Afghanistan

Bintje

Well-Known Member
Hast du das gesehen?

Man merkt dem Hauptmann an wie verbittert er ist! Link
Ich habe verschiedentlich Gespräche mit ihm gesehen, aber das nicht.
Langsam fallen mir auch keine Worte mehr ein. Vogel Strauß-Politik & Scheiß-Teflon-Bürokratie ergeben eine tödliche Mischung.
Und dass Menschen, denen es wie auch immer gelingt, in ein Nachbarland zu fliehen, "nicht mehr antragsberechtigt" sind, wie er sagt, zeugt von einer Kaltschnäuzigkeit, die man nur fürchten kann. Mir geht's wie Sommersonne, als Deutsche schäme ich mich in Grund und Boden.
 

Berfin1980

Well-Known Member
Das Gallien Afghanistans?

Es scheint wohl auch Widerstand zu geben in Pandschschir.

Wenn es nicht so tragisch wäre..... Link

Und der Journalie die schreibt die Amerikaner seien Schuld daran, was gestern geschah.......gebt eure Presseausweise ab und verpisst euch.

Seit dem Umgang der Deutschen mit Griechenland in der Staatsschuldenkrise habe ich mich nicht mehr so geschämt.
Ja so ist es.....
 

Msane

Well-Known Member
Das liegt an der enthnischen Zusammensetzung der Region.
Die Taliban bestehen hauptsächlich aus streng religiösen Paschtunen, welche vor allem im Süd und Osten Afghanistan leben.
Im Norden Afghanistans stellen aber Tadschiken, Usbeken, Turkmenen und andere Volksgruppen die Bevölkerungsmehrheit.
Dort sind die Taliban selbst "Fremde", werden von großen Teilen der lokalen Bevölkerung abgelehnt und haben es dementsprechend schwer diese Gebiete zu kontrollieren.
Das Zentrum Afghanistans konnten die Taliban bisher nicht erobern, da leben von den Taliban verfolgté shiitische Hazara, welche mit ihren Milizen aktiv Widerstand leisten.


.
 

Bintje

Well-Known Member
Seit dem Umgang der Deutschen mit Griechenland in der Staatsschuldenkrise habe ich mich nicht mehr so geschämt.
Es gilt, einen Ruf zu verteidigen: In bürokratischer Behäbigkeit und Erbsenzählerei ist Deutschland top, wahrscheinlich sogar Weltmeister.
Ärmelschoner und Bleistift anspitzen nicht vergessen, und zum Lachen bitte in den Keller gehen. : / ; )
 

Bintje

Well-Known Member
Der Journalist Jan Jessen war bis zuletzt in Kabul und postete vor einer halben Stunde:

"Wir verlassen Afghanistan, und natürlich bin ich froh, dass wir es herausgeschafft haben. Mein Dank geht an die Botschaftsmitarbeiter in Kabul, das Auswärtige Amt, die Bundeswehr und all die anderen, die an der Evakuierung mitgewirkt haben.
Ich danke auch euch allen. Wir haben so viel mutmachenden Zuspruch und Segenswünsche bekommen, das hat uns aufgebaut, es war wunderschön zu sehen und zu spüren, wie viele Menschen an uns denken. Es waren aufreibende Tage und schlaflose Nächte. Im Dunkeln darauf zu warten, dass Fäuste an die Tür hämmern, zehrt an den Nerven. Im Hellen darauf zu warten, dass Bewaffnete auftauchen, um dich mitzunehmen, zehrt genauso an den Nerven. Zum Glück haben wir uns die ganze Zeit über unseren Humor bewahrt, der allerdings immer schwärzer wurde. Wir hatten vor allem unsere afghanischen Freunde um uns, die sich liebevoll um uns gekümmert haben, die nie von unserer Seite gegangen sind.
Sie sind der Grund, warum sich in die Freude unendliche Trauer mischt. Wir konnten raus. Unsere Freunde und so viele andere wundervolle Menschen nicht.
Ein Mensch wird zum schwarzen Punkt am Himmel von Kabul. Einem Punkt, der unter dem Rumpf einer Galaxy kreiselnd in die Tiefe fällt. Auf dem Boden schlägt der Mensch auf. Ein Mensch, der sich voller Panik an dem Flugzeug festgekrallt hat, das die Ausländer in Sicherheit bringt. Es ist für mich das Bild, das wie kein anderes die fürchterliche Lage beschreibt, in der die Menschen sind. Diejenigen, die sich für Menschenrechte eingesetzt haben. Die stolzen, selbstbewussten Frauen. Die Journalistinnen und Journalisten. Diejenigen, die für die Ausländer gearbeitet haben. All die, die so viel Hoffnung auf eine bessere Zukunft hatten.
Karima, die sich als Streetworkerin um Kinder und alleinerziehende Frauen gekümmert und als Journalistin gearbeitet hat und jetzt weinend in ihrer Wohnung sitzt. Pere, die ihre farbenfrohe Kleidung gegen das blaue Stoffgefängnis tauschen muss. Ahmad, der Dolmetscher bei der Bundeswehr war, und jetzt mit seiner Frau und den sechs wundervollen Kindern im Land bleiben muss, weil seine Dokumente in den Trümmern seines Hauses verbrannt sind. Abdullah, der heute Morgen vom Flughafen zurückgekommen ist, enttäuscht und traurig, sein Hemd zerfetzt vom Stacheldraht. Die Kinder, die dich mit ihren großen Augen anschauen und lächeln, weil sie noch nicht wissen, was gerade geschieht. Sie alle müssen jetzt jede Nacht damit rechnen, dass Fäuste an die Tür hämmern. Sie alle müssen jetzt immer damit rechnen, dass am Tag Bewaffnete auftauchen, um sie mitzunehmen. Die Taliban wollen, dass in zwei Wochen alle Ausländer aus westlichen Staaten herausgebracht worden sind. Sie wollen keine Zeugen.
Vor unserem Abflug zieht ein Sandsturm auf.
In tiefer Trauer um die Menschen in Afghanistan."


Quelle
 
Top