Well-Known Member
Ich denke die ist gestrichen? Da weiß die linke Hand nicht was die rechte tut.
Wie das gedacht ist, steht oben im SZ-Text:

"Bei der humanitären Hilfe geht es um die Versorgung Notleidender, etwa mit Lebensmitteln, Medikamenten oder Notunterkünften. "Es werden keine Mittel über staatliche Strukturen, inklusive möglicher Taliban-Strukturen fließen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in der Bundespressekonferenz. Die nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban eingefrorenen Hilfsgelder für Entwicklung und Stabilisierung des Landes bleiben weiter gestoppt. "Die Voraussetzungen sind aktuell nicht gegeben", sagte ein Sprecher des zuständigen Ministeriums.

Die zusätzliche Hilfe kommt den Angaben zufolge nur über humanitäre Hilfsorganisationen zum Einsatz. Innerhalb von Afghanistan würden die Mittel für Binnenflüchtlinge allein über den UN-Flüchtlingskommissar (UNHCR) fließen. (...)"
 

Alubehütet

Well-Known Member
100 Millionen? Nur für Flüchtlingslager? O.k., mit kleiner Klinik, Ärzten, Pflegepersonal, Medikamente. Lebensmittel. Aber zumal in einem Billiglohnland erscheinen mir 100 Millionen sehr viel.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Ich bin erstaunt über die gewaltige Zahl an afghanischen Hilfskräften die die Länder hatten, die da unten waren. Gab es in den USA, Deutschland und den anderen Ländern keine Köche und anderes Personal? Ich verstehe ja Fahrer oder Führer wegen der Ortskenntnis und Dolmetscher, aber sonst?
Man hat auch Arbeitsplätze geschaffen. Vergleichbar etwa mit amerikanischen Militärbasen in Deutschland, die vielen Deutschen Arbeit gaben und geben. Einer der Hauptgründe, warum die Bundesrepublik über die Abwahl Trumps erleichtert war, der ja alles Personal in Deutschland abziehen und nach Polen und Tschechien verlegen wollte - zur Strafe! Du musst dir vorstellen, dass so mancher Koch und Mechaniker in einer der Einrichtungen eine Ausbildung nach deutschem Maßstab absolviert hat, Schule plus praktische Ausbildung. Das alles war Teil der Mission und hat gewiss in einem Zeitraum von 20 Jahren auch Früchte getragen. Nicht umsonst wollen die Taliban sie lieber in ihrem noch nicht näher beschriebenen Staat in Funktion sehen als zu köpfen oder ausreisen zu lassen. Vielleicht erklärt sich in zynischem Sinne auch so die Zurückhaltung der Alliierten bei der Evakuierung: es soll nicht alles umsonst gewesen sein. Nun sollen es die richten, die man unterrichtet hat.
 
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